Oft wird Strom aus Wind und Sonne zur falschen Zeit am falschen Ort produziert – Angebot und Nachfrage passen einfach nicht zusammen.
Aus "normalen" Großkraftwerken kann der Strom auch am falschen Ort produziert werden. Deshalb gibt es doch auch Überlandleitungen.
Die "falsche Zeit" wird in herkömmlichen Kraftwerken durch Regelung ausgeglichen. Für EE gibt es tagesaktuelle Prognosen und beispielsweise mögliche Regelenergien.
Angebot und Nachfrage passen zusammen und bestimmen dann den Preis. (Verkauf unter Marktwert führt zu Einkäufen und "Preisnormalisierung" vgl. Differenz HP Touchpad Ausverkauf und aktuelle ebay Preise.)
Folge: Weil Speicher fehlen, bauen sich überschüssige Mengen auf, die nur noch über die Leipziger Strombörse EEX verkauft werden können.
ABER: Wenn niemand den teuer erzeugten Strom haben will, wird er zur Not an Abnehmer ins Ausland verschenkt!
Der Strom kann auch an Abnehmer im Inland verschenkt werden.
Außerdem sind negative Strompreise eher selten - die Unternehmen haben also vielleicht keinen wirtschaftlichen Anreiz hier auszubauen.
Wenn der Strom "teuer erzeugt" wurde, dann brauch man doch nicht zu verkaufen (jaja das trifft nicht auf böse EEG Anlagen zu) - bzw. man könnte die Kraftwerke eben (teil)herunterfahren (was doch afaik gemacht wird wenn es entsprechende Prognosen gibt). Der Regelmechanismus funktioniert doch, denn sonst würde es jede Nacht negative Strompreise geben.
Aber es wird noch verrückter: In der Vergangenheit haben mehrfach Energieversorger aus den Nachbarländern Schweiz und Österreich, die große Pumpspeicherkraftwerke besitzen, den Gratis-Strom abgenommen.
Das Europäische Stromnetz (mit gemeinsamen Markt) soll doch eben diesen Ausgleichsmechanismus bereitstellen (oder?). Wenn keine Kapazitäten in DE frei sind, dann kann auf andere Länder ausgewichen werden ohne daß es in Deutschland zu Netzvorfällen kommt. Selbst bei normalen Preisen fließt "deutscher Strom" nach Österreich oder Schweiz. Die transnationalen Stromleitungen sorgen durch den Ausgleichstransport für (europäisch) einheitlichere Strompreise.
Das Problem: An schönen Sommertagen sind die Menschen am Strand oder im Schwimmbad, verbrauchen wenig Strom. Gleichzeitig speisen Fotovoltaik-Anlagen jede Menge Energie ein, die gerade niemand braucht.
Er könnte auch schreiben: An schönen Sommertagen laufen Klimaanlagen auf Hochtouren und die Reinigung der Schwimmbäder läuft auf Hochtouren (mehr Menschen = mehr Fremdstoffe = höhere Durchfluss durch Filter = höherer Wasserpumpenstrom?). Wer hat nun recht?
Natürlich können defekte Klimaanlagen (ICE,
Supermärkte ) keinen Strom mehr verbrauchen (die zulässige Kühltemperatur ist afaik 7°C - in offenen Regalen schnell erreichbar)
Denn: Der Wind weht mal stark, mal schwach, Sonnenenergie gibt es nur tags. Das belastet die Netze.
Regeltechnik 08/15 - Der Verbrauch ist auch mal stark, mal schwach. Nachts schlafen alle Leute. Tagsüber werden die Netze deshalb stärker belastet.
Für die Stromerzeuger ist auch deshalb günstiger, den Strom zu verschenken, weil ein ständiges Ab- und Anschalten herkömmlicher Kraftwerke viel teurer wäre.
Eine "Verschenkung" ergibt sich doch nur in den seltenen Fällen in denen der Börsenmechanismus der Preisbildung greift. Er schreibt doch selber, dass es für das Unternehmen wirtschaftlicher ist etwas zu verschenken, als daß ein Kraftwerk abgeschaltet wird. Wirtschaftlichkeit hat doch zu den verschiedenen Kraftwerkstypen geführt.
Das ist die einzige derzeit verfügbare Technologie. Außerdem ist der Netzausbau unerlässlich,
= "Das ist alternativlos"
Bildartikel sind immer wieder lustig.
PS: Netzausbau = Just-In-Time ; Speicher = Lagerhaltung
In den vielen Haushälten gab es früher Kohlenkeller (neben Lebensmittelkammern) und in Städten sind viele Gasometer zurückgebaut (6stk in Berlin). Platz dürfte genug vorhanden sein-obwohl ich Batteriespeicher skeptisch gegenüber bin.