Eigenverbrauch schädlich und teuer?

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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon tonycat » 09.04.2010, 16:51

hadl hat geschrieben:Schaut mal hier:
http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 0002728/2/

Hadl

(BDEV gegen Ausweitung der Eigenverbrauchsregelung)

Das schmeckt mir überhaupt nicht, obwohl die Argumente stärker schwankende Bereitstellung und Bedarf von Strom wohl richtig sind. Aber meineserachtens, sollte man nicht das Kind mit dem Bade auskippen, sondern z.B. die möglicherweise (ist müssen erstmal nennenswerte Eigenverbraucher überhaupt vorhanden sein) schwankende Einspeisung/Bedarf durch Speichertechnik ausgleichen. Also, z.B.ab 100 kwP Eigenverbrauchsregelung Speicherkapazität ("Netzentlastungsbonus") je 100 kwP 10 kwh Speicherkapazität vorhalten (hat den netten Nebeneffekt, daß der Eigenverbrauchsquotient enorm nach oben geht (plus ein kleines Windkraft, plus Wärmepumpe, plus sunmachine oder ähnlich, und tschüß mit dem Strombezug...wohl dem der eine Immobilie hat und ein wenig vorausdenkt sprich für die Zukunft vorsorgt, oder glaubt jemand daran, daß die Politiker und Großkonzerne freiwillig Geld zurückzahlen (wohl eher weiter mit welchen Begründungen auch immer, die Daumenschrauben weiter anziehen)...
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon superhaase » 09.04.2010, 17:44

@tonycat:

Glaub doch die Schauermärchen vom BDEW nicht!

Wie hier schon erläutert, wird es keine nennenswerten Verlagerungen des Stromverbrauchs geben, schon gar nicht bei Anlagen über 30 kWp.
Hier wird ein Popanz aufgeblasen, dass es zum Lachen ist.

Die lokale Speichertechnik ist doch auf absehbare Zeit für PV-Betreiber völlig uninteressant. Der Kosnteaufwand für die komplexere Anlage und die Batterien, sowie die Verluste beim Einspeichern und wieder Entnehmen der Energie können doch durch eine solche leicht überhöhte Eigenverbrauchsvergütung bei weitem nicht getragen werden.
Die Eigenverbrauchsregelung wird weniger den Effekt einer Verbrauchsverlagerung haben, als den einer Marktförderung bei gleichzeitiger Förderkostendämpfung.
Ich halte auch von den ganzen Autarkieträumen vielen PVler nichts. Eine Vernetzung vieler Erzeuger und Verbraucher ist immer noch das Non-plus-Ultra in Bezug auf Kosten- und Resourceneffizienz, sowie Versorgungssicherheit.

Wenn man Stromverbrauch im spürbaren Maß verlagern will, muss man das über variable Strompreise und ein intelligentes Stromnetz machen. Stichworte: "Smart Grid" und "Demand Side Management".

Ich hoffe, die Politik lässt sich hier nicht von diesem Unsinn des BDEW ins Boxhorn jagen. Die haben nur Angst vor Umsatzeinbußen - denen gehen Einnahmen verloren, die sie bis jetzt geschenkt bekommen haben: An selbst verbrauchtem PV-Strom, der physikalisch gar nicht ins Netz ging, haben sowohl Netzbetreiber als auch Stromversorger mitverdient.

ciao,
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon buergersolar » 09.04.2010, 20:49

superhaase hat geschrieben:Die lokale Speichertechnik ist doch auf absehbare Zeit für PV-Betreiber völlig uninteressant. Der Kosnteaufwand für die komplexere Anlage und die Batterien, sowie die Verluste beim Einspeichern und wieder Entnehmen der Energie können doch durch eine solche leicht überhöhte Eigenverbrauchsvergütung bei weitem nicht getragen werden.
Die Eigenverbrauchsregelung wird weniger den Effekt einer Verbrauchsverlagerung haben, als den einer Marktförderung bei gleichzeitiger Förderkostendämpfung.
Ich halte auch von den ganzen Autarkieträumen vielen PVler nichts. Eine Vernetzung vieler Erzeuger und Verbraucher ist immer noch das Non-plus-Ultra in Bezug auf Kosten- und Resourceneffizienz, sowie Versorgungssicherheit.

Wenn man Stromverbrauch im spürbaren Maß verlagern will, muss man das über variable Strompreise und ein intelligentes Stromnetz machen. Stichworte: "Smart Grid" und "Demand Side Management".

Wie man in diesem Thread schon lesen konnte, war ich anderer Meinung (was die Anpassung des Verbrauchsverhaltens angeht).
Mittlerweile wurde ich durch die Diskussion hier davon überzeugt, dass das Verbrauchsverhalten sich nur unwesentlich ändern wird und daher schließe ich mich uneingeschränkt der zitierten Aussage von superhaase an! Insbesondere finde auch ich die Autarkie-Bestrebungen absolut kontraproduktiv!

Sonnige Grüße
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon tonycat » 09.04.2010, 23:47

Noch mal zum Thema "Autarkie", der Geck und das Ziel aus meiner Sicht ist doch folgender:
Durch lokale Kombination von verschiedenen erneuerbaren Energieträgern (mindestens PV + Wind + Batterie oder anstelle von Batterie "festkörperbrennstoff wie z.B. Sunmachine :-) *wählt* der Verbraucher (nach Abzahlung der Anfangsinvestion) *fast* kosenlosen Strombezug (durch Eigenproduktion). (Tuning durch Elektromobilität).
Also, wollt Ihr lieber *ewig* teuren Strom kaufen (minus 20 Jahre Einspeisevergütung, danach kann man sich ja immer noch um den Eigenverbrauch kümmern...) oder jetzt schon *teilweise* verselbstständigen mit dem Ziel komplett unabhängig vom Strompreisunsinn (Abzocke) werden?
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon open source energie » 10.04.2010, 07:43

Wir leben in einer vernetzten Gesellschaft. Strom ist grundsätzlich nicht verlustfrei zu speichern. Daher halte ich PV Strom grundsätzlich für zu teuer um ihn zu speichern.

=> EV steigert die Last in der Mittagszeit
=> Dadurch können die Überkapazitäten nicht mehr an andere weitergegeben werden (z.b. Industrie und Wohnblocks)

Ich bin gegen die Förderung vom Eigenverbrauch, da sie neben volkswirtschaftlichem Schaden auch noch technisch völliger Unsinn ist, denn den Strom verbrauche ich so oder so an Ort und Stelle, wenn die Verbraucher dazu da sind. Noch Mehr Verbraucher in die Mittagsspitze zu ziehen ist echt nicht im Sinne des Erfinders.

Gruß
open source energie
 

Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon kai » 10.04.2010, 19:04

Hallo Ihr fleissigen Mitdiskutierer,

was haltet Ihr vom aktuellsten Photon Positionspapier ?
http://www.photon.de/newsletter/document/22385.pdf

Vorschlag2: Netzentlastungsbonus statt Eigenverbrauchsförderung !
Hierbei bekommt insbesonderer die Speichertechnologie eine enorme Bedeutung.

Die weiteren Vorschläge, wie die Einspeisevergütungen nach Bundesländern unterschiedlich zu senken und die spezielle Förderung von Ost und West Dächern finde ich sehr gut !

Gruß

Kai
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon entente » 10.04.2010, 21:47

Lastverteilung 1.jpg


Hallo ich mach mir jetzt nicht die Mühe die ganze Diskussion nachzulesen. Aber anscheinend ist einigen nicht bewußt, daß demnächst die Tages Verbrauchsspitze nicht mehr vorhanden ist sondern sich zu einer Sonnenuntergangsspitze (zumindest im Sommer) wandelt. Dann ist es sinnvoll, daß die PV-Anlagenbesitzer zur Mittagszeit ihren eigenen Strom verbrauchen.
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon moderne-energie » 10.04.2010, 22:51

entente hat geschrieben:
Lastverteilung 1.jpg


Hallo ich mach mir jetzt nicht die Mühe die ganze Diskussion nachzulesen. Aber anscheinend ist einigen nicht bewußt, daß demnächst die Tages Verbrauchsspitze nicht mehr vorhanden ist sondern sich zu einer Sonnenuntergangsspitze (zumindest im Sommer) wandelt. Dann ist es sinnvoll, daß die PV-Anlagenbesitzer zur Mittagszeit ihren eigenen Strom verbrauchen.


:danke: für diesen Beitrag!

Wie man im Lastverlauf sieht, gibt es neben der Mittagsspitze auch die Abendspitze. Zur Abendspitze sind aber keine PV-Anlagen mehr am Netz, deshalb ist es sinnvoll wenn man Lasten vom Abend in die Zeit hoher PV-Einspeisung verschiebt. Am besten in Kombination mit einem Kurzzeitspeicher und einem Smart Grid. Wenn einmal ein "intelligentes Netz" besteht, dann kann sich die Lastverschiebung an der tatsächlichen PV, Wind- etc. Einspeisung orientieren.

Das ganze mit einem kleinen Akku (für wenige Stunden) zu kombinieren hat den Vorteil, dass lokal erzeugter Strom lokal immer Zur Zeit des höchsten Bedarfs verbraucht werden kann. Der Verlust der durch das Stromspeichern entsteht kann bei einer Weiterentwicklung der Akkutechnologie wesentlich geringer ausfallen als die Übertragungverluste im Stromnetz.
Dadurch kann Netzausbau vermieden und die Höchstlast im Netz gesenkt werden. Beides spart Kosten!

LG,
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon firestarter » 11.04.2010, 09:51

moderne-energie hat geschrieben:
entente hat geschrieben:
Lastverteilung 1.jpg


Hallo ich mach mir jetzt nicht die Mühe die ganze Diskussion nachzulesen. Aber anscheinend ist einigen nicht bewußt, daß demnächst die Tages Verbrauchsspitze nicht mehr vorhanden ist sondern sich zu einer Sonnenuntergangsspitze (zumindest im Sommer) wandelt. Dann ist es sinnvoll, daß die PV-Anlagenbesitzer zur Mittagszeit ihren eigenen Strom verbrauchen.


:danke: für diesen Beitrag!

Wie man im Lastverlauf sieht, gibt es neben der Mittagsspitze auch die Abendspitze. Zur Abendspitze sind aber keine PV-Anlagen mehr am Netz, deshalb ist es sinnvoll wenn man Lasten vom Abend in die Zeit hoher PV-Einspeisung verschiebt. Am besten in Kombination mit einem Kurzzeitspeicher und einem Smart Grid. Wenn einmal ein "intelligentes Netz" besteht, dann kann sich die Lastverschiebung an der tatsächlichen PV, Wind- etc. Einspeisung orientieren.

Das ganze mit einem kleinen Akku (für wenige Stunden) zu kombinieren hat den Vorteil, dass lokal erzeugter Strom lokal immer Zur Zeit des höchsten Bedarfs verbraucht werden kann. Der Verlust der durch das Stromspeichern entsteht kann bei einer Weiterentwicklung der Akkutechnologie wesentlich geringer ausfallen als die Übertragungverluste im Stromnetz.
Dadurch kann Netzausbau vermieden und die Höchstlast im Netz gesenkt werden. Beides spart Kosten!

LG,
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Acuh von mir Danke für die Grafik
...zumal ich auch gleich die passende Studie dazu gefunden hab.

Ich stimme hier mit moderne-enrgergie überein, dass in diesem Fall fdurchaus höhere Lasten in der Mittagsspitze Sinn machen könnten, dennoch möchte ich manch Dinge anders interpretieren.
1. auch wenn ich die Klimadaten jetzt nicht rausgesucht hab, ist wohl davon auszugehen, dass die 26. KW des Jahres 2005 eher zu den PV-stärkeren Wochen des Jahres gehörte. Wenn man mal hier den Ertrag halbiert um viele andere Tage des Jahres abzubilden, dann wird die negative Mittagsspitze kaum noch erkennbar sein
2. wurden diese Daten aufgrund eine gleichmäßigen PV-Erzeugung in Deutschland modelliert
Dies ist ja aktuell überhaupt nicht der Fall, so dass (auch wenn in Deutschland von den Lastverläufen auszugehen ist) es durchaus lokal durch Überkapazitäten zu Netzengpässen kommen kann, während an anderer Stelle noch Spitzenbedarf besteht....drum ist die Diskussion zum Positionspapier m.E. völlig berechtigt.
3. selbst wenn es in Wochen nahe der 26.KW eines Jahres mal zu negativen Lastspitzen zu der mittagszeit kommt, stellt sich die Frage ob für diesen vermutlich seltener(auf Jahressicht betrachtet) aufzutretenden Ereignis wirklich eine Speichertechnologie lohnt, oder ein gändertes Verhalten der bisherigen Speicher und Lastmanagmentsysteme nicht ausreichend ist, ggf. mit export des Überschuss-Stromes
4. sind wir von 30...40GW installierter Leistung noch ein Stückchen entfernt(erstaunlicherweise bei aktuellen Zubauraten aber auch nicht so ewig weit weg), so dass ein Diskussion über ein zukünftiges Lastmanagment durchaus sinnvoll ist und auch erste Ansätze erprobt werden könnten...aber eine Umsetzung in der Breite halt ich für verfrüht (zumal mir das bei der aktuellen Politik eher als Schnellschuss vorkommt)
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Re: Eigenverbrauch schädlich und teuer?

Beitragvon moderne-energie » 11.04.2010, 16:53

@ firestarter

Meine Beschreibung war etwas simplifiziert. Möglicherweise ist es noch zu früh das generell einzuführen. Man könnte aber in einigen bayrischen Gemeinden, in denen schon sehr große PV-Kapazitäten bestehen ein Pilotprojekt starten.

Wenn es dann intelligente Netze gibt, dann kann der Akku auch zur Speicherung von Windstrom genutzt werden. Auch eine Kombination mit KWK kann ich mir gut vorstellen. Denn im Sommer gibt es viel Sonne und wenig Wärmebedarf und im Winter wenig Sonne und viel Wärmebedarf. Würde sich also gut decken.

LG,
me
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