Eigenverbrauch schädlich und teuer?

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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon Amun_Ra » 15.03.2010, 09:01

Danke TeDe1! Du schreibst mir aus der Seele.
Manchmal frage ich mich, ob wir tatsächlich alle das Ziel haben EE zu etablieren und uns wirklich mit dem Gedanken an die Folgen (nämlich dass saubere EE´s die anderen E´s zurückdrängen und damit auch eine Umstrukturierung des gesamten Marktes und Verbrauchs- und Verteilregelungen unabdingbar wird, vertraut gemacht haben.
Hier werden logische Folgen der der eigenen Ziele verteufelt und das ist verdammt kurzfristig gedacht.

MfG
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon eggis » 15.03.2010, 11:07

Moin ose,
open source energie hat geschrieben:Außerdem haben die Unternehmen so einen geringen Stromeinkaufspreis und auch noch nicht den Vorteil mit der USt... das wird nach m.E. nicht einschlagen.

ich kann mir verstellen, dass besonders ökologisch eingestellte Unternehmen auch einen Nutzen in der Eigenverbrauchsregelung sehen. Soweit mir bekannt ist, wurde es auf der Insel in GB eingeführt den CO² Fussabdruck auf Lebensmittelverpackungen abzubilden. Verbraucher die in Zukunft auf Biolebensmittel schauen, werden dann auch auf den CO² Erzeugung achten. Vielleicht würde eine solche Maßnahme wie der "CO² Footprint" auch in Deutschland den Eigenverbrauch fördern?
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon TeDe1 » 17.03.2010, 12:06

Vielleicht noch einmal zum Grundsatz: Jahrelang wurde auch von Photon die Grid Parity als großes Ziel und Durchbruch der PV zur Wirtschaftlichkeit propagiert. Grid Parity heißt aber nichts anderes als Eigenverbrauch. Als noch zu transportierender Strom ist der PV Strompreis (ca. 20-24 cent) immer noch meilenweit von der Wirtschaftlichkeit anderer Stromerzeuger (4-10 cent) entfernt. Bei dem Selbstverbrauch bei Grid Parity fallen aber genau alle Effekte, die Photon jetzt beklag, auch an, also weniger Stromsteuer, weniger Beteiligung an EEG Kosten, weniger Beitrag zu Netzkosten durch verminderten Strombezug etc.. Wenn jahrelang die Grid Parity das große positive Ziel war, was soll die Kritisiererei jetzt? Die Vergütung des Eigenverbrauchs zieht die Effekte, die bei Grid Parity eintreten nur zwei bis drei Jahre vor - das ist alles !! Und wenn der selbsterzeugte Strom billiger ist als der bezogene wird keiner mehr über Sinn oder Unsinn diskutieren, jeder wird einfach möglichst viel seines billigen Stroms verbrauchen. wer das nicht will, sollte schon heute klar sagen, das er bei Grid Parity eine Sondersteuer oder sonst eine Abgabe für selbsterzeugten Strom will.
In dem Sinne, wer hat Vorschläge, die auch bei Grid Parity funktionieren ?


Schöne Grüße

TeDe
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon RainerN » 17.03.2010, 12:33

TeDe1 hat geschrieben:In dem Sinne, wer hat Vorschläge, die auch bei Grid Parity funktionieren ?


Schöne Grüße

TeDe


Beispielsweise ein simpler Zweirichtungszähler.
Tagsüber, wenn hoher Bedarf ist, ich aber nicht zuhause bin, "leihe" ich meinem Versorger meine erzeugte Energie, Abends hole ich sie mir wieder.
Am Jahresende wird abgerechnet:

Habe ich mehr zurückgeholt, als verliehen, zahle ich meine xx,xx Cent pro kWh.
habe ich mehr eingespeist als zurück geholt, bekomme ich ein paar Cent pro kWh.

Dies wäre auch eine wünschenswerte Variante nach Ablauf der 20 Jahre.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon firestarter » 17.03.2010, 12:40

Beispielsweise ein simpler Zweirichtungszähler.
Tagsüber, wenn hoher Bedarf ist, ich aber nicht zuhause bin, "leihe" ich meinem Versorger meine erzeugte Energie, Abends hole ich sie mir wieder.
Am Jahresende wird abgerechnet:

Habe ich mehr zurückgeholt, als verliehen, zahle ich meine xx,xx Cent pro kWh.
habe ich mehr eingespeist als zurück geholt, bekomme ich ein paar Cent pro kWh.

Dies wäre auch eine wünschenswerte Variante nach Ablauf der 20 Jahre.

Ganz meine Meinung

das wird kein System für die große Zukunft sein (mit 100% EEG im Netz)
aber auf mittelfristiger Sicht eine ausgesprochen machbare und unbürokratische.

PV-ler, BHKW-ler oder sonstige Eigenerzeuger
wollen nicht Strombroker, Regelungstechiker oder auch Chemie-Fabrikanten (bei manch Speichertechnologien) sein, sonder einfach nur ne warme hütte haben oder auch Strom.

---------

die Idee der Eigenstromnutzung ist ja im Grunde nicht schlecht,
aber gerade bei PV aus volkswirtschaflticher Sicht dohn kontraproduktiv...gerade dann, wenn die Nachfrage im Netz am größten ist, solln die eigenerzeuger noch mehr selber verbrauchen.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon sunpower16,2 » 17.03.2010, 15:30

Also das Modell klingt ja echt toll, einfach über den Tag kumuliert abzurechnen. Ich speise tagsüber einfach Strom ins Netz, ob den nun einer braucht oder nicht. Und abends soll der Versorger einfach mal schauen, dass er irgendwoher den Strom für meinen Fernseher nimmt. Und verdienen darf der Versorger natürlich nix dabei, auch die Elektriker und sonstigen Angestellten des Netzbetreibers könnten ihren Job doch als soziales Engagement betrachten.

Nur leider funktioniert die Wirtschaft meist mit unterschiedlichen Preisen und der Versorger wird niemals soviel Geld für den erhaltenen Strom bezahlen, wie für den verkauften also ohne eine Förderung. Irgendjemand muss ja mindestens auch das Stromnetz bezahlen und die ungenutzten kWh. Also wirste selbst bei einem Gleichstand Einspeisung=Verbrauch immernoch was bezahlen müssen. Ist doch logisch, wenn man sich vorstellt, dass es jeder so machen würde.

firestarter hat geschrieben:die Idee der Eigenstromnutzung ist ja im Grunde nicht schlecht,
aber gerade bei PV aus volkswirtschaflticher Sicht dohn kontraproduktiv...gerade dann, wenn die Nachfrage im Netz am größten ist, solln die eigenerzeuger noch mehr selber verbrauchen.
Wir leben aber nicht im Sozialismus, wo alles Volkseigentum ist. Es gibt auch keinen Bundes-Strom-Verwalter, dem aller Strom unterstellt wäre und die volkswirtschaftliche Verteilung überwacht und koordiniert. Strom ist nix anderes als eine Ware, die man kaufen und verkaufen kann. Es ist auch nicht einfach mal ein Haufen Strom im Netz und ausgerechnet zur Zeit der höchsten Verbräuche beziehe ich nun auch noch extra Strom.

Andersrum wird ein Schuh draus: Ich jedenfalls habe mir 2009 eine PV-Anlage gebaut, um einen Teil meines Stromes selbst zu verbrauchen. Den Überschuss speise ich ein. Ohne die Eigenverbrauchsregelung hätte es meine PV-Anlage nicht gegeben. Jedenfalls war das im Dezember 2008 von vornherein meine Überlegung, als meine Planung begann.

Ich denke auch: EEG-Vergütung = Endkundenpreis klingt zwar nach tollem Gleichstand. Doch Fakt ist, der aus anderen Kraftwerken eingespeiste Strom kostet, wie schon TeDe1 schreibt, irgendwas bei 4-10 cent, siehe auch http://www.eex.com/de/Marktdaten/Handelsdaten/Strom/Intraday%20%7C%20Spotmarkt. Da aber je verbrauchte kWh ca. 3 kWh erzeugt und eingespeist werden müssen und eben noch Netznutzungsentgelte draufkommen, kostet am Ende eben die kWh beim Endkunden irgendwas bei 20cent.

Daher wird PV-Strom noch lange nicht am freien Markt konkurieren können, jedenfalls nicht auf Dauer. Höchstens mal an heißen Sommertagen. Die einzige Stelle, wo der PV-Strom aufgrund der Vergütungssätze jetzt schon billiger ist, ist in der räumlichen Nähe der Anlage.

Gruß, sunpower16,2; der seine Eigennutzung durchaus mit einer gewissen Autharkie-Philosophie betreibt, auch wenn das heute aufgrund fehlender wirtschaftlicher Stromspeicherung noch nicht möglich ist.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon buergersolar » 17.03.2010, 16:34

sunpower16,2 hat geschrieben:Da aber je verbrauchte kWh ca. 3 kWh erzeugt und eingespeist werden müssen

Du verwechselst da glaube ich was mit dem Wirkungsgrad eines Großkraftwerkes. Da müssen 3 Ladungen Kohle rein für eine Ladung Strom und 2 Ladungen Wasserdampf und heißes Flusswasser.

Die Übertragungsverluste im europäischen Netz betragen laut Wikipedia durchschnittlich 6% des eingespeisten Stroms.

Ansonsten kann ich TeDe1's Arumentation nachvollziehen, dass die Eigenverbrauchsregelung die Folgen, die bei GridParity eintreten, nur vorzieht.
Aber: Warum sollten wir uns diese negativen Folgen absichtlich zeitlich vorziehen? Lieber sollten wir schauen, die Zeit bis zur GridParity zu nutzen und bis dahin ein SmartGrid aufbauen.
Das SmartGrid verhindert zwar nicht, dass Leute ihren (günstigeren) Strom selbst verbrauchen (und deshalb Last in die Sonnenzeit verlegen), aber es kann dann zumindest andere Verbraucher entsprechend des Angebots und der Nachfrage steuern, um eventuelle Negativfolgen des Eigenverbrauchs zu kompensieren.

Anderer Gedankengang: Würde sich die Einspeisevergütung am 1/4h-aktuellen Börsenpreis (und somit am Verhältnis Erzeugung/Nachfrage) orientieren, dann würde man sich überlegen, ob man den Strom genau dann selbst verbraucht, wenn man ihn gerade am teuersten verkaufen könnte und abends z.B. der Bezugspreis entsprechend niedrig ist.
Das wäre z.B. ein Modell für die Zeit nach Ablauf der 20 Jahre.

Sonnige Grüße
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon firestarter » 17.03.2010, 17:27

Wir leben aber nicht im Sozialismus, wo alles Volkseigentum ist.

Volskwirtschaft ist nicht Volkseigentum ;)

Anderer Gedankengang: Würde sich die Einspeisevergütung am 1/4h-aktuellen Börsenpreis (und somit am Verhältnis Erzeugung/Nachfrage) orientieren, dann würde man sich überlegen, ob man den Strom genau dann selbst verbraucht, wenn man ihn gerade am teuersten verkaufen könnte und abends z.B. der Bezugspreis entsprechend niedrig ist.
Das wäre z.B. ein Modell für die Zeit nach Ablauf der 20 Jahre.

sowas wäre natürlich der absolut korrektere Weg,
und in meinen Augen auch unabdingbar.
Dennoch, wird man auf scharfe Grenzen der Machbarkeit stoßen.
Praktisch (erst recht technisch) ist das alles machbar, aber rechtlich und praktikabel wirds wohl noch einige Nüsse zu knacken geben. wie mehrfach erwähnt kenn ich den Ganzen Kram sehr genau aus dem BHKW-Bereich. Und diese können durchaus schon zu Marktpreisen produzieren....nur ist es nicht sonderlich praktikabel für ne mini-anlage ne Leitwarte zu installieren, den Strombroker zu beauftragen, Kunden zu suchen, die ZEITGLEICH und ortsnah den Strom direkt abnehmen, Leistungsmessung zu berappen und und und.
Für kleine anlagen brauchen wir was praktikables...und das ist im ersten Schritt halt der o.g. unbürokratische Weg.

Im Zweiten Schritt
könnte man die Anforderungen verschärfen...z.B. schärfere ENS (lokales Lastmangement), oder auch Sperrzeiten (zentraleres Lastmanagment) für gewisse erzeuger und Verbraucher definieren.

Auch wenn ich hier etwas gegen die Eigenverbrauchsregelung argumentiere,
ich bin ja nicht dagegen...also nicht gegen den Eigenverbrauch an sich.
Mich ärgert nur der unkontrollierte Eigenverbrauch, der auf Netzbelange überhaupt keine Rücksicht nehmen soll, und gerade das ist doch die Herrausforderung bei steigenden EEs

Hier soll -nach meinen Gefühl- durch eine bessere Eigenverbrauchsregleung eine Absenkung bei der Einspeisung lukrativer dargestellt werden. Und ganz besonders im Bereich PV ist das volskwirtschaftlicher Quatsch
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da Du ja schon nen EEX link hast, dann schau doch mal die Tagesverläufe an...wozu soll es gut sein, wenn wir tagsüber 10GW höhere Netzlast haben auch noch den Eigenverbrauch in die Zeiten zu legen?
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon sunpower16,2 » 17.03.2010, 23:21

Hallo buergersolar
buergersolar hat geschrieben:
sunpower16,2 hat geschrieben:Da aber je verbrauchte kWh ca. 3 kWh erzeugt und eingespeist werden müssen

Du verwechselst da glaube ich was mit dem Wirkungsgrad eines Großkraftwerkes. Da müssen 3 Ladungen Kohle rein für eine Ladung Strom und 2 Ladungen Wasserdampf und heißes Flusswasser.

Die Übertragungsverluste im europäischen Netz betragen laut Wikipedia durchschnittlich 6% des eingespeisten Stroms.

Nach bestem Gewissen eigentlich nicht. Ich finde zwar den Beitrag jetzt nicht mehr, doch ein Kollege hat das letztens hier im Forum auch geschrieben. Leider finde ich in meinem Internet keine aussagekräftigen Quellen. Dennoch muss man sich doch mal überlegen, dass doch nicht jede eingespeiste Energie auch verbraucht wird! Du verbrauchst doch nur dann Strom, wenn Du z.B. nachts die Nachttischlampe einschaltest. Doch damit das funktioniert, muss die ganze Nacht ein Kraftwerk laufen. Und wie wir wissen, kann das seine Stromerzeugung nicht beliebig regulieren. Du rufst dort ja nicht die Nacht um 3 an: "Hey, ich brauche gerade mal 20Wh Strom, dreht mal ein bisschen auf.

Und irgendwo muss man ja mal die Gesamtbilanz sehen, was wird real an Energie erzeugt, was wird wirklich verbraucht. Und was muss (ständig) erzeugt werden, damit das System funktioniert? Bis zum Beweis des Gegenteils kann ich mir kaum vorstellen, dass das alles mit nur 6% machbar sein soll.

firestarter hat geschrieben:@sunpower
da Du ja schon nen EEX link hast, dann schau doch mal die Tagesverläufe an...wozu soll es gut sein, wenn wir tagsüber 10GW höhere Netzlast haben auch noch den Eigenverbrauch in die Zeiten zu legen?

Ganz einfach, ich habs weiter vorn auch schon mal geschrieben. Und selbst bei einem Smart Grid mit 100% öko-Strom wird sich daran nichts ändern: Die Energie sollte möglichst dann verbraucht werden, wenn sie zur Verfügung steht, damit man nicht unnötig viel speichern muss.

Wenn mir in Zukunft vielleicht eine Elektronik meine Waschmaschine einschaltet, wenn z.B. gerade Windstrom zur Verfügung steht oder Wasserstrom aufgrund niedrigem Bedarfs verfügbar ist UND wenn mein PV-Anteil vollständig z.B. von der Industrie verbraucht wird, dann kann der Verzicht auf Eigenverbrauch sinnvoll sein. Doch bis dahin ist meine eigene PV-Anlage und auch nur genau diese eine die einzige Anlage, die ich diesbezüglich überwachen kann.

Ich betreibe also quasi eine Art Mini-Smart-Grid. Derzeit ist es nur pauschal über die Zeit gesteuert. Doch kann ich mir auch eine kleine Elektronik vorstellen, die nur bei genügend PV-Strom-Angebot eine Leitung schaltet. Und vieles fängt doch mit so kleinen Zellen an, die sich dann später vielleicht zusammenschalten. Irgendwann haste dann das große Smart-Grid.

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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon buergersolar » 18.03.2010, 11:50

sunpower16,2 hat geschrieben:Hallo buergersolar
buergersolar hat geschrieben:
sunpower16,2 hat geschrieben:Da aber je verbrauchte kWh ca. 3 kWh erzeugt und eingespeist werden müssen

Du verwechselst da glaube ich was mit dem Wirkungsgrad eines Großkraftwerkes. Da müssen 3 Ladungen Kohle rein für eine Ladung Strom und 2 Ladungen Wasserdampf und heißes Flusswasser.

Die Übertragungsverluste im europäischen Netz betragen laut Wikipedia durchschnittlich 6% des eingespeisten Stroms.

Nach bestem Gewissen eigentlich nicht. Ich finde zwar den Beitrag jetzt nicht mehr, doch ein Kollege hat das letztens hier im Forum auch geschrieben. Leider finde ich in meinem Internet keine aussagekräftigen Quellen. Dennoch muss man sich doch mal überlegen, dass doch nicht jede eingespeiste Energie auch verbraucht wird! Du verbrauchst doch nur dann Strom, wenn Du z.B. nachts die Nachttischlampe einschaltest. Doch damit das funktioniert, muss die ganze Nacht ein Kraftwerk laufen. Und wie wir wissen, kann das seine Stromerzeugung nicht beliebig regulieren. Du rufst dort ja nicht die Nacht um 3 an: "Hey, ich brauche gerade mal 20Wh Strom, dreht mal ein bisschen auf.

Und irgendwo muss man ja mal die Gesamtbilanz sehen, was wird real an Energie erzeugt, was wird wirklich verbraucht. Und was muss (ständig) erzeugt werden, damit das System funktioniert? Bis zum Beweis des Gegenteils kann ich mir kaum vorstellen, dass das alles mit nur 6% machbar sein soll.
Hallo sunpower!

Ich weiß nicht, ob du weißt, wie das Stromnetz funktioniert:
Zuviel eingespeister Strom verpufft nicht!! Er bewirkt einen Spannungs-/Frequenzanstieg. Der kann ausgeglichen werden durch
a) höheren Verbrauch
b) niedrigere Einspeisung
Wird nicht eingegriffen und zu viel oder zu wenig eingespeist, über-/unterschreiten Spannung und/oder Frequenz Grenzwerte und das Netz wird aus Sicherheitsgründen abgeschaltet -> Stromausfall.

In diesem Vortrag (Folien als pdf) ging es zwar um ein dänisches Mini-Smart-Grid, aber es sind auch einige Folien dabei, worauf man das mit der Frequenz und Spannung nachvollziehen kann.

Zusammenfassend kannst du also glauben, dass die Übertragungsverluste 6% betragen. Wie die sich zusammensetzen, ist im Wikipedia-Artikel übrigens auch erklärt.
Wenn du also behauptest, 2 von 3 eingespeisten kWh würden im Netz verpuffen, weil die nachts keiner verbraucht, musst das meiner Meinung nach eher DU belegen.

Um nochmal eine Aussage von dir aufzugreifen:
sunpower16,2 hat geschrieben:Dennoch muss man sich doch mal überlegen, dass doch nicht jede eingespeiste Energie auch verbraucht wird!
Doch! Energie kann nicht vernichtet und nicht erzeugt werden. Also muss eingespeiste Energie irgendwohin. Wenn also eine kWh eingespeist wird, gehen 60Wh im Netz (ohmscher Widerstand -> Wärme) verloren, 940Wh müssen in einem Verbraucher umgesetzt werden (wieder mit mehr oder weniger Verlusten, je nach Wirkungsgrad des Verbrauchers).

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