News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von moderne-energie » 23.03.2010, 10:47
Hallo, Es zeigt sich immer stärker, wie unsinnig der Emissionshandel ist. Da wird spekuliert, betrogen, gefälscht.... Das kann niemals ein Ersatz für das EEG werden. Tobias Bayer - Die große Luftnummer Emissionshandel Der Handel mit CO2-Zertifikaten in Europa tappt von einem Skandal zum nächsten. Er muss dringend reformiert werden.
Quelle: http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/mark ... 91840.htmlReformiert? Am besten sollte er durch eine CO2-Steuer ersetzt werden. Das Geld könnte dann verwendet werden um Energiespeichertechniken etc. zu fördern... So viele Anrufe wie vergangene Woche wird Jozsef Spenger wohl noch nie erhalten haben. Der Ungar ist Vorstandschef des Energiehändlers Hungary Energy Power. Er musste aller Welt erklären, wie gebrauchte Verschmutzungsrechte aus seinem Land wieder zurück in den europäischen Emissionshandel gelangen konnten. "Wir verkauften die Rechte an einen Händler in London, der sie dann an einen Händler in der EU weiterreichte", sagt Spenger. Das ungarische Umwelt- und Wasserministerium ist zu einer Mitteilung gezwungen.
ja, das kennen wir ja schon von der Finanzkrise... da werden Papiere von einem Händler an den anderen verkauft .... "Wir verkauften die Rechte an einen Händler in London, der sie dann an einen Händler in der EU weiterreichte"
allein dieser Satz sagt ja schon alles aus... dieses System soll uns vor der Klimakatastrophe schützen? das ist doch höchst ineffizient und hat NULL Wirkung --- aber das war wohl auch die Intention der Befürworter LG, moderne-energie
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von buergersolar » 23.03.2010, 11:36
Der größte Witz ist es dann, wenn die größten Emittenten (Kraftwerke, Stahlindustrie) die Zertifikate auch noch geschenkt bekommen und die vielen kleinen Emittenten (Haushalte etc.) werden garnicht erfasst.
Aber ob eine CO2-Steuer das besser regelt, wage ich zu bezweifeln... Das EEG ist schon ein sehr effektives Mittel. Man muss es aber weiterentwickeln, indem man z.B. Strom aus Biogas/-masse mit variablen Sätzen vergütet, um sie als Spitzenlastkraftwerke einzusetzen und nicht in der Grundlast zu vergeuden.
Außerdem braucht es einen Netzausbau sowohl innerhalb Deutschlands (Nord-Süd) als auch grenzüberschreitend, um z.B. regionale Wind-Fluktuation auszugleichen.
Nur durch einen raschen Ausbau der Erneuerbaren sinken die CO2-Emissionen bei Emittenten aller Größenordnungen.
Bei solchen Sachen wie Zementherstellung oder in der chem. Industrie, wo CO2 sich nicht vermeiden lässt, könnte man eine CO2-Steuer einführen, damit diese Produkte teurer werden und sich CO2-ärmere Produkte durchsetzen können (z.B. Holzhäuser statt Beton).
Sonnige Grüße
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von solder » 23.03.2010, 12:33
Was ich bei der Sache nicht verstanden habe, wieso man VERBRAUCHTE Zertifikate verkaufen/kaufen kann. Was will man damit? Wieso gibt es da überhaupt was zu verkaufen. Die sollten doch vernichtet/entwertet sein...
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von moderne-energie » 23.03.2010, 18:52
solder hat geschrieben:Was ich bei der Sache nicht verstanden habe, wieso man VERBRAUCHTE Zertifikate verkaufen/kaufen kann. Was will man damit? Wieso gibt es da überhaupt was zu verkaufen. Die sollten doch vernichtet/entwertet sein...
Solder
Hallo, Sollte man auch nicht kaufen können... Das ist ja das Skandal LG, m-e
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von cephalotus » 23.03.2010, 22:24
buergersolar hat geschrieben:Der größte Witz ist es dann, wenn die größten Emittenten (Kraftwerke, Stahlindustrie) die Zertifikate auch noch geschenkt bekommen und die vielen kleinen Emittenten (Haushalte etc.) werden garnicht erfasst.
Das Verschenken ist ja nur in der Einführungsphase, in der nächsten allokationsperdiode siehts schon ganz anders aus. Aber ob eine CO2-Steuer das besser regelt, wage ich zu bezweifeln... Das EEG ist schon ein sehr effektives Mittel.
CO2 Zertifikate kosten derzeit um die 15Euro/t CO2. 1 kWh PV Strom kostet (grob) 0,30Euro und spart (grob) 0,5kg CO2 ein. Macht also CO2 Vermeidungskosten von 300 Euro/t. Bei solchen Sachen wie Zementherstellung oder in der chem. Industrie, wo CO2 sich nicht vermeiden lässt, könnte man eine CO2-Steuer einführen, damit diese Produkte teurer werden und sich CO2-ärmere Produkte durchsetzen können (z.B. Holzhäuser statt Beton).
Wäre sicherlich ebenfalls ein interessantes Mittel. Der Zertifikatehandel ist halt Zielorientiert, die Wirkung der Steuer ist schwer schätzbar. Man muss dem CO2-Handle etwas Zeit geben. In Phase 1 hat er nicht funktioniert, weil man zuvielo zugeteilt hatte. das wurde korrigiert, aber jetzt hat die Krise den Bedarf durcheinander gewirbelt. Der Reiz der Zertifikate ist, dass man mit so einem System über kurz oder lang die Chnace hat, alle wichtigen Emittenten der Welt ins Boot zu holen, eine CO2 Steuer ist länderspezifisch. Im übrigen wurde die Handelbörse nicht "gehackt", wie man immer in den Medien liest. Das waren wohl primitive Passwort fishing Mails. Drei Unternehmen haben tatsächlich das Passwort rausgerückt mit dem Ergebnis, dass Ihre Zertifikate verkauft wurden. Das war einfach totale Blödheit der drei Unternehmen.
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von buergersolar » 23.03.2010, 22:57
cephalotus hat geschrieben:Aber ob eine CO2-Steuer das besser regelt, wage ich zu bezweifeln... Das EEG ist schon ein sehr effektives Mittel.
CO2 Zertifikate kosten derzeit um die 15Euro/t CO2. 1 kWh PV Strom kostet (grob) 0,30Euro und spart (grob) 0,5kg CO2 ein. Macht also CO2 Vermeidungskosten von 300 Euro/t.
Du hast schon recht, 15€ sind weniger als 300€. ABER: Die PVA emittiert für 300€ eine Tonne CO2 NICHT, während ein Kohlekraftwerk für 15€ eine Tonne CO2 emittiert. Und so lange die Zertifikate nicht knapp sind, wird auch kein CO2 eingespart. Deshalb finde ich das EEG, welches im Übrigen ja auch die anderen Erneuerbaren beinhaltet, effektiver als einen "noch nicht" funktionierenden Emissionshandel. Sonnige Grüße
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