Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon irgendwer » 20.03.2012, 23:56

# Steinkohlekraftwerke können pro Minute um 4% geregelt werden und müssen mit mindestens 38% der Maximalleistung betrieben werden.[1][2][3] Sie werden auch im Mittellastbereich eingesetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerksmanagement

Deutschland hat neben 23.1 GW Gaskraft auch noch 29 GW Steinkohle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon floppy33 » 21.03.2012, 00:12

buergersolar hat geschrieben:Genau das versuche ich batome auch schon die ganze Zeit klar zu machen...

Wir können noch 2 oder 3 AKW abschalten und haben auch morgens und abends noch genug Strom. Denn die Spitzenlastkraftwerke sind vorhanden, um die Abendspitze abzudecken. Sie wurden bisher halt mittags eingesetzt, künftig halt eher abends.

Sonnige Grüße


Genau so ist es.
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon buergersolar » 21.03.2012, 00:14

batome hat geschrieben:Wo ist denn der Bedarf an Schönwetter-Mittags-Nachmittagsstrom? Ich seh ihn nicht.
Der Bedarf ist an einem schönen Mittag bei über 60GW. Die PV-Leistung heute bei 15-16GW. Wenn wir die Energiewende wollen, sehe ich da weiteren Bedarf an ca. 45GW Ökostrom zur Mittagszeit.
Tagsüber Exporte, niedrige Börsenstrompreise, Kraftwerke auf Teillast (die es können), kaum PSW (auch nicht zur berühmt berüchtigten "Mittagsspitze").
Ich korrigiere mal die Reihenfolge: PV ersetzt teuren (PSW-)Spitzenlststrom und verdrängt einen Teil der fossilen Erzeugung. Dadurch sinkt der Börsenpreis. Da die Preise so niedrig sind, kauft das Ausland bei uns ein. Die fossilen drosseln nicht ganz so stark, um ihren Strom zu exportieren. Das dürfen sie, ist völlig legitim.
Abends hohe Importe, sehr hohe Preise, Kraftwerke nahezu vollausgelastet, also, äh, warum noch mehr PV-Strom? Offensichtlich fehlt es daran nicht, es sei denn, ihr könnt mir das Gegenteil belegen.
Abends brauchen wir nicht mehr PV, weil da die Sonne nicht scheint. Aber da wir sie mittags brauchen, ist ein Ausbau gerechtfertigt. Abends können nun die Spitzenlastkraftwerke einspringen, die mittags dank PV nicht mehr benötigt wurden. So haben diese auch noch ein paar Betriebsstunden, in denen sie Geld verdienen können. Dass wir importieren, liegt daran, dass das Ausland offenbar günstiger anbieten kann als unsere nächstteureren Kraftwerke. Ist doch positiv für uns. Ohne Importe wäre es teurer. Das Ausland macht doch mittags das Gleiche.
Das Stromnetz muss ja auch nicht gleich aus den Latschen kippen (immerhin helfen uns unsere EU-Nachbarn mehr oder weniger gerne), aber das macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn, nun gerade PV-Zubau weiter zu forcieren. Alles andere, aber nicht das, wovon wir offensichtlich genug haben.
Offensichtlich haben wir noch nicht genug PV-Strom, sonst könnten wir mittags komplett auf fossile Erzeugung verzichten. Und warum soll das Netz aus den Latschen kippen? PV erzeugt sehr verbrauchsnah und entlastet die Netze zunächst. Wird vor Ort mehr erzeugt als verbraucht, dreht sich der Lastfluss um. Dm Netz ist es aber egal, in welche Richtung der Strom fließt. Ein Verteilungsproblem haben wir bei der PV auf jeden Fall nicht, das haben wir nur beim Wind, der massiv räumlich ungleich verteilt ist (Norden).


Sonnige Grüße
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon floppy33 » 21.03.2012, 00:17

batome hat geschrieben:Wo ist denn der Bedarf an Schönwetter-Mittags-Nachmittagsstrom? Ich seh ihn nicht. Tagsüber Exporte, niedrige Börsenstrompreise, Kraftwerke auf Teillast (die es können), kaum PSW (auch nicht zur berühmt berüchtigten "Mittagsspitze"). Abends hohe Importe, sehr hohe Preise, Kraftwerke nahezu vollausgelastet, also, äh, warum noch mehr PV-Strom?
Zuletzt geändert von floppy33 am 21.03.2012, 00:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon batome » 21.03.2012, 00:17

Das ist teilweise alte Kaltreserve, aber d.h. dann also, dass wir gar keine Kohlekraftwerke ausschalten wollen, sondern im Gegenteil weitere alte mit schlechtem Wirkungsgrad und hohem Schadstoffausstoß in Betrieb wollen, nur damit ein hoher weiterer PV-Zubau möglich wäre (damit sich einige die Taschen vollmachen können)? Was ist das denn für eine Energiewende? Aber schon nah dran an den Regierungsplänen, die wollen statt alte halt neue Kohlekraftwerke hinzubauen. AKWs durch Kohlekraftwerke ersetzen? Tolle Lösung:
http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Kohlekraftwerke/BUNDhintergrund_Radioaktivitaet_aus_Kohlekraftwerken_11_2008.pdf
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon buergersolar » 21.03.2012, 00:53

Ach, batome, was hat denn nun die Kaltreserve damit zu tun? Die haben wir gebraucht, weil Frankreich bei der Kälte wie blöd geheizt hat und uns den Strom abgekauft hat und es billiger war, die Kaltreserve in Österreich zu ordern als eigene Kraftwerke hochzufahren.

Was die PV angeht, reichen noch eine ganze Weile die Spitzenlastkraftwerke, die die ganze Zeit schon im Einsatz sind.
Bisher haben die die Mittagsspitze abgedeckt. Das macht jetzt die PV. Im Moment ist die Residuallast ein recht ebenes Plateau, da brauchen wir fast keine Spitzenlastkraftwerke. Das bisschen, was wir abends brauchen, decken wir locker ab. Und im Ausland gibt es offenbar sogar noch mehr Kapazitäten, diese Spitzen abzudecken, und die scheinen sogar günstiger zu sein als unsere, sonst hätten wir unsere Kraftwerke hochgefahren und nicht importiert. Das ist Status Quo.
Wenn der PV-Zubau weiter geht, wird aus dem Plateau eine Delle. Diese Delle zwingt Grundlastkraftwerke abzuschalten (zeitweise, z.B. wenn mehrere Wochen Sonne angekündigt sind). Dadurch entsteht eine neue Spitze von Abends bis Morgens. Diese wird durch die Kapazitäten abgedeckt, die bisher die Mittagsspitze abgedeckt hatten, als die PV noch fehlte.

Vergleich: Stell dir eine Ebene (Grundlast) vor mit einem 100m (20GW) hohen Hügel (Spitzenlast). Die Höhendifferenz (Bedarf an konventioneller Spitzenlast-Kapazität) ist also 100m (20GW).
Jetzt tragen wir mit einem Bagger (PV) den Berg ab, bis er eben ist. Jetzt ist die Höhendifferenz (konventioneller Spitzenlastbedarf) 0m. Graben (PV) wir weiter, entsteht eine Senke (Grundlastkraftwerk wird weggebaggert), wir graben diese 100m (20GW) tief. Wir haben insgesamt 200m (40GW) gebaggert (PV-Gesamtleistung). Die neue Höhendifferenz (Bedarf an konventioneller Spitzenlast) ist wieder 100m (20GW).

Du siehst: Unser Kraftwerkspark konnte vorher ohne PV eine 20 GW Mittagsspitze abdecken. Dann kann der selbe Kraftwerkspark (reduziert um einige Grundlastkraftwerke) auch eine 20GW Abendspitze und Morgenspitze abdecken.

Erklär, warum es nicht gehen sollte.

Sonnige Grüße
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon floppy33 » 21.03.2012, 00:57

@ batome

Magst Dus nicht verstehen??

Jede Wattstunde die hier durch PV produziert wird, müssem wir nicht irgendeinen Rohstoff verschüren, an dessen Kauf irgendwer im Ausland verdient.
Das Geld bleibt im Lande! Es fliesst an einen bayrischen PV Betreiber, statt an einen Scheich im nahen Osten, einen Gasmogul in Russland, oder einem Kohlemagnat in Asien.

Es bleibt dabei, je mehr PV (und Wind) desto besser! Und zum Glück passiert genau das gerade.
Dieser Aspekt, der volkswirtschaftlich relevanteste, wird hier oft völlig vergessen! Das ganze kann eins der größten und gigantischsten Binnen-Konjunturpakete werden, die Deutschland und Europa je gesehen haben :!:
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon batome » 21.03.2012, 01:10

Welche Mittagsspitze eigentlich, ich finde keine (außer beim Solarmarketing), jedenfalls nicht zu Zeiten, wo wir wirklich hohe Stromlast hatten (und haben). Ich bin mal soweit es geht zurückgeblättert bei EEX, 10.3.2010 (etwa 10 GWp PV installiert, kaum PV-Strom an diesem Tag), das sieht im Grunde fast genauso aus wie heute, bloß weniger PSW-Leistung morgens und abends, weil wir da noch 3GW mehr AKWs im Netz hatten:
http://www.transparency.eex.com/de/freiwillige-veroeffentlichungen-marktteilnehmer/stromerzeugung/Erzeugung-des-Vortages

PV-Strom drückt ein bisschen an Sonnentagen (weniger als 100 Tage im Jahr), ansonsten ändert sich in DE rein gar nix.
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon buergersolar » 21.03.2012, 01:17

batome hat geschrieben:Welche Mittagsspitze eigentlich, ich finde keine (außer beim Solarmarketing), jedenfalls nicht zu Zeiten, wo wir wirklich hohe Stromlast hatten (und haben). Ich bin mal soweit es geht zurückgeblättert bei EEX, 10.3.2010 (etwa 10 GWp PV installiert, kaum PV-Strom an diesem Tag), das sieht im Grunde fast genauso aus wie heute, bloß weniger PSW-Leistung morgens und abends, weil wir da noch 3GW mehr AKWs im Netz hatten:
http://www.transparency.eex.com/de/freiwillige-veroeffentlichungen-marktteilnehmer/stromerzeugung/Erzeugung-des-Vortages

PV-Strom drückt ein bisschen an Sonnentagen (weniger als 100 Tage im Jahr), ansonsten ändert sich in DE rein gar nix.


Das was du da anschaust ist die Residuallast. Um einen Eindruck von der Gesamtlast zu bekommen, empfehle ich die Grafik auf der Startseite: http://www.transparency.eex.com/de/

Sonnige Grüße

PS: Wenn ich unter deinem Link übrigens den 20.3.12 mit dem 20.3.10 vergleiche, sieht man da schon einen deutlichen Unterschied, was die Mittagsspitze angeht!
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon batome » 21.03.2012, 01:25

Mir bekannt, aber da kann man nicht zurückblättern. Und da am 10.3.2010 PV und Wind an diesem Tag kaum vorhanden waren (kann man an anderer Stelle nachsehen), interessiert das hier wenig. Außerdem haben wir dann trotzdem keine Mittagsspitze, das wollte ich verdeutlichen:

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