Dünnschichthersteller vor dem Aus?

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Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon pvplaner2010 » 06.09.2011, 18:29

In den vergangenen 12 Monaten hat man in DE kaum Preise für Dünnschichtmodule gesehen, die eine mittlere PV- Anlage rentabler gemacht hätten im Vergleich zu kristallinen Modulangeboten.

Der Weltmarkt hat nicht erwartet, dass der Preisverfall bei dem Ausgangsmaterial Silizium für kristalline Zellen so rasch voranschreiten würde. In der Folge hat sich der Kostenvorteil der Dünnschichttechnologie minimiert. Mit Solyndra verschwand gerade der erste Hersteller vom Markt. Laut Photon 06/11 war der Unterschied der Produktionskosten zB. bei First Solar (Q1/11)mit 0,49 €/Wp noch erheblich unter den Kosten kristalliner Modulhersteller.

Im Laufe des weiteren Preisverfalls wurde zumindest bei Großhandelspreisen im Q3 ein Preisniveau von etwa 1€ für First Solar und chinesiche Marktführer erreicht. Durch den geringeren Wirkungsgrad müssten aber Dünnschichtmodule bis zu 20 cent günstiger sein, um weiter wettbewerbsfähig zu kristallinen Modulen zu sein, da entsprechnende Zusatzkosten für Montage und Untergestelle bei den Dünnschichtanlagen zu berücksichtigen sind.

Die Frage ist nun, warum am Markt entsprechenden Modulpreise nicht zu sehen sind? Gehen die Hersteller nur noch auf Großkunden und Projektgeschäfte zu, oder sind die Angaben der eigenen Produktionskosten zu optimistisch und tatsächlich viel höher, wodurch keine weitere Preissenkung möglich ist?

Jedenfalls ist diese Technologie aktuell für Endkunden nicht mehr rentabel. Sofern nicht zwingend rahmenlose Module erforderlich sind, gibt es keinen Grund, noch in diese Modultechnologie zu investieren.


http://www.renewableenergyworld.com/rea ... t-to-blame
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon Zentralschmiertechnik » 06.09.2011, 18:40

pvplaner2010 hat geschrieben:
Jedenfalls ist diese Technologie aktuell für Endkunden nicht mehr rentabel. Sofern nicht zwingend rahmenlose Module erforderlich sind, gibt es keinen Grund, noch in diese Modultechnologie zu investieren.


http://www.renewableenergyworld.com/rea ... t-to-blame


2007 betrug das Delta zwischen FS und einem chinesischen Polykristallinen Hersteller ca. 300€/kwp,gegenüber europäischen Herstellern sogar 400 bis 500€/kwp.

Damals ist man an DS -insbesondere FS- gar nicht vorbeigekommen,jedoch hat sich das in den letzten zwei Jahren spürbar verändert zuungunsten von DS. Es macht z.Z. überhaupt keinen Sinn DS gegenüber Kristallin zu bevorzugen,denn der Zug ist abgefahren.
Ist wohl auch mit ein Grund,warum FS sein Heil im Projektgeschäft jetzt sucht,aber wie lange können die das durchstehen?

Gruß ZST
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon funky63 » 06.09.2011, 18:48

Über die tatsächlichen Produktionskosten kann man ja eigentlich gar nichts aussagen, die sind ja vertraulich. Keine Firma rückt solche Zahlen ja raus, auch nicht die Ausbeutequoten, die wesentlich sind zur Kalkulation. Also kann man nur indirekt Schlüsse ziehen. Da verweise ich mal auf das Beispiel Würth. Der Verlauf der Verkaufspreise und die Entwicklung der Firma sind ja bekannt.

Zum Punkt Preisverfall bei Silizium bin ich nicht der Meinung, dass das nicht absehbar war. Es war ein Kapazitätsproblem der Hersteller, keine Rohstoffknappheit o.ä. Jeder hat zumindest damit rechnen müssen, dass die Preise fallen, sobald die Kapazitäten aufgestockt waren. Außerdem gab und gibt es da offenbar erhebliche Einsparmöglichkeiten, z.B. beim sägen bzw. abtrennen der Wafer...

Ein großer Vorteil der Si-Technologien ist m.E. die optimale Automatisierbarkeit der Herstellung. Ein Solarmodul ist relativ einfach aufgebaut, die Herstellung kann gut automatisiert werden. Einfach Wafer nehmen und von Automaten zum gewünschten Modul zusammentackern lassen. Diesen Vorteil hat Dünnschicht nicht und wird ihn nie haben.
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon eggis » 06.09.2011, 18:55

Moin!

Ganz so schwarz sehe ich nicht für die Dünnschichthersteller. Zumindest nicht für alle. A-Si hat sich meiner Meinung nach erledigt, da bis auf Stapelzellen kaum Wirkungsgrade kristalliner Module erreichen lassen. Die CI(G)S-technolgie würde ich noch nicht aufgeben. Solibro und SolarFrontier bauen mittlerweile Module mit mehr als 12% Wirkungsgrad und haben mMn. noch Möglichkeiten durch Skalierung die Preise zu senken. Obwohl mir hier die Abhängigkeit zu den "seltenen Erden (Indium, Gallium)" zu hoch ist. Das Problem hat FirstSolar nicht. Bei FS mag ich keine Prognose geben. Sieht aber auch noch alles sehr gut aus.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon pvplaner2010 » 06.09.2011, 19:01

Ist wohl auch mit ein Grund,warum FS sein Heil im Projektgeschäft jetzt sucht,aber wie lange können die das durchstehen?


Erst im Frühjahr 2011 hat FS Endkunden entdeckt und die erlaubte Anlagengröße von 30 auf 10 kWp gesenkt. War das schleppende Projektgeschäft der Auslöser? Gibt es überhaupt noch ein nennenswertes Projektgeschäft für FS in D?

Muss man nicht befürchten, dass die Hersteller die Produktionskosten einfach niedriger angegeben haben, als sie tatsächlich waren, nur um Banken und Investoren bei Laune zu halten? Schließlich war der Kostenvorteil ja der einzige handfeste Wettbewerbsvorteil. Schmilzt dieser dahin, kommt es sogleich zu einer Sinnkrise, deren Ende Solyndra soeben aufgezeigt hat.

Wunderlich Securities Analyst Theodore O`Neill äußerte zuletzt Zweifel daran, ob es First Solar gelingen wird, die schwindende Nachfrage in Europa durch mehr Verkäufe in Schwellenländern auszugleichen. Zwar boomt der Solarmarkt in Indien, allerdings ist Italien nach wie vor der zweitwichtigste Markt für First Solar.

Zudem verweist O`Neill darauf, dass First Solars Dünnschichtmodule weniger effizient sind, als traditionelle Silizium-basierte Module. Im jüngsten Quartal konnte First Solar den Wirkungsgrad seiner Module zwar im Schnitt auf 11,7 Prozent steigern, dennoch liegt das Unternehmen noch deutlich hinter dem Wirkungsgrad von Silizium-basierten Modulen zurück. Analysten und Marktbeobachter sehen für die Dünnschichttechnik daher nur wenig Chancen im Dachanlagen-Bereich.


Quelle:
http://www.it-times.de/news/hintergrund ... nshahn-zu/
Zuletzt geändert von pvplaner2010 am 06.09.2011, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon funky63 » 06.09.2011, 19:06

Bingo.
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon wurzel0011 » 06.09.2011, 19:22

also ich sehe das mit den dünnschichtmodulen von einer ganz anderen seite.
ich spreche jetzt nur für einen modulhersteller wo wir auch erfahrungen mit gemacht haben.
wir haben anfang des jahres insgesamt auf 4 baustellen 2,225 mw verbaut.
diese module haben ein sehr gutes schwachlichtverhalten. die erträge sind besser als erwartet.
von der montage her sind die module gut zu handhaben. die maße sind 1,2m x 0,6m.
das gewicht beträgt ca 12kg. trotz das ich so positiv beeindruckt bin von diesen modulen haben sie auch einen nachteil.
zur zeit liefert 1 modul bis zu 72,5 w. das heißt ich brauch eine größere fläche um ein kw zu verbauen.
der vorteil liegt wiederum darin, das ich damit norddächer ohne sorge belegen kann.
dadurch das sie keinen rahmen haben kann im winter der schnee besser runterrutschen(bei entsprechender dachneigung).
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon funky63 » 06.09.2011, 19:31

Das ist jetzt nicht wahr, dass jetzt wieder diese "Argumente" kommen. Was soll das denn?
Und wenn das ernst gemeint ist, dann doch bitte auch gleich den Hersteller nennen. Und das mit Zahlen belegen und nicht nur mit "gefühlten" Daten.
Fakt ist, mir hat der GF eines Großhändlers gesagt, den ich gerne per PN nennen kann, dass er selbst einen Teststand betreibt und Null Unterschied hinsichtlich Schwachlichtverhalten festgestellt hat.
Und nochmal, was zählt ist doch der Ertrag, der am Jahresende auf der Uhr steht. Ist das so schwer?
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon pvplaner2010 » 06.09.2011, 19:43

wurzel0011 hat geschrieben:also ich sehe das mit den dünnschichtmodulen von einer ganz anderen seite.
ich spreche jetzt nur für einen modulhersteller wo wir auch erfahrungen mit gemacht haben.
wir haben anfang des jahres insgesamt auf 4 baustellen 2,225 mw verbaut.
diese module haben ein sehr gutes schwachlichtverhalten. die erträge sind besser als erwartet.
von der montage her sind die module gut zu handhaben. die maße sind 1,2m x 0,6m.
das gewicht beträgt ca 12kg. trotz das ich so positiv beeindruckt bin von diesen modulen haben sie auch einen nachteil.
zur zeit liefert 1 modul bis zu 72,5 w. das heißt ich brauch eine größere fläche um ein kw zu verbauen.
der vorteil liegt wiederum darin, das ich damit norddächer ohne sorge belegen kann.
dadurch das sie keinen rahmen haben kann im winter der schnee besser runterrutschen(bei entsprechender dachneigung).
die module können ohne große ertragsminderung flachliegend auf einem dach, oder senkrecht an fassaden verbaut werden.


Alles soweit vielleicht richtig, ebenso aber Hinweise darauf, dass diese rahmenlosen Module ein Nischenprodukt sind, aber nicht für die breite Masse.
Da wäre ein Preisvorteil nötig, und den bekommt man am Markt gerade nicht oder wissen sie da mehr?

Kann ein Hersteller mit einem Nischenprodukt Weltmarktführer sein oder bleiben?
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon wurzel0011 » 06.09.2011, 19:52

als ich weiß jetzt nicht was dein problem ist. hier geht es nicht um eine bewertung eines produktes. hier geht es um ne meinung und erfahrung die ich hier kund getan habe. der hersteller ist calyxo, und sitzt in thalheim.
eine anlage von 1,48 mw wurde bei der agrar genossenschaft in hedersleben verbaut. wenn du zeit hast kannst du ja mal hin fahren. die haben eine riesentafel wo du alles ablesen kannst. im april wurde bei sonneneitsrahlung 1280kw eingespeist.
bei bewölkten himmel 980 kw. davon musst du von 20% ost-west-, 40% süd- und 40% nordausrichtung ausgehen.
und jetzt an alle rechner und planer, nehmt die daten und entscheidet selber.

und falls funky63 es wieder besser wissen sollte lade ich ihn hiermit ein, das werk von calyxo zu besuchen und selber sich ein bild zu verschaffen. sollte kein problem von meiner seite sein, da wir mit dem hersteller eng zusammen arbeiten.

lg
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