DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

News über Photovoltaik und Solarstrom

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DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon Sonnendach2009 » 13.01.2010, 16:08

Hallo zusammen,

seit Wochen stehen mal wieder die Zähler für Solarstrom nahezu still. Sind die PV Anlagen auf unseren Dächern wirklich das Geld wert, oder sollte man sich nicht doch lieber sofort dazu entschliessen, die Förderung massiv in die Solarthermie zu pumpen? Diese Technologie kann zumindest theoretisch den gesamten Energiebedarf permanent über 365 Tage decken. Dagegen scheint die Photovoltaik nur Spielerei zu sein, die sich gerade nur wegen der Subvention lohnt, was unsere Regierungen so für uns entschieden haben. Nur mit welcher Energie sollen dann zukünftig unsere neuen "sauberen" Elektroautos fahren, wenn es im Winter doch überwiegend nur Atomstrom gibt? Wenn man sich alle diese Fragen stellt, so trübt sich der Spass und der Glaube an den Nutzen der PV wiedermal etwas ein, ohne das gleich wieder das RWI dahinter steckt.

Sind wir also noch auf dem richtigen Weg?
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon buergersolar » 13.01.2010, 17:34

Man könnte das Stromnetz genausowenig ausschließlich mit AKWs betreiben (weil sie zu träge sind, sich Verbrauchsschwankungen anzupassen) wie ausschließlich mit PV.

Das tolle ist aber: Es lassen sich verschiedene Energieträger kombinieren :idea:

Also nehmen wir PV, die überwiegend im Sommer Strom liefert.
Dann nehmen wir Wind, der im Winter mehr bringt als im Sommer.
Dann nehmen wir Wasserkraft, die permanent Strom liefert.
Dann nehmen wir Geothermie, die auch permanent Strom liefert.
Dann nehmen wir Biomasse, die als Lückenfüller dient.

Wir können also getrost auf Kohle und Atom verzichten. Zuerst auf Atom (sehr unflexibel), dann auf Kohle (recht unflexibel) und irgendwann werden wir auch Erdgas (-> Biomasse) nicht mehr brauchen.
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon Spekulatius » 13.01.2010, 18:40

Sonnendach2009 hat geschrieben:Hallo zusammen,

seit Wochen stehen mal wieder die Zähler für Solarstrom nahezu still. Sind die PV Anlagen auf unseren Dächern wirklich das Geld wert, oder sollte man sich nicht doch lieber sofort dazu entschliessen, die Förderung massiv in die Solarthermie zu pumpen? Diese Technologie kann zumindest theoretisch den gesamten Energiebedarf permanent über 365 Tage decken. Dagegen scheint die Photovoltaik nur Spielerei zu sein, die sich gerade nur wegen der Subvention lohnt, was unsere Regierungen so für uns entschieden haben. Nur mit welcher Energie sollen dann zukünftig unsere neuen "sauberen" Elektroautos fahren, wenn es im Winter doch überwiegend nur Atomstrom gibt? Wenn man sich alle diese Fragen stellt, so trübt sich der Spass und der Glaube an den Nutzen der PV wiedermal etwas ein, ohne das gleich wieder das RWI dahinter steckt.

Sind wir also noch auf dem richtigen Weg?


ja, mir san noch auf dem richtigen Weg. Wir müssen aber noch weiterlatschen.

Wenn Du Dir die Kosten einer Solaranlage in Deutschland mit asiatischen Modulen anschaust, und alle Margen der Mitverdienenden rausrechnest(angefangen beim Modulhersteller, bis hin zum Grosshändler und Installateur) wirst Du bei Anlagenkosten von etwa €1,50 / Wp landen. Zu diesen Kosten kannst Du Strom zu etwa €0,15/kWh generieren. Das liegt irgendwo zwischen Haushaltstarif (€0,23/kWh) und Grosshandel (€0,05/kWh). Wenn Du dann annimmst dass die Branche diese Kosten um etwa 8% senken kann, während konventioneller Strom pro Jahr um 3% steigen kann, ist sogar das Erreichen von Grosshandelspreisen in Deutschland absehbar. Im südeuropäischen Raum sind wir fast da. Natürlich müssen Margen mitberücksichtigt werden, aber eine Reine Kostenbetrachtung zeigt das Potenzial auf.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob nicht die angedachten Investitionen in Wüstenstrom in den Sand gesetzt sind. :mrgreen:

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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon user4711 » 13.01.2010, 18:53

Ich denke, das ganze hat auch etwas mit Machtkonzentration zu tun. Deshalb ist das Desertec ein Weg diese teilweise zu erhalten.
Das Projekt hat auch Vorteile

Deshalb gilt auch hier nicht alles auf eine Karte setzen, beides sollte unser Ziel sein. Hauptsache Kernkraft und Fosile-Brennstoffe verschwinden aus der Energieerzeugung so früh wie möglich.


Viele Grüße
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon neuharlingerstrom » 13.01.2010, 19:07

Sonnendach2009 hat geschrieben:Hallo zusammen,

seit Wochen stehen mal wieder die Zähler für Solarstrom nahezu still. Sind die PV Anlagen auf unseren Dächern wirklich das Geld wert, oder sollte man sich nicht doch lieber sofort dazu entschliessen, die Förderung massiv in die Solarthermie zu pumpen? Diese Technologie kann zumindest theoretisch den gesamten Energiebedarf permanent über 365 Tage decken. Dagegen scheint die Photovoltaik nur Spielerei zu sein, die sich gerade nur wegen der Subvention lohnt, was unsere Regierungen so für uns entschieden haben. Nur mit welcher Energie sollen dann zukünftig unsere neuen "sauberen" Elektroautos fahren, wenn es im Winter doch überwiegend nur Atomstrom gibt? Wenn man sich alle diese Fragen stellt, so trübt sich der Spass und der Glaube an den Nutzen der PV wiedermal etwas ein, ohne das gleich wieder das RWI dahinter steckt.

Sind wir also noch auf dem richtigen Weg?


Moin ...

ganz im Gegenteil .... wenn in vielleicht 20 Jahren der erste "Wüstenstrom" auch nach Europa "gelenkt wird" werden die ersten EEG PV Anlagen wahrscheinlich für nur wenige Ct. (oder was auch immer dann die kWh kosten wird!) ins Netz einspiesen, da deren garantierte Abnahme zu hohen EEG Einspeisetarifen dann abgelaufen sind ! Wahrscheinlich werden die dann schlagartig zu ähnlichen Preisen wie Windkraft den begehrten Spitzenstrom liefern !

Natürlich wird DESERTEC Strom auch seinen angepeilten Anteil von cva. 15% an der europ. Stromproduktion beitragen aber bis dahin wird es noch weitere Offshore Windparks , das Nordsee HGÜ Netz und auch noch etliche Gigawatt mehr PV Leistung mindestens in Deutschland (und wohl auch in Südeuropa) geben ! Dazu die sinkenden Anlagenpreise für PV Anlagen, so daß dann schon recht zügig sich für den Betreiber die Frage stellt warum er überhaupt seinen Strom noch ins Netz liefern soll wenn er ihn besser selber verbraucht (bei erreichen der Netzparität)

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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon rudis » 14.01.2010, 08:59

Natürlich kann PV vom Hausdach alleine nie die Stromversorgung ganz übernehmen. Es ist aber einer von vielen Bausteinen, die den Strommix der Zukunft bilden. Wenn man den Strombedarf eines Tages http://de.academic.ru/pictures/dewiki/115/stromnetz_lastkurve.jpg betrachtet, sieht man, dass PV gut mit der Mittellast harmoniert. Zudem können thermische Kraftwerke bei uns, oft im Sommer nicht mit voller Leistung fahren da die Leistung abhängig vom Temperaturdelta ist und die untere Temperatur liegt nun mal immer über der Außentemperatur.

Zu Desertec: Hier stört mich vor allem die Abhängigkeit von anderen Ländern bei der Erzeugung und Durchleitung, aber gerade diese sollte doch reduziert werden. Auch gibt es hier keine Konkurrenz und somit wieder Preisdiktate.
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon Südschwabe » 14.01.2010, 09:07

Hallo.
rudis hat geschrieben:Zu Desertec: Hier stört mich vor allem die Abhängigkeit von anderen Ländern bei der Erzeugung und Durchleitung, aber gerade diese sollte doch reduziert werden. Auch gibt es hier keine Konkurrenz und somit wieder Preisdiktate.

Sollte Desertec tatsächlich realisiert werden (was ich immer noch ob der wirklich immensen Investitionskosten anzweifle), dann verschiebt man halt die Abhängigkeit von Russland / Ukraine (Gas (druch-)Lieferant) nach Libyen / Tunesien / Marokko. Gleich viel besser oder?

Abgesehen davon: PV ist nur ein Baustein im neuen Energiemix. Ich würde auch KWK / BHKW Kleinanlagen als wichtigen Schritt sehen. Vor allem auch unter dem Aspekt der De-Zentralisierung.

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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon rudis » 14.01.2010, 09:09

Auserdem ist zu beachten:
Zudem können thermische Kraftwerke bei uns, oft im Sommer nicht mit voller Leistung fahren da die Leistung abhängig vom Temperaturdelta ist und die untere Temperatur liegt nun mal immer über der Außentemperatur.
Diese Tatsache wird auch Desertec zu schaffen machen, da es in der Wüste ziemlich heiß ist. Zudem hat man hier für gewöhnlich nicht viel Wasser zu Verfügung. Thermische Kraftwerke stehen aber normalerweise immer in der Nähe eines Flusses.
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon Sonnendach2009 » 14.01.2010, 13:34

rudis hat geschrieben:Auserdem ist zu beachten:
Zudem können thermische Kraftwerke bei uns, oft im Sommer nicht mit voller Leistung fahren da die Leistung abhängig vom Temperaturdelta ist und die untere Temperatur liegt nun mal immer über der Außentemperatur.
Diese Tatsache wird auch Desertec zu schaffen machen, da es in der Wüste ziemlich heiß ist. Zudem hat man hier für gewöhnlich nicht viel Wasser zu Verfügung. Thermische Kraftwerke stehen aber normalerweise immer in der Nähe eines Flusses.


Vielleicht ist die Realisierung doch schwieriger, als es heute dargestellt wird. In der Wüste fehlt schliesslich das unbedingt notwendige Wasser?
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon buergersolar » 14.01.2010, 14:16

Naja, nachts ist es ja ziemlich kalt in den Wüsten. Vielleicht werden Kältespeicher angelegt, die nachts gekühlt werden und tags die Wärme aufnehmen.
Es gibt auch in Deutschland Kraftwerke, die nicht mit Wasser gekühlt werden. Mir fällt als Beispiel das Geothermiekraftwerk in Landau (Pfalz) ein, das wird nur mit großen Ventilatoren und Luft gekühlt.
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