DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon hadl » 09.03.2010, 13:24

phoenixx2007 hat geschrieben:Hallo liebe Forumsmitglieder.
Desertec kann eine super Sache für unseren nötigen Zukünftigen Energiemix werden, wir sollten uns in unserer zukünftigen Energieversorgung jedoch nicht davon abhängig machen!
Ich halte dieses Projekt auch für wichtig für eine gute zusammenarbeit mit Afrikanischen/Arabischen Staaten.
Diese Länder könnten hiermit nochmals zusätzlichen Wohlstand in die bevölkerung bringen der nicht mal Umweltschäden verursacht und den Sie nicht mehr missen möchten.
Religiöse mäßigung könnte auch von der Sonne kommen wenn diese den Alltag erleichtert :)

Ein mitteinander ist fast immer der bessere Weg :) , Phoenixx


Hallo Phönixx!
Offensichtlich hab ich mich etwas undeutlich ausgedrückt.
Mein Beitrag soll grundsätzlich nicht als Kritik an Deserterc verstanden werden.
Ich wollte lediglich darauf aufmerksam machen, dass es sich bei dem – gerade nicht billigen - Wüsten Projekt um ein zentral kontrollierbares - und dazu noch mit Beteiligung von EON und RWE - handelt. Also Tatsachen die es RWI nicht leicht machen, so nach Verbraucher belastenden Milliarden zu suchen, wie sie es beim EEG tun.
Schaun wir mal, ob,s die überhaupt interessiert was es kostet.

Gruß Hadl
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon moderne-energie » 09.03.2010, 14:14

Hallo,

Ich habe die Diskussion hier über Desertec mit Interesse gelesen.
Ich möchte nochmals die positiven und negativen Punkte aus meiner Sicht zusammenfassen:

Pluspunkte von Desertec
+ Salarthermie ist eine erneruerbare Energieform
+ Desertec würde einen großen Entwicklungsschub im Bereich der Solarthermie auslösen und könnte für andere ein Vorbild werden. -> USA, China, Australien,
Südameerika
+ Wenn die großen Energieversorger mit Desertec beschäftgt sind haben sie nicht soviel Zeit und Geld für Atomkraft und Kohle
auch wenn wir RWE, E.ON, etc. nicht lieben, wird es sie sicher noch eine Weile geben, da ist es doch besser sie bauen Solarthermiekraftwerke als
neue Kohlemeiler oder gar Atomkraftwerke oder?

Negative Punkte:
- die Machtkonzentration bei wenigen Großkonzernen bleibt bestehen
- es wird noch lange dauern bis der erste Strom fließen kann: wenn man weiß, dass es allein in Deutschland oft 15 Jahre dauert bis neue Stromleitungen
genehmigt werden, der kann sich vorstellen wie lange es dauern kann Leitungen über Kontinente hinweg zu bauen.
- Desertec wird nicht ohne Subventionen auskommen - dadurch könnten wichtige Mittel für die Energiewende in Deutschland fehlen

Für mich gleichen sich die positiven und negativen Punkte etwa aus. Meine Einstellung gegenüber Desertec ist deshalb neutral.

Das heißt aber auch, dass weiterhin der Schwerpunkt am Umbau des deutschen und europäischen Energiesystems liegen muss.

Bis Desertec Strom einmal fließt wird PV-Strom in Deutschlad ohnehin schon billiger sein. Billiger für Verbraucher, die ihn selbst erzeugen und selbst verbrauchen. Stromkonzerne mögen PV in Deutschland nicht, da sie wahrscheinlich nie die Mitnahmeeffekte und Traumrenditen, die sie jezt mit ihren Großkraftwerken machen erreichen werden.

Liebe Grüße
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon phoenixx2007 » 09.03.2010, 15:22

Hallo hadl.
Ich Antwortete nicht auf Dein Posting, wolllte nur auf Positive Aspekte für dieses Projektes hinweisen.

Bei aller träumerei,
auf Großkonzerne werden wir auch in Zukunft nicht verzichten können! Wo bliebe die Wettbewerbsfähichkeit :!: :?:
Nicht wenige von uns werden sogar Ihre Brötchen von einen haben.

Phoenixx
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leider nur 2 Links einstellbar, weitere PVA's aber im Sonnenertrag unter "sunkraft1/2/3/4/5" zu finden
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon moderne-energie » 09.03.2010, 15:31

phoenixx2007 hat geschrieben:
Bei aller träumerei,
auf Großkonzerne werden wir auch in Zukunft nicht verzichten können! Wo bliebe die Wettbewerbsfähichkeit :!: :?:
Nicht wenige von uns werden sogar Ihre Brötchen von einen haben.

Phoenixx


Großkonzerne werden wir brauchen. Zum Beispiel Splarworld, Q-Cells, First Solar, Suntech, Yingli, etc. :!:

...die können dann durch Massenproduktion, Innovation und internationalem Wettbewerb die Kosten für dezentrale PV senken!

Der Wettbewerb unter den Technologieanbietern wird größer sein als der von den Energieoligopolen der Gegenwart.

LG
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon hadl » 09.03.2010, 16:38

phoenixx2007 hat geschrieben:Hallo hadl.
Ich Antwortete nicht auf Dein Posting, wolllte nur auf Positive Aspekte für dieses Projektes hinweisen.

Bei aller träumerei,
auf Großkonzerne werden wir auch in Zukunft nicht verzichten können! Wo bliebe die Wettbewerbsfähichkeit :!: :?:
Nicht wenige von uns werden sogar Ihre Brötchen von einen haben.

Phoenixx



Hallo Phönixx !!
Wenn Du unter den Großkonzernen Wettbewerbsfähigkeit siehst, verstehe ich auch warum Du das Andere als Träumerei siehst.
Übrigens finde ich die Desertec Betrachtung von "moderne energie" sehr treffend.

Hadl
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon wolf_66 » 09.03.2010, 17:21

Hallo Sonnendach,
allein schon deine Frage ist nicht nachvollziehbar!
Das ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang der PV.-Aera.
Die 4 großen EO.. Enb.. RW.. u. Wasserf. sehen ihre Pfründe in Gefahr,wenn jeder seinen Strom
selbsterzeugt, wenn auch erst einmal nur zum Teil. Aber es werden immer mehr.
Ich habe 5 kWp auf dem Dach zum einspeisen und 1,5 kWp auf meinem Carport
mit 6 Panzerpl. Akkus als Speicher zwecks Eigenverbrauch. Dadurch hat sich mein Tagesbedarf an Strom auf nur 1-2 kWh
reduziert. Die Anlage läuft seit 1,5 Jahren problemlos und ich hoffe noch die nächsten Jahre.
Ein Tip noch zum Schluß, ab 18.03.10 - 23.03.10 läuft ein Film im Kino an " Die 4. Revolution"
Der weltweite Wandel in der Energiefrage. http://www.4-revolution.de/
Mit sonnigen Gruß
wolf
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon irgendwer » 09.03.2010, 20:49

Wenn ich den Zubau auf 2GW pro Jahr "hemme", dann habe ich nach 25 Jahren 50GW Photovoltaik im Netz. Das ist schwer genug handhabbar.

Und mir persönlich wäre ganz recht, wenn der überwigende Anteil dieser 50GW möglichst preiswert ist.


Mal abgesehen davon, dass der Europäische Tagesstromverbrauch etwa bei 500 GW liegt und selbst bei 50 GW PV-Modulgesamtleistung kaum jemals mehr als 30 GW gleichzeitig eingespiesen wird (Wetter, Ausrichtung, Neigungswinkel, Abschattung, Alterung, Unterhalt etc.) und bis 2035 eine stärkere Elektrifizierung des Wärmeenergiebedarfs und der Mobilität stattgefunden haben wird:

Moderne Wechselrichter sind sehr gut handbar und speisen keinen Strom ein, wenn das Netz überlastet ist und Strom welcher nicht eingespiesen wird, muss auch nicht bezahlt werden.

Zudem die Einspeisevergütungen gelten nur 20 Jahre. Das heisst, die Anlagen welche zwischen 2010 und 2015 installiert wurden, muss dann 2035 Niemand mehr finanzieren, also bleiben nur noch 40 GW und diese 40 GW werden zwischen 2015 und 2035 durschnittlich - wenn überhaupt - höchstens für 30 cents pro kWh vergütet.

Selbst bei 900 kWh pro kWp sind das dann noch 0.4% des heutigen Deutschen Bruttosozialproduktes.

0.4% des Deutschen Bruttosozialproduktes für Deutsche Arbeitsplätze und die Reduktion der Abhängigkeit von limitierten, importierten Energieträgern ohne Deutsche Wertschöpfung ist ja eigentlich nicht so tragisch... :wink:
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon irgendwer » 09.03.2010, 21:09

Vielleicht ist die Realisierung doch schwieriger, als es heute dargestellt wird. In der Wüste fehlt schliesslich das unbedingt notwendige Wasser?


Ja und. Dafür dient es dann wenigstens als Argument um die Förderung von PV in Europa abzuklemmen.

"Die Förderung von PV in Europa macht eigentlich keinen Sinn, weil es in der Wüste viel mehr Sonne hat (was interessiert denn da Wasserknappheit, Sandstürme und politische Begebenheiten) und Wüstenkraftwerke machen ja eigentlich auch keinen Sinn weil es im Weltall viel mehr Sonne hat (was interessieren da Raketen und deren Treibstoffbedarf, Wasser- und Luftknappheit, Infrastruktur und militärische 'Möglichkeiten')... http://www.nss.org/settlement/ssp/ "

Und überhaupt: Was soll man denn mit all den PV-Installateuren in Europa - die können doch grad so gut von der Arbeitslosenkasse leben...
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon rierku » 09.03.2010, 21:12

Mit Desertec habe ich das Problem das es eben nicht in Deutschland steht bzw. in einer Region, die man nicht mal eben als eine der politisch stabilsten bezeichnen kann. Dass ein anderes Land nach gutdünken mal eben 15% unserer Energieversorgung lahmlegen könnte ist... naja, nennen wir es ungünstig. Von daher ist Desertec zwar ein nettes Projekt, aber eigentlich eher dazu geeignet, die Region da unten günstig mit Energie zu versorgen.

BHKWs... naja, besser als die normale Gasheizung auf alle Fälle, und wenn heute bei uns eine neue Heizung fällig werden würde, würde es ein BHKW werden. Aber als fester Bestandteil des künftigen Energiemixes.. naja ich weiß nicht. Mit normalem Erdgas betrieben gewinnt man nciht viel, das dieses immernoch aus Rußland kommt, und immernoch ein endlicher fossiler Brennstoff ist, wenn auch ein besserer als Kohle. Und ein Betrieb mit Biogas.. da stellt sich die Frage, woher das ganze Biogas nehmen? Hier haben wir nämlich auch ein Flächenproblem: Die Biomasse aus der das Gas gewonnen wird, muss angebaut werden und wachsen. Sollten wir diese FLäche nicht lieber für Lebensmittel und Futterpflanzen verwenden? Ansonsten müssen wir über kurz oder lang große Menge an Biomasse , sei es nun als Nahrung oder als Energieträger, importieren. und shcon sind wir wieder weitreichend von einem anderen Land abhängig.


Persönlich bin ich der Meinung, dass wir unsere Energie ohne Probleme aus den Quellen Solar, Wind, Wasser und Geothermie beziehen können. Die Technik dafür ist da und wird ständig verbessert. Es geht einzig darum, zu entscheiden, an welcher Stelle welche Erzeuger sinnvoll sind und darum, vom Renditedenken wegzukommen. Die PV Anlage die wir uns demnächst aufs Dach bauen wollen, ist zur Hälfte mit einer NO Ausrichtung nicht die effektivste. Aber wir bauen das Ding auch nicht, damit nwir Geld damit machen, sondern damit wir in Zukunft energietechnisch versorgt sind, und ein stückweit unabhänig sind. Die finanziellen Vorteile sind natürlich schön, aber nicht DAS Killerargument.
rierku
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Re: DESERTEC- Das Ende der Photovoltaik?

Beitragvon moderne-energie » 09.03.2010, 22:37

Hallo Bürgersolar,

:danke: für die tolle Beschreibung wohin sich das Elektrizitätssystem entwickeln wird!

Interessat ist dabei auch die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr und der "Stromspeicherung" durch die Kopplung von Strom- und Gasnetz.
Sehr interessant ist dazu die Dissertation von M. Sterner: "Bioenergy and renewable power methane in integrated 100% renewable energy systems
Limiting global warming by transforming energy systems" abrufbar unter: http://www.upress.uni-kassel.de/publi/a ... 9958-798-2
Eine Präsentation der wichtigsten Ergebnisse dieser Dissertation findet sich auch unter: http://www.iset.uni-kassel.de/abt/FB-I/ ... orgung.pdf

Kennst du das?

LG,
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