News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von firestarter » 11.03.2010, 07:37
Hallo,
ich sehe die Sache ähnlich wie bürgersolar, wir haben nunmal täglich um die mittagszeit (ja auch abends) deutlich höheren Strombedarf im Netz. Dies wird auch noch auf langer Sicht, so bleiben. Es macht damit überhaupt keinen Sinn, dass man ausgerechnet bei der PV (die ja bekanntlich eher zur mittagszeit liefert) eine Eigenstromnutzung so sehr fördert und damit weitere Nachfrage zur Mittagsspitze generiert.
Das Thema Eigenstromnutzung ist ja schon ewig DAS Thema bei den BHKWs, auch wenn dort es nicht so extrem ist (durch die zeitgleiche Spitzen wie PV), so ist es dennoch ärgerlich, dass nur hohe Eigenstromnutzung wirklich rentabel ist. So werden die Dinger kleiner als möglich dimensioniert, damit die schön lang laufen und die Grundlast decken....ist ja verständlich aus Betreibersicht. Aus Netz-Sicht, wäre es dabei viel sinnvoller, wenn die z.B. nachts stehen würden und tagsüber die Puffer laden.
Wartet mal ab, bis die ersten PV-ler aus der Förderung kommen und dann das böse Erwachen haben (Thema Stomvermarktung) Ich hab es schon oft gesagt, die Sorgen der BHKW-ler von heute, sind die Probleme der PV-ler von morgen.
Thema Stromspeicher: Ja, ich denke das wird in die Richtung gehen, wenn auch wirtschaftlich kaum tragbar und volkswirtschaftlich absoluter Irrsinn (zumindest im stationären Einsatz)....ganz besonders bei PV, die ja Netzgünstig liefert, aber auch bei BHKWs, die ja netzverträglich liefern könnten.
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von Weidemann » 11.03.2010, 09:00
Selbst wenn der Eigenverbrauch dazu führt, dass mittags noch mehr Nachfrage herrschen sollte (bezweifle ich zwar, aber nun gut): Dann kommt endlich mal ein klein bisschen mehr Druck auf die Energiewirtschaft, das Netz und die Kraftwerkstechnik den erneuerbaren Energien anzupassen!! Stellt euch mal vor, jeder PV-Haushalt hätte seinen eigenen Speicher und würde Strom nur streng gemäß dem Standard-Lastprofil beziehen oder einspeisen: Dann könnten die EVU das System noch 10 Jahre genauso weiterlaufen lassen, und das böse Erwachen käme erst ein paar Jahre später... Meiner Meinung nach ist der Umbau des Stromnetzes sowieso unausweichlich, und je früher damit angefangen wird, desto besser! Dazu muss es aber den EVU erstmal "weh tun", vorher haben die ja keinen Grund, z.B. großflächig variable Tarife je nach Nachfrage einzuführen, bzw. die Datenschnittstelle für Verbraucher wie Kühlschrank etc. einzuführen... Also ich freue mich, wenn es durch PV-Einspeisung in ein paar Jahren großflächig zu "Herausforderungen" in der Netztechnik kommen wird  Denn erst dann wird so langsam was vorangehen!
sonnige Grüße, -Weidemann-
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von hadl » 11.03.2010, 09:33
Sinci hat geschrieben: PS: und bevor jetzt Hadl mit Merit Order kommt  ... der bringt vielleicht was bei Windkraft, aber nicht bei den aktuellen und zukünftigen Kosten von PV
Hallo Sinci Mal davon abgesehen, dass "M O" ab 2010 - durch die Änderung bei der Umlagen Ermittlung - neu definiert werden muß, entnehme ich Deiner Äußerung zu "M O", dass Du dich noch nicht ausreichend damit beschäftigt hast. Gruß Hadl
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von buergersolar » 11.03.2010, 09:57
Weidemann hat geschrieben:Dann kommt endlich mal ein klein bisschen mehr Druck auf die Energiewirtschaft, das Netz und die Kraftwerkstechnik den erneuerbaren Energien anzupassen!!
Im künftigen System (und auch jetzt schon) sind WIR Kraftwerksbetreiber. Die Einstellung "die anderen Kraftwerksbetreiber sollen" ist ignorant. In einem Mix aus Erneuerbaren, der die fossilen und nuklearen Energieträger ablösen soll, gibt es keine "anderen Kraftwerke, die sich gefälligst anzupassen haben". Die Erneuerbaren sind die Kraftwerke, die sich nach möglichkeit dem Verbrauch anzupassen haben und in gewissem Maße wird man versuchen (SmartGrid), den Verbrauch der Erzeugung (die nicht steuerbar ist) anzupassen. Im Moment stellt sich die konventionelle Energiewirtschaft natürlich auf den erhöhten Mittags-Verbrauch durch die Eigenverbraucher ein, genauso wie sie sich auf schwankende Windeinspeisung und andere Netzzustände einstellen muss. Aber langfristig gibt es die konventionelle Energiewirtschaft nicht mehr und die Erneuerbaren müssen zu jeder Zeit den Bedarf decken, und nicht mehr und nicht weniger. In einem solchen zukünftigen Netz ist es höchst schwachsinnig, Verbrauch zu einer bestimmten Uhrzeit zu fördern, ungeachtet der anderen schwankenden Energieträger. Ich bleibe dabei: Verbrauchsanreize machen DANN Sinn, wenn in Summe über alle Energieträger gerade ein Überschuss besteht und nicht, wenn gerade EINE der vielen Quellen viel Strom liefert, denn möglicherweise weht dann gerade kein Wind.
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von kai » 11.03.2010, 10:10
Hallo, meiner Meinung nach liegt im folgenden Satz ein Gedankenfehler: "Es macht damit überhaupt keinen Sinn, dass man ausgerechnet bei der PV (die ja bekanntlich eher zur mittagszeit liefert) eine Eigenstromnutzung so sehr fördert und damit weitere Nachfrage zur Mittagsspitze generiert." Wieso soll es dadurch MEHR Nachfrage geben, wenn weniger oder nichts verbraucht wird ? Es wird außerdem nicht der gesamte produzierte Strom durch Eigenverbrauch verbraucht. Und das gilt auch Mittags. Ich habe die Eigenverbrauchsregelung und speise Mittags bei hohem Eigenverbrauch ( 20 Minuten Herd an ) immer noch über 6000 Watt ein ! Außerdem habe ich ab März bereits so viel Leistung, das wir z.B. die Waschmaschine bereits vormittags oder nachmittags anmachen können, und da bleiben dann immer noch mehrere tausend Watt über für Einspeisung. Ohne professionelle Auswertungen von Lastprofilen mehrere (hundert/tausend ) Eigenverbraucher ist eh keine Aussage möglich. Populistische Pauschalaussagen der Photon sind unseriös und unsachlich. Ich nehme immer mehr Abstand von dieser Zeitschrift die für viele inzwischen nicht mehr tragbar ist. Mir scheint das die Photon gegen Dezentralisierung und für die Zentralisierung der Stromerzeugung ist. Ich vermute das die Photon es auch schädlich findet, wenn ich meinen Elektroroller selber zur Mittagszeit über Eigenverbrauch lade. Hier einmal eine positive Stellungnahme der Firma SMA zu dem Thema: http://www.sma.de/de/produkte/knowledge ... ulage.htmlOb Speicherung AKTUELL sinnvoll ist, ist allerdings fraglich, langfristig in 10-20 Jahren KANN es jedoch sinnvoll sein. Man denke an große Langfristspeicher für ganze Wohnblöcke etc. Ich speichere jedoch schon JETZT, indem ich meinen Laptop tagsüber lade und abends damit arbeite. Gruß Kai
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von buergersolar » 11.03.2010, 10:25
kai hat geschrieben:meiner Meinung nach liegt im folgenden Satz ein Gedankenfehler:
kai hat geschrieben:Ich habe die Eigenverbrauchsregelung und speise Mittags bei hohem Eigenverbrauch ( 20 Minuten Herd an ) immer noch über 6000 Watt ein ! Außerdem habe ich ab März bereits so viel Leistung, das wir z.B. die Waschmaschine bereits vormittags oder nachmittags anmachen können, und da bleiben dann immer noch mehrere tausend Watt über für Einspeisung.
Das ist das was ich meine mit dem Gedankenfehler, zu meinen, man sei mit seinem PV-Strom unabhängig vom Netz. Ob du gerade deinen eigenen Strom oder den aus dem Netz verbrauchst, macht für das Netz keinen Unterschied. Wenn du deinen Herd anmachst. sind im Netz 2000W weniger als vorher zur Verfügung. Für das Gleichgewicht im Netz ist es nämlich egal, ob jemand seine Einspeiseleistung von 8000 auf 6000W senkt, oder ob der Nachbar seinen Verbrauch um 2000W erhöht. Das ist DAS GLEICHE! Beispiel, um das zu verdeutlichen: Im Kohlekraftwerk dürfen alle Mitarbeiter, Azubis etc ihre nasse Wäsche mitbringen, um sie im Kraftwerk mit "frisch erzeugtem" Strom im Wäschetrockner zu trocknen. Es sind besonders viele Mitarbeiter und alle trocknen ihre Wäsche gleichzeitig um 12 Uhr. Die Einspeiseleistung des Kraftwerks sinkt um (500 Wäschetrockner á 2000W) 1MW. Aber weil das Kraftwerk ja immernoch einspeist, sagen die Mitarbeiter: Wir speisen ja trotzdem noch Strom ein, also macht das dem Netz garnichts aus. Merkt ihr, dass der Gedankengang falsch ist? Woanders muss deswegen nämlich ein Gaskraftwerk angefahren werden. Und das ist bei eigenverbrauchtem PV-Strom tendenziell genauso. Sonnige Grüße
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von kai » 11.03.2010, 10:43
Hallo, das sehe ich und die Firma SMA anders. Siehe Textausschnitt. Und ich glaube SMA und meinen eigenen Messungen  Hast DU denn Eigenverbrauch und hast mal nachgemessen ? Ausschnitt von SMA Stellungnahme zum Eigenverbrauch: ----------------------------------------------------------------- Hintergrund der Eigenverbrauchsförderung: Die regionalen Mittel- und Niederspannungsnetze müssen entlastet werden. Zumindest so lange, bis der Umbau zu einem modernen Verbundnetz weiter fortgeschritten ist – also einem Netz, das schwankende Energiemengen verlustarm in alle Richtungen verteilen kann. Der Eigenverbrauch sorgt nun in doppelter Hinsicht für Entlastung: Energie, die unmittelbar am Ort der Erzeugung verbraucht wird, muss nicht mehr über das Stromnetz abtransportiert werden. Zusätzlich entfällt der Bezug der benötigten Verbrauchsenergie über das Netz. Sinnvoll ist das Ganze auch deshalb, weil die Photovoltaik beim Eigenverbrauch einen ihrer besonderen Vorteile ausspielen kann: Die gute zeitliche Korrelation von Energieerzeugung und -bedarf. Denn um die Mittagszeit, wenn Solarstrom-Anlagen die meiste Energie liefern, wird in der Regel am meisten davon benötigt. Abgesehen von seiner netzentlastenden Wirkung ist der Eigenverbrauch aber generell ein Zukunftsthema – vor allem mit Blick auf die in Deutschland schon in wenigen Jahren erreichte Netzparität. Denn sobald Solarstrom den gleichen oder sogar einen geringeren Preis hat wie konventioneller Strom aus der Steckdose, ist es für jeden Besitzer einer Solar-Anlage sinnvoll, einen möglichst großen Teil des selbst erzeugten Stroms auch selbst zu verbrauchen. Gruß Kai
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von firestarter » 11.03.2010, 10:50
meiner Meinung nach liegt im folgenden Satz ein Gedankenfehler: "Es macht damit überhaupt keinen Sinn, dass man ausgerechnet bei der PV (die ja bekanntlich eher zur mittagszeit liefert) eine Eigenstromnutzung so sehr fördert und damit weitere Nachfrage zur Mittagsspitze generiert."
Wieso soll es dadurch MEHR Nachfrage geben, wenn weniger oder nichts verbraucht wird ?
die isolierte Betrachtung EINER Anlage, bzw eines Objektes oder auch einer Energieform bringt im System Stromwirtschaft nichts. aber um es mal handhabbarer zu machen, strick ich mal in einem einfachen Beispiel ein lokales Netz Merhfamilienhaus, 6 Mietpartein mit je 1kw Tagesgrundlast, bzw 2kw bei erhöhter Nachfrage und 5kwp Anlage auf dem Dach - Variante A ohne eigenstromförderung 6 x 1 kw - 5kw = 1kw, was das Objekt...das Netz bezieht (vom vorgelagerten Netz) - Variante B, erhöhte Stromnachfrage durch Eigenstromnutzung 6 x 2 kw - 5kw = 7kw, was das Objekt nachfragt 1kw zu 7 kw das ist schon ein deutlicher Unterschied und die anderen "lokalen Netze" also das Nachbarhaus ohne PV, könnte eigentlich gut etwas mehr verkraften, da auch hier die Tageslast höher liegt, als Nachts. ...weiterhin, wird ja dadurch der Strombedarf zu anderen Tageszeiten sinken, also z.B. wenn wir verhältnismäßig (zumindest %tual) mehr Wind im Netz haben. Die ganze Eigenstromförderung hat vorrangig das Ziel, dass die dezentralen ihren Strom gefälligst aus dem Netz der 4 Besatzungsmächte raushalten sollen, und anstatt die sich mal Gedanken machen, wie die Ihre Grundlastmonster besser an den Bedarf einer künftigen Energieversorgung anpassen, sollen leiber die kleinstbetreiber fleissig in Akku und co. investieren (was m.E. aus wirtschaftlichen Gründen nur im mobilen Sektor Sinn machen kann) und damit @Weidemann seh ich das ganze genau umgekehrt...die erhöhte "im Objekt"-Nutzung führt eher dazu, dass die weiterhin so machen können wie bisher
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von kai » 11.03.2010, 11:07
Hallo
2 Kommentare zu Deinem Posting:
1.) "Variante B, erhöhte Stromnachfrage durch Eigenstromnutzung" Falsch ! wieso soll durch Eigenstromnutzung eine erhöhte Stromnachfrage bestehen ? Mein Jahresstromverbrauch ist konstant, ob mit oder ohne Eigenstromverbrauch. Nur der Bezug vom EVU ändert bzw. glättet sich.
2.) "Die ganze Eigenstromförderung hat vorrangig das Ziel, dass die dezentralen ihren Strom gefälligst aus dem Netz der 4 Besatzungsmächte raushalten sollen." Falsch ! es wird ja weiterhin Strom eingespeist. Der Eigenbedarf entspricht ja nur bis zu 40% der Stromproduktion. Bei mir sind es sogar nur ca. 15%. Der durchschnittliche PV Besitzer speist bei Eigenverbrauch also 60%-85% des PV Ertrages ein !
So what ?
Gruß
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von firestarter » 11.03.2010, 11:39
zu 1. richtig, an der Jahressumme wird sich vermutlich nichts ändern, aber doch die Zeiten (Tages-) wo der Bedarf auftaucht, und das ist nunmal genau dann, wenn die Netznachfrage am höchsten ist zu 1a: und dadurch findet keine Glättung statt, ganz im Gegenteil guck die einfach mal die Tagesverläufe der Stromnachfrage an http://www.transparency.eex.com/de/frei ... produktionund die letzten Tage sind alles andere als Repräsentativ, normalerweise ist der Tageswert deutlich höher. Wenn man nun die Nachfrage der PV-Betreiber am Tag steigert, und im Gegenzug abends/nachts senkt (weil ja der Gesamtverbrauch konstant), dann führt das überhaupt nicht zu einer Glättung. zu 2. jaein, warum denn die Krücke der erhöhten Eigennutzung, wenn es wurscht wäre? Es wird -wie bei den BHKWs- nicht mehr nach Dachfläche eine Anlage dimensioniert, sonder unterdimensioniert...passend zum Strombedarf für's Objekt, damit das ganze noch wirtschaftlich bleibt. Kenn ich wie gesagt seit Jahren aus dem Bereich der BHKWs, drum immerwieder mein Hinweis, dass dies auch die PV treffen wird. Wenn Einspeisung nicht mehr lohnend (sinkende Sätze), dann wird halt mehr auf Eigenverbrauch geschaut und im Zweifelsfall nur ein Teil des Daches belegt, vielleicht so, dass im Jahresschnitt 80% im Objekt bleiben (nur als Bsp.)...und somit die Zubaurate gedrosselt. Speicher wären eine Alternative, aber da seh ich noch lange keine wirtschaftliche Lösung (Kosten pro gespeicherte kwh)
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