Kaum einer hier wird gegen die allmähliche Absenkung der Vergütung sein, wohl aber gegen den Kahlschlag, der derzeit außer der Reihe erfolgen soll.
Denn Fakt ist, die Energieversorgung ist IMMER ein Geschäft - niemand liefert Energie ohne Gegenleistung.
Fakt ist, Energie kostet etwas, da sie uns nunmal nicht zufliegt.
Fakt ist, dass PV eine der "guten" Energien ist und einen wichtigen Teil im Mix darstellt
Fakt ist, wir haben endliche Landschaften, aber noch 90+X% freie Dächer
Fakt ist, PV wäre nach wie vor ohne gute Förderung kein Selbstläufer, OBWOHL sie doch so "gut" ist
Fakt ist, teueres Geld für Energie muss gezahlt werden, egal ob AKW+versteckte Kosten oder Solar+direkt bezahlt
Fakt ist, im Zweifel zahlen die meisten Menschen das selbe Geld lieber für den größten Gesamtgegenwert
Fakt ist, wir zahlen lieber für Strom, der keine zusätzlichen Flächen verbraucht (Dächer), keine Emissionen oder Strahlung hat
Fakt ist, ich finde nichts verwerfliches daran, denen, die ihre Dächer zur Energieversorgung zur Verfügung stellen etwas zu zahlen, auch nicht, wenn diese Zahlung "staatlich verordnet" ist. Denn eine staatliche Lenkung (und damit Vergütungsfestlegung) bei der PV-Sparte stellt sicher, dass weiterer Mehrwert über den reinen Stromgewinn hinaus geschaffen wird, nämlich neben der Energie auch
-der Erhalt der Landschaft (auf Dächern geht diese nicht verloren),
-Dezentralität (Energienetz statt nur Zentren),
-eine enorme Anzahl regionaler Arbeitsplätze (die die Dezentralität automatisch mit sich bringt),
-Substitution von anderen, belastenderen Energieformen usw. Das mal nur als Beispiele, die Liste lässt sich verlängern.
Wird unkontrolliert gekürzt wie derzeit, gibt es Marktverwerfungen, die mehr schaden als nützen, gesamtwirtschaftlich gesehen - der Beweis ist die aktuelle Sitation in der Branche. Und es besteht die Gefahr, dass all' die genannten Mehrwerte nicht oder erst viel später als nötig erzielt werden.
Alle diese Mehrwerte fließen aber sowieso an die Allgemeinheit zurück, die selbe, die vorher etwas mehr für Solarstrom bezahlt hat. Ich finde, das ist besser als wenn das gleiche Geld ausschließlich zu Gewinnen der großen Konzerne wird.
Es ist wie mit Arbeitslosengeld. Es ist billiger, die Allgemeinheit zahlt dieses Geld und erhält die Arbeitslosen für die Wirtschaft als dass diese Leute ganz durch's Raster fallen und damit auch dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden.
Es ist besser, die Allgemeinheit zahlt Geld für saubere Energien mit Mehrwert als nur für kurzfristig billige, langfristig aber zu teuere Energien mit weiteren Nachteilen.
Es ist besser, das Geld bleibt im Volk (mehrere Millionen Pesonen als Betreiber, Solarteure+Mitarbeiter, Mitarbeiter mittelständischer Hersteller usw.) und wird dort breit verstreut statt sich in Konzernzentralen zu konzentrieren.
cephalotus hat geschrieben:Und was sagen all diese Leute zu den Maismonokulturen bis zum Horizont?
Blödes Beispiel, ich bin persönlich nicht GEGEN Freiflächenanlagen, wohl aber würde ich Dachanlagen stärker bevorzugen als derzeit (bzw. weniger abstrafen). Deshalb habe ich es gewählt um die Widersprüchlichkeit aufzuzeigen.
Du reißt Deine Dächer für PV Anlagen auf?
Du lässt die Anlagen also ohne die Dachhaut anzufassen darüber schweben? Das Forum ist voll von Beispielen, wie riskant die Sache auch sein kann.
Ansonsten ist Deine Forderung gleichzusetzen mit einer immerwährenden superhohen Vergütung für PV Anlagen.
Das sehe ich anders: Die zuvor vom EEG vorgesehenen Kürzungen hätte ich für sinnvoll erachtet. Nicht aber diese brachialen, zeitlich und finanziell völlig überzogenen zusätzlichen Kürzungen.
Die Preise für die Stromkunden bei den geplanten Ausbauzielen (+3GWp/a) wären astronomisch, der deutsche Markt würde eine Blase jenseits jeglicher Vernuft weiter aufblähen.
Auch das sehe ich anders. Wir alle wissen, dass der Strompreis derzeit aus ganz anderen Gründen gezinkt ist und eigentlich viel niedriger liegen müsste. TROTZ des zur Zeit hohen Anteils "teuerer" Neueer Energien. Hohe Strompreise würden übrigens nebenbei auch zu sparsamerer Verwendung zwingen, das wäre auch eine Art von Energiegewinn - es kann nicht immer nur Wachstum geben.
ich bin aber doch sehr froh darüber, dass Politik noch nicht an den Stammtischen gemacht wird.
Politik ist nichts als Lobbyarbeit in Hinterzimmern und damit schlimmer als Stammtisch. Wer zahlt schafft an, das wird bei uns nur besser maskiert als in echten Bananenrepubliken. Bei diesen Hinterzimmerentscheidungen stört dich das Gewinnstreben einiger offenbar weniger?
Dieses Verhalten aber auch noch mit dem Geld der Allgemeinheit zu befördern halte ich für Wahnsinn.
Wie gesagt, ich bin der festen Überzeugung, dass beim Ausbau der PV auch zu hohen Fördersätzen das Geld im Sinne dieser Allgemeinheit besser angelegt ist und sie mehr Vorteile dadurch erhält als nur scheinbar billigen Strom durch die Großkonzerne. Vorteile, die nicht nur in Geld zu messen sind. Die Förderungsgelder sind derzeit eine Investition für die Allgemeinheit, keine Geldvernichtung. Eine Investition, die bei geringeren Fördersätzen zu langsam ablaufen würde.
Ausgerechnet jetzt wird die Sache gewaltsam abgewürgt. Jetzt, wo wir kurz davor waren, dass die Sache zum Selbstläufer wurde und endlich signifikante Zubauraten erzielt worden sind, die weit über den mageren, bisher überwiegend von Idealisten befeuerten Raten liegen. Mit den Zubauraten vor 2009 haben wir jedenfalls keine Blumentöpfe gewonnen, das waren peanuts.
Übrigens, ich selbst könnte gar nicht mehr groß profitieren, da ich keine signifikanten Flächen mehr habe, nicht damit da ein falscher Eindruck entsteht. Ich argumentiere als Bürger, der selber die Vergütungen über den Strompreis bezahlen muss!






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