Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankurbeln

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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon CFAR » 05.02.2012, 19:12

Ach ja, und ich denke, die Begrenzung der Foerderung fuer Anlagen kleiner 10 kWp waere ohnehin nicht verfassungskonform. Man koennte sie ja weiter beschraenken auf Dachanlagen, nur die Degression bei groesseren Anlagen verstaerken.
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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon Spekulatius » 05.02.2012, 19:54

@Haladin:

3 Kekse Kritik:

1) Du argumentierst dass unser Einspeiseregime zielführender für einen massiven Ausbau der PV ist weil es sich schwerer durch die Lobby ausbremsen lässt als ein Quotensystem. Das stimmt. Nach einer Sonderkürzung ist es eh mehr oder weniger Wurscht ob wir 1GWp oder 8GWp pro Jahr zubauen, verursacht künftig nur einen minimalen Umlageanstieg. Ich hätte persönlich überhaupt nichts dagegen. Dennoch denke ich dass wir uns am Willen der Gesellschaft orientieren müssen um die Geschwindigkeit des EE Ausbaus festzulegen. Es gibt in unserer Gesellschaft nämlich auch Menschen die nicht so schnell und teuer vorgehen wollen wie Du und Ich. In diesem Sinne wäre ein sauberer Plan, mit klaren Zielen und Zwischenzielen das demokratischte.

2) Es ist ein Irrglaube wenn Du denkst dass wir in DE eine ungedeckelte Förderung der PV haben. Nicht umsonst steht im Begriff "atmender Deckel" auch der Deckel drin. Der Regelmechanismus hat zum Ziel einen jährlichen Zubau von 2,5-3,5GWp sicherzustellen. Die Geschwindigkeit vom letzten Preissturz der Module übertraf die voreingestellte Geschwindikeit beim Regelmechanismus, sodass jetzt mit einer Sonderkürzung nachjustiert werden muss. Danach spricht nichts dafür dass wir erneut den Zielkorridor von 2,5-3,5GWp verlassen werden. Wegen des letzten Preissturzes bei den Modulen sollten wir jetzt vielmehr dringends diskutieren ob wir das Ziel und den Korridor nicht eventuell auf 5-6GWp pro Jahr anheben sollten.

3) Und was ist mit Wind? Ein Problem mit dem EEG ist dass Wind nicht gegen PV ankommt, weil es so viel einfacher ist PV hinzuklatschen. Das macht den Ausbau teurer als er sein müsste und verschafft uns auch eine tickende Zeitbombe weil wir langsam aber sicher eine Schieflage zwischen Sommer und Winterversorgung mit EEs aufbauen. Statt 2GW Wind pro Jahr bräuchten wir 10GW, wenn wir schon 5GWp an PV zubauen. Ich vermute dass eine Quote ein gesünderes Verhältnis zwischen PV und Wind bewirken würde. Wenn wir die Einspeisevergütungen beibehalten (das ist in meinen Augen gesetzt) bräuchten wir einen stärkeren Anreiz für Wind.

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon GAST » 05.02.2012, 23:15

Hallo,
ich denke schon das es nicht so ganz preiswert wird eine Stromleitung mit möglichst geringen Verlusten von Griechenland bis nach Deutschland (sollte ja mind. bis in die Deutschlands gehen) zu bauen.
Da sind doch eindeutig zu viele "Handaufhalter" dazwischen, zudem muss es aufgrund der Transportverluste schon HGÜ sein...

Ich bin mir sicher die 20 Milliarden € bekommen die für 2 GWp schon unter die Leute...

Diese Kostensteigerung (wahrscheinlich 1ct/kWh nur Vergütung) im deutschen Strompreis dürfte dann ja auch hintenrüber fallen...ist ja für die Griechen....das es 50x soviel ist wie ein vergleichbarer Zubau in D. ist ja egal...ob wir nun zuviel für den griechischen Strom oder die griechischen Schulden zahlen....zahlen werden wir auf jedenfall!!

gruß
Jörg
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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon CFAR » 06.02.2012, 01:14

Ich wuesste nicht, warum wir griechischen PV-Strom brauchen sollten. An wie vielen Tagen wuerden wir denn diesen Strom importieren? In Zukunft wird Strom zwischen 18 und 21 Uhr rar sein und da ist es auch in Griechenland schon ziemlich dunkel.
Sorry für die Tippfehler, ich bin (meist) Tabletuser.
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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon Weidemann » 06.02.2012, 10:01

Spekulatius hat geschrieben:
Weidemann hat geschrieben:Was hat das mit der Einspeisevergütung zu tun? Überhaupt nichts!
Bei einer Quote wärs genauso! Dann braucht man eben eine Lizenz, und die kriegt man nur, wenn... :roll:


Bei zu hohen Tarifen entstehen starke Mitnahmeeffekte und hohe Kosten, wie man deutlich in den Fällen von Spanien, Italien, Griechenland, und auch Deutschland sehen kann.

Quote und Ausschreibung dagegen fixieren die Tarife rein durch Wettbewerbskräfte. In Kalifornien sorgen Quote und Ausschreibung für knallharten Wettbewerb, da gehen die Schmarotzer leer aus und die Kunden bekommen die EEs so günstig wie möglich.

erstens waren Quotenregelungen bisher immer teurer als unser EEG!

zweitens: (aus deinem Link)
UTILITY system prices ... dropping from
$3.75/W in Q2 2011 to $3.45/W in Q3 2011. This 8% reduction in installed prices is a direct
result of historically low domestic module prices, especially when purchased in large quantities,
and more efficient project development and construction processes.

Für dich sind also Anlagenpreise von 2650 Euro/kWp für eine 100MW-Freiflächenanlage "so günstig wie möglich" :shock: ??? Im gleichen Zeitraum hatten wir bei uns vielleicht 1600 Euro/kWp für vergleichbare Projekte. Rechnet man dann noch die doppelte Einstrahlung in Kalifornien raus, wo ein Großteil der Anlagen steht, zeigt sich dass unser EEG viel günstiger ist!

Die genannten 7 US-Cent für 2015 entsprechen ja, wie schon in dem entsprechenden Thread genannt, bei uns sowas wie 15 Euro-Cent/kWh, das werden wir mit 100MW-Freiflächenanlagen auf dem Acker (falls erlaubt) für 2015 locker schaffen, ohne Probleme.
In den USA ist es dagegen so eine Sensation, dass der Regulierungschef sich sorgen macht, ob das mit rechten Dingen zugeht... :mrgreen:

Bis jetzt sprechen alle deine Zahlen klar gegen eine Quotenmodell, und bestätigen mich, dass unser EEG (selbst mit den überforderten Boomphasen) immernoch billiger ist als jedes andere System dieser Welt! (Bis auf die türkischen 10 Cent/kWh, aber da wird ja bisher noch nicht gebaut, ist also auch kein funktionierendes System.)
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon Spekulatius » 06.02.2012, 13:08

Weidemann hat geschrieben:erstens waren Quotenregelungen bisher immer teurer als unser EEG!

Ich bin mir nicht sicher ob das der geeignetste Vergleich ist um generell die Ökonomie der Beiden Systeme zu vergleichen. Schon wenn Du die Geldverschwendung der EEGs in Spanien, Italien, und Griechenland herziehst bekommst Du ein anderes Bild. Du bekommst auch ein anderes Bild, wenn Du die Anlagenpreise für Freiflächenanlagen in Indien (Quote & Ausschreibung) herziehst, wo die Preise bei Freifläche zu Jahresanfang bei €1,2-€1,4/Wp lagen.

Mir leuchtet nicht ein wieso wir für die PV unsere Maxime der Marktwirtschaft ausser Kraft setzen sollen, die besagt dass die grösstmögliche Ökonomie gegeben ist, wenn der freie Markt durch Angebot und Nachfrage die Preise (Tarife) bestimmt. Hätten wir in Deutschland diese Kräfte in 2009 und 2010 beim PV-Zubau wallten lassen, dann hätten auch wir massive Förderungen eingespart und hätten heute ein viel kleineres Rechtfertigungsproblem.

Weidemann hat geschrieben:zweitens: (aus deinem Link)
UTILITY system prices ... dropping from
$3.75/W in Q2 2011 to $3.45/W in Q3 2011. This 8% reduction in installed prices is a direct
result of historically low domestic module prices, especially when purchased in large quantities,
and more efficient project development and construction processes.

Für dich sind also Anlagenpreise von 2650 Euro/kWp für eine 100MW-Freiflächenanlage "so günstig wie möglich" :shock: ??? Im gleichen Zeitraum hatten wir bei uns vielleicht 1600 Euro/kWp für vergleichbare Projekte. Rechnet man dann noch die doppelte Einstrahlung in Kalifornien raus, wo ein Großteil der Anlagen steht, zeigt sich dass unser EEG viel günstiger ist!

Die Preise für Freifläche in USA waren bislang etwas höher, Ich denke aber dass Du mit den 3 Stellschrauben etwas übertreibst. Der Wechselkurs war damals etwas höher, Der Preis bei uns (für Inbetriebnahme in Q3) etwas höher, und der Mehrertrag in Kalifornien vs. DE eher bei 60%. Es geht zudem nicht um Vergleiche zwischen Ländern (da wird es immer Preisunterschiede geben, z.B. liegen Preise in China und Indien unter DE), sondern den erzielbaren Preisen zwischen den Systemen unter gleichen Bedingungen. In würde z.B. vermuten dass Ausschreibungen in Griechenland zu Preisen führen würden, die deutlich unter dem vor 5 Tagen beschlossenen Einspeisetarif von 29 Cent für Freifläche liegen würden.

Weidemann hat geschrieben:Die genannten 7 US-Cent für 2015 entsprechen ja, wie schon in dem entsprechenden Thread genannt, bei uns sowas wie 15 Euro-Cent/kWh, das werden wir mit 100MW-Freiflächenanlagen auf dem Acker (falls erlaubt) für 2015 locker schaffen, ohne Probleme.
In den USA ist es dagegen so eine Sensation, dass der Regulierungschef sich sorgen macht, ob das mit rechten Dingen zugeht... :mrgreen:

Wenn man 30% Steuerersparnis rausrechnet und auf Deutschen Ertrag anpasst landet man bei etwa 12 Cent, das halte ich für durchaus vergleichbar. ( 7 / 70% ) * (1700 / 1100) /1,32 = 12 €Ct.

Weidemann hat geschrieben:Bis jetzt sprechen alle deine Zahlen klar gegen eine Quotenmodell, und bestätigen mich, dass unser EEG (selbst mit den überforderten Boomphasen) immernoch billiger ist als jedes andere System dieser Welt! (Bis auf die türkischen 10 Cent/kWh, aber da wird ja bisher noch nicht gebaut, ist also auch kein funktionierendes System.)


Was ein vernünftiges Preisniveau angeht werden wir uns nach einer Sonderkürzung auf jeden Fall wieder annähern. Man sollte aber nicht verschweigen, dass unser Mechanismus nicht flexibel genug war um auf deutliche Überförderungen in den letzten Jahren zu reagieren. Das gleiche Problem hat dem Ausbau der EEs in anderen Ländern das Genick gebrochen, siehe Spanien, Tschechei, und in meinen Augen gegenwärtig Italien.

In DE sehe ich jetzt nicht so ein grosses Tarifproblem (ob wir jetzt noch 1 Ct. über einem vernünftigen Tarif liegen ist wurscht), sondern eher das Problem dass das EEG nicht für den Ökonomischten Mix sorgt. Eine konsistent umgesetzte Quote würde auf einen viel grösseren Zubau an Wind hinauslaufen, was sowohl für die kurzfristigen Kosten (Umlage) aber vorwiegend für den langfristigen EE-Integrationsaufwand von Vorteil sein würde.

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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon bimon » 15.02.2012, 16:53

Griechenland hätte ja wirklich Potential. Windkraft mit eingeschlossen. Zu schade, dass der Schatz nicht gehoben wird. Aber da wird sich wahrscheinlich momentan kein ausländischer Investor einlassen. Und bei private Kleinanlagen ist finanziell wohl wenig Spielraum da. "Dank" der großen Braunkohlevorkommen und der extrem geringen Abgaben ist der Strompreis ja auch unter/um die 11 Cent. Sonst hätte ich ja gesagt, das könnte sich bald von alleine rechnen.

Wie wird das griechische EEG eigentlich finanziert? Über Steuern oder über Umlage? Es gab zumindest mal einen Zuschuss zu Großanlagen(bis 40%) neben der Einspeisevergütung. Gibt es den immernoch?
Weiß jemand wie sich die Strompreise ganz aktuell entwickeln? Wurden dort die Abgaben im Zuge der Krise angehoben?
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Re: Deutsche Stromkunden sollen griechische Wirtschaft ankur

Beitragvon PV-Berlin » 15.02.2012, 18:41

Wieso sehen die Leute immer nur den Moment?

tun sie mal so, als ob die Karre (GR) weiter mit Vollgas gegen die Wand fährt. Wann macht es bum?

Und dann reiben sich die Gauweiler & Co. die Augen,- ihre blöden Sprüche kennen sie dann nicht mehr. Zudem ist das Pack in Athen auch gegrillt. *Regierung

Den Rest machen die ökonomischen Zwänge! Griechenland wird auf die EE umsteigen. Bis 2020 geht da einiges. Mit was will GR. sonst Devisen einnehmen, alternativ sparen? Autos bauen?
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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