China-Solar-Branche

News über Photovoltaik und Solarstrom

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Beitragvon SGL » 23.09.2009, 21:32

Suntech attackiert deutsche Solarkonkurrenz

Der Chef des größten chinesischen Solarkonzerns Suntech, Shi Zhengrong, hat die Dumpingvorwürfe seiner deutschen Konkurrenten empört zurückgewiesen. Er verweist auf seine zweistellige Marge.

von Claus Hecking und Kathrin Werner, Hamburg

"Wir haben eine Gewinnmarge von fast 20 Prozent - wie soll das mit Dumping gehen?", entrüstete sich der 46-Jährige im Interview mit der FTD. "Viele deutsche Solarfirmen sind einfach nicht mehr wettbewerbsfähig. Sie haben in den guten Jahren nicht genug an ihrer Effizienz gearbeitet."
Erst am Dienstag hatte der Bundesverband Solarwirtschaft angekündigt, er prüfe rechtliche Schritte bei der Europäischen Union gegen die chinesische Konkurrenz wegen Verdachts auf wettbewerbswidriges Verhalten. Hersteller aus China nehmen mit extrem preisgünstigen Modulen den deutschen Rivalen immer mehr Geschäft ab - das Land verdoppelte seinen weltweiten Marktanteil binnen zwei Jahren auf mehr als 30 Prozent.
"Wir konkurrieren mit Herstellern, die kaum Umweltstandards einhalten müssen und versteckte Subventionen bekommen", sagte etwa der Chef des Bitterfelder Konzerns Q-Cells , Anton Milner . So stelle die Bank of China heimischen Solarfirmen äußerst billige Kredite bereit.

"Das ist Müll", konterte Shi. "Wir zahlen den Banken die ganz normalen Marktzinsen: sechs Prozent und mehr." Auch Suntech habe wegen Finanzierungsproblemen in der Krise Projekte verschieben müssen. Natürlich gebe es in China staatliche Förderprogramme für Betreiber und Hersteller von Solaranlagen. Aber: "Wie viele Subventionen haben denn deutsche Hersteller bekommen?"
Statt sich zu beschweren, hätten die Deutschen schon längst selbst ihre Produktion nach Asien verlegen sollen, sagte Shi. Der chinesische Markt sei offen für ausländische Unternehmen. Nach Berechnungen der Investmentbank UBS können Solarkonzerne in Asien um durchschnittlich 30 Prozent günstiger produzieren als in Deutschland.

Shi dementierte im FTD-Gespräch auch den Vorwurf, Chinas Solarbranche profitiere von äußerst laschen Umweltschutzsstandards des Landes. "Unsere Umweltgesetze sind gerade noch einmal verschärft worden. Wer sich daran nicht hält, dessen Fabrik wird dichtgemacht." Auch der Kündigungsschutz sei mit Deutschland vergleichbar. Zudem habe das an der New York Stock Exchange gelistete Unternehmen aus Wuxi bei Schanghai ein Gesundheitsprogramm für die Arbeiter aufgelegt. Shi schloss sich der Forderung von Solarworld-Chef Frank Asbeck an, künftig nur noch Strom aus Modulen von Herstellern zu subventionieren, die bei der Produktion Qualitäts-, Sozial- und Umweltstandards einhalten. "Was Asbeck kann, können wir auch. Nur besser", sagte der Chinese mit australischem Pass. Auch Solarworld habe schließlich schon Einzelteile bei Suntech fertigen lassen.
Der chinesische Solarmanager zeigte sich verärgert über die Attacken der Konkurrenz. Die Europäer zerstörten mit ihrer Stimmungsmache gegen China das Image der weltweiten Solarindustrie, sagte Shi. "Warum arbeiten wir nicht lieber zusammen, um Solarstrom billiger zu machen? Wenn Deutschland gute Spezialmaschinen herstellt und China die besseren Module baut, dann ist das doch gut für beide."

Suntech, nach eigenen Angaben größter Modulhersteller der Welt, exportiert derzeit rund 95 Prozent seiner Produktion. Mit dem staatlichen Förderprogramm werde aber auch der heimische Markt künftig interessanter. Deutschland bleibe aber der wichtigste Markt - hier erwirtschaftet Suntech Shi zufolge rund die Hälfte des Jahresumsatzes von zuletzt 1,9 Mrd. $.
Neben dem Export nach Deutschland kaufe sein Unternehmen jährlich für rund 300 Mio. Euro Spezialmaschinen und Material von hiesigen Herstellern wie Roth&Rau oder Manz Automation, sagte Shi. "So kommt viel Geld zurück nach Deutschland." Außerdem beschäftige Suntech hierzulande mehr als 200 Mitarbeiter - weltweit sind es rund 8000. Eine baldige Expansion in Deutschland sei wahrscheinlich.

Shi schloss sich der Forderung mehrerer deutscher Solarmanager an, die staatlichen Garantietarife für Sonnenstrom rasch zu senken. "Alle unsere Kritiker behaupten, dass Solar viel zu teuer sei. Je niedriger die Einspeisevergütungen sind, umso mehr beschleunigt das die Wettbewerbsfähigkeit." Der Konzernchef erwartet rapide technologische Fortschritte im Solargeschäft. "Suntech wird in Süddeutschland oder Spanien schon 2011 die Netzparität erreichen", kündigte der CEO an. Dann werde Sonnenstrom vom Dach für Privathaushalte dasselbe kosten wie Strom aus der Steckdose.

Aus der FTD vom 24.09.2009
© 2009 Financial Times Deutschland
SGL
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 318
Registriert: 06.08.2009, 16:20

Beitragvon Querdenker/in » 24.09.2009, 05:49

SGL hat geschrieben:"Suntech wird in Süddeutschland oder Spanien schon 2011 die Netzparität erreichen", kündigte der CEO an. Dann werde Sonnenstrom vom Dach für Privathaushalte dasselbe kosten wie Strom aus der Steckdose.

Aus der FTD vom 24.09.2009
© 2009 Financial Times Deutschland


D.h. die Preise für PV-Anlagen werden bis 2011 um 50% fallen?!
Querdenker/in
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1144
Registriert: 08.03.2009, 21:45

Beitragvon bimon » 03.10.2009, 13:07

Ein neuer Artikel dazu:
http://www.ftd.de/finanzen/:portfolio-s ... 18433.html

Und selbst wenn die Subventionen nicht so stark sinken würden, wie momentan befürchtet wird(wg. Schwarz-Gelb), wäre eine immer größer werdende Preisdifferenz irgendwann doch ein Grund für immer mehr Leute auf "Qualitätschinesen" zu wechseln.
bimon
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 534
Registriert: 25.09.2009, 22:04
Info: Betreiber

Vorherige

Zurück zu PV-News



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste