Das übliche Spiel im Herbst

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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon GAST » 12.10.2011, 11:33

Warum müssen wir denn Strom aus einem entfernten Land holen, das europäische Verbundnetz ist ja eine tolle Sache, aber gezielt Strom erst durch mehrere Länder zu leiten um diesen dann hier überteuert als EE ins Netz zu speisen??
Bei Asterix stände "Die spinnen die Römer"...jetzt tauschen wir mal "Römer" mit ???

Für die stabilität der Netze soll es meinetwegen einige GW Kapazität mit den Nachbarländern geben, da dürfte keiner was gegen haben, aber erst durch mind. 2-3 andere Länder Netze bauen um den Strom gezielt hierhin zu bringen??

Ich habe immer angenommen das Effizienz bedeutet die Wege kurz zu halten....

Gruß
Jörg
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon Spekulatius » 12.10.2011, 12:53

PV-Berlin hat geschrieben:Die reinen Kapitalkosten der HGÜ sind schon so hoch, dass der Strom nicht unter 8 bis 10 Cent zu haben sein wird, also ganz ohne Gebühren, Durchleitungkosten oder sonstige Kosten getrieben. Selbst wenn es gelänge, diese Kosten noch zu halbieren, was in Anbetracht der HGÜ (Masten) wohl eher unwahrscheinlich sein wird, bleiben wir auf 5 Cent "hängen". Daher sind die Gestehungskosten in GR für welchen Strom auch immer vollkommen irrelevant. Beim Märchen Wüstenstrom noch viel deutlicher.

Einen Verbund (Netz) wird es wohl geben, aber der wird sicherlich nur so ausgelegt, dass die Schwankungen im europäischen Netz ausgeglichen werden.

Es ist natürlich trotzdem sinnvoll GR in die Lage zu versetzen auf Deutschen Kostenniveau (kWh) PV, Onshore und Offshore zu bringen. dafür sind aber schon erhebliche Anstrengungen und günstige Kredite notwendig. Utopische Annahmen und Projekte helfen weder uns, noch den Griechen weiter. Die EU soll das fördern, denn aus eigener Kraft wird das in Griechenland nix mehr. Die Gründung einer Griechenland KfW plus Bürokratie abbau, plus einem wirksamen EEG (Orientierung an der Türkei) durch Hilfe EU Fördermittel sehe ich persönlich als echte Chance für die Griechen. *Arbeitsplätze, Abbau des strukturellen Handelsdefizit.

Eine KfW Griechenland mit ca. 10 Mrd. € EK auszustatten, die hoch effektiv arbeitet, wäre auch für Investoren aus D. hochinteressant. Wenn Griechenland dann seinen Strom in die Türkei oder andere Nachbarn verkauft soll doch bitte der Strommarkt entscheiden.

Die nötigen Zubau in Sachen PV (Menge) bekommt D. auf jeden Fall selbst gut hin. Mit mittelfristiger Planungssicherheit für Investoren sind > 100 GWp bis 2025 kein Problem.


Na also, frohlocket denn es gibt sie noch, die Vernünftigen Geister.

Im Gegensatz zum hirnrissigen Stromexport-Konzept ist der Ausbau der EE in Griechenland für den Verbrauch vor Ort eine wirtschaftlich ordentliche Sache!

Obwohl Griechenland weder Öl noch Gasvorräte hat produziert es 22% seines Stromes aus Gas und 16% aus Öl (IEA). Schon wenn man nur die Hälfte dieser Volumina durch PV ersetzt öffnet sich ein Markt von etwa 8GWp. Heutige Gestehungskosten von PV in Griechenland (11 Cent bei €1,6/Wp und 1430kWh/kWp) liegen schon deutlich unter Öl (ca 15 Cent) und gar nicht so weit entfernt von GuD (ca 8 Cent) und Peak-Gas (ca 11 Cent), d.h. in der Anwendung als Kraftstoffersatz für diese Kraftwerke könnte man in Kürze kostenneutral hinkommen. Zudem deckt sich die Leistungskurve von PV ausserordentlich gut mit der Lastgangkurve übers Jahr gesehen (Hoher Bedarf an Strom im Sommer um die Mittagszeit).

KfW Kreditlinie von 10 Milliarden an Griechische KfW + niedrige Einspeisetarife (11-14 Cent) + kleinen Aufschlag für Inseln.

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon energyturnaround » 12.10.2011, 13:56

Das ganze Spiel wird sowieso mit weiter sinkenden Preisen noch unrealistischer. Wenn die Preise fallen, dann sinkt auch der absolute Unterschied der kWh-Preis.

Völlig gestelltes Beispiel (Halbierung der Systempreise):
Deutschland.......2011: 15 cent/kWh......2020: 7,5 cent/kWh
Griechenland.....2011: 12 cent/kWh......2020: 6 cent/kWh
Differenz..........2011: 3 cent/kWh.......2020: 1,5 cent/kWh

Jedoch ist nicht zu erwarten, dass die Preise für HGÜ-Übertragung, Durchleitungsgebühren überhaupt oder in einem ähnlichen Maße sinken.

Also wenn es heute einen Vorteil gäbe, wird er immer kleiner oder verschwindet in Zukunft.

Außerdem bräuchte man um eine ähnliche Sicherheit zu erreichen ja mindestens 2 HGÜ Leitungen durch verschiedene Gebiete, um einen Ausfall einer Leitung zu verhindern, oder wie kann man verhindern, dass plötzlich 10 GW Leistung "weg" sind. Wenn ein signifikanter Teil der Stromversorgung aus dem Ausland kommt, sollte man sicherstellen, dass es nicht zu einem Ausfall kommt.
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon diesonnelacht » 12.10.2011, 16:42

PV-Berlin hat geschrieben:Die reinen Kapitalkosten der HGÜ sind schon so hoch, dass der Strom nicht unter 8 bis 10 Cent zu haben sein wird... bei 5 Cent "hängen".
...
Einen Verbund (Netz) wird es wohl geben, aber der wird sicherlich nur so ausgelegt, dass die Schwankungen im europäischen Netz ausgeglichen werden.


Quelle für die Zahlen? Mir erscheint das wesentlich zu hoch gegriffen, das sollte für 1-2ct schon zu machen sein (je nachdem ob mit oder ohne Verluste).

Für den Ausfall einer Leitung bräuchte man bei bis zu ca. 3 GW Transportleistung übrigens nicht zwingend eine redundante zweite Leitung, allerdings würde man wohl auf eine HGÜ-Strecke mit zwei Leitungen zurückgreifen, von denen im Normalbetrieb jede die Hälfte der Energie überträgt.
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon funky63 » 12.10.2011, 17:35

Das wird alles, keine Sorge. Die Menschheit hat schon so viel hingekriegt: Mondflug, AKWs, Kriege, Gaspipeline durch die Nordsee, eine Physikerin als Kanzlerin...
Da werden wir doch wohl mal ne Leitung durch die Adria verlegen können, dann ist der Strom schonmal in Norditalien. Von da aus gehts dann weiter.

Das was hier passiert ist übrigens Bierdeckelmißbrauch. DonSpekulatius sollte froh sein, dass das nicht strafbar ist. :lol:

Übrigens: Wenn die Amis nach dem Krieg einen Bierdeckel benutzt hätten, dann hätte es sicher keinen Marschallplan gegeben. Wozu denn? Den braunen Kriegsverbrechern wieder auf die Beine helfen? Was soll das denn? Dann wäre Europa im Chaos versunken und eine PV-Industrie hätte sich bis heute sicher noch nicht mal im Ansatz entwickelt...

Wir werden sehen. Vorerst schlage ich vor, dass wir die Bierdeckel ihrem Sinn entsprechend verwenden. Prost!
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon PV-Berlin » 12.10.2011, 20:52

Für die Griechen ist es gleich, ob sie ihre Importe senken, oder ihre Exporte ausweiten. Der Charme der PV & Wind EE wäre aber, dass sie sich von den Weltmarktpreisen lösen und das "Sparen" vollkommen losgelöst von Bonitäten eines anderen Staates funktioniert.

Den eigenen Absatz hat man immer und den kann man auch gesetzliche festschreiben. Der Export kann wegbrechen, aus welchen Gründen auch immer. Zu dem wäre ein Zubau in 2012 möglich. Also gleich 5 GWp auf einen Schlag. Bis HGÜ gebaut ist, dauert es Minimum Jahre, selbst in der VR China.

Außerdem spart man Dollar (Gas und Öl) das spricht noch mal für den Eigenverbrauch.

Eine KfW GR. mit 10 Mrd. EK und ähnlichen Strukturen wie die in D. kann ein x-faches an Volumen wuppen. Denn das sind rentable Investitionen, die effektiv Renditen im Land generieren, ohne jeden negativen Einfluss von außen.

Das Kernproblem der Griechen ist ihr negativer Saldo in der Handelsbilanz. Die viel zitierte Schwäbische Hausfrau würde genau so rechnen wie ich, anstatt auf HGÜ und irgendwelche Verträge (Abnahme von Strom) zu hoffen.

Griechenland braucht in 2012 Wachstum. 5 Mrd. in PV und Wind bedeuten einiges an BIP und neuen Arbeitsplätzen. Zeit ist genau das, was GR. nun ausgerechnet am wenigsten hat. Geld ist bei echten Investment sehr schnell ausreichend vorhanden. *EK
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon diesonnelacht » 12.10.2011, 21:13

Also keine Quelle. Zeit? Das ist eher ein Knackpunkt. Ein Seekabel für HGÜ _kann_ schnell verlegt werden, aber bei NorGer rechnet man z.B. mit 2017 als Inbetriebnahmejahr.

Insgesamt geht es doch so: PV ist gewollt (u.a. politisch), auch und gerade in Griechenland. Stromnetzausbau ist zumindest politisch gewollt, besonders auch in Südosteuropa. Was "Helios" genannt wird, schneidet nur den griechischen Teil vom Ganzen heraus und verpackt es nett neu. Etwas Energie nach Italien verschoben, dafür etwas weniger vom Norden her nach Italien eingespeist.
Was hier anscheinend alle übersehen haben: Es scheint nicht überall in Europa gleichzeitig die Sonne. Dito Wind. Also könnten ein paar Strippen nicht schaden, wenn es auf eine regenerative Vollversorgung in/für Europa zugeht. Aber ist ja noch ein Weilchen hin.

Also los. Aber bitte mit privaten Investoren, meinetwegen mit Steuervorteilen (siehe Kollektor auf Seite 1 dieses Threads).
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Re: Das übliche Spiel im Herbst

Beitragvon GAST » 13.10.2011, 17:01

diesonnelacht hat geschrieben:Also keine Quelle. Zeit? Das ist eher ein Knackpunkt. Ein Seekabel für HGÜ _kann_ schnell verlegt werden, aber bei NorGer rechnet man z.B. mit 2017 als Inbetriebnahmejahr.

Insgesamt geht es doch so: PV ist gewollt (u.a. politisch), auch und gerade in Griechenland. Stromnetzausbau ist zumindest politisch gewollt, besonders auch in Südosteuropa. Was "Helios" genannt wird, schneidet nur den griechischen Teil vom Ganzen heraus und verpackt es nett neu. Etwas Energie nach Italien verschoben, dafür etwas weniger vom Norden her nach Italien eingespeist.
Was hier anscheinend alle übersehen haben: Es scheint nicht überall in Europa gleichzeitig die Sonne. Dito Wind. Also könnten ein paar Strippen nicht schaden, wenn es auf eine regenerative Vollversorgung in/für Europa zugeht. Aber ist ja noch ein Weilchen hin.

Also los. Aber bitte mit privaten Investoren, meinetwegen mit Steuervorteilen (siehe Kollektor auf Seite 1 dieses Threads).


Stimmt, es scheint nicht überall gleichzeitg die Sonne....im Osten geht sie eine Stunde eher auf und im Westen ne Stunde später runter...
Zudem haben wir es schon durch, Strom über größere Entfernungen zu transportieren bringt nicht nur Transportverluste, sondern kostet auch Netzentgelte...
Strom ist bei den heutigen Übertragungstechniken (selbst bei HGÜ) immer noch ein wenig mobiles Gut, er sollte möglichst nah am Verbraucher in die Leitung eingespeist werden....
Wenn es anders wäre, dann hätten wir nicht die Kraftwerke übers Land verteilt, sondern alle KohleKW irgendwo im Ruhrgebiet, dort wo seit jeher die benötigte Stein+Braunkohle gefördert wird und die GasKW irgendwo an der Nordsee dort wo die Pipelines ankommen...

Gerade PV ist predestiniert für den Verbrauch in der direkten Nachbarschaft, Windkraft für den Verbrauch in einigen kilometern Umkreis, genau wie Biogas.

Also lasst den Griechen ihren PV-Strom (von mir aus mit einer GR-KFW die von Europa eine finanzielle "Marschallplan Ausstattung bekommt wie von PV-Berlin vorgeschlagen), so entlasten sie ihre Divisenkasse weil sie weniger Rohstoffe einkaufen müssen.

Gruß
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