Frank Asbeck (Solarworld): Einspeisevergütung senken

News über Photovoltaik und Solarstrom

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Beitragvon happy5000 » 30.09.2009, 06:23

Hallo,

eines ist auf jeden Fall sicher.

Sollte tatsächlich die Vergütung um 30% gesenkt werden, so werden wir davon gar nichts haben. Die Stromkonzerne werden sich dann erstmal so richtig die Taschen voll machen. Sie schwimmen jetzt schon im Geld und beschäftigen Armen von Beratern, wie sie weiterhin Kosten senken können. Da sind z.B. Maßnahmen auf dem Plan wie die teure Überlandleitungen wieder an den Bund zurückzuschenken, weil die Kosten zu hoch sind. Weiterhin wird mehr und mehr Personal abgebaut werden.

Zudem würden bei erzwungenermaßen schnell günstiger werdenden NModulpreisen deutsche Hersteller nach und nach die Bude zu machen müssen, oder sie zahlen nur noch Minilöhne.

Bezahlen muß das dann letztendlich der Steuerzahler, und das wird teurer als wie es jetzt läuft. Und wieso kann man das nur gut finden und hier quasi als dolle Idee vertreten? Wollt Ihr das hier nur noch Solateure aus den Billiglohnländern arbeiten, bevor die Hersteller hier zu machen? Wer soll das Zeug dann noch kaufen?

Ich versteh´s nicht
Gruß Joe
Suche Erklärungen/Wissen, zur Berechnung, oder vorerst eine vereinfachte Regel zur Blindstromermittling.
Würde mich freuen ;-)
happy5000
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EEG

Beitragvon solarteur0502 » 30.09.2009, 06:28

Wenn wir anfangen, Norddächer zu belegen, ist der Sinn, für den Anschub von regenerativer Energie im Bereich "PV" in Deutschland, nichr mehr gegeben und eigentlich spricht nichts gegen eine Anpassung an den Markt.
Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
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Beitragvon Sinci » 30.09.2009, 13:11

eggis hat geschrieben:Grade gefunden!

Auch der SFV hat eine Meinung zum Thema Preissenkung/Kürzung der Vergütung.

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."


Hiho,
in diesem Artikel sind leider einige substantielle Fehler enthalten, die die Aussage einfach falsch werden lassen.

Punkt 1:
Zu der Aussage "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." gilt im umgekehrten Fall ebenso "Das Gras wächst nicht schneller wenn man es übermäßig gießt.". Was ich damit Meine ist:
Es gibt ein maximales Wachstum in einem bestimmten Zeitraum, das einfach nicht überschritten werden kann, egal wieviel Geld man reinsteckt. Dies liegt unter anderem daran, dass Produktionsstätten nunmal nicht von heute auf morgen aus dem Boden gestampft werden können, ebenso die Fachkräfte ausgebildet werden müssen, usw...
Da in den letzten Jahren der PV-Markt ein reiner Anbietermarkt und kein Nachfragemarkt war, ist es klar ersichtlich, dass der Markt genau an dieser oberen Wachstumsgrenze war (ca. +50-70% Wachstum pro Jahr).
Dies lässt den Schluss zu, dass selbst mit einer geringeren Vergütung die Nachfrage immernoch nicht hätte bedient werden können, das Wachstum damit gleich geblieben wäre, allerdings zu geringeren Kosten.
(Die Preisentwicklung in 2009 zeigt ja wieviel Kostensenkungspotential vorhanden war ...)

Punkt 2:
Des Weiteren wird geschrieben: "Wenn Solarmodule dauerhaft billiger werden sollen, dann hilft also nur eines: Produzieren und dabei lernen - und immer mehr produzieren und immer mehr lernen!"
Das ist einfach nur falsch. Die Photovoltaik ist keine Technologie die nur noch durch die Massenproduktion günstiger werden kann. Es gibt sehr viele unterschiedliche Technologien zur Solarstromerzeugung die erhebliches Kostensenkungspotential in sich tragen, allerdings erst erforscht werden müssen.
CdTe Dünnschichtmodule wurden bestimmt nicht besser durch mehr Produktionsstätten für kristalline Module. Ebenso gibt es viele weitere Technologien günstig Solarstrom zu erzeugen. Wie neue Materialien, Konzentratorsysteme durch Spiegel, durch Linsen oder durch holographische Filme (z.b. www.prismsolar.com), die den Siliziumeinsatz und damit auch die Kosten drastisch senken.

Wären die Milliarden Euro für die Produktion von unrentablen Solarzellen in den letzten Jahren auch nur teilweise in die Forschungsinstitute der Universitäten, Frauenhofer und Max-Planck-Gesellschaften oder auch privater Forschungseinrichtungen mit dem Ziel kostengünstige Solarzellen zu entwickeln geflossen, wäre dies wesentlich günstiger und zudem auch noch effizienter gewesen.
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Beitragvon Kartoffelpühreh » 30.09.2009, 13:25

passing lane hat geschrieben:Asbeck will mit der 30-Prozent-Senkung den Markt brutal konsolidieren. Solarworld steht bilanziell besser dar als die meisten anderen und bei den Produktionskosten durch Internationalisierung und economies of scale. So versucht er die Auslese zu beschleunigen, am Ende stehen 8 - 10 Unternehmen, die sich den Markt zu 80 Prozent teilen.


So sehe ich das auch!

Wer einerseits sagt:
Mit ins EEG aufgenommen werden müssten Umwelt- und Sozialstandards, sagte der Solarworld-Chef. Nur so sei ein fairer Wettbewerb mit der Billigkonkurrenz aus China möglich, die deutschen Herstellern immer mehr Marktanteile abnimmt. "Ansonsten machen wir das Ganze zum Nutzen billiger Dumpingprodukte", so Asbeck. Es sei offensichtlich, dass die Chinesen nicht die deutschen Standards für Umwelt- und Arbeitsschutz einhielten. "Eine zwingende Umweltzertifizierung auf allen Wertschöpfungsstufen würde mehr Chancengleichheit bringen."

andererseits aber selbst Module aus China zukauft um Lieferfähig zu bleiben, der stellt solche Forderungen nicht um die Stromkunden vor zu hohen Kosten zu schützen...

Viele Grüße,
Torsten
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Beitragvon Theoden » 30.09.2009, 15:27

Kartoffelpühreh hat geschrieben:
passing lane hat geschrieben:Asbeck will mit der 30-Prozent-Senkung den Markt brutal konsolidieren. Solarworld steht bilanziell besser dar als die meisten anderen und bei den Produktionskosten durch Internationalisierung und economies of scale. So versucht er die Auslese zu beschleunigen, am Ende stehen 8 - 10 Unternehmen, die sich den Markt zu 80 Prozent teilen.


So sehe ich das auch!

Wer einerseits sagt:
Mit ins EEG aufgenommen werden müssten Umwelt- und Sozialstandards, sagte der Solarworld-Chef. Nur so sei ein fairer Wettbewerb mit der Billigkonkurrenz aus China möglich, die deutschen Herstellern immer mehr Marktanteile abnimmt. "Ansonsten machen wir das Ganze zum Nutzen billiger Dumpingprodukte", so Asbeck. Es sei offensichtlich, dass die Chinesen nicht die deutschen Standards für Umwelt- und Arbeitsschutz einhielten. "Eine zwingende Umweltzertifizierung auf allen Wertschöpfungsstufen würde mehr Chancengleichheit bringen."

andererseits aber selbst Module aus China zukauft um Lieferfähig zu bleiben, der stellt solche Forderungen nicht um die Stromkunden vor zu hohen Kosten zu schützen...

Viele Grüße,
Torsten


Das Dumme ist jetzt nur, dass Asbeck nie eine Senkung um 30% gefordert hat. Wo kommt dieses Gerücht eigentlich her? Wurde es hier im Forum entwickelt? Auf jeden Fall ist ein großer Schwachsinn! Das muss ich jetzt einfach mal ganz deutlich sagen, da es ja schon fast an Verleumdung grenzt, was hier so alles über ihn geschrieben wird. Ich finde die Hetze gegen Asbeck hier zum Teil unerträglich. Asbeck sprach tatsächlich von bis zu 15% Reduzierung der Vergütung zum 01.01.2010.

Siehe z.B. hier:
http://finanzen.freenet.de/nachrichten/solarworldchef-sonnenstromsubventionen-senken_1036630_662428.html

Und diese 15% wären für die allermeisten zukünftigen Betreiber wohl absolut tragbar - nach dem massiven Preisrutsch dieses Jahr. Die Renditen sind derzeit, vor allem auf Süddächern in Süddeutschland, einfach zu hoch! Und das sage ich als ein absoluter Fürsprecher und großer Fan der Photovoltaik.

Das EEG war immer nur als Anschubfinanzierung gedacht, um die PV-Branche wettbewerbsfähig zu machen. Die Förderung dient nicht dazu, übermäßige Renditen für Betreiber oder Produzenten zu ermöglichen. Im Übrigen dient die Förderung sicherlich auch nicht dazu, nicht konkurrenzfähige Produzenten künstlich am Leben zu erhalten.

Die Förderung sollte maximal so hoch sein, dass die Branche insgesamt nicht abgewürgt wird, sondern sich weiterhin gut entwickeln kann. Bei einer Reduzierung um 30% könnte das schon kritisch werden. Es würde dann die Gefahr drohen, dass die positive Entwicklung der PV in Deutschland abgewürgt würde. Aber das hat Asbeck, wie gesagt, auch nie gefordert!

Eine Senkung um 15%, vielleicht sogar um 20%, wäre aber für die Branche und die Betreiber zu verkraften (angesichts massiv gefallener Preise für PV-Anlagen).

Übrigens droht unter einer schwarz-gelben Regierung die Deckelung des maximalen Zubaus pro Jahr. Das möchte hier sicherlich keiner, oder? Um die neue Regierung von solchem Wahnsinn abzubringen, muss man ihr aber offensiv etwas anbieten, mit dem sie dann auch leben kann. Zum Beispiel eben eine außerordentliche Senkung der Vergütungen, wie von Asbeck gefordert. Von daher war sein Vorstoß absolut richtig und aus meiner Sicht im Interesse der gesamten Branche.

Sonnige Grüße,
Theoden
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Beitragvon Kartoffelpühreh » 30.09.2009, 16:39

Vermutlich kommen die 30% aus dem Artikel, dem ich auch das Zitat entnommen hatte:

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:gefallene-weltmarktpreise-solarkonzern-will-auf-entzug/50012772.html

Es ist eine Forderung einiger Politiker und "Verbraucherschützer" die dort erwähnt wird. Es ist kein Vorschlag von Asbeck - Das ist richtig.

Das Solarworld eine Senkung der Förderung besser verkraften wird als die meisten ihrer Mitbewerber, dürfte indes wohl unbestritten sein. Somit finde ich es legitim hier die Motive des Herrn Asbeck anzuzweifeln.

Natürlich verdienen viele Leute viel Geld mit dieser neuen Technologie. Wie sonst hätte man die Wirtschaft dazu bringen können, in so kurzer Zeit ein so starkes Wachstum an den Tag zu legen?

Natürlich müssen die Renditen für die Betreiber dieser Anlagen hoch bleiben, sonst holen die sich ihren Profit nämlich an der Börse. Und wohin das führt, wissen wir ja nun...

Leider ist die Zahl derer, die aus rein ökologischen Gründen Kapital in solche Anlagen stecken und sich mit bescheidenen Renditen zufrieden geben, recht gering.

Mit sonnigem Gruß,
Torsten
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Beitragvon hadl » 30.09.2009, 17:39

Kartoffelpühreh hat Folgendes geschrieben:
Leider ist die Zahl derer, die aus rein ökologischen Gründen Kapital in solche Anlagen stecken und sich mit bescheidenen Renditen zufrieden geben, recht gering.

Ich bin Betreiber seit 1993, also gehöre zu denjenigen deren Zahl Du leider für zu gering hälst.
Ich sage wenn wir nicht die Geldanleger hätten wären wir bei Weitem nicht da wo wir sind mit der PV.
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Beitragvon GAST » 30.09.2009, 18:08

hadl hat geschrieben:Kartoffelpühreh hat Folgendes geschrieben:
Leider ist die Zahl derer, die aus rein ökologischen Gründen Kapital in solche Anlagen stecken und sich mit bescheidenen Renditen zufrieden geben, recht gering.

Ich bin Betreiber seit 1993, also gehöre zu denjenigen deren Zahl Du leider für zu gering hälst.
Ich sage wenn wir nicht die Geldanleger hätten wären wir bei Weitem nicht da wo wir sind mit der PV.


Stimmt wohl, aber die zukünftigen Anlagenbetreiber müssen wenigstens soviel verdienen können das das Finanzamt ihnen nicht liebelei vorwirft und die steuerlichen Vorteile auf einen Schlag innerhalb 14 Tagen inkl. Zins und Zinseszins zurückverlangt :wink:

Daher hatte ich mal den Vorschlag gemacht das man die Vergütung in sehr ertragreichen Gegenden stärker drosselt wie in den schwächeren Gegenden, dem Stromkunden dürfte das mehr als Recht sein, trotzdem rechnet sich die Anlage und man kann weiterhin "ein wenig" Geld verdienen.
Dadurch dürfte sich die Nachfrage nicht wesentlich drosseln, die Kosten aber werden stärker als bisher reduziert.
Für den zukünftigen Betreiber entstehen dadurch nicht wirklich nachteile, da er ja nicht mehr oder weniger arbeit hat nur weil er statt 43ct dann vielleicht 41ct schreiben muss :wink:

Dadurch das die Gewinne im Süden nicht mehr so riesig sind dürften weitere Preissenkungen die Folge sein damit man "Oma Erna und Opa Willi" noch hinterm Ofen vorlocken kann :wink:

grüße
Jörg
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Die FDP hat nur 3% Befürworter in Deutschland verursacht aber 50% der Kosten im Bundeshaushalt !!
Zitat von eggis!!
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