JAPAN läuft sich warm

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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon dornfelder10 » 03.10.2012, 23:09

Karl-Friedrich Lenz hat geschrieben:Ich lebe in Tokio und verfolge die Diskussion hier schon seit letztem Jahr. Ein paar Fakten zur neueren Entwicklung aus meiner Sicht:


Hallo Karl-Friedrich,

vielen Dank für die Informationen. Die Infos die man auf deutsch über den japanischen Solarmarkt bekommt sind im Netzt leider etwas dürftig. Und sowohl japanisch als auch englisch sind nicht meine große Stärke. Also bin ich immer für Neuigkeiten aus Japan dankbar :danke:

Klothilde hat geschrieben:Wir müssen demnach allen Ernstens die 10GWp/Jahr in Betracht ziehen... So etwas übersteigt sogar die optimistischten Prognosen... Und so eine Nachfrage hat auch globale Auswirkungen.


Na ja, dass es in Japan abgeht wie der Blitz war doch absehbar. Von Atom haben da viele die Nase voll und die Vergütung ist ja auch mehr als üppig. Die Frage ist nur: Wann wird an der Vergütung gedreht um das wieder einzubremsen? Das es die Regierung wirklich ernst meint mit den EE bezweifle ich noch.

Gruß

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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon GAST » 03.10.2012, 23:53

Wieso ist denn stellfläche in Japan so teuer??
Haben die nicht ausreichend Flächen zubetoniert, egal ob mit Häusern oder Hallen??
Da kostet es eigentlich nicht viel, sondern bringt zusatznutzen den man bisher nicht hatte, egal ob für eine Eigennutzung oder Fremdvermarktung....
Ich denke mal das die Industrie in weiten Teilen der Insel ähnlich aufgestellt ist wie unsere, sie produzieren in großen Hallen??
Die Statik dürfte mind. der unseren entsprechen, eigentlich aber noch stärker ausgelegt sein....so ein Erdbeben darf ja nicht sofort alles zusammenbrechen lassen....schließlich wollen die Japaner nicht jedes Jahr ne neue Halle in Auftrag geben, sondern in ihr was fertigen ;)

Wenn ich jetzt mal überlege, wer soll denn in Japan von 0,xGWp aufeinmal die geschätzten 6GWp im Jahr verbauen??
Haben die Japaner schon ausreichend erfahrene Solarteure die wissen wie es schnell gut und sicher geht??
Ich vermute mal eher nicht, in Deutschland hat man ja auch nicht von nichts die Quote innerhalb eines Jahres auf xGWp hochgesetzt, das hat sich ja erst im laufe von mehreren Jahren so extrem gesteigert.
In diesen Jahren konnten halt viele Soalrteure lernen wie es geht, ihre Fähigkeiten erweitern, Montagevarianten erlernen und optimieren usw.
So das schon ein ganzer "Haufen" erfahrener Planer und Monteure vorhanden war....
Wenn man dann über mehrere Jahre so eine Struktur aufgebaut hat, dann geht es mit ausreichend neuen Handwerkern aus der elektro und Dachdeckerbranche recht zügig neue Montageteams aufs Dach zu bekommen....
Hat man ja in 2009 zu 2010 beobachten können...

Hoffen wir das beste!!
gruß
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EE-Strom kostet uns aktuell etwa 1/5 (20%) des Stompreises liefert dafür 1/4 (25%) der gesammten benötigten Strommenge!!
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon Andi_ » 03.10.2012, 23:54

Da gibt´s auch Zahlen, die sind ähnlich, aber da sind die Zahlen für die großen gewerblichen Anlagen noch nicht so groß (aber die sollen bald kommen), dafür Hausanlagen etwas mehr.

http://e.nikkei.com/e/fr/tnks/Nni20120926D2609A20.htm
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon kalle bond » 04.10.2012, 00:03

GAST hat geschrieben:Wieso ist denn stellfläche in Japan so teuer??
Haben die nicht ausreichend Flächen zubetoniert, egal ob mit Häusern oder Hallen??
Da kostet es eigentlich nicht viel, sondern bringt zusatznutzen den man bisher nicht hatte, egal ob für eine Eigennutzung oder Fremdvermarktung....
Ich denke mal das die Industrie in weiten Teilen der Insel ähnlich aufgestellt ist wie unsere, sie produzieren in großen Hallen??
Die Statik dürfte mind. der unseren entsprechen, eigentlich aber noch stärker ausgelegt sein....so ein Erdbeben darf ja nicht sofort alles zusammenbrechen lassen....schließlich wollen die Japaner nicht jedes Jahr ne neue Halle in Auftrag geben, sondern in ihr was fertigen ;)

Wenn ich jetzt mal überlege, wer soll denn in Japan von 0,xGWp aufeinmal die geschätzten 6GWp im Jahr verbauen??
Haben die Japaner schon ausreichend erfahrene Solarteure die wissen wie es schnell gut und sicher geht??
Ich vermute mal eher nicht, in Deutschland hat man ja auch nicht von nichts die Quote innerhalb eines Jahres auf xGWp hochgesetzt, das hat sich ja erst im laufe von mehreren Jahren so extrem gesteigert.
In diesen Jahren konnten halt viele Soalrteure lernen wie es geht, ihre Fähigkeiten erweitern, Montagevarianten erlernen und optimieren usw.
So das schon ein ganzer "Haufen" erfahrener Planer und Monteure vorhanden war....
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Schon vergessen? Japan war 1994 Weltmarktführer mit dem 70.000 Dächer Programm.
Die wissen alles über PV und kommen hoffentlich nach dem Fuko.. Schock wieder zurück auf die PV Spur :D
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon Karl-Friedrich Lenz » 04.10.2012, 06:25

GAST hat geschrieben:Wieso ist denn stellfläche in Japan so teuer??
Haben die nicht ausreichend Flächen zubetoniert, egal ob mit Häusern oder Hallen??
Da kostet es eigentlich nicht viel, sondern bringt zusatznutzen den man bisher nicht hatte, egal ob für eine Eigennutzung oder Fremdvermarktung....
Ich denke mal das die Industrie in weiten Teilen der Insel ähnlich aufgestellt ist wie unsere, sie produzieren in großen Hallen??
Die Statik dürfte mind. der unseren entsprechen, eigentlich aber noch stärker ausgelegt sein....so ein Erdbeben darf ja nicht sofort alles zusammenbrechen lassen....schließlich wollen die Japaner nicht jedes Jahr ne neue Halle in Auftrag geben, sondern in ihr was fertigen ;)

Wenn ich jetzt mal überlege, wer soll denn in Japan von 0,xGWp aufeinmal die geschätzten 6GWp im Jahr verbauen??
Haben die Japaner schon ausreichend erfahrene Solarteure die wissen wie es schnell gut und sicher geht??
Ich vermute mal eher nicht, in Deutschland hat man ja auch nicht von nichts die Quote innerhalb eines Jahres auf xGWp hochgesetzt, das hat sich ja erst im laufe von mehreren Jahren so extrem gesteigert.
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Nur zur Klarstellung: Keinesfalls alle Projekte haben die hohen Kosten für Stellfläche, ich habe nur "viele" geschrieben. Es gibt sicher auch viel Zubau, wo die Fläche keine eigenen Kosten verursacht.

Ein Teil der deutlich höheren Tarife in Japan (derzeit noch über 40 cent pro kWh) ist sicher auch damit zu erklären, dass die japanischen Planer und Monteure eben noch nicht so erfahren sind wie die deutschen, und daher noch höhere Kosten in Rechnung stellen. Der Preis für die Module dürfte ja weltweit relativ ähnlich liegen.
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon Karl-Friedrich Lenz » 04.10.2012, 06:33

dornfelder10 hat geschrieben:Na ja, dass es in Japan abgeht wie der Blitz war doch absehbar. Von Atom haben da viele die Nase voll und die Vergütung ist ja auch mehr als üppig. Die Frage ist nur: Wann wird an der Vergütung gedreht um das wieder einzubremsen? Das es die Regierung wirklich ernst meint mit den EE bezweifle ich noch.


Die Regierung hat am 19 September eine "Revolutionäre Energiestrategie" beschlossen. Teil davon ist eine "Grüne Energie-Revolution". Dies wiederum ist Mittel zu dem Zweck, "möglichst bald eine Gesellschaft zu verwirklichen, die nicht von Atomkraft abhängig ist".

Ausbauziele sind für alle Erneuerbaren (Wasserkraft ausgenommen) 27 GW bis 2015 (von 9 GW in 2010), 48 GW in 2020, und 108 GW in 2030. Einzelne Ziele für Solar und Wind kommen in einem detaillierteren Plan, der bis Ende des Jahres erstellt werden soll.
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon irgendwer » 04.10.2012, 09:00

Ein Evakuierungsradius mit 30 km^2 Radius ergibt immerhin eine Fläche von 2827 km^2.
(Die Leute werden wohl kaum weiterhin Gemüse aus dieser Region essen wollen aber PV-Strom aus dieser Region würden sie wohl schon konsumieren.)
Auch wenn nur 20% dieser Fläche für PV nutzbar wäre, gäbe das immer noch 85 GW bei 15% Wirkungsgrad.
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon GAST » 04.10.2012, 14:34

irgendwer hat geschrieben:Ein Evakuierungsradius mit 30 km^2 Radius ergibt immerhin eine Fläche von 2827 km^2.
(Die Leute werden wohl kaum weiterhin Gemüse aus dieser Region essen wollen aber PV-Strom aus dieser Region würden sie wohl schon konsumieren.)
Auch wenn nur 20% dieser Fläche für PV nutzbar wäre, gäbe das immer noch 85 GW bei 15% Wirkungsgrad.


Dann wollen wir mal hoffen das der Strom dann auch ohne Strahlung beim Kunden ankommt :shock:

Mir ist schon klar das die Japaner einst Weltmarktführer waren, sieht man wohl auch daran das dort große Konzerne eine eigene PV-Sparte haben oder hatten (Sharp, Mitsubishi u.a.)

Wollen wir hoffen das es in Japan ausreichend Arbeitssuchende und idealisten gibt die Interesse daran haben ihr Geld in der Branche zu verdienen, ich wünsche es ihnen, alleine schon damit in Deutschland die Atomdorf verseuchten und gesponsorten Betonkopfpolitiker sehen das man die Energiewende auch ohne AKW erreichen kann.

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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon hfrik » 04.10.2012, 16:58

Karl-Friedrich Lenz hat geschrieben:I
Der reichste Japaner, Softbank Chef Masayoshi Son, engagiert sich kräftig für Erneuerbare. Er hat eine Tochterfirma gegründet, die reichlich Projekte durchzieht, und plant einen "Asia Super Grid", mit Lieferung von erneuerbarer Energie aus der Wüste Gobi.

Nun, sollten wir in Europa auch noch ein Supergrid hinbekommen, fehlt dann noch eine Qerspange durch KAsachstan und die Ukraine, und es gibt fast rund um die Uhr PV-Strom - wäre wirklich gut. Die Wüste Gobi ist bald auf dem halben WEg von Europa nach Tokoio, wie ich es scherzhalber in einem anderen Thread mal als wirklich grosses Netz für PV angedeutet habe.
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Re: JAPAN läuft sich warm

Beitragvon PV-Berlin » 05.10.2012, 09:54

Es ist natürlich gewollt gewesen, dass die Firmen bzw. größere Investoren einsteigen. In Japan haben Bauern keine 5.000 m2 Dächer und auf den Wohnhäusern passen 5 kWp, aber auch nur, wenn man sehr hohe WG verwendet.

Dass das so gut funktioniert belegt eben die These, dass eben nur Geld der Treibstoff der EE ist. Billiges Geld (Zinssatz) eine extrem hohe Sparquote und eine stabile Aussicht sind x mal wichtiger, als 850 kWh zu 1.700 kWh je kWp, zumal wenn abzusehen ist, dass der Strompreis steigen wird.

Schön, dass die Japanischen Investoren sofort reagiert haben. Deren Informationsstand kann man wohl mit 100% ansetzen. Sicher muss man bei der Vergütung reagieren, aber die Kosten aus dem hohen Anreiz im Moment sind ja sehr übersichtlich, dank einer ganz anderen Basis (Gas;Öl) und einem ungleich größeren Strombedarf als in D.

Die Privaten kommen auch noch, aber da muss die Effektivität in der Distribution erst noch angepasst werden.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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