herr frondel (rwi)

News über Photovoltaik und Solarstrom

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herr frondel (rwi)

Beitragvon ikonaut » 16.07.2012, 11:41

präsentiert neue horrorzahlen > http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-studie-solarausbau-kostet-deutschland-mehr-als-110-milliarden-euro-11821043.html
Allein für die in den vergangenen zwölf Jahren installierten PV-Anlagen müssten rund 100 Milliarden Euro aufgebracht werden, wovon aber erst 15 Milliarden Euro bezahlt sein. 85 Milliarden Euro stünden noch aus. Mit den bis zu 13,3 Milliarden Euro, die laut Frondel bis 2015 noch dazukommen könnten, macht das eine offene Solarstromrechnung von fast 100 Milliarden Euro.


das heisst doch, dass pro jahr nur reichlich 1,25 mia (15 € pro einwohner) fällig werden - peanuts - um den gängigen sprachgebrauch zu verwenden.
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Oktaeder » 16.07.2012, 14:05

Ja. Tolle Forschungsarbeit - Zahlen zusammenrechnen und multiplizieren, auch wenn sie viele Nullen haben, kann jeder Achtklässler genauso gut (mit Taschenrechner noch früher).
Die Schlussfolgerung bleiben falsch, vor allem wenn man sie einfach Jahr für Jahr fortschreibt:
Setzt man das mit den Berechnungen des RWI in Bezug, würde fast die Hälfte der gesamten Ökostromförderung für PV-Anlagen ausgegeben, obwohl diese nur einen Bruchteil des Ökostroms erzeugen.

Nun, 9/10 ist mathematisch gesehen, immer noch ein Bruchteil. Wie dieses Jahr gezeigt hat, spielt die PV durchaus, sogar in der dunklen Jahreszeit, eine ordentliche Rolle.
Die Zahlen von Manuel Frondel sind nicht falsch, und im Kontext seines Arbeitgebers auch konsequent dargestellt. Tendenziös dargestellt sind sie trotzdem, und tut mir Leid, der Ausbau auf 52GW für 10Mrd ist ein Schnäppchen. Soviel kostet ein einziges KKW, ohne Nebenkosten.
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Montio » 16.07.2012, 14:47

Oktaeder hat geschrieben:Die Zahlen von Manuel Frondel sind nicht falsch

Schön, das wenigstens diese Einsicht inzwischen herrscht.

Oktaeder hat geschrieben:, und im Kontext seines Arbeitgebers auch konsequent dargestellt. Tendenziös dargestellt sind sie trotzdem, und tut mir Leid, der Ausbau auf 52GW für 10Mrd ist ein Schnäppchen. Soviel kostet ein einziges KKW, ohne Nebenkosten.

Oktaeder hat geschrieben:, und im Kontext seines Arbeitgebers auch konsequent dargestellt. Tendenziös dargestellt sind sie trotzdem, und tut mir Leid, der Ausbau auf 52GW für 10Mrd ist ein Schnäppchen. Soviel kostet ein einziges KKW, ohne Nebenkosten.

Jetzt kommt wieder mal wie immer ein KKW, wenn die Argumente ausgehen.

Ich finde es verlogen, wenn sich Politiker hinzustellen und behaupten, dass es nicht auch anders gegangen wäre. Für das gleiche Geld hätte wir das 3 – 4 fache an EE im Netz. Hier wurden zwei stellige Milliardenbeträge verbrannt. Ein kontinuierlicher Ausbau von PV wäre trotzdem erfolgt, bloß eben zu einem Bruchteil der Kosten. Das ganze ist und bleibt ein Skandal, den der Stromkunde über Jahre hinaus ausbaden muss. Das Geld liegt wie Blei auf der Umlage.
Über die Motivation von Hr. Frondel kann man denken was man will: hätte die Politik einen vernünftigen Wachstumspfad seit seiner ersten Analyse im Jahr 2007 beschritten, hätten wir viel Geld übrig. Das ist ein Faktum.

Gruß Montio
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon HybrídSolar » 16.07.2012, 14:54

Grandiose Forschungsarbeit!

Wenn der Herr Frodel das bitte auch für die Kohle-, Öl- und Atomlobby machen würde darf er das hier bestimmt auch publizieren.
Die einschlägigen Überregionalen Printmedien werden es sicher nicht tun.
Und dann auch noch immer der Begriffswirrwar zwischen Subventionen, Förderungen, Umlagen, etc. Irgendwann versteht keiner mehr was was sein soll, aber dass soll und muss ja so sein.

Ich bin für Dezentral, basta, da braucht es keine Trasse aus Afrika nach Europa sondern nur noch Modi für die Selbstnutzung.
Ich kann einfach nicht begreifen warum die Eigenverbrauchsregelung schon wieder gekippt wurde, war doch mal ein richtiger Ansatz.
mit sonnigen Grüßen,

Steffen

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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon PV-Berlin » 16.07.2012, 15:31

Das viele auf die Politik eindreschen, weil sie nicht ganz optimal das Ding mit dem PV Zubau im Griff hatte, ist ganz nett! Ich möchte darauf hinweisen, dass wir in den Jahren ganz andere Probleme hatten, die ganz andere Summen in Bewegung gesetzt haben. Zudem war der starke PV Zubau auch eine Art Konjunkturspritze. Ich möchte das nicht als Entschuldigung verstanden wissen, aber viele Faktoren die Heute glasklar zu erkennen sind, waren damals eher unscharf und der Faktor Zeit und die "Scheiß" Demokratie machen es eben schon ungeheuer komplex, immer 100% richtige (im Nachgang) Entscheidungen 100% richtig zu timen.

Es freut mich selbstverständlich, dass der Fachmann Frondel weiter rechnet. Nun haben wir es amtlich, wie billig uns der "Rest" PV Zubau bis 52 GWp kommt. Das seine Zahlen ganz leichte volkswirtschafliche Schwachstelle haben, sei nur mal so am Rande erwähnt. Wie er die 100 Mrd. € Belastung feststellt, bleibt sein tiefes Geheimnis, denn ich kann nicht erkennen, dass er etwas die Kaufkraft, noch den Strompreis, noch andere "Unwichtigkeiten" in seine "wissenschaftliche" Arbeit einfließen lassen hat. Aber selbst wenn man das alles mal vergisst, sind 100 Mrd. € und die Entscheidung aus der KKW auszusteigen um die Potenz 10 günstiger, als das was Japan abzutragen hat. (1.000 Mrd. € Schaden) oder wer sich lieber mit dem Ansatz BIP beschäftigt, der nimmt die Ukraine, die mal eben jedes Jahr schlappe 5 % BIP in ihr Atomdesaster versenkt! Und das seit wie vielen Jahren?

Sorry!
So billige Ungenauigkeiten oder meinetwegen "Grobe Fehler" können wir uns als größte Volkswirtschaft in Europa im Grunde jedes Jahr leisten. Spaniens Bau-Fehler schlägt schon einmalig mit 1.000 Mrd. € zu buche (Abschreibungen auf die Werte in den Büchern der Banken) plus einer Depression die Deutschland nicht aushalten würde! mit noch mal 100 Mrd. € p.A. auf unbestimmte Zeit! Und Spanien ist im Vergleich zu dem Deutschen BIP ein Gartenzwerg.

Wer es mal Grün braucht, für den habe ich auch noch Zahlen: Jedes Jahr das wir schneller beim Thema PV waren, hat auch seinen Wert, den könnte man auch Hochrechnen. Ich würde da vorschlagen, den Wert der Stromproduktion aus PV im Jahr 2020 anzusetzen weltweit. Also den gesparten CO2 Ausstoß aus XXX GWp mit nur 1.000 kWh je kWp mal nur 500 g CO2. Da kommt auch hübsch was an Mill. Tonnen CO2 zusammen.

Ich persönlich sehe ja Fehler konstruktiver! Solange Fehler nur schnödes Geld kosten, alles Null Problem! Solange sie einen nicht umhauen, kann man später sich prima dazu ärgern! oder es einfach sein lassen!
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon hadl » 16.07.2012, 15:40

Montio hat geschrieben:
Oktaeder hat geschrieben:Die Zahlen von Manuel Frondel sind nicht falsch

Schön, das wenigstens diese Einsicht inzwischen herrscht.




Kann man so nicht sagen. Schau Dir mal diese „Lachnumer“ an.


Gruß Hadl
Zuletzt geändert von hadl am 16.07.2012, 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon pepp » 16.07.2012, 15:42

Diese enormen Kosten durch das EEG sind nun mal der Preis für die enorme Kostenlernkurve in der PV-Industrie. Deutschland, Spanien und Italien haben in den zurückliegenden Jahren eine Nachfrage nach PV organisiert, an der und mit der eine weltweite Solarindustrie entstanden ist.
Durch Erhöhung des Wirkungsgrades und enorme Skaleneffekte im PV- Bereich nähern wir uns PV 2.0.
Großprojekte in USA, Indien, China, Pakistan zeigen, dass Photovoltaik erdumspannend eine tragende Säule der zukünftigen Energiegewinnung sein wird.
Wir Deutschen und Italiener sind in Vorleistung gegangen und ja, manch einer verdient sich aufgrund temporärer Überförderung eine goldene Nase und manche Nation hat sich parasitär angedockt, doch unterm Strich kann die "Generation EEG-Umlage" mit Stolz seinen Enkelkindern erzählen: Wir haben den Schalter umgelegt.
Hätten wir auf eine konzertierte Aktion der UNO, G20 oder G8 gewartet, wäre nichts passiert oder PV wäre ein Steckenpferd von "Ökspinnern" geblieben.
Wenn sich einer diese Aktion leisten konnte, dann sind wir Deutschen das.

Mit patriotischen Grüßen
Pepp
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Re: AW: herr frondel (rwi)

Beitragvon JayM » 16.07.2012, 16:38

@pepp
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Jays » 16.07.2012, 17:33

PV-Berlin hat geschrieben:Aber selbst wenn man das alles mal vergisst, sind 100 Mrd. € und die Entscheidung aus der KKW auszusteigen um die Potenz 10 günstiger, als das was Japan abzutragen hat. (1.000 Mrd. € Schaden)


Mal abgesehn davon, dass das glücklicherweise eher ein Faktor 10 ist, gibt es eine wissenschaftliche Grundlage für die geschätzte Schadenshöhe von einer Billion oder war das mal eben aus der Hüfte geschossen?
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Montio » 16.07.2012, 17:37

pepp hat geschrieben:Diese enormen Kosten durch das EEG sind nun mal der Preis für die enorme Kostenlernkurve in der PV-Industrie. Deutschland, Spanien und Italien haben in den zurückliegenden Jahren eine Nachfrage nach PV organisiert, an der und mit der eine weltweite Solarindustrie entstanden ist.
Wir Deutschen und Italiener sind in Vorleistung gegangen und ja, manch einer verdient sich aufgrund temporärer Überförderung eine goldene Nase und manche Nation hat sich parasitär angedockt, doch unterm Strich kann die "Generation EEG-Umlage" mit Stolz seinen Enkelkindern erzählen: Wir haben den Schalter umgelegt.
Hätten wir auf eine konzertierte Aktion der UNO, G20 oder G8 gewartet, wäre nichts passiert oder PV wäre ein Steckenpferd von "Ökspinnern" geblieben.
Wenn sich einer diese Aktion leisten konnte, dann sind wir Deutschen das.

Mit patriotischen Grüßen
Pepp


Deutschland über alles. Es es schon einigermaßen anmaßend, zu behaupten "wir" hätten die PV "erfunden", ohne uns gäbe es heute nichts. Unglaubliche Selbstüberschätzung. Deutsche Krankheit.

Es wäre kaum anders so oder so gekommen. Nur nicht eben für 100 Mrd sondern für 20.
"Temporäre Überförderung": Ein schöner Euphemismus.
Es ist das Paradebeispiel dafür was eine Subventionswirtschaft getrieben von Lobby und Politik so alles "bewegen" kann.
Der kleine Mann muss es am Ende zahlen, er hätte einen Anspruch darauf, das mit seinem Geld verantwortungsvoll und kosteneffizient umgegangen wird. Genau das ist nicht der Fall gewesen und niemand übernimmt dafür die Verantwortung.

Und jedes mal damit zu kontern, was anderswo schief gelaufen ist hilft überhaupt nicht weiter: Falsch bleibt falsch.
Gruß Montio
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