News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von hadl » 18.02.2010, 14:37
Es gibt Internet Seiten, wo Politiker anbieten Kontakt mit ihnen aufzunehmen, und zu bestimmten Themen Fragen zu stellen oder Anregungen los zu werden. Ich habe die Möglichkeit genutzt und einem Politiker die folgende Frage gestellt:
Nach Äußerungen in einer Sonntagszeitung halten Sie Atomenergie für unverzichtbar, und bezeichnen im gleichen Atemzug Solarzellen, abwertend als Subventionsgräber. Meine Frage: Sind Sie der Meinung Kernenergie würde nicht subventioniert??
Hier die Antwort:
Sehr geehrter Herr xxxxxx ,
vielen Dank für Ihren Beitrag vom 6. Februar dieses Jahres, in dem Sie die Frage nach einer möglichen Subventionierung der Kernenergie stellen.
Die Bundesregierung betreibt nukleare Energieforschung, subventioniert aber nicht die Nutzung der Kernenergie! Das bedeutet, dass die Kernkraftwerke, die Strom erzeugen, zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung. Die im Bereich der nuklearen Energieforschung eingesetzten staatlichen Mittel dienen der Projektförderung und der Grundfinanzierung der Forschungszentren. Die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie betragen für den Zeitraum von 1956 bis 2008 rd. 16,8 Mrd. Euro, wovon allein rd. 10,9 Mrd. Euro auf Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen von Projektförderung und Großforschungseinrichtungen entfallen. Hinzu kommen rd. 1,9 Mrd. Euro Forschungs- und Energieforschung im Haushalt des Bundes 1998 bis 2008 für die nukleare Energieforschung. Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein.
Mit freundlichen Grüßen
xxxxxxxxxxxxxxx
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von hundertprosolar » 18.02.2010, 14:40
*ROFL* Wer's glaubt, wird seelig...
Sonnige Grüße von 100% Solar (Michael)
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von Amun_Ra » 18.02.2010, 15:17
Diese ... ich nenne es jetzt mal verharmlosend: Naivität ... ist ja geradezu rührend. Richtig übel wird es aber mit diesem Teil der Aussage: .... zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung....
da kann man schon keine mildernden Umstände mehr geltend machen, denn es ist doch öffentlich bekannt, wer die Gutachten und Nebenkosten zur Erforschung und Erkundung der Atommüllagerung, die Kosten für den Betrieb der End- und Zwischenlager, sowie die Folgekosten nach 10 Jahren Lagerung übernehmen darf. Nicht zu vergessen die Sicherheitsmaßnahmen für den Transport radioaktiver Stoffe kreuz und quer durch die BR Deutschland, die es auch geben würde, gäbe es keine "militanten Umweltaktivisten", einfach weil das Risiko des Verlustes von Brennelementen und ähnlichem Abfall durch Unfall und oder anderweitigem Abhandenkommen nicht hinnehmbar wäre. Nein, Herr Politiker, möchte man ihm fast ins Hirn einmassieren, es sind nicht die Betreiber sondern die lieben Steuerzahler in ihrer Gesamtheit, die diesen o.g. Blödsinn finanzieren dürfen... und dies, rechnet man sich die Halbwertzeiten schön und würde die Atomstromgewinnung noch heute schlagartig beenden, dennoch für weitere knapp 10.000 Jahre. Vielen Dank. 
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von wesozell » 18.02.2010, 16:25
hadl hat geschrieben:Es gibt Internet Seiten, wo Politiker anbieten Kontakt mit ihnen aufzunehmen, und zu bestimmten Themen Fragen zu stellen oder Anregungen los zu werden. Ich habe die Möglichkeit genutzt und einem Politiker die folgende Frage gestellt:
Nach Äußerungen in einer Sonntagszeitung halten Sie Atomenergie für unverzichtbar, und bezeichnen im gleichen Atemzug Solarzellen, abwertend als Subventionsgräber. Meine Frage: Sind Sie der Meinung Kernenergie würde nicht subventioniert??
Hier die Antwort:
Sehr geehrter Herr xxxxxx ,
vielen Dank für Ihren Beitrag vom 6. Februar dieses Jahres, in dem Sie die Frage nach einer möglichen Subventionierung der Kernenergie stellen.
Die Bundesregierung betreibt nukleare Energieforschung, subventioniert aber nicht die Nutzung der Kernenergie! Das bedeutet, dass die Kernkraftwerke, die Strom erzeugen, zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung. Die im Bereich der nuklearen Energieforschung eingesetzten staatlichen Mittel dienen der Projektförderung und der Grundfinanzierung der Forschungszentren. Die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie betragen für den Zeitraum von 1956 bis 2008 rd. 16,8 Mrd. Euro, wovon allein rd. 10,9 Mrd. Euro auf Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen von Projektförderung und Großforschungseinrichtungen entfallen. Hinzu kommen rd. 1,9 Mrd. Euro Forschungs- und Energieforschung im Haushalt des Bundes 1998 bis 2008 für die nukleare Energieforschung. Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein.
Mit freundlichen Grüßen
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Würde mich schon mal interessieren, wer diese Antwort verfasst hat.
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von hadl » 18.02.2010, 17:01
wesozell hat geschrieben:hadl hat geschrieben:Es gibt Internet Seiten, wo Politiker anbieten Kontakt mit ihnen aufzunehmen, und zu bestimmten Themen Fragen zu stellen oder Anregungen los zu werden. Ich habe die Möglichkeit genutzt und einem Politiker die folgende Frage gestellt:
Nach Äußerungen in einer Sonntagszeitung halten Sie Atomenergie für unverzichtbar, und bezeichnen im gleichen Atemzug Solarzellen, abwertend als Subventionsgräber. Meine Frage: Sind Sie der Meinung Kernenergie würde nicht subventioniert??
Hier die Antwort:
Sehr geehrter Herr xxxxxx ,
vielen Dank für Ihren Beitrag vom 6. Februar dieses Jahres, in dem Sie die Frage nach einer möglichen Subventionierung der Kernenergie stellen.
Die Bundesregierung betreibt nukleare Energieforschung, subventioniert aber nicht die Nutzung der Kernenergie! Das bedeutet, dass die Kernkraftwerke, die Strom erzeugen, zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung. Die im Bereich der nuklearen Energieforschung eingesetzten staatlichen Mittel dienen der Projektförderung und der Grundfinanzierung der Forschungszentren. Die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie betragen für den Zeitraum von 1956 bis 2008 rd. 16,8 Mrd. Euro, wovon allein rd. 10,9 Mrd. Euro auf Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen von Projektförderung und Großforschungseinrichtungen entfallen. Hinzu kommen rd. 1,9 Mrd. Euro Forschungs- und Energieforschung im Haushalt des Bundes 1998 bis 2008 für die nukleare Energieforschung. Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein.
Mit freundlichen Grüßen
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Würde mich schon mal interessieren, wer diese Antwort verfasst hat.
Ich habe am selben Tag, von einem anderen Politiker eine Antwort zur Energie Politik bekommen auf die ich schon länger gewartet habe. Wenn ich beide vergleiche, könnte man den Eindruck gewinnen, bei der Konventionellen Stromwirtschaft gibt es eine Service Abteilung, die nur für die Beantwortung von Energiefragen zuständig ist, die an Politiker gestellt werden.
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von Alex_2603 » 18.02.2010, 19:04
Ein "altes", also abgeschriebenes AKW macht derzeit ca. 1.000.000,00 Euro Gewinn (nicht Umsatz, Gewinn!) pro Tag. Meines Wissens nach sind fast alle der Meiler abgeschrieben. Und "gehören" vier Unternehmen. In deren Aufsichtsräten halt auch mal gerne der eine oder andere Politiker sitzt, der sich Sorgen um seine Altersversorgung macht..... Wer braucht denn da noch Subventionen???  Und wer beißt die Hand, die einen füttert??? Sorry, bin nunmal gerne zynisch. Grüße aus dem Allgäu!
Wenn die Sonne nicht mehr scheint, brauchen wir uns um Renditen auch keine Sorgen mehr machen.
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von jodl » 23.02.2010, 21:48
entschuldigung, aber ich kann den Quatsch mit den "abgeschriebenen" Atomkraftweken nicht mehr hören/lesen in der Zeitung, im Fernsehen: das verwerflichste an der ganzen Atomsache ist offensichtlich, daß die Kraftwerke "abgeschrieben" sind wer dieses Argument benutzt sollte sich vielleicht einmal kundig machen, was "abgeschrieben" bedeutet oder was unter "Abschreibung" verstanden wird... oder mal so verschiedene Gedankenexperimente im Zusammenhang mit der Abschreibung anstellen: z. B. wenn mein AKW jetzt abgeschrieben ist, zahle ich dann für die damit erwirtschafteten Gewinne mehr oder weniger Steuern als vorher? muß ich ein Wirtschaftsgut automatisch stillegen, verschrotten, außer Betrieb setzen etc. nur weil es abgeschrieben ist? Bloß mal so als Anregung
P.S. ich bin nicht unbedingt ein Anhänger der Atomkraft. Aber die Argumente sollten schon stimmen
Gruß, jodl
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von hadl » 04.03.2010, 21:58
Ich habe nachgehakt, weil ich es genau wissen wollte.
Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxxx
Erst mal zur Information, der Anteil der Solaren Stromerzeugung hat die 1 % Marke mit steigender Tendenz 2009 überschritten. Nun zur Kernenergie. Subvention ist eine staatliche Beihilfe wie man nachlesen kann. Wie erklären Sie unter diesem Gesichtspunkt ihre Aussage, Solarenergie, die im Umlage Verfahren vom Verbraucher finanziert wird sei übersubventioniert und Kernenergie, für die der Staat die Haftpflicht Versicherung und die Entsorgung der Abfälle übernimmt, um nur einige Kosten zu nennen, erfahre zu keinem Zeitpunkt eine Subvention??
Hier die Antwort:
Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxx
bezüglich der Kosten für die Entsorgung radioaktiver Abfälle gilt das Verursacherprinzip. Entsprechend sind die mit der Entsorgung zusammenhängenden Kosten grundsätzlich vom Erzeuger zu tragen. Da für die Entsorgung Endlager bzw. Zwischenendlager zu nutzen sind, werden laut § 21a Atomgesetz (AtG) Gebühren und Auslagen für die Benutzung der Anlagen des Bundes erhoben. Die Inbetriebnahme eines solchen Lagers ist Bundesaufgabe und entsprechend aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Für die Errichtung und Inbetriebnahme tätigt der Bund Vorausleistungen. Die entstandenen Kosten werden letztendlich den Nutzern der Anlage in Endbeträgen in Rechnung gestellt (§ 21b Abs. 1 AtG). Das Verursacherprinzip gilt ebenfalls für den Rückbau und die Stilllegung von Kernkraftwerken, sodass auch hier die Kosten durch den Betreiber getragen werden. Sowohl die Kosten für die Errichtung und die Nutzung von Endlagern als auch die Kosten für den Rückbau der Kraftwerke finden letztendlich in den Preiskalkulationen bzw. Strompreisen der Betreiber Berücksichtigung.
Erkenntnis: Wenn die EEG Umlage in den Strompreisen Berücksichtigung findet, nennt man das Übersubventioniert. Wenn die Kosten für die oben genannten Entsorgungs Prozesse in den Strompreisen berücksichtigt werden, nennt man das Preiskalkulation. Man wird so alt wie ne Kuh und lernt immer noch dazu.
Gruß Hadl.
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von buergersolar » 04.03.2010, 22:51
Wenn ich das lese, überlege ich mir, ob es die heutigen Kraftwerksbetreiber in der Form in 1.000, 10.000 oder 100.000 Jahren noch geben wird... Wer zahlt dann für die Lagerung? Der Staat.
25,2 kWp 144 x Sharp NT175E1, 3 x SMA SMC8000TL, 1 x SMA WebBox mit GSM-Modem Süd-West, Neigung 10° Erträge im SunnyPortalMein Stromanbieter: naturstromMein Druckerpapier: Recyclingpapier (spart jede Menge: Energie, Wasser und Holz)
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von Amun_Ra » 05.03.2010, 08:28
Da muss schon eine Portion ideologische Verblendung mit hineinspielen, um anfragenden Bürgern solche Antworten zu geben. Zumindest ist dies für mich eine Variante, dieses Politikerstatement zu deuten, was aber druchaus mein Wahlverhalten beeinflussen würde. Eine weitere Möglichkeit, aus der dann auch wiederum Konsequenzen im Wahlverhalten erwachsen würden, wäre: Der Mensch ist einfach nur überheblich und hält die Anfrager für dumm. Leider muss ich aber davon ausgehen, dass er das glaubt, was er da zusammenfabuliert. Bin momentan noch unentschlossen, was schlimmer ist.... 
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