News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von schneckle » 14.09.2009, 14:10
Hallo Ihr China-Modul-Skeptiker !
Bericht aus der " Berliner Zeitung "
".... unter Berufung auf eine nicht-öffentliche Studie der Landesbank Baden-Württemberg ist die deutsche und europäische Solarindustrie gegenüber der chinesischen Branche offenbar kaum noch wettbewerbsfähig.
Die dortigen Produzenten hätten sich erorme Kosten- une Effizienzvorteile erarbeitet.
Insgesamt belaufen sich der Kostenvorteil auf rund 44 Prozent.
Besonders dramatisch sei, dass die chinesischen Hersteller die Europäer
vor allem teschnisch weit hinter sich ließen.
Dies werde einen vernichteten Druck auf die Gewinnmargen der Europäer
ausüben ."
Ist doch zu überlegen, ob man nicht den Preis- und Qulitätsvorteil nützen sollte.
Grüße
Hallo zusammen,
wer hat Erfahrung mit dem Solarmodul " Jetion JT 180 S ".
Habe ein Angebot wie folgt vorliegen:
32 St. Jetion JT 180 S Solarmodul 5,760 KWp
PV_Modul 180W momokristallin, 1,580x0,808m, +/-3% Eintelpreis 3.366,00 €
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von ms-ing » 14.09.2009, 14:24
Diese Entwicklung sollte uns mal selbstkritisch nachdenken lassen.
Wie konnte es kommen, daß wir Deutsche so leicht techn. knowhow und den damit erreichten Vorsprung so einfach aus der Hand geben ?
Wie können wir diesen wieder erlangen ?
Vllt hat hier jemand eine Meinung ?
Ich fange mal (provokant) an
1. Schlecht bezahlte Jobs (=mangelnde Motivation)
2. Gute Leute wandern aus
Bin mal auf Eure Meinungen bespannt
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von eggis » 14.09.2009, 14:43
Ich finde wir sollten dieses Preisniveau auch bei den Angeboten mehr berücksichtigen und hier öfter "zu teuer" schreiben. Hier werden doch oft Angebote mit chinesischen Modulen die nur 10% günstiger ist als deutsche Module als annehmbar erachtet.
25-30% sollte eine PVA mit chinesischen Modulen günstiger seine als eine Anlage von deutschen oder japanischen Herstellern! Über 2700€/kWp sollte deshalb eine 5kWp Anlage mit Chinamodulen nicht mehr kosten. Eine 30kWp-Anlage müsste sogar für ca. 2200€/kWp zu bekommen sein. Wer steckt sich hier das Geld ein? Die Großhändler und Importeure? Es wird Zeit das Interessenten bei den Angeboten mehr nachverhandeln um auch von den günstigen Preisen zu profitieren.
Mit sonnigen Grüßen -eggis- "Alte Leute sind gefährlich; sie haben keine Angst vor der Zukunft." (George Bernard Shaw)SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC Meine Anlage!!! hier klicken
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von oppiwahn » 14.09.2009, 15:14
Ich liebe solche Debatten, ich bereise Asien (China, Japan, Singapur, Korea, Taiwan, Indien) seit mehr als 15 Jahren in Geschäftlichen Angelegenheiten für meine Arbeitgeber (Zuerst Railtechnik, dann Elektro/Elektronik und seit 7 Jahren für einen der grössten Automobilzulieferer in Europa).
Das die einen Preisvorteil haben ist klar, keine Vorschriften wegen Arbeitsschutz, Umweltrecht, Wettbewerb ist eh wurscht, da die meisten Betriebe ohnehin staatlich gestützt sind, usw. Ausserdem wo liegen die Preistreiber ??? In der Entwicklung !!! Und was machen die Asiaten ? Datatata sie kopieren, und Eigententwicklung ist meist spärlich. Das merkt man sofort, wenn man bei Gesprächen in die Tiefe geht, früher so vor 10 Jahren erntete man nur Fragezeichen bei Entwicklungsfragen, jetzt sind sie schon besser, aber noch weit hinter uns her. Aber kopieren können sie spitzenmässig, habe mir vor kurzen einen Staatlichen Betrieb angesehen in dem mal knapp 6000 Ing. arbeiten (viele die in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und USA studiert haben). Die machen den ganzen Tag nichts anderes als westliche Produkte zerlegen, die Schritte dafür festzuhalten Bild/Ton/Zeichnungen und dann einer anderen Gruppe zu geben, damit sie es wieder zusammenbauen anhand der Daten ! Klappts, na Prima und schon kann es in Massen gefertigt werden da die westlichen Firmen ja so deppert sind Ihnen alle Pläne inkl. Bestellnummern vom Sublieferanten zu geben. Technologietransfer ist das Schklüsselwort, ohne das lassen die Asiaten keinen Rein, und unsere "Manager" sehen ja nur noch max. 1 Jahr in die Zukunft, also den kurzfristigen Gewinn, und was danach kommt ist mal egal. Beste Beispiele, Bombardier, Liebherr, Siemens, Bosch, BMW usw........
Die Werker in den Produktionshallen arbeiten bis zu 2 Jahre hintereinander, und dürfen dann für 2-4 Wochen zu ihrer Familie ins Hinterland reisen, wo auch das Geld aus deren Verdienst hinfliesst. (Das sind so um die 100 Euro im Monat, wenn er gut bezahlt wird.) Die Ing's und Dr. tech. usw. liegen bei 1000-2000 Euro im Monat.
Aber kauft nur die Yinglis und Sunrise, muhahhhh die Feritgung ist geil, so ähnlich als wenn man nen Audi A6 mit nem alten Lada vergleicht. Reinraumtechnik, ist halt nur mit eingeschalteten Filtern und Druckerzeugern zu realisieren, und wenn der Strom halt mal wieder nicht reicht, werden solche Dinge zuerst ausgeschaltet. Ebenso wie die Filter der Abgasanlagen, die kosten halt ein Schweinegeld, und was bei uns nach 3 Monaten gewechselt wird, wird dort eben durch eine Nebenabgassführung die mal schnell hingeschweisst wird umgangen.
Ja aber billig sind sie !!!!
Alles was über 2500 € für die Dinger bezahlt wird ist ne Frechheit, aber der Solateur kann da ja auch nix dafür, da bekommt er wenigstenes ne fette Provision !
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von hz543 » 14.09.2009, 15:14
ich frag mich nur, wer gibt dir bei den chinesischen Dingern wirklich noch Garantie nach 5 oder 10 Jahren, wenn die Blase geplatzt ist.
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von alex.schmid76 » 14.09.2009, 16:29
mir stellt sich halt auch die Frage, wo wären die Preise heute, wenn es die "Billiganbieter" nicht gäbe? Würde ein KWp dann immernoch 5000 oder mehr Euro kosten? Hätte dann allgemein Photovoltaik diesen Aufschwung wie momentan?
Zum Preis - ja, der wäre wohl immer noch so hoch. Warum soll ne Firma günstiger anbieten, wenn es keine Firma darunter anbietet. Ganz normale Marktwirtschaft.
Aufschwung - würde wohl paar Leute geben, die trotzdem bauen, aber diese Anzahl wäre wohl eher zu vernachlässigen.
Vielleicht lassen sich die Leut auch nicht mehr verar....
Was haben deutsche Firmen gemacht um an Module zu kommen - Chinamodule gekauft und deutschen Aufkleber draufgemacht. Und dann sozusagen zu deutschen Preisen verkauft, weil es ja laut Aufkleber deutsche Module sind. Und dann die Leut niedermachen, wenn se sich gleich für Chinamodule entscheiden.
Bezüglich der Autovergleiche. Deutsche Autos stehen mittlerweile genauso oft in den Werkstätten wie andere Autos. Um nen läppischen Keilriemen zu wechseln muß man den halben oder ganzen Motor rausbauen. Dann ist man für nen Keilriemenwechsel 1-2000 Euro los. Wo da der Vorsprung durch Technik sein soll geht mir nicht in den Kopf?
BMW, VW usw. Zusammengebaut von tausenden Leiharbeitern. Die haben genausoviel Rechte wie die Chinesen - nämlich garkeine. Und die Bezahlung ist vielleicht nicht grad ein Witz - aber wenn ich arbeiten gehe und trotzdem Hartz4 brauch - für was geh ich dann zum arbeiten?
Gruß Alex
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von lehmann28 » 14.09.2009, 16:37
alex.schmid76 hat geschrieben:Was haben deutsche Firmen gemacht um an Module zu kommen - Chinamodule gekauft und deutschen Aufkleber draufgemacht. Und dann sozusagen zu deutschen Preisen verkauft, weil es ja laut Aufkleber deutsche Module sind. Und dann die Leut niedermachen, wenn se sich gleich für Chinamodule entscheiden.
Es wäre ganz schön, wenn Du nicht immer wieder die gleiche Leier runterbeten würdest. Dadurch wird es auch nicht richtiger.
Der Tom 
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von ms-ing » 14.09.2009, 16:40
Ich höre seit 20 Jahren, egal ob Planung oder Vertrieb, billig...schnell...billig
Nach BWL könnte man auch "Just in Time" oder "wirtschaftlich" dazu sagen.
Prämisse in den technischen Disziplinen heißt Wirtschaftlichkeit. Immer muß jemand unterboten werden, damit man im Rennen bleibt.
Das führt natürlich dazu, daß man keine richtigen Löhne mehr bezahlen, und endet damit, daß niemand die wirtschaftlichen Leistungen mehr bezahlen kann. Die Spirale geht aber weiter....es muß dann einfach noch preiswerter gehen, also Produktion ab nach China....und nun wundern sie sich hier.
Auf Politikerdeutsch heißt es dann Deregulierung, Markt regelt sich selbst und blablabla
Vorläufiges Zwischenergebniss dieser Mentalität: Leiharbeit zu Lasten der Arbeitnehmer, Wanderarbeit in D Hochqualifizierter. Hire & Fire heißt die Zukunft. Billig rein - teuer raus, und dazwischen die Banken und Manager (BWLer).
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von alex.schmid76 » 14.09.2009, 16:46
es kommt ja auch immer die gleiche Leier, das man deutsche Module kaufen soll.
Ich sehe es halt so, daß die Deutsche Wirtschaft sonstwo hingelobt wird und dann schaut man sich mal die Realität an.
Gruß Alex
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von phoenixx2007 » 14.09.2009, 17:56
Hallo alex.schmid76 + schneckle.
Bei manchen Zeitgenossen könnte man immer wieder Glauben das sie selber Beamte sind und sich keinerlei gedanken und sorgen um den eigenen Job in Industrie und Produktion machen müßen  .
Ganz nüchtern wird auf Globalisierung und Marktwirtschaft verwiesen!
Vieleicht habt Ihr ja Recht .
Dann aber wird es in Gemany in 20Jahren keine Produktion mehr geben
@oppiwahn
.....Du bist nicht der erste im Forum der solches Berichtet
Einigen Leuten in unserm Land fehlt aber die Antenne dafür
Wer seine eigenen Produkte nicht Wertschätzt, bei dem werden es sicherlich sehr bald auch seine Kunden in der Globalisierten Welt nicht mehr tun
............das sei dehnen gesagt die sich angesprochen fühlen
MFG Phoenixx 
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