Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon Retrerni » 08.02.2012, 23:45

Ähm, wie habt Ihr denn die Verlustleistung berechnet? Es ist ja die Differenz aus der 70%-Leistung und der darüber eingespeisten Leistung über der Zeit. Zudem sind die 5-Minuten-Daten hier wohl nicht ausreichend genau.

Ciao

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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon Zentralschmiertechnik » 08.02.2012, 23:53

Retrerni hat geschrieben:Ähm, wie habt Ihr denn die Verlustleistung berechnet? Es ist ja die Differenz aus der 70%-Leistung und der darüber eingespeisten Leistung über der Zeit. Zudem sind die 5-Minuten-Daten hier wohl nicht ausreichend genau.

Ciao

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Würde man nicht unterstellen können,das aus der 5 Minuten Datenaufzeichnung im Mittel Werte um einiges darüber und darunter vorhanden sind und rein statistisch daraus der Mittelwert erfolgt?

Gruß ZST
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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon Retrerni » 09.02.2012, 00:41

Theoretisch schon, nur stellt sich hier die Frage, wie gemittelt wurde. Wenn nur 1x in 5 Minuten ein Momentanwert abgerufen wird, sieht's mager aus (und so etwas soll es geben). Zudem wird ja u.U. schon dabei ein Wert abgeschnitten (z.B. im Frühjahr/Herbst). Der Verlust geht so gar nicht mit ein.

Ciao

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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon Zentralschmiertechnik » 09.02.2012, 00:59

Retrerni hat geschrieben:Theoretisch schon, nur stellt sich hier die Frage, wie gemittelt wurde. Wenn nur 1x in 5 Minuten ein Momentanwert abgerufen wird, sieht's mager aus (und so etwas soll es geben). Zudem wird ja u.U. schon dabei ein Wert abgeschnitten (z.B. im Frühjahr/Herbst). Der Verlust geht so gar nicht mit ein.

Ciao

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Also der SL bildet ca. alle 20 Sekunden einen Wert ,3 Werte/Min und 15 Werte/ 5 Min.
Habe mir die Ergebnisse zu Hause die Tage mal angeschaut,nur in der grafischen Aufzeichnung des SL werden nur die 5 Minuten Blöcke angezeigt,ergo müsste er aus allen gemessenen Werten(15 Stück) den Mittelwert errechnet haben.

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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon elfaro » 09.02.2012, 02:12

Jedem, der jetzt manuell und mit Excel die 70% testen will, würde ich raten die Backup-Dateien des Solarlog herzunehmen statt der Tagesdateien. Natürlich vorausgesetzt, dass man diese hat exportieren lassen... spart viel Zeit bei der Zusammenstellung der Basisdaten.

Im übrigen sind Momentanwerte aus einem Zeitintervall sicher brauchbarer als der Durchschnittswert. Denn der Durchschnitt kann bei 70% zum Liegen kommen mit tatsächlichen Werten drunter und drüber. Letztere gehen dabei allerdings endgültig verloren. Bei Momentanwerten nimmt man die Spitzen immer mit, da fallen dann nur die <70%-Werte raus - und das ist ja auch so gewollt. Als Bsp.: Man stelle sich vor, man hätte nur 70%-Werte auf Durchschnittsbasis gemessen - ergibt angebliche Verluste von 0. Tatsächlich waren aber definitiv Werte >70% und somit Verluste gegeben. Bei Momentanwerten, die ja realistischerweise um die 70%-Grenze streuen, hätte man sicherlich auch Werte >70% mitgeloggt. Durchschnittswerte sind für statistische Zwecke eher wenig geeignet.
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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon SolAce » 09.02.2012, 22:35

Was interessiert denn letztendlich den zukünftigen Anlagenbetreiber bei der 70%-Regelung?
Soll er diese in Anspruch nehmen (ist bequem) oder soll er Vorkehrungen treffen, dass der VNB die Anlage herunterregeln kann?
Ob jetzt die Auswertung in 5-Minuten-Intervallen erfolgt, in 5-Sekunden-Intervallen oder was auch immer ist dabei eher zweitrangig. Das Ergebnis wird sich lediglich in irgendwelchen Nachkommastellen bemerkbar machen. Mir war wichtig, die 2%-Aussage des Fraunhofer-Institutes zu wiederlegen, die meiner Meinung nach bei einer Südanlage als viel zu gering gesehen werden muss. Klar, dass meine Anlage kein Maßstab sein kann, aber das habe ich auch in meiner Auswertung explizit betont.
Dennoch liegt der realistische Verlust einer "normalen" Südanlage weit über den angegebenen 2%.
Was muss also in die Überlegungen einfließen:
- Handelt es sich um eine Süd- oder eine West/Ostanlage? (Dachneigung ebenfalls wichtig)
- Was kostet mich die Einrichtung der Regelungsmöglichkeit durch den VNB. Hierbei wird wohl gelten: Je kleiner die Anlage, desto mehr belasten mich diese zusätzlichen Kosten.
- Wie hoch sind die Chancen bzw. Risiken, dass der VNB eine Anlage auf einem EFH tatsächlich abregelt (Ich halte das für sehr unwahrscheinlich)
- Kann ich Eigenverbrauch nutzen? Das kommt hier nicht so recht zur Sprache. Die 70% gelten ja erst ab dem Verknüpfungspunkt. Alles, was an Eigenverbrauch genutzt wird, wird also vorab abgezogen. Wenn dann noch eine Speicherlösung in Betracht gezogen wird (momentan aber noch zu teuer, trotzdem werden die schon verkauft wie irre) überschreitet man die 70% sowieso nicht.

Gruß
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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon elfaro » 09.02.2012, 23:08

So hab selbst mal 70%-Verluste errechnet. Einschränkend muss ich aber vorausschicken, dass es sich bei dem WR um einen Sunways NT 10000 handelt mit drei Leistungsteilen: Zwei mit +45°S und jeweils 3570 W Generatorleistung, der dritte Leistungsteil ist -45°S ausgerichtet mit 3780 W Generatorleistung. Die Dachneigung beträgt 25°, PVgis10c ergab ca. 850 kWh/kWp Ertragserwartung, real waren es 1062 kWh/kWp im Jahr 2011. Dimensionierungsverhältnis 96%, deutliche Abregelungen wegen zu starker Unterdimensionierung hatte ich bislang nicht feststellen können, lediglich an einem einzigen Tag hat man an dem längeren String derlei mal erahnen können.

Unter diesen Randbedingungen ergeben sichfür den Zeitraum 7/2010 bis 6/2011 Verluste mit der 70%-Grenze von 1,54% bezogen auf das Gesamtsystem. Wegen der unterschiedlichen Generatorausrichtungen ist das aber wenig hilfreich. Daher habe ich im nächsten Schritt den kompletten AC-Ertrag entsprechend des jeweiligen Anteils am Generator auf die einzelnen Leistungsteile verteilt und dann folgende Verluste ermittelt: DC1 mit 3,35%, DC2 mit 3,94%, DC3 mit 3,77%.

DC1 und DC2 sind die kürzeren Strings, DC3 der längere. Die Module wurden vor der Installation sortiert und die besten im DC2-String verbaut, die nächstbesten in DC1 und die übrigen in DC3. Womöglich spielt das in die unterschiedlichen Verlustwerte von DC1 und DC2 mit hinein. Außerdem gibt es noch leichte Verschattungen auf allen drei Strings, die aber in den Tagesrandzeiten wirksam sind und somit die 70%-Verluste nicht beeinflussen dürften. Lediglich der Gesamtertrag wird dadurch geschmälert und die Verlustwerte fallen minimalst höher aus als unter optimalen Einstrahlungsbedingungen.

Da die 70%-Grenze am Netzverknüpfungspunkt einzuhalten ist, sollte es ja auch erlaubt sein, die DC-Begrenzung um den Wirkungsgrad des WR zu erhöhen. Mehr als den maximalen WG kann der WR schließlich nicht erreichen, bei 97% WG hieße dies dann wohl, dass DC-seitig 72,2% zulässig wären, AC-seitig ergibt das damit höchstens 70%. Wenn ich die 70%-Grenze entsprechend anpasse, ergeben sich diese Verluste: DC1 mit 2,58%, DC2 mit 3,10%, DC3 mit 2,92%. Für das Gesamtsystem in meinem Fall dann 1,05%.

Das ist mal ein Beispiel für eine normale Anlage, wobei das Dach eher flach ist. Bei 45°DN wären die Verluste gewiss höher ausgefallen.
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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon Zentralschmiertechnik » 09.02.2012, 23:34

elfaro hat geschrieben:
Bei 45°DN wären die Verluste gewiss höher ausgefallen.



Wieso sollten die Verluste bei 45° DN höher ausfallen?

Gruß ZST
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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon elfaro » 09.02.2012, 23:49

Hier noch die Verlust-Werte für das Jahr komplette Jahr 2011, als weitere Referenz: 1,40% für das Gesamtsystem sowie dann DC1 mit 3,04%, DC2 mit 3,58%. DC3 mit 3,46%. Also vergleichbar den Ergebnissen für 7/2010 bis 6/2011.

@SolAce
Die Verluste überhaupt mal irgendwie greifen zu können, finde ich ja ebenfalls hilfreich. Aber bei den Fehlern, die sich aus Durchschnittswerten ergeben können, geht es meiner Überzeugung nach bestimmt nicht um Nachkommastellen. Bei gleichbleibenden Einstrahlungsverhältnissen gibt es wenig Abweichungen, aber bei wechselhaftem Wetter mit schnell ansteigender und abschwellender Strahlungsintensität - eben typischem Aprilwetter - sind Mittelwerte sehr fehlerträchtig. Hab mal die Verlustleistungen angeschaut und konnte feststellen, dass die Sommermonate Juni, Juli, August bis zu 50% der Jahresverluste verursachen. Folglich liegen die >50% in den übrigen Monaten mit - unterstellt - wechselhafterem Wetter. Würde mich also nicht wundern, wenn die tatsächlichen Verluste nochmal höher anzusetzen wären, als unsere Schätzungen.

@Zentralschmiertechnik
Weil die Einstrahlung im Frühjahr/Herbst mit 45°DN bei +45°S bzw. -45°S besser ist. Gleiches gilt natürlich auch für ein Dach mit 0°S und 33°DN. Hier sind die Spitzenwerte nochmal höher, weswegen die Unterdimensionierung in diesen Fällen bislang auch geringer ausfallen sollte. Vielleicht findet sich noch ein Beispieldach zwecks Berechnung.
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Re: Die "70-Prozent-Regelung" der Einspeiseleistung?

Beitragvon Zentralschmiertechnik » 10.02.2012, 00:10

Ich kann mir nicht vorstellen,dass die Verluste bei 45° Dächern höher als zB. bei 30° Dächern sein sollen.
Wechselhaftes Wetter haben wir nicht nur im April,auch Sommermonate die verregnet sind,entwickeln ähnliche Symptome.

Da ein reines Süddach- Azimut 0°,30° DN- die höheren kwh/kwp auf's Jahr gesehen erzeugen,so sollten auch die 70% Werte öfters übertroffen werden,gegenüber der schlechteren Ausrichtung bzw. DN.

Gruß ZST
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