Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon irgendwer » 20.03.2012, 22:54

Das Geld sollte dann für Strom 2 Strom oder SG oder Strom 2 Wärme Speicher verwendet werden.

Als Wärme zu speichern ist ja durchaus sinnvoll, weil Warmwasserspeicher vielfach bereits existieren.

Wenn Ihr jetzt auch noch mit Strom speichern beginnt, dann werden die Speicherkraftwerksbetreiber und Pumpspeicherbauer in den Alpen nur noch heulen. Zuerst nehmt Ihr ihnen die Mittagsspitze und jetzt wollt Ihr ihnen auch noch die Abendspitze nehmen?
http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichte ... kraft.html

In der Schweiz bauen sie alleine über 4 GW Pumpspeicher zusätzlich, obwohl die maximale Wasserkraftwerksleistung bereits mehr als doppelt so hoch ist, wie der mittlere Leistungsbedarf in der CH. Alleine dieses Pumpspeicher mit über 1 GW, welches 2015 in Betrieb genommen wird, kostet nahezu €2 Mrd: http://www.raonline.ch/pages/edu/nw/pow ... ml#linthal

Braunkohle- und Atomstrom ist ja seit Jahrzehnten gut für die Alpen und deren Pumpspeicher aber Photovoltaikstrom ist wohl zu fein und muss plötzlich separat gespeichert werden... :juggle:
Zuletzt geändert von irgendwer am 20.03.2012, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon batome » 20.03.2012, 23:00

Ja klar, "Wir können gar nicht genug EE im Netz haben", damit darf man sich dann heute bei den Gutmenschen einreihen.
Das gönne ich dir gerne. Aber darum geht es ja gar nicht. Es kann jeder anhand dieser Grafik oder anderweitig nachvollziehen, dass ein AKW oder Braunkohlekraftwerke fast nonstop Strom liefert. Wenn wir davon auch nur ein weiteres ausschalten, fehlt zB. konkret 1 GW morgens, abends, bei schlechtem Wetter und auch in den Wintermonaten. Wind kann dies manchmal ausgleichen, aber nicht zuverlässig. Was nun?

Mit PV ist das nicht zu lösen, selbst mit herkömmlichen Speicher kommen wir nicht über längere Schlechtwetterphasen, von den Wintermonaten will ich mal gar nicht reden. Also, so funktioniert das nicht. Weiterer PV-Zubau bringt nur noch mehr Schönwetterstrom mittags- und nachmittags, davon haben wir aber bereits genug. Wir brauchen auch keine Speicher für teuren Sonnenstrom, solange wir nicht andere EEs ausreichend ausgebaut haben, die bspw. abends und morgens und auch in den Wintermonaten Strom liefern könnten -> zB. Windkraftanlagen. Diese sind auch nicht die Lösung aller Probleme, aber im Vergleich zu PV passt Windstrom schon mal viel besser zum Strombedarf (jahreszeitl., Abendstrom etc.). Um Speicher und Netzausbau kommt man auch hier nicht herum, aber der Speicherbedarf ist geringer (weil dieser Strom die Lücke auch so schon teilweise ausfüllen würde und mehr Windstunden) und Windstrom ist wesentlich günstiger (ja auch Wind offshore, über die 20 Jahre Vergütungszeitraum gerechnet, außerdem bei deutlich weniger Speicherbedarf).
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon solarfan10 » 20.03.2012, 23:07

Hallo,

irgendwie schon seltsam. Jetzt hat man es geschafft, mittels der PV den Mittagsberg beim Lastgang abzutragen, also eine schöne Glättung hingebracht. Dass das wirklich was bringt, zeigt ja das Gejammere der PSKW-Betreiber, die jetzt niedrigen Hub und daher niedrige Gewinne haben.
Und da fängt man schon wieder an zu jammern, dass zuviel PV im Netz sei? Geht's noch? Ich denke mal, erst wenn wir annähernd die gleiche Menge an PV nochmal zubauen, wird ein Problem daraus, weil Mittags dann statt einem Berg eine Delle da sein wird. Erst wenn die den gleichen Hub wie früher der Mittagsberg erreicht, bekommen wir die gleiche Situation wie früher. Mit der Situation sind wir früher aber doch auch problemlos fertig geworden, also was solls?

OK, ich gebe zu: Der Mittagsberg ist relativ kurz im Vergleich zur Situation mit der Mittagsdelle. Dort wird dann ja praktisch die Nacht zum "Berg" gegenüber dem Tag. Und dieser Berg ist breiter als der frühere Berg am Mittag. Das wird aber kein prinzipiell neues Problem aufwerfen, ala "Netze brechen zusammen", sondern nur einige Spitzenlastkraftwerke mehr benötigen. Da die laut den Aussagen hier im Thread so schnell und günstig zu bauen sind, also kein wirkliches Problem.

Warum wird dann also so schwer auf die PV eingedroschen? Hmmm, das kann sich ja dann jeder selbst überlegen.

Viele Grüße
Michael
Jeder fängt mal klein an.
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon irgendwer » 20.03.2012, 23:15

Warum wird dann also so schwer auf die PV eingedroschen? Hmmm, das kann sich ja dann jeder selbst überlegen.


Wegen den Französischen Elektroheizungen, welche im Sommer nicht benutzt werden, nimmt Frankreich ein Teil der Grundlastkraftkwerke im Sommer vom Netz.
Daran stört sich interessanterweise überhaupt Niemand. Aber wenn jemand nur schon den Vorschlag bringt, dass Gleiche mit Deutschen Grundlastkraftwerken im Sommer zu tun, weil der Strombedarf geringer, genügend PV zur Verfügung steht und der Rest problemlos mit den flexiblen Kraftwerken in Europa gedeckt werden kann, dann nimmt das Jammern kein Ende.
:juggle:
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon Sonnenmelker » 20.03.2012, 23:19

Hallo Solarfan,
Und da fängt man schon wieder an zu jammern, dass zuviel PV im Netz sei? Geht's noch? Ich denke mal, erst wenn wir annähernd die gleiche Menge an PV nochmal zubauen, wird ein Problem daraus

Aktuell ist ja alles im grünen Bereich.
Sollten die Zubauraten der letzten 2 Jahre gehalten werden, dann sind wir in 3 Jahren an der Grenze die auch du für problematisch hältst.
Speicher in GWh Größe lassen sich nicht in Monatsfrist bauen, deshalb müssen jetzt die Weichen gestellt werden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass in wenigen Jahren mit Stromspeicherung mehr verdient wird als mit Stromerzeugung.

Jetzt und heute wird festgelegt ob Speichertechnologien in privaten oder in Händen von Konzernen liegen werden.
.

Gruß
Manfred
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon Wade » 20.03.2012, 23:20

aktuell sind ca 3 GW an Biogas-BHKWs am Netz, wenn es eine vernünftige Vergütung im Regelbetrieb gäbe (Flexi-Prämie ist bei weitem nicht genug) könnte damit eine Menge an Regelenergie bereit gestellt werden. Die 3 GW laufen ja quasi rund um die Uhr da das bisherige EEG darauf ausgelegt war. Laufen die Motoren im Regelbetrieb nur noch die Hälfte der Zeit, könnten diese Doppelt so groß ausgelegt werden, was schon 6 GW Regelenergie bedeutet.
Dadurch würden die einzelnen Motoren auch höhere Standzeiten haben, müssten nicht so oft getauscht werden (im regelfall alle 6-8 Jahre), so dass als zusätzliche Kosten hier nur die Kapitalkosten für den doppelten Motor zu Buche schlagen (mit einigen Positiven Effekten wenn z.b. einer der Motoren ausfällt kann der andere dafür einspringen). Die technisch wäre es auch bei den meisten Anlagen ohne Probleme möglich die Gasspeicher auf 12h auszudehen, wenn nicht eh schon vorhanden (das meiste Gas wird unter dem "Dach" (Zipfelmütze) gespeichert).

Diese Technik ist bereits vorhanden und könnte innerhalb weniger Monate/Jahre ausgebaut werden falls es politisch und wirtschaftlich gewollt wäre...
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon batome » 20.03.2012, 23:22

Wenn wir ein paar Grundlastkraftwerke derzeit ausschalten, dann fehlt noch mehr Strom in den Abendstunden. Blöd auch, dass wir dann beim Blackout keine wichtigen Beiträge im PV-Forum schreiben können... :roll:
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon buergersolar » 20.03.2012, 23:23

Genau das versuche ich batome auch schon die ganze Zeit klar zu machen...

Wir können noch 2 oder 3 AKW abschalten und haben auch morgens und abends noch genug Strom. Denn die Spitzenlastkraftwerke sind vorhanden, um die Abendspitze abzudecken. Sie wurden bisher halt mittags eingesetzt, künftig halt eher abends.

Sonnige Grüße
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon CFAR » 20.03.2012, 23:49

buergersolar hat geschrieben:Genau das versuche ich batome auch schon die ganze Zeit klar zu machen...

Wir können noch 2 oder 3 AKW abschalten und haben auch morgens und abends noch genug Strom. Denn die Spitzenlastkraftwerke sind vorhanden, um die Abendspitze abzudecken. Sie wurden bisher halt mittags eingesetzt, künftig halt eher abends.

Sonnige Grüße

Voellig korrekt und so lange noch kein einziges Grundlastkraftwerk auch nur minimal abgeregelt wird wegen der PV sehe ich ueberhaupt kein Problem. Ein paar Prozent lassen sich sogar Braun- und Steinkohle regeln. Wird aber immer noch nicht getan, weil der Profit im Vordergrund steht. Wenn wir abregeln sparen wir fossilen Brennstoff, also wo ist das Problem? Im Sommer einige Kraftwerke stilllegen. Auch das sollte kein Problem sein, die meisten sind doch eh schon abgeschrieben und der Grund fuer das Kraftwerk wurde doch eh in den meisten Faellen verschenkt, damit sich diese Industrie ansiedelt. Sorry, aber wir koennen mit Sicherheit noch mal 30 GW PV zubauen, ohne ein GW Speicher zu installieren und dennoch haetten wir kein Versorgungsproblem.
Sorry für die Tippfehler, ich bin (meist) Tabletuser.
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Re: Die PV Mittagsspitze in Verbindung mit Speichern

Beitragvon batome » 20.03.2012, 23:54

Wo ist denn der Bedarf an Schönwetter-Mittags-Nachmittagsstrom? Ich seh ihn nicht. Tagsüber Exporte, niedrige Börsenstrompreise, Kraftwerke auf Teillast (die es können), kaum PSW (auch nicht zur berühmt berüchtigten "Mittagsspitze"). Abends hohe Importe, sehr hohe Preise, Kraftwerke nahezu vollausgelastet, also, äh, warum noch mehr PV-Strom? Offensichtlich fehlt es daran nicht, es sei denn, ihr könnt mir das Gegenteil belegen. Das Stromnetz muss ja auch nicht gleich aus den Latschen kippen (immerhin helfen uns unsere EU-Nachbarn mehr oder weniger gerne), aber das macht weder ökologisch noch ökonomisch Sinn, nun gerade PV-Zubau weiter zu forcieren. Alles andere, aber nicht das, wovon wir offensichtlich genug haben.
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