herr frondel (rwi)

News über Photovoltaik und Solarstrom

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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Henning_PV » 19.07.2012, 19:10

Hallo Montio, ich bin oft anderer Meinung als Du wie man ja an verschiedenen Stellen hier nachlesen kann. Und ich bin froh, dass Du hier im Forum bist, denn wenn alle einer Meinung wären, dann wäre das Forum ziemlich langweilig ;-)
Ich halte das Grundprinzip des EEG für ziemlich effizient und clever. Allerdings sind 3 Jahre lang unter der CDU/FDP Regierung die Fördersätze viel zu langsam an die Realität angepaßt worden, wodurch wirklich relativ sinnlos Geld verbrannt wurde. Ein gleichmäßigerer, langsam ansteigenderer Zubau wäre günstiger gewesen.
Das PV mehr Geld gekostet hat als Wind ist eine bewußte und sinnvolle Anschubinvestition gewesen für eine neue Technologie. Das hat erwiesenermaßen funktioniert, sogar besser als von den optimistischten Experten erwartet. D.h. PV ist in 2012 billiger als selbst optimistischte Experten vor 10 Jahren für 2020 progonstiziert haben.
Ok, es hat etwas mehr Geld gekostet. Wenn ich aber sehe, was in anderen Ländern passiert ist mit Immobilienblasen, Bankenblasen, Beamtenblasen, Kriegen für Öl usw kann ich nur sagen: wir haben das Geld gut angelegt und haben damit wenigsten weltweit etwas vorbildhaftes und nachhaltiges geschaffen.
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon darwin » 19.07.2012, 19:13

JuergenII hat geschrieben:.. Da fragt man sich aber nun wirklich, wohin diese Arbeitsplätze mit EEG Umlage ins Ausland abwandern würden! Rund 600 Firmen sparen sich damit rund 2 Milliarden Euro auf Kosten der Allgemeinheit. Dazu profitieren diese Firmen auch noch von den durch den EEG Strom deutlich günstigeren Strompreisen an der Leipziger Börse.


2 Mrd eine Große Zahl .. was ist mit den 12 Mrd - sozusagen den Peanuts?
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon darwin » 19.07.2012, 19:25

Henning_PV hat geschrieben:Ich halte das Grundprinzip des EEG für ziemlich effizient und clever. Allerdings sind 3 Jahre lang unter der CDU/FDP Regierung die Fördersätze viel zu langsam an die Realität angepaßt worden, wodurch wirklich relativ sinnlos Geld verbrannt wurde. Ein gleichmäßigerer, langsam ansteigenderer Zubau wäre günstiger gewesen.
Das PV mehr Geld gekostet hat als Wind ist eine bewußte und sinnvolle Anschubinvestition gewesen für eine neue Technologie. Das hat erwiesenermaßen funktioniert, sogar besser als von den optimistischten Experten erwartet. D.h. PV ist in 2012 billiger als selbst optimistischte Experten vor 10 Jahren für 2020 progonstiziert haben.


Nunja, die Absenkung der Fördersätze ist ziemlich spektakulär gescheitert. Vermutlich hätte eine stärkere Absenkung 2010 oder 2011 viel mehr Beifall gefunden.

Man geht davon aus 2015 PV bei 52 GW liegen wird. Beachtlich. Wieviele Speicher werden dann notwendig sein und was werden diese Kosten ? Speicher und Netzausbau könnten mit einem vernünftigen Mix aus PV und Wind minimiert werden - diese zusätzlichen Kosten wird man dem zu schnellen PV Ausbau zurechnen können. Irgendwann wird man den PV Ausbau schlicht stoppen müssen, dann würde ein hypothetische deutsche Solarindustrie arbeitslos sein, die Monteure und die sonstigen ebenfalls.
100 GW PV bei 25 Jahren Laufzeit bedeuten das kontinuierlich 4 GW keine 7 und keine 8 GW nachgebaut werden müssen.

Die Ausbaugeschwindigkeit hat noch einige gewaltige Haken.
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon eggis » 19.07.2012, 20:43

darwin hat geschrieben:
JuergenII hat geschrieben:.. Da fragt man sich aber nun wirklich, wohin diese Arbeitsplätze mit EEG Umlage ins Ausland abwandern würden! Rund 600 Firmen sparen sich damit rund 2 Milliarden Euro auf Kosten der Allgemeinheit. Dazu profitieren diese Firmen auch noch von den durch den EEG Strom deutlich günstigeren Strompreisen an der Leipziger Börse.


2 Mrd eine Große Zahl .. was ist mit den 12 Mrd - sozusagen den Peanuts?

Die 2 Mrd. würde die Umlage um 17% auf 3ct mindern. Die Weitergabe der Preissenkungen aufgrund des MOE (~0,5ct) würde die Umlage auf 2,5ct verringern. Die unwirksame Mangagementprämie sind dann nochmal 0,1 - 0,2 ct.

Es ist nötig die Umlage endlich vom Balast zu befreien. Wenn der Wirtschaftsminister Bedarf zur Förderung energieintensiver Unternehmen im Wettbewerb mit dem internationalen Markt sieht, kann diese er immer noch aus Steuergeldern (Steuerbefreiung oder Subvention) begleichen.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Montio » 20.07.2012, 11:29

eggis hat geschrieben:
darwin hat geschrieben:
JuergenII hat geschrieben:.. Da fragt man sich aber nun wirklich, wohin diese Arbeitsplätze mit EEG Umlage ins Ausland abwandern würden! Rund 600 Firmen sparen sich damit rund 2 Milliarden Euro auf Kosten der Allgemeinheit. Dazu profitieren diese Firmen auch noch von den durch den EEG Strom deutlich günstigeren Strompreisen an der Leipziger Börse.


2 Mrd eine Große Zahl .. was ist mit den 12 Mrd - sozusagen den Peanuts?

Die 2 Mrd. würde die Umlage um 17% auf 3ct mindern. Die Weitergabe der Preissenkungen aufgrund des MOE (~0,5ct) würde die Umlage auf 2,5ct verringern. Die unwirksame Mangagementprämie sind dann nochmal 0,1 - 0,2 ct.

Es ist nötig die Umlage endlich vom Balast zu befreien. Wenn der Wirtschaftsminister Bedarf zur Förderung energieintensiver Unternehmen im Wettbewerb mit dem internationalen Markt sieht, kann diese er immer noch aus Steuergeldern (Steuerbefreiung oder Subvention) begleichen.


Damit sind nicht mal die Erhöhungen im kommenden Herbst zu schultern. Ausgesprochen negativ wirken die niedrigen Börsenpreise. Das hat vor Jahren auch niemand geahnt. Der Werte des EEG-Stroms sinkt immer weiter:
http://www.eeg-kwk.net/de/Referenzmarktwerte.htm, der Strom wird also verramscht, der Stromverbraucher subventionert am Ende noch die Exporte (das ist überhaupt nicht zu rechtfertigen!) mit den wachsenden Strommengen. Die Preise sind, schätze ich, ist sogar als die Hauptgefahr für die Umlage in den kommenden Jahren.
Wer immer davon schwärmt wie billig der Strom an der Böse sei, liegt also mit seiner Euphorie genau falsch.

Ein Strommarktmodell a la Kapzatiätsmarkt wird ebenfalls kommen müssen und kostet ebenfalls. Die Netzkosten werden ebenfalls steigen, auch wenn das vergleichen mit den EEG-Kosten eher gering ausfallen wird.

Das kommt leider davon, wenn man den Markt konsequent übergeht via Subventionswirtschaft aushebelt.

Statt immer wieder auf die Verteilungsgerechtigkeit hinzuweisen, weise ich darauf hin: Die Gesamtsubvention bleibt immer die gleiche und landet immer am Ende beim Endverbraucher. Damit erreicht man keine Kosteneffizienz, und die fehlt heute wie damals bei der Planung.


Gruß Montio
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon JuergenII » 20.07.2012, 13:56

Der Strom wird nicht verramscht, sondern die Strombörse in Dresden zeigt ihr wahres Gesicht. Seinerzeit eingeführt, um für die großen 4 den max. Strompreis am Markt zu gewährleisten, macht der alternative Strom endlich dass, wofür die Börse eigentlich da ist: Sie bietet endlich einen "echten" Preis, der Angebot und Nachfrage wiederspiegelt.

Dass der normale Stromkunde davon nichts merkt, liegt hauptsächlich daran, das die Stromanbieter zwar die günstigen Strompreise einkaufen, diese aber nicht an die Endkunden weiterleiten, sondern in die eigene Tasche stecken.

Hinzukommt, das ein alternatives Strommodell meist bzw. immer nur mit einer wirklichen Dezentralisierung funktionieren. Die wird aber von den Großen 4 boykottiert, wo immer es nur geht.

Warum werden bestehend Leitungen nicht mit Hochtemperaturleiterkabel ausgestattet? Kosten im Vergleich zu neuen Trassen nur einen Bruchteil und man kann die doppelte Menge Strom transportieren. Geld dafür wäre dank Netzentgeltgebühren mehr als ausreichend vorhanden. Das würde kritische Netzbereiche deutlich entlasten. Hinzu kommt, das Überlandleitungen seit 2011 nicht mehr erlaubt sind. Das EnWG § 43h schreibt vor, das Hochspannungsleitungen auf neuen Trassen nur mehr als Erdkabel auszuführen sind. Der Planungsaufwand liegt hier im Schnitt bei 3 Jahren, Bürgerproteste sind so gut wie nicht zu erwarten.

Davon steht aber in der Presse selten etwas und Montio schweigt sich da auch vornehm aus. Dabei wäre der Umbau viel schneller und effizienter möglich, wäre da nicht die Lobbyarbeit der Energieunternehmen.

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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Montio » 20.07.2012, 14:25

JuergenII hat geschrieben:Der Strom wird nicht verramscht, sondern die Strombörse in Dresden zeigt ihr wahres Gesicht. Seinerzeit eingeführt, um für die großen 4 den max. Strompreis am Markt zu gewährleisten, macht der alternative Strom endlich dass, wofür die Börse eigentlich da ist: Sie bietet endlich einen "echten" Preis, der Angebot und Nachfrage wiederspiegelt.
Dass der normale Stromkunde davon nichts merkt, liegt hauptsächlich daran, das die Stromanbieter zwar die günstigen Strompreise einkaufen, diese aber nicht an die Endkunden weiterleiten, sondern in die eigene Tasche stecken.

Es gibt immerhin Wettbewerb. Oder stecken die alle von Grün bis G4 unter einer Decke?
Nee. so tief kann der Börsenpreis gar nicht mehr sinken, wie die EEG-Umlage steigt. Das wird das Problem werden.

JuergenII hat geschrieben:Davon steht aber in der Presse selten etwas und Montio schweigt sich da auch vornehm aus. Dabei wäre der Umbau viel schneller und effizienter möglich, wäre da nicht die Lobbyarbeit der Energieunternehmen.

Die Lobby der Kabelindustrie hat die öffentliche Meinung übrigens auch gut im Griff. Das wurde auf der NEP Veranstaltung sehr deutlich angesprochen.

Gruß Montio
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon Montio » 20.07.2012, 14:45

Henning_PV hat geschrieben:Hallo Montio, ich bin oft anderer Meinung als Du wie man ja an verschiedenen Stellen hier nachlesen kann. Und ich bin froh, dass Du hier im Forum bist,

Mal sehen wie lange noch, andere kritische Geister haben den Abgang gemacht, wie leider unser Spekulatius, ...

Henning_PV hat geschrieben:Ich halte das Grundprinzip des EEG für ziemlich effizient und clever. /quote]
Nein. Ist es nicht. Das EEG besteht prinzipiell seit 1991. Aus einer sinnvollen und preiswerten (!) Anschub einer Entwicklung ist es versäumt worden, Kosteneffizienz und wirtschaftlichen Sachverstand einzubringen. Das Grundprinzip heißt bis heute: "Mache ein jeder wo und was er will, jede KWh ist eine gute KWh." Die Kosten einfach so beim Stromverbraucher abzuladen hat ebenfalls die Politik verantwortungslos dazu verleitet, viel zu spät das Ruder herumzureißen.
Wir haben jetzt über Jahre hinaus keinen echten Markt mehr. Aus einem Oligopol ist ein Mischmasch eine Staatswirtschaft geworden, das die sowohl ehemaligen Oligopole und als auch Neuanbietern subventionieren muss. Es ist einfach nicht mehr möglich, dass ein neuer Anbieter ohne Subvention noch Strom anbietet. Hätte man "marktnähere" Strukturen geschaffen wäre das zumindest in dieser Form uns erspart geblieben. Aus dem Dilemma werden wir uns in absehbarer Zeit nicht mehr befreien.

Henning_PV hat geschrieben:Allerdings sind 3 Jahre lang unter der CDU/FDP Regierung die Fördersätze viel zu langsam an die Realität angepaßt worden, wodurch wirklich relativ sinnlos Geld verbrannt wurde. Ein gleichmäßigerer, langsam ansteigenderer Zubau wäre günstiger gewesen.
Das ist mir auch wieder zu Schereschnittartig: Hier die Schuld einfach der Regierung rüberzuschieben ist nicht fair. Jede Kostendebatte wurde mit wütenden Protesten der Lobbies und Opposition bedacht. Hier sind schön alle dran Schuld, das es so gekommen ist. Ich habe sogar den Eindruck, das Herr Altmaier noch eher die Realitäten sieht als von den Grünen Mr. Fell.


Henning_PV hat geschrieben:Das PV mehr Geld gekostet hat als Wind ist eine bewußte und sinnvolle Anschubinvestition gewesen

Das wäre so oder so gekommen. Was sind ein oder zwei Jahre bei dem Mammutprojekt. Zweistellige Milliardenbeträge sind futsch, die hätte man prima gebrauchen können.

Gruß Montio
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon pseudoruprecht » 20.07.2012, 22:06

JuergenII hat geschrieben:Der Strom wird nicht verramscht, sondern die Strombörse in Dresden zeigt ihr wahres Gesicht.


Dresden, Leipzig... halt eines von diesen da im Osten, ne? Hauptsache immer rin ins Fettnäpfchen.

Allerlei, einerlei :lol:
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Re: herr frondel (rwi)

Beitragvon JuergenII » 21.07.2012, 07:29

pseudoruprecht hat geschrieben:Dresden, Leipzig... halt eines von diesen da im Osten, ne? Hauptsache immer rin ins Fettnäpfchen.

Allerlei, einerlei :lol:

Mea culpa!

Habe es auch bemerkt, aber habe leider keine Korrekturmöglichkeit gefunden. Dumm gelaufen, aber vom Thema her verschmerzbar.

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