News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von Spekulatius » 16.12.2011, 12:11
First Solar hat vor zwei Tagen aktuelle Prognosen für 2011 und 2012 vorgestellt aber noch viel wichtiger die Unternehmensstrategie ausführlich erläutert: http://files.shareholder.com/downloads/ ... 0final.pdfDas Unternehmen befasst sich mit der unbequemen Wahrheit, dass die PV 1.0 (mit Subventionen) kein tragbares Geschäftsmodell für das Unternehmen mehr zulässt, und zieht daraus die notwendigen Konsequenzen. Die Kollegen stecken sich nun das ehrgeizige Ziel, bis Ende 2014 den gesamten Umsatz aus PV 2.0 (d.h. nicht-subventionierten Märkten) zu erwirtschaften. Strategie, Umsetzungsplan, und interne Anreize werden ab sofort auf dieses Ziel ausgerichtet. Nicht schlecht Herr Specht. Endlich mal eine Firma, die die wahren Chancen der PV angeht, statt den unsäglichen Subventionsblasen hinterher zu hecheln. Die vorgestellten operativen Ziele sind auch sehr interessant. Bis Ende 2012 will das Unternehmen auf 12,7% WG, $0,65/Wp Modulkosten (volle Auslastung), und $0,87/Wp BOS-Kosten kommen. Damit sind in Kalifornien Gestehungskosten von 9 uscent/kWh machbar (ohne Projektentwicklung und Marge). Für Ende 2015 peilt das Unternehmen 14,5-15% WG, Modulkosten von $0,52, und BOS-Kosten von $0,73 an, entspricht LCOE von 7 uscent/kWh in Kalifornien. 14,5-15% WG bis 2015 ist in meinen Augen mit CdTe in Massenproduktion nicht machbar, daher spekuliere ich auf einen Zukauf im CIGS-Bereich. Wie sehen die Experten im Forum das? Die interne CIGS-Entwicklung hat das Unternehmen ja aufgegeben, weil sie anscheinend realisiert haben, dass der technologische Vorsprung von CIGS-Mitbewerbern nicht kosteneffizient aufgeholt werden kann. http://www.pv-tech.org/news/first_solar ... ss_with_joSpannende Zeiten, die da auf FS zukommen. Logischerweise wird sich FS jetzt auch stärker aus DE zurückziehen. Was meinen die Experten zu diesem Move von FS insgesamt? Überwiegen die Chancen oder die Risiken, wenn man alle Kräfte auf PV 2.0 bündelt? Reicht die Kriegskasse von FS aus, um hier erfolgreich zu sein? Der Spekulatius 
Keine Gewähr auf Seriösität. Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
-

Spekulatius
- Forumsinventar

-
- - Threadstarter -
-
- Beiträge: 3247
- Registriert: 12.12.2009, 13:54
- Info: Interessent
von open source energy » 16.12.2011, 12:33
Spekulatius hat geschrieben:First Solar hat vor zwei Tagen aktuelle Prognosen für 2011 und 2012 vorgestellt aber noch viel wichtiger die Unternehmensstrategie ausführlich erläutert: http://files.shareholder.com/downloads/ ... 0final.pdfDas Unternehmen befasst sich mit der unbequemen Wahrheit, dass die PV 1.0 (mit Subventionen) kein tragbares Geschäftsmodell für das Unternehmen mehr zulässt, und zieht daraus die notwendigen Konsequenzen. Die Kollegen stecken sich nun das ehrgeizige Ziel, bis Ende 2014 den gesamten Umsatz aus PV 2.0 (d.h. nicht-subventionierten Märkten) zu erwirtschaften. Strategie, Umsetzungsplan, und interne Anreize werden ab sofort auf dieses Ziel ausgerichtet. Nicht schlecht Herr Specht. Endlich mal eine Firma, die die wahren Chancen der PV angeht, statt den unsäglichen Subventionsblasen hinterher zu hecheln. Die vorgestellten operativen Ziele sind auch sehr interessant. Bis Ende 2012 will das Unternehmen auf 12,7% WG, $0,65/Wp Modulkosten (volle Auslastung), und $0,87/Wp BOS-Kosten kommen. Damit sind in Kalifornien Gestehungskosten von 9 uscent/kWh machbar (ohne Projektentwicklung und Marge). Für Ende 2015 peilt das Unternehmen 14,5-15% WG, Modulkosten von $0,52, und BOS-Kosten von $0,73 an, entspricht LCOE von 7 uscent/kWh in Kalifornien. 14,5-15% WG bis 2015 ist in meinen Augen mit CdTe in Massenproduktion nicht machbar, daher spekuliere ich auf einen Zukauf im CIGS-Bereich. Wie sehen die Experten im Forum das? Die interne CIGS-Entwicklung hat das Unternehmen ja aufgegeben, weil sie anscheinend realisiert haben, dass der technologische Vorsprung von CIGS-Mitbewerbern nicht kosteneffizient aufgeholt werden kann. http://www.pv-tech.org/news/first_solar ... ss_with_joSpannende Zeiten, die da auf FS zukommen. Logischerweise wird sich FS jetzt auch stärker aus DE zurückziehen. Was meinen die Experten zu diesem Move von FS insgesamt? Überwiegen die Chancen oder die Risiken, wenn man alle Kräfte auf PV 2.0 bündelt? Reicht die Kriegskasse von FS aus, um hier erfolgreich zu sein? Der Spekulatius 
Zumindest im Ansatz ist es spannend. Wie die BOS Kosten bei FS so nieder gehalten werden sollen ist mir noch ein Rätsel, da muss auf jeden Fall was an der Verkabelung, Größe und Befestigung getan werden. Ich glaube es wird sich in zwei Richtungen entwickeln, die Eine wird der große Kraftwerksbau sein (CA und Co) aber auf der anderen Seite werden wir in dichter besiedelten Gebieten mehr Prdoukte mit hohen Wirkungsgrad auf bestehender Infrastruktur sehen.
------------------------- "Sonnenenergie steht für alle gleichermaßen zur Verfügung, es geht nur noch um die richtige und effiziente Nutzung" Orange Solar GmbH - Ihr TÜV zertifizierter Anbieter von schlüsselfertigen Solaranlagen
-

open source energy
- Forum Genie

-
- Beiträge: 6250
- Registriert: 09.08.2010, 11:01
- PV-Anlage [kWp]: 930
- Info: Solarteur
-
von solarla » 16.12.2011, 12:46
meine Meinung zu diesem Thema: Wie Du schon festgestellt hast, endlich mal ein kluger Geschäftsansatz weg vom nächsten "31.12.20XX" In anbetracht der Diskussion über PV Subvention nicht nur bei uns hier in D, hat PV langfristig nur eine echte Chance wenn Sie sich von bestehenden Subventionen löst. Einzig allein das Privileg der vorrangigen Einspeisung sollte mittelfristig bestehen bleiben. Das bestehende System der Vergütung von Einspeisung sollte kurzfristig durch ein System der Vergütung von Verbrauch von solarer Energie am Gestehungspunkt bzw. innerhalb einer engen räumlichen Nähe zur Erzeugeranlage abgelöst werden. Nicht so verbrauchte Energie sollte wesentlich geringer als heute vergütet werden. Schaffung von Erzeugeranlagen macht nur Sinn wenn auch Verbrauch gegen steht. http://www2.ikb.at/sonderthemen/aktuelles/data/05443/index.phpGab schon ein Thread hierzu! Find ich vom Ansatz einfach absolut klasse!!!!! Im Anbetracht der Entwicklung der Strompreise im privaten Bereich wird sich PV bei "Oma Gretchen" auf dem Dach immer besser rechnen. Ich persöhnlich halte auf Grund der Umweltproblematik nichts von der CdTe Technologie. Ob FS sich nachhaltig der CIGS/CIS zuwenden wird, liegt stark daran, wie sich die eigene CdTE technologisch entwickeln wird und obn man die eigenen Ziele erreicht. Ich sehe persöhnlich große Chancen in "PV2.0". Ob dieser zeitige und sehr ambitionierten Sprung der FS Erfolg haben wird ist nicht nur Thema der Kriegskasse sondern ob der Gestehungspreis per Watt entsprechend herunterkommt. Richtigerweise hat man erkannt das das Modul hier nur ein kleiner Teil der Rechnung ist. Solarla
-
solarla
- Stammmitglied

-
- Beiträge: 31
- Registriert: 12.08.2009, 13:09
- PV-Anlage [kWp]: 24,5
- Info: Betreiber
von brick » 16.12.2011, 13:11
Unabhängig der verwendeten Technologie denke ich, dass sich spätestens seit Anfang des Jahres alle Hersteller im PV Bereich Gedanken über den unsubventionierten Markt mit hohen Eigenverbrauchsanteil machen.
Allerdings finde ich den Namen 2.0 unglücklich gewählt, da es meiner Meinung nach nicht zu einem harten Cut kommt, sondern der Übergang fließend sein wird.
-
brick
- Vielschreiber

-
- Beiträge: 195
- Registriert: 24.07.2011, 18:43
- Info: Interessent
von open source energy » 16.12.2011, 13:47
brick hat geschrieben:Unabhängig der verwendeten Technologie denke ich, dass sich spätestens seit Anfang des Jahres alle Hersteller im PV Bereich Gedanken über den unsubventionierten Markt mit hohen Eigenverbrauchsanteil machen.
Allerdings finde ich den Namen 2.0 unglücklich gewählt, da es meiner Meinung nach nicht zu einem harten Cut kommt, sondern der Übergang fließend sein wird.
Immer wieder dieser "Irrglaube" mit dem Eigenverbrauch! Wir haben doch ein Netz und das macht mehr Sinn als Eigenverbrauch!
------------------------- "Sonnenenergie steht für alle gleichermaßen zur Verfügung, es geht nur noch um die richtige und effiziente Nutzung" Orange Solar GmbH - Ihr TÜV zertifizierter Anbieter von schlüsselfertigen Solaranlagen
-

open source energy
- Forum Genie

-
- Beiträge: 6250
- Registriert: 09.08.2010, 11:01
- PV-Anlage [kWp]: 930
- Info: Solarteur
-
von beziegel » 16.12.2011, 14:14
open source energy hat geschrieben: Wie die BOS Kosten bei FS so nieder gehalten werden sollen ist mir noch ein Rätsel.
PV 2.0 Markt. Auf die Idee sind andere auch schon gekommen. Hat nicht BP vor längerer Zeit dasselbe angekündigt. Die Bäume wachsen da auch nicht in den Himmel. Sie werden die Preise ihrer Mitbewerber mitgehen müssen. Den doofen Markt für geförderte Solar verlassen. Klingt nach Unabhänigkeit also super. Ist es nicht so dass sie dazu gezwungen wurden weil der Absatz abkackte. Wenn Pv 2.0 die prognostizierten Mengen aber nicht so schnell auf nimmt wird auch FS harten Zeiten entgegen gehen. Zitat: Am 13.12.2011 gab das Beratungsunternehmen IDC Energy Insights (Framingham, MA, USA) eine Prognose bekannt, laut der der weltweite Solarmodul-Absatz von 22,7 Gigawatt (GW) im Jahr 2011 auf 43,8 GW im Jahr 2015 steigen wird. Während die asiatischen Märkte größer werden, geht nach Angaben des Marktforschungsunternehmens der Anteil Europas am Weltmarkt bei den Modulverkäufen von 66,4 % im Jahr 2011 auf 39 % im Jahr 2015 zurück. http://www.solarserver.de/solar-magazin/nachrichten/aktuelles/2011/kw50/us-beratungsunternehmen-idc-energy-insights-photovoltaik-absatz-verlagert-sich-nach-asien-globale-maerkte-wachsen-mittelfristig-bis-2015-verdoppelt-sich-der-weltmarkt.html Ich hab da irgendwas von 50 - 60 GW Produktionskapazität schon in 2011 in Erinnerung. Absatzmärkte Asien. Wohl China und Indien. Egal wo bei entsprechender Preisleistung sind sie dabei.
-

beziegel
- Vielschreiber

-
- Beiträge: 194
- Registriert: 16.11.2008, 23:42
- Info: Betreiber
von Spekulatius » 16.12.2011, 14:18
open source energy hat geschrieben:Immer wieder dieser "Irrglaube" mit dem Eigenverbrauch! Wir haben doch ein Netz und das macht mehr Sinn als Eigenverbrauch!
Der Eigenverbrauch ist grundlegend für PV 2.0. Welche Bedeutung hat denn grid parity, wenn man Eigenverbrauch aussen vor lässt? Bei der grid parity geht es doch darum, dass der Strom auf dem Dach billiger ist als der Strom aus der Steckdose, und der Verbraucher deswegen einen Anreiz hat auf den ersteren umzusteigen! Je mehr Eigenverbrauch ich habe, umso wirtschaftlicher wird es für den Anlagenbesitzer! In der PV 2.0 gibt es zwei realistische Modelle: 1) Grosse PV-Kraftwerke, die mit Gestehungskosten von fossilen mithalten können (FS-Modell), oder 2) Dachanlagen, die gegen den Haushalts- bzw. Gewerbetarif konkurrieren können. Für 2) ist eine hohe Eigenverbrauchsquote und entsprechende Dimensionierung massgeblich. Dein Ansatz erfordert Subventionen bis zum St.Nimmerleinstag und ist deshalb nicht 2.0 Der Spekulatius 
Keine Gewähr auf Seriösität. Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
-

Spekulatius
- Forumsinventar

-
- - Threadstarter -
-
- Beiträge: 3247
- Registriert: 12.12.2009, 13:54
- Info: Interessent
von brick » 16.12.2011, 14:25
open source energy hat geschrieben:brick hat geschrieben:Unabhängig der verwendeten Technologie denke ich, dass sich spätestens seit Anfang des Jahres alle Hersteller im PV Bereich Gedanken über den unsubventionierten Markt mit hohen Eigenverbrauchsanteil machen.
Allerdings finde ich den Namen 2.0 unglücklich gewählt, da es meiner Meinung nach nicht zu einem harten Cut kommt, sondern der Übergang fließend sein wird.
Immer wieder dieser "Irrglaube" mit dem Eigenverbrauch! Wir haben doch ein Netz und das macht mehr Sinn als Eigenverbrauch! Das ist ja schön für UNS, dass WIR ein Netz haben, aber vielleicht sollten einige von UNS mal über den Tellerrand schauen und gucken, wo ein Teil der Märkte der Zukunft so liegen wird. Zum Beispiel ins Hinterland von Australien oder nach Südamerika.
-
brick
- Vielschreiber

-
- Beiträge: 195
- Registriert: 24.07.2011, 18:43
- Info: Interessent
von rudis » 16.12.2011, 14:59
FS sah sein Haupteinsatzfeld schon immer in Großkraftwerken. Auch in D könnte ich mir vorstellen, dass FS sogar hier wieder Freiflächenanlage baut, die außerhalb des EEG vergütet werden. Was spricht dagegen Anlagen für alternative Stromanbietern wie Natursrom zu bauen. Ist sicher nur eine Frage des Geldes und Verträge. Ich denke FS bleibt bei ihrer jetzigen CdTe-Technologie. Mit Dünnschicht kann man sehr schnell viel Geld verlieren und auch die CIGS-Technologie ist gespickt mit Fallen. Siehe aktuelle Photon zum Thema GS-Solar oder die Probleme bei Würth. Wenn CdTe eine Sackgasse wäre, würde bestimmt nicht GE in diese Technologie einsteigen. Solange das Recycling wie derzeit geregelt ist spricht auch nichts gegen diese Technik. Ich denke FS gehört zu der Handvoll Herstellern die es in 5 Jahren noch gibt.
-

rudis
- Fleißiges Mitglied

-
- Beiträge: 551
- Registriert: 24.06.2008, 21:32
- Wohnort: Nordbayern
- Info: Betreiber
von cephalotus » 16.12.2011, 15:26
rudis hat geschrieben:Was spricht dagegen Anlagen für alternative Stromanbietern wie Natursrom zu bauen.
Umgekehrt: Was spricht dafür? Naturstrom zahlt 10-12ct/kwh (Tendenz eher sinkend) EEG Vergütung ist deutlich höher. mfg
24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp
-

cephalotus
- Moderator
-
- Beiträge: 2644
- Registriert: 06.04.2006, 22:07
- PV-Anlage [kWp]: 4,92
- Info: Betreiber
Zurück zu PV-News
Ähnliche Beiträge
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: sunnyboy1 und 5 Gäste
|