Einspeisevorrang für PV wegnehmen

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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon darwin » 23.07.2012, 23:39

CFAR hat geschrieben:Ich glaub nicht, dass man am Einspeisevorrang was ändern kann. Ge au wie Du sagst Eggis, PV geht im Schlimmsten Fall auch zum Nulltarif über die Theke. Das ist der Grund,mwarum PV immer günstiger angeboten werden kann als Strom aus Kohle etc. u d daraus resultiert der Einspeisevorrang. Aber es geht doch eigentlich um etwas anderes, nicht um den Einspeisevorrang, sondern um die Abnahmegarantie.


Bei einem *Guten PV-Tag wird man den Strom über zig Km zu einem Kunden transportieren müssen - namentlich die Großabnehmer, da fallen z.b. Netzkosten an.

Und noch etwas anderes. Wenn PV zu den Zeiten der höchsten Produktion die Preis in den Keller drückt - muss sie zu anderen Zeiten ihre Kosten reinholen. Bei 3 ct Erzeugungskosten und einer Abgabe von 50% zu 1,5 ct muss der Rest des PV Stromes zu 4,5 ct verscherbelt werden. Speicher ? Kosten auch Geld ? 2 ct ? muss man auch erstmal verdienen.

Ein aktives Kohlekraftwerk ist dann immernoch billiger.

Es wird also darauf ankommen, die Kohlekraftwerke aus den System zubekommen. Und dafür braucht es Quellen für den Winter.
Ansonsten bezahlt man die Kohlekraftwerke für den Standby-Betrieb im Sommer. Und von dort bis jemand auf die Idee kommt auch im Sommer die Kohle laufen zulassen, ist es ein kurzer Weg.

3 ct ? Sind 600 Euro Komplett-Kosten für die PV-KWp. Wo dürfen dann die Investitionkosten der PV liegen ? 300 Euro ?
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon PV-Berlin » 24.07.2012, 08:38

PV können sie nicht mit Braunkohlekraftwerken (Börsenpreis) 1:1 vergleichen. Es ist kaum möglich Braunkohlekraftwerke genau dazu bauen, wo sie einen hohen Stromabsatz haben. PV ist viel besser mit GuD zu vergleichen. Und dann sind wir eher bei 7 Cent je kWh. Zudem ist das Thema PV Investment für dritte ungleich attraktiver. Man kennt den Brennstoffpreis wenn man das möchte, für 20 Jahre im voraus (Zinsen). Was noch dazu kommt ist die Tatsache, dass die Planung, die Genehmigung und der Betrieb um ein vielfaches einfach darzustellen sind, als bei einem GuD. Das alles drückt die Renditeerwartungen. GuD wird keiner unter 15% (Kapitalverzinsung) machen wollen. Bei PV gibt es heute schon Investoren, die das unter 7% machen (Zins nicht Rendite) . Bei 600 € je kWp Systempreis fertig auf dem Betriebsgelände kann der Stromverbraucher bei 1.000 kWh einen Strompreis von ca. 7 Cent haben, ohne einen Cent eigenes Geld in die Hand zu nehmen. Keine Ahnung, ob das interessant ist. Zumal man als Anbieter locker mit einer 10% Indexierung auf 20 Jahre leben könnte.

Der "Witz" an PV ist dessen Simplizität. Ob Zahnarzt oder FO oder Rückversicherer, jeder kann das Risiko überblicken und einschätzen. Da braucht es keine KPMG, keine Investmentbank und keine Siemens. Hyper qualifizierte Investoren sind selten wie Härte 10. Leute die einfach ein wenig Geld verdienen wollen, gibt es dagegen wie Sand am Meer.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon abxy » 26.07.2012, 01:13

CFAR hat geschrieben:Ich glaub nicht, dass man am Einspeisevorrang was ändern kann. Ge au wie Du sagst Eggis, PV geht im Schlimmsten Fall auch zum Nulltarif über die Theke. Das ist der Grund,mwarum PV immer günstiger angeboten werden kann als Strom aus Kohle etc. u d daraus resultiert der Einspeisevorrang.

Nur ist der Nulltarif nicht der niedrigste. Es gab einige Stunden in denen der Boersenpreis deutlich unter Null gefallen war. Da liegt die Braunkohle und die AKWs wieder unterhalb der PV in der Meritorder. Denn welcher PV betreiber wuerde noch drauf zahlen um sein Strom loszuwerden wen er genauso gut die Einspeisung einstellen koennte (vorausgesetzt er kriegt den Verlust nicht per EEG ersetzt)? Noch gab es tagsueber keine negativen Preise welche die PV betreffen wuerde, aber das wird wohl in ein paar Jahren bei weiterem Zubau auch der Fall sein.

Wobei man auch mit EEG sich ueberlegen sollte ob es nicht mehr Sinn macht die EEs abzuregeln als negative boersenpreise zu Zahlen, die die EEG-Umlage unnoetig nach oben treiben.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon open source energy » 26.07.2012, 07:39

abxy hat geschrieben:
CFAR hat geschrieben:Ich glaub nicht, dass man am Einspeisevorrang was ändern kann. Ge au wie Du sagst Eggis, PV geht im Schlimmsten Fall auch zum Nulltarif über die Theke. Das ist der Grund,mwarum PV immer günstiger angeboten werden kann als Strom aus Kohle etc. u d daraus resultiert der Einspeisevorrang.

Nur ist der Nulltarif nicht der niedrigste. Es gab einige Stunden in denen der Boersenpreis deutlich unter Null gefallen war. Da liegt die Braunkohle und die AKWs wieder unterhalb der PV in der Meritorder. Denn welcher PV betreiber wuerde noch drauf zahlen um sein Strom loszuwerden wen er genauso gut die Einspeisung einstellen koennte (vorausgesetzt er kriegt den Verlust nicht per EEG ersetzt)? Noch gab es tagsueber keine negativen Preise welche die PV betreffen wuerde, aber das wird wohl in ein paar Jahren bei weiterem Zubau auch der Fall sein.

Wobei man auch mit EEG sich ueberlegen sollte ob es nicht mehr Sinn macht die EEs abzuregeln als negative boersenpreise zu Zahlen, die die EEG-Umlage unnoetig nach oben treiben.



Wenn der Markt einigermaßen funktioniert, dann würden aber auch die sinkenen Preise an den Kunden weitergegeben, das Delta sollte eigentlich genau das gleiche sein, was die EEG Umlage nach oben treibt.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon cephalotus » 27.07.2012, 16:14

eggis hat geschrieben:Der Einspeisevorrang ergibt sich doch aus dem Angebots-Preis an der Börse! Warum soll man geförderte Erneuerbare Energien abregeln, damit ein Braunkohlekraftwerk in der Lausitz den Strom für 2 Cent an der Börse anbieten kann und zudem der Strom noch mehrere 100km transportiert werden muss?...


Weil Infineon Dresden mit dem Braunkohlestrom seine Chips produzieren kann und mit reinem Solarstrom dann die Produktion von 6 Jahren weg schmeissen kann.

WENN wir mal ausreichend Reserven im System haben dann kann man über 100% EE / Solarstrom nachdenken, bis dahin sollten besser ein paar rotirende Massen (zusätzlich zu 7GW Pumpspeichern) am Netz verbleiben.

Im übrigen ist so manches fossile Kraftwerk auch in KWK Systeme eingebunden.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon open source energy » 27.07.2012, 16:24

cephalotus hat geschrieben:
eggis hat geschrieben:Der Einspeisevorrang ergibt sich doch aus dem Angebots-Preis an der Börse! Warum soll man geförderte Erneuerbare Energien abregeln, damit ein Braunkohlekraftwerk in der Lausitz den Strom für 2 Cent an der Börse anbieten kann und zudem der Strom noch mehrere 100km transportiert werden muss?...


Weil Infineon Dresden mit dem Braunkohlestrom seine Chips produzieren kann und mit reinem Solarstrom dann die Produktion von 6 Jahren weg schmeissen kann.

WENN wir mal ausreichend Reserven im System haben dann kann man über 100% EE / Solarstrom nachdenken, bis dahin sollten besser ein paar rotirende Massen (zusätzlich zu 7GW Pumpspeichern) am Netz verbleiben.

Im übrigen ist so manches fossile Kraftwerk auch in KWK Systeme eingebunden.


Ja dieses alte 100% Thema. Sicher sind 100% machbar, aber ich wäre mit 90% mal hoch zufrieden. Zudem kann auch kein Atomkraftwerk eine 100%ige Verfügbarkeit garantieren. Da sollte der Hersteller schon Maßnahmen ergreifen wenn das so sensibel ist. Was glaubst Du warum wir eine USV am Server haben?
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon darwin » 29.07.2012, 18:37

PV-Berlin hat geschrieben:
.. das unter 7% machen (Zins nicht Rendite) . Bei 600 € je kWp Systempreis fertig auf dem Betriebsgelände kann der Stromverbraucher bei 1.000 kWh einen Strompreis von ca. 7 Cent haben, ohne einen Cent eigenes Geld in die Hand zu nehmen. Keine Ahnung, ob das interessant ist. Zumal man als Anbieter locker mit einer 10% Indexierung auf 20 Jahre leben könnte.

Der "Witz" an PV ist dessen Simplizität. Ob Zahnarzt oder FO oder Rückversicherer, jeder kann das Risiko überblicken und einschätzen. Da braucht es keine KPMG, keine Investmentbank und keine Siemens. Hyper qualifizierte Investoren sind selten wie Härte 10. Leute die einfach ein wenig Geld verdienen wollen, gibt es dagegen wie Sand am Meer.


300 Euro Systempreis, damit man am Ende der 20 Jahre auf die Kosten von 600 Euro kommt die vergleichbar sind mit den 3ct/KWh. Sind das 7% Zinsen zur Finanzierung ? Dann kann man PV-Strom aus Süddeutschland auf den Weg nach Hessen schicken, um dort mit dem Braunkohlestrom aus der Lausitz zu konkurrieren.

Der Witz an der PV ist, das keiner Kosten benennt die zwischen Grundstückgrenze und Verbraucher anfallen. Der Zahnarzt verkauft seinen Strom nicht an den Bäcker. Und der Bäcker kauft nicht beim PV'ler ein weil er dort nur 30% seines Stromes bekommt. Den Rest bekommt er aus der Lausitz und zahlt 2 ct mehr als bisher, weil seine Einkaufmenge um 30% gefallen ist.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon CFAR » 29.07.2012, 18:52

@darwin: Ich denke nicht, dass die Netzkosten durch die Photovoltaik höher werden, denn PV-Strom wird ja dezentral erzeugt. Es muss also nur noch der Strom zum Verbraicher transportiert werden, der nicht durch die PV-Anlage gedeckt wird. So lange nicht massive Überkapazitäten an PV-Strom erzeugt werden, ist die Rechnung doch ganz einfach: Durch PV-Strom-Zubau sinkt die Strommenge, die in zentralen Kraftwerken erzeugt werden muss. Das entlastet doch die Steomnetze und damit ist PV-Strom im Transport doch keineswegs teurer als herkömmlicher Atom-, Kohle oder Gasstrom.
Sorry für die Tippfehler, ich bin (meist) Tabletuser.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon open source energy » 29.07.2012, 19:28

@ CFAR

genau so sieht es aus, denn gerade hier ist der große Vorteil der PV gegenüber der zentralen Erzeugung und dem langen und verlustreichen Transport.
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Re: Einspeisevorrang für PV wegnehmen

Beitragvon darwin » 29.07.2012, 19:30

CFAR hat geschrieben:@darwin: Ich denke nicht, dass die Netzkosten durch die Photovoltaik höher werden, denn PV-Strom wird ja dezentral erzeugt. Es muss also nur noch der Strom zum Verbraicher transportiert werden, der nicht durch die PV-Anlage gedeckt wird. So lange nicht massive Überkapazitäten an PV-Strom erzeugt werden, ist die Rechnung doch ganz einfach: Durch PV-Strom-Zubau sinkt die Strommenge, die in zentralen Kraftwerken erzeugt werden muss. Das entlastet doch die Steomnetze und damit ist PV-Strom im Transport doch keineswegs teurer als herkömmlicher Atom-, Kohle oder Gasstrom.


Stimmt der PV Strom wird Dezentral erzeugt und Dezentral verbraucht. Aber eben nicht Orts und Zeitgleich.
Der Einspeisevorrang fällt _spätestens_ wenn PV 70 GW erreicht hat zusätzlich zu den dann 50 oder 100 GW Wind. Bei einem Verbrauch von 60-70 GW.

Die Nächste Runde in der Diskussion wird bei den 52 GW sein - dann wenn nach Altmaier die Subventionierung/Vergütung für PV ausläuft. 2-3 Jahre.Bis dahin beim jetzigen Ausbautempo.

Die Netzkosten werden auch dann höher, wenn man weiterhin PV an Orten ausbaut, die keine ausreichenden Netze haben. Sprich wenn der bisherige Verbrauch von der installierten PV abgedeckt ist.
Irgend ein Kuhdorf: - 300 KW MS-Zuleitung - 5x100 KWpv auf den Scheune der örtlichen Agrarökonomen bei 70% Abregelung. upps schon 50 KW zuviel ... - Netzverstärkung nötig, 50 KW die einzig dazu dienen PV-Strom zuvermarkten.
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