Eigenverbrauch schädlich und teuer?

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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon solerling » 18.03.2010, 20:46

Freeze hat geschrieben:Wenn es dann mal die Stromflatrate geben wird werde ich auf jedenfall Elektroheizöfen in alle meine Zimmer stellen und die Gasheizung abschalten............

..........ich wunder mich nur noch..............


Halloo Freeze
Ich denke es könnte Fälle geben wo sich dann eine Warmwasserheizung (aufheizung der Pufferspeicher durch Strom (Wärmepumpe,Heizstab) rentiert..?
Auf jeden Fall wird die Regelung der verschiedenen Stromerzeugungsarten (zwischen Erzeugung und Verbrauch)eine neue Herausforderung für die Ingenieure werden.

Gruß Josef
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon rierku » 18.03.2010, 20:57

Klar, warum nicht? Wenn es dir Spass macht. Klar würde eine Solarthermieanlage oder eine Wärmepumpe die zur Verfügung stehende Energie aus der Umgebung (bei momentanem Stand der Technik) effektiver umwandeln. Aber wenn es dir nur ums Warm geht, warum nicht elektrisch. Elektrische Energie lässt sich so richtig schön in Wärme umwandeln. Ist ja hier der gewünschte Effekt im Gegensatz zu allem anderen. In einem dezentralen Netz mit hohem Anteilen an Erneuerbaren spielt auch die ineffizienz durch die Ineffizienten Kraftwerke keine Rolle mehr. Ich denke mal das meintest du mit gerade diesem Beispiel. Aber wie gesagt, die Ineffizienz liegt hier nciht im elektrischen Heizen an sich, sondern in der Ineffizienz der Kraftwerke. Klar ist es effizienter, Kohle/Gas direkt bei dir zu verbrennen, um Wärme zu erzeugen, statt erst Strom daraus zu machen und DANN daraus Wärme. Mit den EEs verbrenne ich aber nichts mehr. Die Energie wird direkt gewonnen und das sogar in regionaler Nähe, wodurch sich auch die Leitungsverluste in Grenzen halten.

Und um die andere Gefahr, die in deinem Post mitschwingt zu beschwichtigen: Es gibt sehr, sehr wenige Leute, die bei so einem Modell so viel wie möglich verbrauchen, nur weil sie es können. Die meisten Leute werden einfach so weiterverbrauchen wie zuvor.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon buergersolar » 18.03.2010, 21:12

Hallo rierku,

und dein Internet-Vergleich hinkt doch. Und zwar an einer wichtigen Stelle:
Klar muss jemand das File, was du downloaden willst, hosten. Aber: Das File lädt er einmal auf den Server und dann kann es sooft runtergeladen werden, wie man will. Daher macht auch eine Internet-Flatrate Sinn. Der Server wird übrigens so ausgelegt, dass er mit dem maximalen Traffic zurecht kommt und dann läuft er so rund um die Uhr.
Beim Stromnetz gibt es zwei kleine, aber entscheidende Unterschiede, die den Vergleich kippen lassen:
1) Eine eingespeiste kWh kann man nicht so oft wieder rausziehen wie man will, sondern genau einmal. (im Gegensatz zum File)
2) Die Kraftwerke müssen auch so ausgelegt sein, dass sie die Maximallast decken können, aber sie fahren nicht ständig auf Maximallast, sondern nur, wenn sie nachgefragt werden. (im Gegensatz zum Server)
Daher macht eine Strom-Flatrate keinen Sinn.

Zum SmartGrid:
Es heißt nicht SmartPowerPlant und nicht SmartLoad sondern SmartGrid, weil es beides vereint: Anpassung der Erzeugung UND des Verbrauchs. Eine alleinige Anpassung des Kraftwerksparks (inkl. Speicherkraftwerke) an den Verbrauch ist das, was wir im Moment haben. Und das ist kein SmartGrid.

Keiner wird dich zwingen, deinen Kühlschrank so einzustellen, dass er bevorzugt günstigen (weil überschüssigen) Strom verbraucht, wenn du das nicht möchtest. Viele werden das aber dann so machen. Aber auch dein diesbezüglicher Vergleich ist ein Äpfel-Birnen-Vergleich. Natürlich macht Laststeuerung nur bei Geräten Sinn, bei denen es egal ist, wann genau sie laufen, solange die Funktion erfüllt bleibt.
Das ist NICHT dein Fernseher und NICHT deine Kaffeemaschine. Keine Angst! Aber ob der Kompressor deines Kühlschranks alle halbe Stunde angeht oder ob er vielleicht mal 45min Pause macht, interessiert dich doch nicht wirklich, oder? Und ob die Batterie deines E-Autos abends um 20Uhr oder früh morgens um 4Uhr geladen wird, ist dir doch auch wurscht, wenn du es so programmiert hast, dass es um 7Uhr voll sein soll. Ebenso spielt es keine Rolle, wenn der Gefrierschrank mal 2° kälter wird um dann später weniger kühlen zu müssen.
Natürlich werden auch Speicher in einem SmartGrid intelligent gesteuert, aber das wird heute auch schon gemacht. Die Verbrauchssteuerung unterscheidet also das SmartGrid vom heutigen "dummen" Netz.

Sonnige Grüße
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon Freeze » 18.03.2010, 21:14

Hallo Rierku,

Jedenfalls gibt es bei deinem Model nicht gerade viele Anreize Energie zu sparen und Energiesparen ist zumindest kurzfristig die einfachste möglichkeit was am Klimawandel und Ressourcenverbrauch zu ändern. Wenn endlos EE zur Verfügung steht sieht das selbstverständlich anders aus.

MFG
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon bimon » 18.03.2010, 21:40

Das mit den Internetflatrates hinkt in der Tat hinten und vorne. Der Content wird nicht über die Flatrate finanziert, sondern über Werbung oder andere Finanzierungsmöglichkeiten. Die Flatrate bietet nur den Zugang zum Netz in bestimmter Qualität. Und auch dieses Netz hat mit mehr Verbrauch ein mehr an Kosten. Nur sind diese so niedrig, dass die Kosten für Maximalgebrauch mit eingerechnet sind.
Entsprechend könnte man nur eine Netznutzungsentgeltflatrate, wenn man sie denn will, vergleichen.

Und auch wenn sicherlich nicht alle mutwillig mehr verbrauchen, ergeben sich da doch relativ schnell einige Argumente, verschwenderischer zu werden. Die Heizung wurde schon genannt. Die Gaspreise steigen weiter: Besorg ich mir lieber ne billige elektrische Heizung. Dann hat man einen laufenden Kostenfaktor weniger. Und um Dämmung oder effizientere(und damit teure) Heizgeräte muss man sich auch nicht mehr scheren. Der Kühlschrank ist kaputt? Na, dann schaff ich mir doch nurnoch den billigsten an. Effizienzklasse ist mit der Flat ja egal usw...
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon rierku » 18.03.2010, 23:04

buergersolar hat geschrieben:Hallo rierku,

und dein Internet-Vergleich hinkt doch. Und zwar an einer wichtigen Stelle:
Klar muss jemand das File, was du downloaden willst, hosten. Aber: Das File lädt er einmal auf den Server und dann kann es sooft runtergeladen werden, wie man will. Daher macht auch eine Internet-Flatrate Sinn. Der Server wird übrigens so ausgelegt, dass er mit dem maximalen Traffic zurecht kommt und dann läuft er so rund um die Uhr.
Beim Stromnetz gibt es zwei kleine, aber entscheidende Unterschiede, die den Vergleich kippen lassen:
1) Eine eingespeiste kWh kann man nicht so oft wieder rausziehen wie man will, sondern genau einmal. (im Gegensatz zum File)
2) Die Kraftwerke müssen auch so ausgelegt sein, dass sie die Maximallast decken können, aber sie fahren nicht ständig auf Maximallast, sondern nur, wenn sie nachgefragt werden. (im Gegensatz zum Server)
Daher macht eine Strom-Flatrate keinen Sinn.


Stimmt, im jetzigen System, in dem die Energie dadurch erzeugt werden muss, dass weiterer Brennstoff, sei es Kohle oder ein nuklearer Brennstab "nachgelegt" werden muss, wenn die "letzte Schippe" verbrannt ist, macht eine solche Flatrate keinen Sinn, da der Preis für diesen Brennstoff fluktuiert und wie du richtig sagst das Kraftwerk auch nicht ständig mit der gleichen Last fährt und zusätzlich unter Umständen je nach Auslastung mehr oder weniger effizient ist, weshalb es hier auch fast schon notwendig ist, den Preis je nach dem so zu berechnen, dass auch wen ich nur die halb so viel Energie aus einer Tonne Kohle genutzt werden kann wie bei Optimalbetrieb durch den Erlös trotzdem wieder eine Tonne Kohle gekauft werden kann, um "nachzuheizen".

In dem System zu dem wir uns langsam hinentwickeln ("müssen") sieht die Sache in finaler Form anders aus. Der Primärenergieträger muss großteils nicht mehr eingekauft werden, sondern scheint, weht oder plätschert von sich aus durch den Energiewandler, also das PV-Panel oder das Windrad oder die Turbine. Die Energie an sich ist also kostenlos, es bestehen lediglich noch die Kosten um das "Auffangs-" und Verteilungssystem zu betreiben. Diese Kosten sind weitestgehend fix oder zumindest in einem gewissen Rahmen. Die wenigen großen "normalen" Kraftwerke (in zukunft z.B. Kernfusionskraftwerke, aber generell jeder Energieerzeuger der konstant Energie liefert) übernehmen in diesem Szenario die immer zu deckende Grundlast, und können daher auch beständig in ihrem optimalen Bereich fahren was den entsprechenden Brennstoffbedarf, soweit nötig, und die damit verbundenen Kosten vorhersehbarer und kontrollierbarer machen. In einem solchen Netz, wird die beispielhafte kWh also sofort und ohne großes zutun umsonst nachgeliefert. Hier liegt nun der Unterschied zum Internet: Die Datei, die heruntergeladen wird, wird kopiert, und verschwindet deswegen nicht. Die kWh wird zwar nicht kopiert, aber sofort aus einem im Vergleich zu unserem Bedarf unendlichgroßen Reservoir nachgefüllt. Und an diesem Punkt, an dem die Kosten des Netzes fast nur aus Infrastrukturkosten bestehen, macht ein Flattarif mehr Sinn.

Zum SmartGrid:
Es heißt nicht SmartPowerPlant und nicht SmartLoad sondern SmartGrid, weil es beides vereint: Anpassung der Erzeugung UND des Verbrauchs. Eine alleinige Anpassung des Kraftwerksparks (inkl. Speicherkraftwerke) an den Verbrauch ist das, was wir im Moment haben. Und das ist kein SmartGrid.

Keiner wird dich zwingen, deinen Kühlschrank so einzustellen, dass er bevorzugt günstigen (weil überschüssigen) Strom verbraucht, wenn du das nicht möchtest. Viele werden das aber dann so machen. Aber auch dein diesbezüglicher Vergleich ist ein Äpfel-Birnen-Vergleich. Natürlich macht Laststeuerung nur bei Geräten Sinn, bei denen es egal ist, wann genau sie laufen, solange die Funktion erfüllt bleibt.
Das ist NICHT dein Fernseher und NICHT deine Kaffeemaschine. Keine Angst! Aber ob der Kompressor deines Kühlschranks alle halbe Stunde angeht oder ob er vielleicht mal 45min Pause macht, interessiert dich doch nicht wirklich, oder? Und ob die Batterie deines E-Autos abends um 20Uhr oder früh morgens um 4Uhr geladen wird, ist dir doch auch wurscht, wenn du es so programmiert hast, dass es um 7Uhr voll sein soll. Ebenso spielt es keine Rolle, wenn der Gefrierschrank mal 2° kälter wird um dann später weniger kühlen zu müssen.
Natürlich werden auch Speicher in einem SmartGrid intelligent gesteuert, aber das wird heute auch schon gemacht. Die Verbrauchssteuerung unterscheidet also das SmartGrid vom heutigen "dummen" Netz.

Sonnige Grüße


An diesem Punkt habe ich dennoch immernoch das Problem, genügend Verbraucher auszumachen die sowohl die Flexibilität für dieses Vorgehen als auch den entsprechenden Energieverbrauch haben, um die flächendeckende Einführung zu rechtfertigen, daher auch die zugegebenermaßen etwas übertriebene Beschreibung in meinem letzten Post. Klar KANN man einen Kühlschrank so bauen, dass er mit dem Smart Grid kommunizieren kann und entsprechend dem Preis seine Leistung regelt. Allerdings ist zu bedenken, dass dieses Steuernetzwerk selbst auch Energie verbraucht, um arbeiten zu können. Und bei einem modernen Energieeffizienten Kühlschrank wird die Ersparnis zwischen "alle 30 Minuten" und "alle 45 Minuten" nicht all zu hoch sein und daher vermutlich weitgehend vom Energieverbrauch der Kontrollelektronik aufgefressen werden. Zu dem muss diese zusätzliche Elektronik auch zusätzlich bezahlt werden.

Von daher stellt sich die Frage, ob es nun wirklich sinnvoll ist, so vorzugehen. Und auch bei Verbrauchern wie Waschmaschinen, die sich dafür meiner Meinung nach auch nur bedingt eignen, sehe ich hier ein Problem. Der Vorteil dieses Systems soll ja sein, dass Energie dann abgerufen wird, wenn sie, aus welchen Gründen auch immer, billig ist. Wenn sich die Maschine nun einschaltet weil der Strom gerade günstig ist, aber eine viertel Stunde später der Strompreis stark anzieht, weil sich X Maschinen auch deswegen eingeschalten haben, daher der Bedarf angestiegen ist und der Strom teurer wird, was ist dann? Arbeitet die Maschine trotz höheren Preises durch um ihre Arbeit zu verrichten? Oder schaltet sie sich wieder ab, und bricht den Waschvorgang wieder ab, was dann je nach dem was gerade gewaschen wird mehr oder weniger schädlich für das Waschgut sein kann.

Nein, nein, ich halte dieses Vorgehen einfach für viel zu kompliziert und unpraktikabel. Smart heißt auch, mit einfachen Mitteln große Effekte zu erzielen. Den eigentlichen Nutzen sehe ich hier ganz klar im Hinblick auf das E-Auto. Solange dieses am Netz hängt, kann man den Akkumulator ohne größere Probleme nach belieben von Verbrauch auf Einspeisung und zurück schalten. Hier macht sowas weit mehr Sinn. Und auch hier macht eine Pauschalregelung mehr Sinn, wenn wir wie oben erwähnt von einem Netz ausgehen, in dem die Energie praktisch in unendlicher Menge vorhanden ist, da weder zusätzliche Zähler noch Verwaltungsaufwand notwendig ist.

Ein System in dem die Verbraucher wie von dir beschrieben einbezogen werden, macht Sinn, wenn die Energie endlich und knapp bemessen sind. Durch die verstärkte Nutzung der EEs öffnen wir unseren Energievorrat aber praktisch ins unendliche. Und dann muss nicht mehr die Energie bezahlt werden, sondern nur noch die Infrastruktur.

Und das verstehe ich unter dem "Smart Grid" zu dem wir uns hinentwickeln sollten: Ein unkompliziertes, unbürokratisches Netz, das seine Stabilität selbst mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Speicher erhält, aber in dem Energie an sich unbegrenzt vorhanden ist. Es kümmert sich also "lediglich" um die korrekte Logistik und Lagerhaltung.

bimon hat geschrieben:Das mit den Internetflatrates hinkt in der Tat hinten und vorne. Der Content wird nicht über die Flatrate finanziert, sondern über Werbung oder andere Finanzierungsmöglichkeiten. Die Flatrate bietet nur den Zugang zum Netz in bestimmter Qualität. Und auch dieses Netz hat mit mehr Verbrauch ein mehr an Kosten. Nur sind diese so niedrig, dass die Kosten für Maximalgebrauch mit eingerechnet sind.
Entsprechend könnte man nur eine Netznutzungsentgeltflatrate, wenn man sie denn will, vergleichen.

Und auch wenn sicherlich nicht alle mutwillig mehr verbrauchen, ergeben sich da doch relativ schnell einige Argumente, verschwenderischer zu werden. Die Heizung wurde schon genannt. Die Gaspreise steigen weiter: Besorg ich mir lieber ne billige elektrische Heizung. Dann hat man einen laufenden Kostenfaktor weniger. Und um Dämmung oder effizientere(und damit teure) Heizgeräte muss man sich auch nicht mehr scheren. Der Kühlschrank ist kaputt? Na, dann schaff ich mir doch nurnoch den billigsten an. Effizienzklasse ist mit der Flat ja egal usw...


Die Flatrate ist eigentlich nur der "Wegezoll" an den Provider, dass man über seine Server zu anderen Servern Kontakt aufnehmen darf, was die virtuelle Seite des Anschlusses darstellt. Physikalisch muss ich für meinen Anschluss zusätzliche Gebühren bezahlen. (So sind z.B. auch in der Abrechnung die Flat und der DSL Anschluss seperate Posten) Nur werden diese in Paketen im ganzen Verkauft und zwar inzwischen relativ günstig, eben nur die Infrastruktur bezahlt werden muss. Um den Content kümmern sich die User.
Daher auch mein vergleich: Ich gehe wie bereits erwähnt vom Endzustand eines größtenteils aus EEs bestehenden Smart Grids aus, in dem die Energie praktisch umsonst ist, und nur noch die infrastruktur erhalten werden muss. An diesem Punkt stimmt dann auch der Vergleich wieder, und genau da wollen wir ja auch hin, sollten zumindest.

In so einem Netz ist der tatsächliche Verbrauch in der Tat uninteressant, und auf den ersten Blick würde eintreten, was du sagst. Allerdings sollte man weiterdenken: Warum sind billigere Produkte oft ineffizienter? Weil minderwertige Komponenten zum Einsatz kommen. Warum sind diese minderwertig? Weil diese billiger zu produzieren sind, weil bei deren Herstellung an Material gespart wurde. Warum worde daran gespart? Weil die Gewinnung der benötigten Stoffe teuer ist. Die wiederum ist so teuer, weil die Förderung viel Energie benötigt. Teure Energie. Aber wenn Energie nicht mehr teuer ist, dann... Die Qualität der Geräte steigt also, weil es einfach keinen Sinn mehr macht, an entsprechender Stelle einzusparen.

Das ist natürlich ein recht simpler Gedankengang, aber er beschreibt, worauf ich hinauswill: Egal, in welchen Wirtschaftszweig ich gehe, oder in welchen Kreislauf, ich komme immer und immer wieder beim Energiebedarf an. Sei es zur Förderung von Rohstoffen, zur Fertigung von Geräten oder dem Energiebedarf der Menschen, die mehr Gehalt brauchen, weil sie fürs Leben mehr Energie brauchen. Energie ist der eine Schlüsselpunkt, an dem man ansetzen kann um einen ganzen Haufen Probleme der Menschheit zu lösen. Aber nicht dadurch, dass wir uns einschränken, sondern dadurch, dass wir anfangen, an der richtigen Stelle zu zapfen.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon buergersolar » 18.03.2010, 23:24

Im Großen und Ganzen kann ich deinen Gedankengang nachvollziehen, jedoch ist ein solches System, wie du es beschreibst, geprägt von Überkapazitäten.

So wie du es beschreibst, muss ja eben keine Kohle "nachgeschippt" werden, wenn einer den Herd anschaltet, weil die Energie "aus dem Unerschöplichen" nachfließt. Das ist toll, jedoch kann eine WKA oder PVA nicht mal eben ihre Leistung erhöhen. Dafür müsste sie vorher schon gedrosselt worden sein.
Damit also mal eben die Leistung erhöht werden kann, müssten tausende WKAs stillstehen und tausende PVAs vom Netz getrennt (oder abgeschattet) werden, damit sie bei Bedarf einspringen können.
Ich sag dir was: KEIN MENSCH wird sich eine PVA aufs Dach machen, wenn die die meiste Zeit gedrosselt wird und man nur ne fixe Umlage aus der Flatrate abbekommt. Wer soll denn die Biomassekraftwerke mit Biomasse befüllen, wenn Strom nichts wert ist? Wenn man doch für einen Fixbetrag soviele kWh haben kann, wie man will? Man wäre ja blöd, würde man Geld in die Hand nehmen und in ein Kraftwerk investieren...

So ein System kannste als kommunistischer Staat betreiben (versuchen). Aber nicht in einer Marktwirtschaft.

Sonnige Grüße


EDIT:
Mir ist gerade noch eine andere Argumentation gegen das Flatrate-Netz eingefallen:
Wie ich an der Uni gelernt habe, können Systeme grundsätzlich 3 Dinge übertragen:
1) Stoff
2) Energie
3) Information

Das Internet ist ein Übertragungsnetz für Information. Die Flatrate beinhaltet nur den Zugang. Wer in dem Netz Content zur Verfügung stellt, schöpft daraus Gewinn, indem er entweder Information verkauft oder Werbung (eigen/fremd) platziert.

Ich kopiere den Satz und passe ihn aufs Stromnetz an, du darfst dann vervollständigen.

Das Stromnetz ist ein Übertragungsnetz für Energie. Die Flatrate beinhaltet nur den Zugang. Wer in dem Netz Energie zur Verfügung stellt, schöpft daraus Gewinn, indem er ............................................. :?: :!:

Nu bin ich gespannt, was du da reinschreiben würdest, rierku.

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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon eggis » 19.03.2010, 13:44

Zum Tehma Eigenverbrauch habe ich diesen Artikel gefunden.
Fotovoltaikanlagen werden intelligent

Martin Jaiser (Umes) hat geschrieben:"Es ist auch denkbar, dass die Steuerung morgens den Ladezustand der Batterie prüft und dann das Gesamtsystem so schaltet, dass am morgen billiger Strom aus dem Netz geladen wird, um ihn zur teuren Zeit zu verbrauchen." Während billiger Netzstrom geladen wird, könnte der selbst produzierte Strom aus der Solaranlage eingespeist und so der Gesamtertrag maximiert werden."
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon rierku » 19.03.2010, 13:50

buergersolar hat geschrieben:Im Großen und Ganzen kann ich deinen Gedankengang nachvollziehen, jedoch ist ein solches System, wie du es beschreibst, geprägt von Überkapazitäten.

So wie du es beschreibst, muss ja eben keine Kohle "nachgeschippt" werden, wenn einer den Herd anschaltet, weil die Energie "aus dem Unerschöplichen" nachfließt. Das ist toll, jedoch kann eine WKA oder PVA nicht mal eben ihre Leistung erhöhen. Dafür müsste sie vorher schon gedrosselt worden sein.
Damit also mal eben die Leistung erhöht werden kann, müssten tausende WKAs stillstehen und tausende PVAs vom Netz getrennt (oder abgeschattet) werden, damit sie bei Bedarf einspringen können.


Schreibe ich kryptisch? Ich meine ja nur, denn ich habe bereits in mindestens einem Post erwähnt, dass der nicht kontrollierbare, aber vorhersehbare Charakter der EEs über die Energiespeicher kontrollierbar wird. Da ist zum einen das kommende Netz der Elektrofahrzeuge, von denen immer ein großer Teil am Netz hängen wird, und deren Akkus dadurch vorzüglich genutzt werden können. Zum anderen lässt sich dieses System auch durch weitere, stationäre Akkumulatoren verschiedenster Leistung ergänzen. In diesem Bereich lassen sich dann auch andere Akkutechniken nutzen, die billiger sind, da hier die Faktoren Baugröße und Gewicht eine geringere Rolle spielen. Diese Akkumulatoren lassen sich in Sekundenbruchteilen von Verbrauch auf Einspeisung und umgekehrt schalten. Steht nun mehr Energie zur verfügung, wird diese eingespeichert, wird mehr Energie benötigt, wird die eingespeicherte Energie wieder eingespeist. Und sollte es so sein, dass es an einem sehr Sonnigen, sehr windigen Tag dazu kommt, dass man garnicht soviel Energie verbrauchen und speichern kann, wie erzeugt wird, dann kann das Smart Grid entweder dafür sorgen, dass bestimmte erzeuger abschalten oder es kann meinetwegen eine Phalanx von thermischen Widerständen zuschalten. Wobei es auf ersteres hinauslaufen wird, schließlich ist es in einem pauschalen System für die einzelne Anlage egal, ob sie gedrosselt wird oder nicht. Sie ist nur ein Bauteil des Systems das zu tun hat, was von ihm verlangt wird. Und wenn nicht nach kWh Einheiten abgerechnet wird, dann entsteht auch kein Verlust.


Ich sag dir was: KEIN MENSCH wird sich eine PVA aufs Dach machen, wenn die die meiste Zeit gedrosselt wird und man nur ne fixe Umlage aus der Flatrate abbekommt. Wer soll denn die Biomassekraftwerke mit Biomasse befüllen, wenn Strom nichts wert ist? Wenn man doch für einen Fixbetrag soviele kWh haben kann, wie man will? Man wäre ja blöd, würde man Geld in die Hand nehmen und in ein Kraftwerk investieren...

So ein System kannste als kommunistischer Staat betreiben (versuchen). Aber nicht in einer Marktwirtschaft.

Sonnige Grüße


Im Gegenteil, eine solche Investition bleibt attraktiv. Durch die feste Vergütung ist die Finanzierung sehr gut planbar, sogar noch besser als jetzt. Im moment trägt jeder, der eine solche PV-Anlage installiert das Unternehmerische Risiko: Er ist darauf angewiesen, dass die Anlage die nächsten 20 Jahre weitgehend problemlos arbeitet. Im Falle von technischen Problemen oder einfach schlechtem Wetter besteht die Gefahr, dass draufgezahlt werden muss. Auch die Bezuschussung der Vergütung wird zwar momentan auf 20 Jahre garantiert, aber unsere Renten waren ja auch mal "sicher".

Und das Biomassekraftwerk: Zum einen bin ich der Ansicht, dass Energie aus Biomasse eine Nische bleiben wird, ein Nebenprodukt der Landwirtschaft um sowieso anfallende Bioabfälle noch sinnvoll zu verwerten. Das Biomasse Kraftwerk wird also befüllt, weil die Biomasse angefallen ist und irgendwie weiterverarbeitet werden will.

EDIT:
Mir ist gerade noch eine andere Argumentation gegen das Flatrate-Netz eingefallen:
Wie ich an der Uni gelernt habe, können Systeme grundsätzlich 3 Dinge übertragen:
1) Stoff
2) Energie
3) Information

Das Internet ist ein Übertragungsnetz für Information. Die Flatrate beinhaltet nur den Zugang. Wer in dem Netz Content zur Verfügung stellt, schöpft daraus Gewinn, indem er entweder Information verkauft oder Werbung (eigen/fremd) platziert.

Ich kopiere den Satz und passe ihn aufs Stromnetz an, du darfst dann vervollständigen.

Das Stromnetz ist ein Übertragungsnetz für Energie. Die Flatrate beinhaltet nur den Zugang. Wer in dem Netz Energie zur Verfügung stellt, schöpft daraus Gewinn, indem er ............................................. :?: :!:

Nu bin ich gespannt, was du da reinschreiben würdest, rierku.

Sonnige Grüße


Zum einen ist dieser Satz nicht richtig, da er völlig den privat generierten und nonprofit Content ignoriert, der den großteil des Internets ausmachen. Selbst auf den meisten Websites, die sich über Werbeeinnahmen finanzieren, sind diese Einnahmen nicht für den Content sondern für den Erhalt der Infrastruktur die diesen zur Verfügung stellt gedacht. Fansites und Diskussionsforen von Interessensgruppen bestehen nicht, weil die Betreiber damit Geld verdienen wollen, sondern weil es ihnen um ihr Interessengebiet geht, und sie eine Plattfrom für gleichgesinnte schaffen wollen. Ein großteil des Contents wird nicht generiert um damit Profit zu machen, sondern weil es den Schöpfern Spass macht, diesen Content zu generieren. Wenn du aber unbedingt deinen Satz komplettiert haben willst:

Das Stromnetz ist ein Übertragungsnetz für Energie. Die Flatrate beinhaltet nur den Zugang. Wer in dem Netz Energie zur Verfügung stellt, schöpft daraus Gewinn, indem er mit seinem Beitrag hilft, das System zu betreiben, das er selbst nutzt und benötigt, um ein angenehmes Leben zu führen.


Schlussendlich noch folgendes: Wenn in 20 Jahren die jetzigen PV Anlagen abbezahlt sind, und diese tatsächlich noch einwandfrei weiterhin Energie umwandeln und mit minimalen Wartungskosten betrieben werden, aber die Energie, die von diesen Anlagen produziert wird immernoch pro kWh abgerechnet wird, dann bekommen diese Geld für eine Gegenleistung die natürlich gegeben ist und buchstäblich vom Himmel fällt. Das ist dann in etwa so, als müsstest du für jeden Atemzug den du tust einen Cent zahlen. Oder für jede Gießkanne Wasser aus deiner Regentonne einen Euro. Der Wasser vergleich ist hier ohl noch am verständlichsten: Das Wasser aus der Leitung Literweise zu bezahlen ist sinnvoll, da dieses speziell aufbereitet wurde, und je mehr aufbereitet wird, um so mehr kostet es. Wenn aber jemand nur eine Wassertonne aufstellt, dann ist es doch relativ unfair und grenzt an Betrug, wenn dieser Pro Gießkanne einen Euro verlangt, schließlich wird die Regentonne beim nächsten Schauer natürlich wieder aufgefüllt. Der Tonnenmann kriegt das Wasser umsonst, und du sollst für jeden Liter zahlen. Ihm dagegen jeden Monat einen €uro zu geben, weil er die Tonne gekauft und aufgestellt hat, und dafür sorgt, dass sie nicht kaputt geht, ist fair, schließlich erbringt er eine entsprechende Gegenleistung dafür.

Beim Wasser hat man nun den Unterschied mit der Qualität, das eine ist Trinkwasser, das andere u.U. nicht. Bei Energie ist das egal.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon buergersolar » 19.03.2010, 13:56

eggis hat geschrieben:
Martin Jaiser (Umes) hat geschrieben:Es ist auch denkbar, dass die Steuerung morgens den Ladezustand der Batterie prüft und dann das Gesamtsystem so schaltet, dass am morgen billiger Strom aus dem Netz geladen wird, um ihn zur teuren Zeit zu verbrauchen." Während billiger Netzstrom geladen wird, könnte der selbst produzierte Strom aus der Solaranlage eingespeist und so der Gesamtertrag maximiert werden."

Was soll das denn? Das ist ja fast wie wenn ich mit einem Gleichrichter Netzstrom in meinen WR schicke, um aus billigem Netzstrom teuren Solarstrom zu machen. Also so gehts ja nicht...

Sonnige Grüße
Zuletzt geändert von buergersolar am 19.03.2010, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
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