Bericht zu Q-Cells

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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon Betatester » 28.02.2010, 17:30

SGL hat geschrieben: - Im 1. Halbjahr 2010 ist eine Ausnahmesituation und würden wahrscheinlich keine Module selber verbauen müssen. Aber wie schaut es danach aus?


War 2009 nicht auch ein Ausnahme(Jahr) ?

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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon SGL » 28.02.2010, 17:59

Betatester hat geschrieben:
SGL hat geschrieben: - Im 1. Halbjahr 2010 ist eine Ausnahmesituation und würden wahrscheinlich keine Module selber verbauen müssen. Aber wie schaut es danach aus?


War 2009 nicht auch ein Ausnahme(Jahr) ?

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Das ist natürlich eine interessante Frage. Kann sein.

Was aber nicht wesentlich etwas an meiner Argumenation ändert (nämlich dass es kein nachhaltiges Konzept ist). Außer man verbaut zukünftig keine eigenen Zellen (bzw. Module) mehr in eigenen Parks, da es nun genug andere Nachfrage gibt.
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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon lehmann28 » 28.02.2010, 18:18

SGL hat geschrieben: - Im 1. Halbjahr 2010 ist eine Ausnahmesituation und würden wahrscheinlich keine Module selber verbauen müssen. Aber wie schaut es danach aus? Auf Dauer können sie nicht einfach alles selber verbauen was sie nicht verkaufen können. Das ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Vor allem, wenn das Geld derzeit sowieso knapp ist bei Q-Cells.


Wieso ist das kein nachhaltiges Geschäftsmodell? Wenn ich als Kraftwerksbetreiber aus selbsthergestelltem Material Kraftwerke selbst bauen kann und dazu noch den ganzen Vertriebsweg mit den verschiedensten Gewinnmargen (Modulhersteller, Großhandel, Solarteur) außenvor lassen kann, dann ist das schon nicht schlecht.

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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon Boelckmoeller3 » 28.02.2010, 18:28

Hallo,

sehe ich genauso wie lehmann28 , ich finde dieses Geschäftsmodell wird sogar noch viel zu wenig in Deutschland praktiziert.
Es gibt jedenfalls gesetzlich keine Restriktionen die einen Produzenten oder dessen Tochterunternehmen daran hindern würden seine Produkte auch selber zu betreiben.
Dies ist im Prinzip im Bereich des kompletten EEG so machbar. Aus der Windenergiebranche wird so mach einer den Namen Fuhrländer schon mal gehört haben. Die verfahren im Prinzip ähnlich, betreiben also einen großen Teil ihrer Windräder schon seit Jahren selber. Und scheint auch zu funktionieren.

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Klaus
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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon SGL » 28.02.2010, 21:06

lehmann28 hat geschrieben:
SGL hat geschrieben: - Im 1. Halbjahr 2010 ist eine Ausnahmesituation und würden wahrscheinlich keine Module selber verbauen müssen. Aber wie schaut es danach aus? Auf Dauer können sie nicht einfach alles selber verbauen was sie nicht verkaufen können. Das ist kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Vor allem, wenn das Geld derzeit sowieso knapp ist bei Q-Cells.


Wieso ist das kein nachhaltiges Geschäftsmodell? Wenn ich als Kraftwerksbetreiber aus selbsthergestelltem Material Kraftwerke selbst bauen kann und dazu noch den ganzen Vertriebsweg mit den verschiedensten Gewinnmargen (Modulhersteller, Großhandel, Solarteur) außenvor lassen kann, dann ist das schon nicht schlecht.

Der Tom 8)


Sieh das ganze mal in Relation zu anderen Modulherstellern. Anscheinend können die anderen Hersteller so günstig produzieren, dass ihnen ihre Module abgekauft werden. Q-Cells muss diese selber verbauen, damit sie alle loswerden. Denn ich glaube nicht dass Q-Cells dies freiwillig macht, denn in der derzeitigen Lage (bzw. im Jahr 2009) mit der finanziellen Knappheit als Kraftwerksbetreiber groß einzusteigen scheint mir nicht gerade der richtige Weg. Vor allem, da das hierfür investierte Kapital wohl besser in die Optimierung der Produktion, Forschung und Entwicklung und eventuell in den Ausbau der Produktion geflossen wäre. Auf Dauer können sie nicht alle Module selber verbauen. Wie gesagt meine Meinung. Wenn man wirklich schon eine schöne Größe hat (2-3 GW Produktion), und zuviel Geld flüssig hat, kannn dies durchaus ein gangbarer Weg sein. Für mich klingt das ganze aber eher wie eine Notlösung für die Krise in 2009.
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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon Boelckmoeller3 » 28.02.2010, 21:34

Hallo,

ein bekanntes Problem in der Branche ist, dass manche Hersteller langfristige Verträge zur Silizium Lieferungen abgeschlossen hatten als es noch sehr teuer und knapp war. Dann hat die Lage plötzlich gedreht und ist der Preis wieder sehr schnell gesunken und die Unternehmen saßen oder sitzen nun noch auf ihren teuren langfristigen Lieferverträgen. Kann man auch als einen Managementfehler ansehen, weil es andere Firmen gibt die das nicht gemacht haben. Glück haben auch die Firmen gehabt die auch das Rohmaterial für die Zellen selbst produzieren.
Das zweite ist, dass man eine Produktion zurückfahren sollte bevor man auf einer Halde sitzt. Auch ein Fehler des Managements falls nicht rechtzeitig geschehen.
Sitzt man erstmal auf einer Überproduktion sind auch wieder verschiedene Maßnahmen zum Abbau mit Schadensbegrenzung denkbar. Ein Weg wäre verschärftes Marketing, was auch Preissenkungen beinhaltet. Ein Schaden ist jedoch schon entstanden, notfalls muss zeitweise unter Produktionskosten verkauft werden. Ein zweiter oder auch paralleler Weg ist selber die Produktion zu verbauen.
Es ist aber auch denkbar dass die Entscheidung zum "selber verbauen" bereits weit vor der derzeitigen Lage getroffen wurde.
Merkwürdig ist, dass beispielsweise Solarworld zur Zeit diese Probleme nicht zu haben scheint, allerdings konnte man auch da zuletzt ein intensives Marketing beobachten.

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon moderne-energie » 28.02.2010, 22:18

Hallo,

Boelckmoeller3 hat geschrieben:Hallo,

ein bekanntes Problem in der Branche ist, dass manche Hersteller langfristige Verträge zur Silizium Lieferungen abgeschlossen hatten als es noch sehr teuer und knapp war. Dann hat die Lage plötzlich gedreht und ist der Preis wieder sehr schnell gesunken und die Unternehmen saßen oder sitzen nun noch auf ihren teuren langfristigen Lieferverträgen. Kann man auch als einen Managementfehler ansehen, weil es andere Firmen gibt die das nicht gemacht haben. Glück haben auch die Firmen gehabt die auch das Rohmaterial für die Zellen selbst produzieren.
Das zweite ist, dass man eine Produktion zurückfahren sollte bevor man auf einer Halde sitzt. Auch ein Fehler des Managements falls nicht rechtzeitig geschehen.
Sitzt man erstmal auf einer Überproduktion sind auch wieder verschiedene Maßnahmen zum Abbau mit Schadensbegrenzung denkbar. Ein Weg wäre verschärftes Marketing, was auch Preissenkungen beinhaltet. Ein Schaden ist jedoch schon entstanden, notfalls muss zeitweise unter Produktionskosten verkauft werden. Ein zweiter oder auch paralleler Weg ist selber die Produktion zu verbauen.
Es ist aber auch denkbar dass die Entscheidung zum "selber verbauen" bereits weit vor der derzeitigen Lage getroffen wurde.
Merkwürdig ist, dass beispielsweise Solarworld zur Zeit diese Probleme nicht zu haben scheint, allerdings konnte man auch da zuletzt ein intensives Marketing beobachten.

Viele Grüße:

Klaus


@ Siliziumlieferungen
:danke: für diesen Punkt. Halte auch ich für sehr wichtig.
Im nachhinein kann man das als Managementfehler sehen. Nur der Fairness halber sollten wir uns aber auch in die Lage eines Solarmanagers versetzen.
Bis Ende 2008 wuchs der PV-Markt rasant. Das Problem war bis dahin nicht seine Produkte zu verkaufen, die wurden zugeteilt. Marketing war nicht notwendig. In den Jahren 2004-2008 war das Problem genügend Silizium/Wafer (und für die reinen Modulhersteller Zellen) zu bekommen.
Angesichts dieser Entwicklung ist es logisch Lieferverträge abzuschließen. Der ein oder andere erinnert sich villeicht, dass der Abschluss eines Liefervertrags vor nicht langer Zeit überschwenglich gefeiert wurde.

@ Solarworld: Solarworld ist nicht vergleichbar mit Q-Cells. Solarworld produziert Wafer, Zellen und Module. Hat einen guten Markennamen und beliefert den Endkundenmarkt. Im letzten Jahr wurden eben in allen Bereichen niedrigere Margen in Kauf genommen. Wenn man aber in allen Wertschöpfungsebenen tätig ist muss man auch immer alle Bereich wettbewerbsfähig halten.

Q-Cells erzeugt hauptsächlich Zellen. Ist also einerseits von den alten Waferverträgen betroffen und andererseits verkauft es an Modulhersteller und nich an den Endkundenmarkt. Durch Marketing und Markennamen läßt sich die Absatzmenge nicht so leicht steigern. Wenn die Modulhersteller die die Zellen kaufen nicht wettbewerbsfähig sind, dann können sie auch weniger Zellen verbauen.
Andererseits ist Q-Cells flexibler. Sie haben die alten Waferlieferverträge nachverhandelt. Laut letztem Bericht haben sie noch einige zu teure Wafer, aber ab dem 2. Quartal 2010 sollten sie nur noch Wafer zu guten Preisen beziehen.
Während Solarworld viel investieren muss um auf allen Wertschöpfungsstufen wettbewerbsfähig zu bleiben, genügt es bei Q-Cells eine wettbewerbsfähige Zellfertigung zu haben und günstig Wafer zu kaufen.
Die älteren Fertigungslinien wurden geschlossen und nun werden nur noch moderneste Maschinen eingesezt.
Es spricht also viel dafür, dass das Jahr 2010 für Q-Cells wesentlich besser läuft als das Jahr 2009. Andererseits mache ich mir für das Jahr 2010 bei Solarworld mehr Sorgen ob es ihnen geling auf allen Wertschöpfungsstufen konkurenzfähig zu bleiben. Andererseits hat Solarworld einen sehr guten Markennamen und auch eine gute Ausgangsposition im US-Markt, der sicher wachsen wird.

LG
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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon Betatester » 28.02.2010, 22:41

Kann mich noch gut erinnern als die Firmen bejubelt worden sind, welche sich langfristige mit "günstigen" Verträgen bei den Siliziumherstellern eingedeckt haben. Da hatten die Firmen das Nachsehen welche zu extrem teuren Preisen einkaufen mussten.

Auch hier hat sich der Markt letztes Jahr komplett umgedreht.
Ein "günstiger" Vertrag war hier wohl schnell mal ein "teurer".

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Re: Bericht zu Q-Cells

Beitragvon moderne-energie » 02.03.2010, 19:57

Hallo,

Mittlerweile steigen auch die Preise für Solarzellen wieder oder die Preise bleiben zumindest konstant. Das wird Q-Cells helfen wieder wettbewerbsfähig zu werden.

"Solarzellenhersteller profitieren von deutscher Nachfrage, Preise steigen": http://www.it-times.de/news/nachricht/d ... se-steigen

LG,
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