ARD Report: Subventionssumpf Solarstrom

News über Photovoltaik und Solarstrom

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Beitragvon hadl » 01.01.2009, 13:19

]Prosit Neujahr an Alle und besonders an RIO, verbunden mit der Hoffnung, dass Du mit einem „vollen“ Glas das neue Jahr begrüßt hast.

Rio hat folgendes geschrieben.

Hallo hadl...doch noch nicht in den Winterschlaf gegangen? Freut mich dich zu lesen.
Ich denke es ist möglich Texte so zu formulieren das diese "passend" rüberkommen. Um etwas positiv darzustellen kann ich schreiben "das Glas ist halb voll" andersrum habe ich die Möglichkeit es so zu schreiben "das Glas ist halb lehr"!

Rio ist Dir schon aufgefallen, dass „halb voll oder halb leer“ immer als fragende Betrachtung Anwendung findet nämlich dann, wenn man sich noch unschlüssig ist wo es hingehen könnte.
Erfreulich, wenn Du unsere gegensätzlichen Meinungen hier im Forum schon mit dieser Betrachtung kommentierst. Es zeigt, dass wir gar nicht so weit auseinander liegen.
Mit Blick auf das halb gefüllte Glas siehst Du es zur Zeit noch „halb leer“, während ich es „halb voll“sehe. Auf die PV bezogen werden wir in absehbarer Zeit beide mit einem zu mindest „¾ vollen“ Glas anstoßen können, oder müssen..

Gruß Hadl
hadl
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Beitragvon superhaase » 04.01.2009, 13:06

Es ist nun mal einfach so, dass solche Anti-EEG-"Studien" in schöner Regelmäßigkeit immer nur vom RWI kommen. Die Vernetzung des RWI mit der konventionellen Energiewirtschaft ist auch eindeutig belegt.
Das RWI ist ganz klar voreingenommen und keinesfalls wissenschaftlich neutral.
Wenn vergleichbare Aussagen auch von mehreren anderen, wirtschaftlich wirklich unabhängigen Instituten oder Universitäten kommen würden, könnte man das vielleicht ernstnehmen.

Sicher steckt in den RWI-Veröffentlichungen immer auch ein Körnchen Wahrheit - soll heißen: es werden keine direkten Lügen verbreitet oder offensichtlich Zahlen gefälscht. Allerdings werden die Fakten immer aus einem extremen Blickwinkel dargestellt, immer in Richtung "EEG ist doof" interpretiert und es werden viele wichtige Aspekte bei der Gesamtbetrachtung einfach ausgeblendet.

Was das RWI gerne ganz außen vor lässt, ist die Tatsache, dass das EEG einen Anschubfinanzierung leisten soll, um neue Techniken zur Gewinnung erneuerbarer Energien den Markteintritt zu ermöglichen - und zwar gegen die "etablierten" Energien, die auch über viele, viele Jahre kräftig und direkt vom Staat subventioniert wurden.
Ist dann die Technik in der Massenproduktion angekommen und hat sich dabei weiterentwickelt, so ist die EEG-Förderung nicht mehr nötig.
Dass das gut funktioniert, hat sich bei der Windenergie gezeigt. Der Windstrom ist heute zum Teil schon konkurrenzfähig.

Es war von Anfang an klar, dass PV-Strom im Vergleich zu anderen EE sehr teuer ist und einen viel weiteren Weg zur Marktfähigkeit haben wird.
Trotzdem ist man (damit meine ich z.B. den Gesetzgeber) der Ansicht, dass PV-Strom einen wichtigen Beitrag zur Stromversorgung leisten wird - insbesondere hinsichtlich der Tatsache, dass PV-Strom und Windstrom sich antizyklisch recht gut ergänzen.
Was das RWI auch nicht berücksichtigt, ist, dass die PV-Anlagen im Gegensatz zu anderen Kraftwerken nach dem Ende ihrer 20-jährigen EEG-Phase noch viele, viele Jahre weiter Strom liefern werden, ohne große Instandhaltungskosten zu verursachen. Die Modullebensdauer schätzt man heute auf gut und gerne 30 Jahre im Durchschnitt. Die Wechselrichter gehen auch nicht oft kaputt und werden immer billiger. Wartungskosten fallen kaum an....
Dieser PV-Strom aus der zweiten Lebensphase der PV-Anlagen wird nach derzeitigem Stand wohl zu einer sehr geringen Vergütung (nach Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung) ins Netz eingespeist werden und den Strompreis wohl eher drücken.

Auch die beliebte Masche mit der gegenseitigen Aufrechnung der CO2-Einsparungseffizienz, bei der die PV derzeit natürlich ganz schlecht abschneiden muss, ist wenig sinnvoll. Ginge es nur darum, hätte von Anfang an auch kein Geld in die Windkraft oder Geothermie oder viele andere Techniken fließen dürfen. Man kann aber eine sichere Stromversorgung zu 100% aus Erneuerbaren Energien, die langfristig "unvermeidbar" ist, nicht anhand der €/CO2-Einsparung ausrichten, zumal diese Rechnungen auch immer zu kurzfristige Zeiträume und zu begrenzte Kostenmodelle berücksichtigen. Hier kommt wieder die Antizyklizität (sagt man das so? ;)) von Windkraft und PV ins Spiel: die durch die PV eingesparten Stromspeicherkapazitäten in Form von zukünftigen Druckluftspeicherkraftwerken oder dergleichen sind in der RWI-Studie bei der CO2-Einspareffizienzrechnung richtig berücksichtigt?
Auch Strom aus Kohle wird bald deutlich teurer werden. Die Stromkonzerne kämpfen ja mit aller Kraft gegen die Entwicklung des CO2-Zertifikate-Handels und jammern jetzt schon, dass sich Kohlekraftwerke dann nicht mehr rentieren werden, wenn die CO2-Kosten voll bezahlt werden müssen.

In vielen Köpfen spukt immer noch das "Recht auf billige Energie". Ein solches Recht gibt es nicht, hat es nie gegeben. Davon sollte man sich lieber verabschieden. Wir haben in der westlichen Welt nur Jahrzehnte lang ohne Rücksichtnahme auf andere Völker oder auf nachfolgende Generationen gelebt und gewirtschaftet und uns dabei an spottbillige und immer verfügbare Energie in jeder Form gewöhnt. Nun hat man erkannt, dass es nicht so weiter gehen kann. Das tut nun weh und kostet erst mal Geld oder fordert Verzicht. Aua! Zeter und Mordio! :P

Ferner ist bekannt, dass "Eigenstromerzeugungsanlagen" den großen Stromkonzernen ein Dorn im Auge sind. Und hierbei insbesondere die PV-Anlagen (aber auch die Kleinst-BHKWs), weil diese massentauglich sind in dem Sinne, dass sie sich fast jeder aufs Dach pflanzen kann. Die Stromkonzerne haben schon Angst davor, dass ihnen ein Stück Markt durch die Lappen geht, wenn die Hausbesitzer später mal (bei erreichen der berühmten Grid-Parity) auch ganz ohne EEG PV-Anlagen installieren und einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen und den Überschuss einspeisen. Diesen Zeitpunkt würden sie gerne so lange wie möglich hinauszögern - das RWI unterstützt sie dabei durch Propaganda, was langfristig betrachtet das Gegenteil zur der heute geheuchelten Sorge um den Geldbeutel des Verbrauchers ist.

Wie gesagt ist nicht alles falsch, was vom RWI kommt. Ich persönlich wäre z.B. auch für einen stärkeren einmaligen Schnitt (20%) und allerdings eine anschließende weitere mäßige Degression von 5 % p.a. bei der PV-Vergütung gewesen.
Aber man darf die RWI-Veröffentlichungen gewiss nicht zum Maßstab der Energiepolitik machen - dafür sind sie zu offensichllich einseitig und hetzerisch gegen die Erneuerbaren Energien. Sie arbeiten diesbezüglich ganz klar im Auftrag von RWE & Co.

ciao,
sh
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Beitragvon b201 » 11.01.2009, 21:01

Heute 11.01.09 auf BR 21:45 - Faszination Wissen - Blackout in Bayern
evtl. etwas für PV interessierte

Beschreibung
Faszination Wissen zeigt die Probleme bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und berichtet, wie sich der Alltag ändern wird. November 2006: Mehrere Pannen im deutschen Stromnetz sind schuld, dass über eine Million Menschen in Deutschland im Dunklen sitzen - "Blackout" in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Glaubt man den Warnungen der Stromwirtschaft, könnten großflächige "Blackouts" in Zukunft immer häufiger vorkommen. Denn bis zum Jahr 2022 sollen alle Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden. Besonders stark davon betroffen ist Bayern, denn der Strom im Freistaat stammt zu zwei Dritteln aus Kernenergie. Ersetzen soll ihn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wasser, Biomasse und Wind. Doch sie speisen den Strom nicht gleichmäßig in die Netze. Vielmehr liefern etwa Windkraftanlagen nur dann Strom, wenn ausreichend Wind weht, Solarkraftanlagen arbeiten nur, wenn die Sonne scheint. Und: Der Strom aus Nord- und Ostsee muss über Hunderte von Kilometern nach Bayern transportiert werden. Dafür ist deutsche Hochspannungsnetz nicht ausgelegt

na dann......... :roll:

Gruß b201
Nur tote Fische schwimmen mit dem "Strom".....
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Beitragvon superhaase » 11.01.2009, 21:14

... was wiederum für einen nun endlich mal unbehinderten Ausbau der Windkraft in Bayern spricht!
Auch in Bayern würden sich an vielen Standorten Windkraftwerke rentieren. Leider wird das bisher durch unsinnige politische Vorgaben verhindert.
Ferner muss ein Ausbau der Klein-BHKW besser gefördert werden.
Diese können zu virtuellen Kraftwerken gebündelt und vom Netzbetreiber ferngesteuert werden.

Durch diese Maßnahmen und die weitere Dezentralisierung der Stromversorgung würden die Netze entlastet.

Die Technik und das Know-How wären da.
Nur an einer konsequenten Umsetzung und einer klaren politischen Vorgabe fehlt es noch.
Die Stromkonzerne arbeite mit Macht auf allen politischen Ebenen dagegen ... mit Unterstützung des RWI .... :cry:

ciao,
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Beitragvon solerling » 11.01.2009, 21:16

Halloo 201

Magst wohl recht haben,dass diese Umstellung Probleme machen wird.
Diese Umstellung wird nicht von Heute auf Morgen geschehen,das heißt es wird Schwierigkeiten geben bei der Umstellung auf EEG,doch wofür haben wir die Ingenieure und Fachleute die diese Probleme sicher in den Griff bekommen werden :wink:

Denke hier gibt es viele Möglichkeiten,diese Umstellung langsam und sicher zu schaffen :idea:

Gruß Josef
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Beitragvon Fischkopp » 11.01.2009, 21:24

Moin b201,

Das ist doch wohl absurd...
1. Als in den USA vor einigen Jahren der Strom großflächig ausfiel, weil deren Netz zu schwach war - da hieß es in Deutschland, schön dass die Stromversorgung so sicher ist und alles besser geregelt.
2. Der Netzbetreiber Schleswag (nun Teil von E.ON hanse) warb noch mit 100% Sicherheit.
3. Dann knickten in Deutschland irgendwo w. von Münster dutzende von Masten um... ja der Stahl war schuld, konnte man ja nicht ahnen...
4. Als die Mayer-Werft mal wieder ein Kreuzfahrtschiff ins Meer befördern mußte konnte bei viel Wind die leider notwendige Umleitung über Holland nicht genutzt werden.
Die Netzausbaupläne von staatlicher Seite sind doch wirklich uralt, aber die großen Netzbetreiber kommen ihren Verpflichtungen seit vielen Jahren nicht nach - sondern wollen lieber ihre Netze verkaufen.
Wenn in Starkwindphase Norddeutschland massiv Überschuß produziert wird am wenigsten davon nach Bayern transportiert, da gibt es vorher noch andere energiehungrige Bundesländer wie NRW.

Photovoltaik ist übrigens netzstabilisierend!

Es ist übrigens nicht gerade netzstabilisierend wenn in AKWs mal schnell ein Trafohäuschen brennt. Da war eher die schlechte Wartung von Vattenfall schuld. :evil:

Gruß
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Beitragvon hadl » 11.01.2009, 21:35

Hallo b201!

Ich hab mir mal die Vorschau dieser Sendung im Internet angesehen.
Es sieht so aus als ob die Stromwirtschaft wieder mal auf die Untauglichkeit der erneuerbaren Energien hinweisen will. Die Tatsache, dass eine von der Stromwirtschaft in Auftrag gegebene Studie dabei eine wesentliche Rolle spielt verstärkt meine Vermutung. Schaun wir mal.

Gruß Hadl
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Beitragvon Rio » 11.01.2009, 21:46

:lol: hadl...mal wieder die "Feindbilder" am pflegen? :wink:

http://www.br-online.de/bayerisches-fer ... 389696.xml

Gruß Rio
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Beitragvon hadl » 11.01.2009, 22:22

Hallo b201 !

Mein Verdacht war unbegründet, die Sendung war nach meiner Meinung ausgewogen.

Gruß Hadl
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