Dünnschichthersteller vor dem Aus?

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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon irgendwer » 17.09.2011, 15:14

Abgesehen davon, dass FS die Herstellkosten ebenfalls bekannt gibt - Oerlikon verkauft keine Module sondern PV-Fabriken.
Für die potentielle Oerlikon Kundschaft sind die Produktionskosten relevant und nicht ihr eigener Modulverkaufspreis. Wie gesagt: Oerlikon muss diese Produktionskosten spätestens bei der Fabrikabnahme belegen können, ansonsten werden sie wohl nicht (vollständig) bezahlt.

Natürlich sind die Modulkosten auch vor allem abhängig von den Kapitalkosten der Fabrik aber das ist etwas was man ja bereits vor dem Kauf und Bau einer Fabrik durchrechnen kann. Insofern hätte ein Fabrikbesitzer um 2015 vielleicht den Vorteil, dass die hohen Kapitalkosten der Fabrik bereits amortisiert wären und nicht mehr in die Modulproduktionskosten fallen würden. (Angenommen der Produzent überlebt solange).
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon cephalotus » 17.09.2011, 19:19

pvplaner2010 hat geschrieben:Auch in der Fläche sind die DS Module kostenintensiver zu verbauen als kristalline Module. Man benötigt viel mehr Module mit entsprechenden Montagekosten. Nach den og. Augustpreisen können die Hersteller dem chinesischen Preisdruck nicht mithalten oder sie haben Deutschland bereits aufgegeben. D ist aber zB. für First Solar der wichtigste Markt.

Kommt dann doch irgendwan das Aus oder kann der Kostenvorteil verteidigt werden?


Kommt drauf an, ob sich ein Markt für sehr große PV Kraftwerke in den Wüsten auftun wird. Dort sind meist die Löhne niedrig, also spielen Montagekosten nicht die große Rolle. Die Fläche kostet praktisch nichts.
Bei der Aufständerung dürfte es noch deutlich Potenzial nach unten geben, für die Wüste tut es evtl. auch ein 08/15 Stahl.

Bei der Verkabelung spielt es eine Rolle, welche Spannungen die Module zu vertragen, demnach bemisst sich der Kabelaufwand pro Strang.

Auf der anderen Seite sagt man den meisten Dünnschichttechnologien höhere spezifische Erträge bei Hitze im Vergleich zu c-Si Modulen voraus. Meiner Einschätzung nach könnte sich da nach wie vor ein Markt auftun.
Außerdem kann ich mir immer noch vorstellen, dass man mit Drucktechniken vielleicht was machen kann. Vielleicht liegt eine Zukunft der Dünnschichttechnologie darin, dass man sie auf eine Sauertstoff und wasserdampfdichte Folie "einfach" aufdruckt und ganze Modulbahnen dann aufs dach oder an die Fassade klebt.
Noch gibt es sowas nicht und der Neueinstieg für kleine Firmen dürfte mittlerweile nicht mehr möglich sein, aber evtl wird sowas entwickelt und einer der großen Player (BASF, M3, etc.) kauft sich da ein...

Wenn man sich vorstellt, dass Solarfolie in einer solchen (noch visionären) Fabrik auf einer 3m breiten Rolle hinten mit einer Geschwindigkeit vergleichbar dem Zeitungsdruck aufgewickelt wird, dann ist das nochmal eine Größenordnung darüber, was mit den derzeitigen Glasmodulen so möglich ist.

Eine solche Zelle könnte dann meinetwegen 3m lang und 2cm breit sein und bei 10% Zellwirkungsgrad eine Leistung von 6W haben. 1000 Stück davon hintereinander ergeibt meinetwegen 25m länge einer solchen Bahn, damit hat man ein 6kW Modul, das man direkt an den Wechselrichter anstöpseln kann. Alle 30 Zellen eine Bypassdiode eingebaut und man hätte wegen der länglichen Zellen auch ein sehr verschattungstolerantes Modul.
Verwendet man als Rückfolie ebenfalls was lichtdurchlässiges oder gar Glas dann kann man auch semitransparente Module (logischerweise mit geringerem Modulwirkungsgrad) gestalten, entweder sichtbar über entsprechende Zellmuster (Streifen, Karos, Punkte, Schriftzüge etc...) oder unsichtbar durch Mikroperforation der Einzelzellen.

Kann mir jemand sagen, was 1m² 3mm Solarglas derzeit kostet und hat zufällig auch jemand der Preis für 1m² sauerstoffdichte lichtdurchlässige Folie (das ist nämlich garnicht so trivial)

mfg
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon pvplaner2010 » 28.10.2011, 18:13

Mit dem Wirkungsgrad ist das so eine Sache. Die FS Module der letzten Jahre seit den fehlerhaften Produktionen liefern eher bescheidene Erträge lt sonnenertrag.eu. Vielleicht musste man aus Kostengründen auf die Qualitätsbremse drücken. Wer setzt da noch auf einen Hersteller, dessen Module nicht die versprochenen Erträge liefern?

Bei einigen Anlagen scheint man die Degradation nicht im Griff zu haben? Gibt es überhaupt DS-Anlagenbetreiber mit zufriedenstellenden Erträgen?
Oder liegt es einfach daran, dass die Wirkungsgrade der kristallinen Anlagen viel schneller zugenommen haben?
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon pvplaner2010 » 30.10.2011, 22:02

http://www.finanznachrichten.de/nachric ... li-124.htm

"kunden-kaufen-lieber-suntech-trina-yingli"
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon GAST » 31.10.2011, 19:28

@cephalotus
die Idee das man Dünnschicht einfach auf eine Folie drucken kann ist gut, so eine ähnliche Variante habe ich letztes Jahr auf dem Caravansalon gesehen, dort gab es eine dickere Folie als Solarzelle die man einrollen konnte (sollte wohl für Markisen sein) leider habe ich dazu keine Infos mehr.

Zu den Folien, da wird das Problem eher die UV-Beständigkeit dastellen...ein paar Jahre sind ja nicht das Problem, aber wenn diese auch 20 und mehr Jahre wirklich halten sollen und dabei auch die PV-Schicht nicht angreifen dürfen, dann wird es bestimmt komplizierter.
Siehe CDs...

Allerdings wäre so eine Folie bestimmt eine tolle Sache um über seine Fassade einen gewissen Teil seines Strombedarfs selber zu produzieren.

Gruß
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon Spekulatius » 31.10.2011, 21:04

cephalotus hat geschrieben:...Außerdem kann ich mir immer noch vorstellen, dass man mit Drucktechniken vielleicht was machen kann. Vielleicht liegt eine Zukunft der Dünnschichttechnologie darin, dass man sie auf eine Sauertstoff und wasserdampfdichte Folie "einfach" aufdruckt und ganze Modulbahnen dann aufs dach oder an die Fassade klebt.
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Wenn man sich vorstellt, dass Solarfolie in einer solchen (noch visionären) Fabrik auf einer 3m breiten Rolle hinten mit einer Geschwindigkeit vergleichbar dem Zeitungsdruck aufgewickelt wird, dann ist das nochmal eine Größenordnung darüber, was mit den derzeitigen Glasmodulen so möglich ist.

Eine solche Zelle könnte dann meinetwegen 3m lang und 2cm breit sein und bei 10% Zellwirkungsgrad eine Leistung von 6W haben. 1000 Stück davon hintereinander ergeibt meinetwegen 25m länge einer solchen Bahn, damit hat man ein 6kW Modul, das man direkt an den Wechselrichter anstöpseln kann. Alle 30 Zellen eine Bypassdiode eingebaut und man hätte wegen der länglichen Zellen auch ein sehr verschattungstolerantes Modul.
Verwendet man als Rückfolie ebenfalls was lichtdurchlässiges oder gar Glas dann kann man auch semitransparente Module (logischerweise mit geringerem Modulwirkungsgrad) gestalten, entweder sichtbar über entsprechende Zellmuster (Streifen, Karos, Punkte, Schriftzüge etc...) oder unsichtbar durch Mikroperforation der Einzelzellen.

Kann mir jemand sagen, was 1m² 3mm Solarglas derzeit kostet und hat zufällig auch jemand der Preis für 1m² sauerstoffdichte lichtdurchlässige Folie (das ist nämlich garnicht so trivial)

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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon pvplaner2010 » 17.04.2012, 17:44

First Solar gibt die Produktion in Deutschland auf...

Nun wird auch klar, dass bei den echten Produktionskosten gelogen wurde und diese längst nicht so günstig sind, wie behauptet. Vielmehr ist schon länger der Preisvorteil gegenüber kristalliner Technologie verloren gegangen durch den Preisverfall bei Polysilizium.
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon Sunraven » 17.04.2012, 17:51

pvplaner2010 hat geschrieben:First Solar gibt die Produktion in Deutschland auf...

Nun wird auch klar, dass bei den echten Produktionskosten gelogen wurde und diese längst nicht so günstig sind, wie behauptet. Vielmehr ist schon länger der Preisvorteil gegenüber kristalliner Technologie verloren gegangen durch den Preisverfall bei Polysilizium.

... und nun versucht das Land, ob es nicht die 35 Mio Förderung, die sie ihnen gegeben haben, zurückzubekommen.
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon GAST » 17.04.2012, 21:17

Sunraven hat geschrieben:
pvplaner2010 hat geschrieben:First Solar gibt die Produktion in Deutschland auf...

Nun wird auch klar, dass bei den echten Produktionskosten gelogen wurde und diese längst nicht so günstig sind, wie behauptet. Vielmehr ist schon länger der Preisvorteil gegenüber kristalliner Technologie verloren gegangen durch den Preisverfall bei Polysilizium.

... und nun versucht das Land, ob es nicht die 35 Mio Förderung, die sie ihnen gegeben haben, zurückzubekommen.
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Na hoffentlich sind die da erfolgreicher wie die Bochumer mit Nokia :?

Gruß
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Re: Dünnschichthersteller vor dem Aus?

Beitragvon Spekulatius » 17.04.2012, 23:26

pvplaner2010 hat geschrieben:Nun wird auch klar, dass bei den echten Produktionskosten gelogen wurde und diese längst nicht so günstig sind, wie behauptet.


Hast Du handfeste Beweise? Ansonsten hoffe ich dass der legal counsel von FS nicht mitliest und Du nicht wegen Verleumdung in den Knast kommst.

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