News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von Ralf Hofmann » 04.09.2012, 08:16
Hallo,
hochinteressante Erkenntnisse, so sie denn stimmen, sind im Artikel enthalten. 3 GW Sofortreserve im europäischen Verbundnetz haben wir laut Autor. Weiss jemand, was das für Einheiten sind und wo die stehen?
Pumpspeicher zählen ja offenbar NICHT dazu, das kommt erst danach als Minutenreserve. Ist die Sofortreserve etwa die reine Schwungmasse der großen Kraftwerksturbinen und -generatoren?
Ausserdem ist mir erst jetzt so richtig klar geworden, dass zumindest RWE von den grossen 4 der Zeit gar nicht sooo weit hinterherlaufen, ganz im Gegenteil. Diese neuen Braunkohlekraftwerke wurden offenbar schon vor 10 Jahren (Planungsbeginn) auf sehr schnelle Regelbarkeit getrimmt, weit bevor die Energiewende mit all ihren Folgen überhaupt diskutiert wurde!
MfG Ralf Hofmann _________________________________________________________________________ 30 kwp seit 12/2011 (Suntech STP 250er / SolarMax MT / SL 1000) + 23,6 kwp seit 4/2013 Meine Anlagen: viewtopic.php?t=72378.html
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Ralf Hofmann
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von bimon » 04.09.2012, 13:05
Das ist mir dabei auch schon aufgefallen. Wenn das Kraftwerk wirklich so flexibel ist(die realen Dimensionen seien mal dahingestellt), muss das ja schon früh geplant worden sein. Kann das auch noch andere Gründe haben oder wurde das wirklich in Hinblick auf die EE gemacht?
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von diesonnelacht » 04.09.2012, 14:36
Schwungmasse plus Selbstregeleffekt (bei sinkenden Drehzahlen brauchen Motoren weniger Leistung) sind eines, die Sekundenreserve das nächste. Sie ist über viele Kraftwerke im Netz (Europa bzw. UCTE) verteilt und besteht z.B. aus PSKW, die schnell die Last ändern können und anderen rotierenden Kraftwerken (z.B. Gasturbinen, aber auch grösseren). Die Grosskraftwerke sind mit ihren fahrbaren Leistungsreserven eher in der Minutenreserve (Ablösung der Sekundenreserve) zuhause.
Sie sind also etwas langsamer, aber z.B. 30 MW pro Minute ist ja auch nicht sooo schnell. Geplant hat man das möglicherweise schon mit Blick auf den Atomausstieg.
Gas statt Kohle heisst weniger CO2, weil mehr Wasserstoff im Brennstoff ist (also mehr H2O im Abgas). (Hinweis: Konnte darwin jetzt nur lesen, weil ich noch nicht eingeloggt war)
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von Ralf Hofmann » 04.09.2012, 15:09
Hallo, diesonnelacht hat geschrieben:Schwungmasse plus Selbstregeleffekt (bei sinkenden Drehzahlen brauchen Motoren weniger Leistung) dachte ich mir schon. Wie kann die rotierende Masse eigentlich ersetzt werden, wenn keine konventionellen mehr am Netz sind?
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von hfrik » 04.09.2012, 17:39
Also die Sofortreserve besteht auch daher, dass man nicht mit vollem Druck auf die Turbine fährt, oder bei der WKA oder PV-Anlage nicht mit ganz optimalem Wirkungsgrad fährt - und so ein wenig hochregeln kann / könnte. Schmungmasse gibts bei den WKA auch, nur bei PV ist's nichts damit....
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von MrMrsMiller » 04.09.2012, 20:21
bimon hat geschrieben:Das ist mir dabei auch schon aufgefallen. Wenn das Kraftwerk wirklich so flexibel ist(die realen Dimensionen seien mal dahingestellt), muss das ja schon früh geplant worden sein. Kann das auch noch andere Gründe haben oder wurde das wirklich in Hinblick auf die EE gemacht?
Hallo bimon, könnte es nicht sein, dass das Braunkohlekraftwerk Neurath vor zehn Jahren auf Regelbarkeit getrimmt wurde, um anderen Kraftwerkstypen Konkurrenz zu machen, die schon damals regelbarer waren? Vielleicht glaubte man damals, mit Neurath auch an der teuren Mittagsspitze mitverdienen zu können? Es könnte also auf Steinkohlekraftwerke gezielt haben - ggf. auf Gaskraftwerke pder gar auf Pumpspeicherkraftwerke (weniger plausibel). Ich zumindest kann es mir nicht vorstellen, dass RWE damals schon an EE gedacht hat. Allen Freunden der EE: Danke für Ihre/Eure Arbeit für dieses unseres Land! MrMrsMiller
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von MrMrsMiller » 04.09.2012, 20:38
... ein kleiner Nachtrag:
Hier nun die sich selbst löschende Grafik von der transparenten Strombörse: Schön dass es heute mehr EE-PV-Strom gab als geplant. 17,x GW im Anfang September - das sind goldige Zeiten! Nur, dass wieder keine Delle zu sehen ist, das wundert mich immer noch. Da die Dellen sofort entstehen, wenn Wind dazukommt.
Zum Vergleich eine konservierte Transparenzgrafik von Mai 2012. Wieder kamen die PV-EE on-top auf 50GW, ebenso wie heute und ebenso wie an vielen Tagen. Aber im Mai gab es auch Wind, und der kam nicht on-top, sondern hat die Großkraftwerke mit jedem Gigawatt mehr zurückgedrängt.
Wieso kann Wind das, und PV nicht? Sehr, sehr merkwürdig! Ich bitte um Hinweise und plausible Theorien!
Allen nun eine gute Nacht, mit wenig PV, leider, aber schönen Träumen von sonnigen Tagen! und... danke... für dieses unseres Land...
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von darwin » 04.09.2012, 20:43
Ralf Hofmann hat geschrieben:Wie kann die rotierende Masse eigentlich ersetzt werden, wenn keine konventionellen mehr am Netz sind?
C und L .. Sprich Kondensatoren und Spulen. Ein Umrichter Beispielsweise hat eine Glättungsinduktivität bzw. Kapazität im DC - Zwischenkreis. Allerdings braucht man dafür Elektronik, die das Ganze überwacht/steuert. Der Generator hat das automatisch gemacht, in dem er auf Frequenzänderungen mit unterschiedlichen Impedanzen reagiert hat. (bei Schnellen änderungen ist Impendanz gering, was unteranderem beim Anlauf zu den Höhen Strömen führt) Möglich ist auch Schwungmassen mitlaufen zu lassen (macht halt trotzdem verluste), teilweise hat auf diese Art mittels Synchrongeneratoren Blindleistung bereitgestellt. Der Generator kann dann alles machen induktiv, kapazitiv oder auch Wirkleistung einspeisen ... oder gar nix.Selbst Wirkleistung *vernichten* wäre möglich. (wobei das sehr schnell zu einer Thermischen Belastung führt)
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von bimon » 04.09.2012, 21:04
MrMrsMiller hat geschrieben:könnte es nicht sein, dass das Braunkohlekraftwerk Neurath vor zehn Jahren auf Regelbarkeit getrimmt wurde, um anderen Kraftwerkstypen Konkurrenz zu machen, die schon damals regelbarer waren? Vielleicht glaubte man damals, mit Neurath auch an der teuren Mittagsspitze mitverdienen zu können? Es könnte also auf Steinkohlekraftwerke gezielt haben
Mit konventionellen muss man nicht konkurrieren. Da ist man ja(aus welchen subventionierten Gründen auch immer) unschlagbar günstig. Sie laufen durchgehend Vollast auch zu Spitzenzeit. Jetzt hätten sie halt noch die Möglichkeit abzuregeln.
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von nautica » 04.09.2012, 21:13
Das sind doch eigentlich die falschen Grafiken, da die konventionellen dort summiert werden. auf der transparency-eex Seite-> Freiwillige Selbstverpflichtung der Marktteilnehmer -> Punkt "Erzeugung des Vortages" Uran+Braunkohle sieht man am 26.08.2012 eine Minimum um 13/14Uhr - unterschied von ca. 4GW zum Tagesmaximum. Mittels "Gesetzliche Veröffentlichungspflichten der Übertragungsnetzbetreiber" -> Tatsächliche Produktion Wind/Solar sieht man dann eine hohe Wind/Solareinspeisung. Die "Drittkriterien" Vertikale Netzlast z.B. bei TransnetBW zeigt eine Abweichung von Prognose/IST für den Tag, mit einem Minimum auf 13-14Uhr ( http://www.transnetbw.de/kennzahlen/ver ... tJahr=2012 ) Da die Dellen sofort entstehen, wenn Wind dazukommt.
Meine Vermutung wäre: Wind ist auf einer höheren Spannungsschiene, das bisherige Stromnetz verteilt von "oben" (380kV,Großkraftwerk) nach "unten" (240V,PV-Anlage). Auf Niederspannungsebene ist mehr Platz/bzw. Rückspeisung von PV kam doch noch nicht vor. Für Windstrom muss dann "oben" etwas frei werden - falls exportiert werden kann, so gibt es keine Delle. Falls nicht exportiert werden kann (weil im Ausland am Wochenende ebenfalls die "Grundlastkraftwerke" aktiv sind), so muss eben die Leistung reduziert werden. Vielleicht drückt sich das mit "oben" (Erzeuger) und "unten" (Verbraucher) eben gerade auch durch die Kennzahl "vertikale Netzlast" aus - je geringer, desto weniger konventionelle Anlagen laufen.
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