News über Photovoltaik und Solarstrom
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von energyturnaround » 05.04.2012, 20:27
photovoltaik.eu hat geschrieben:Gehrlicher Solar will einen 250-Megawatt-Park in Spanien realisieren. Dabei werden keine Vergütungsregelungen oder sonstige wirtschaftlichen Anreize in Anspruch genommen. Der erzeugte Strom soll einfach zum Marktpreis verkauft werden. Großanlagen bauen ohne EinspeisevergütungIst das der Startschuss von PV 2.0? Bei 250 MWp und geplanten Kosten von 250 Millionen Euro, kommt man auf 1000 €/kWp. Da erhoffen sie sich noch ein paar Preissenkungen bei den Komponenten. Aber es ist ja auch erst bis zum Jahr 2015 geplant. Bei 250 MWp und 400 GWh jährlicher Stromerzeugung rechnet Gehrlicher Solar wohl mit 1600 kWh/kWp. Ist das nur ein falsches Werbeversprechen à la "wir sind stark und können es auch ohne EEG" oder ist das ernst zu nehmen?
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von Farmjanny » 05.04.2012, 20:51
Ich denke schon, daß es ernst zu nehmen ist. Wenn die Firmen solche Spirenzchen, wie sie gerade bei uns ablaufen und 2008 in Spanien abliefen aushalten wollen, müssen sie runter vom politischen Preisniveau auf das Marktpreisniveau. Und längst nicht alle Länder in der Welt haben ein EEG oder derartiges.
Ich stell mir nur die Frage, ob dann bei uns überhaupt noch nennenswert Zubau machbar ist, da sich die Anlagen in Ländern mit mehr Sonne und Kraftwerken mit teueren Fossilien (z.B. Diesel/Öl) viel eher lohnen. Sind die Finanzierungen in solchen Staaten erst mal einigermaßen gesichert, denke ich, geht da im Zubau die Post ab. Zumal in sonnigeren Ländern die Stromnachfrage auch eher am Kühlbedarf angelehnt ist und somit weit mehr PV-Strom ins Netz paßt, als bei uns, wo noch viel Heizstrom bedarf ist.
Grüße von der Küste Farmjanny
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von Weidemann » 05.04.2012, 22:20
Pvgis classic (5%) sagt für diese Region ebenfalls um die 1600 kWh/kWp, die Ertragsangabe ist damit also realistisch.
Und bei uns wären die 1000 Euro/kWp auf der grünen Wiese in zwei Jahren sicher machbar (vorausgesetzt First Solar schafft seine Wirkungsgradziele und der Netzanschluss ist sehr günstig möglich).
Damit ergeben sich laut Kollektor Stromgestehungskosten von 6 Cent/kWh, das ist bei knappem Stromangebot also machbar, nur darf das Projekt nicht zuviele Nachahmer finden, sonst sind diese 6 Cent am Markt nicht zu erzielen, man schaue sich nur unsere Börsenpreise an...
sonnige Grüße, -Weidemann-
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von Spekulatius » 05.04.2012, 22:40
Weidemann hat geschrieben:Damit ergeben sich laut Kollektor Stromgestehungskosten von 6 Cent/kWh, das ist bei knappem Stromangebot also machbar, nur darf das Projekt nicht zuviele Nachahmer finden, sonst sind diese 6 Cent am Markt nicht zu erzielen, man schaue sich nur unsere Börsenpreise an...
Die Merit Order in Spanien ist sehr verschieden von unserer. Bei uns purzeln die Preise sehr rasch auf Grenzkostenniveau der AKWs und BKWs (1-2 Cent), da diese einen sehr grossen Anteil an der Versorgung aus machen. In Spanien hingegen kommt 1/3 des Stromes alleine aus GuD (Grenzkosten um die 5-6 Cent), sodass relativ viel PV ins Netz kann ohne dass die Preise so monströs abstürzen. In Italien ist es sogar noch besser, da da 50% des Stromes aus GuD kommt. http://www.iea.org/stats/electricitydat ... RY_CODE=ESDer Strom könnte aber noch 1-2 Cent teurer als Börse verkauft werden wenn er es schafft das Übertragungsnetz zu umgehen. Dafür müsste das Projekt in kleinere Stücke aufgeteilt werden und ins MS-Netz einspeisen. Der Spekulatius 
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von dornfelder10 » 05.04.2012, 23:20
Mit dem Bau soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 begonnen werden, bis zum Jahr 2015 soll er abgeschlossen sein.
1,5 Jahre bis Baubeginn - 3 Jahre zum Bauabschluss??? Der Zeitplan beweisst doch schon, dass es hier nur um blablabla... geht. Gibt es hier jemanden der von sich behauptet dass er vor 3 Jahren auch nur Ansatzweise die heutige Situation vorhersagen konnte???? Gruß Dornfelder10
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von FrankTorsten » 05.04.2012, 23:38
Weidemann hat geschrieben: Damit ergeben sich laut Kollektor Stromgestehungskosten von 6 Cent/kWh ....
Was ist damit gemeint? Bei 1000 Euro je kWp komme ich auch genau auf 6,000 cent - allerdings nur, wenn ich 1000 Volllaststunden, 20 Jahre, 1% Betriebskosten und 0% Leistungsverlust nehme. Bei den durchschnittlich deutschen 930 Volllaststunden, 0,5% Leistungsverlust, 1% Betriebskosten und 20 Jahren lande ich bei 6,865 cent Wenn ich die Laufzeit allerdings auf 25 Jahre ausdehne, sind es 5,797 cent. PS: Hmmm .. ich glaub, ich verstehe, wenn ich mir die Zahlen so angucke (???) 1000 Euro + 20% für die Betriebskosten = 1.200 Euro 1.200 Euro / 20 Jahre Laufzeit = 60 Euro pro Jahr 60 Euro / 1.000 Stunden = 0,06 Euro je kWh Ist das "laut Kollektor" ??
Zuletzt geändert von FrankTorsten am 05.04.2012, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
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von dornfelder10 » 05.04.2012, 23:42
FrankTorsten hat geschrieben: Bei den durchschnittlich deutschen 930 Volllaststunden, ...................
Es geht aber um Spanien.
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von Weidemann » 06.04.2012, 09:15
Kollektor bedeutet: die Anschaffungskosten müssen in 10 Jahren wieder drin sein, damit kommt man über 20 Jahre auf ungefähr 6% Rendite... da gibts schon zahlreiche Themen dazu, Suche bemühen. Spekulatius hat geschrieben:Der Strom könnte aber noch 1-2 Cent teurer als Börse verkauft werden wenn er es schafft das Übertragungsnetz zu umgehen. Dafür müsste das Projekt in kleinere Stücke aufgeteilt werden und ins MS-Netz einspeisen.
Echt? Das ist ja ein ganz schöner Unterschied... Aber ich denke, in Gebieten mit hoher Einstrahlung machen sich regionale Verbraucher rar, da dort auch all die 50MW-CSP-Blöcke stehen und wohl auch ein großteil der spanischen PV. Immerhin, der hohe GuD-Anteil macht Hoffnung für PV.
sonnige Grüße, -Weidemann-
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von PV-Insel » 06.04.2012, 12:28
Das ist, wenn ich richtig informiert bin das zweite geplante Projekt dieser Art in Spanien; ich würde das schon nicht mehr PV 2.0 nennen, sondern PV 3.0. Hier wird direkt bei der Erzeugung konkurriert mit fossilen Kraftwerken während bei PV 2.0 eher auf Abhnahmerebene konkurriert wird, oder? Vor einem Jahr war PV 2.0 noch ein Traum und jetzt sehen wir schon die ersten Träumereien von PV 3.0 Hier übrigens die andere Träumerei: http://www.gestampsolar.com/en/node/1927Interessant hierbei: die wollen auf einachsige Tracker setzen. Tracking sah ich schon fast als tot an (spielt bei PV 2.0 wie ich es verstehe - nämlich auf Hausdächern - auch keine Rolle), aber einachsig sollte mit relativ geringem Kostenaufschlag zu fester Aufständerung realisierbar sein und helfen eine konstanteren Ertrag über den Tag zu bringen (mit manueller Nachführung der zweiten Achse im Quartalsrythmus auch einen über das Jahr ausgeglicheneren Ertrag). Für PV 3.0 und extrem hohem Direktstrahlungsanteil, wie eben in Südspanien, evtl. wieder ein Revival des Trackings? PV 2.0 ist übrigens noch in der Warteschleife in Spanien und zuletzt gab es eine Stellungnahme der nationalen Energiekomission (CNE - comisión nacional de energía), die alles andere als ermutigend ist. Demnach soll das "net metering" auf stündlicher Basis erfolgen, somit würden Überscghüsse schon auf stündlicher Basis an den Netzbetreiber geschenkt - und damit nicht genug - hierfür soll sogar Netznutzungsentgelt gezahlt werden (selbst auf die verschenkten Überschüsse). Sollte das wirklich so kommen, dann würde PV 2.0 erstmal eine Randerscheinung in Spanien bleiben bis Speichertechnologien und Energiemanagement ausgereifter und günstiger sind. Gleichzeitig schaufeln sich die EVUs in Spanien hiermit ihr eigenes Grab, da es somit immer interessanter wird auch ohne diese zu planen. Der Entwurf der CNE ist an Frechheit und KOruuption nicht mehr zu überbieten, im Klartext: Ich bin außer Haus und außer Kühlschrank und ein bisschen standby nicht viel los: sagen wir mal Verbrauch in einer Stunde 0,1 kWh, zur gleichen Zeit produziert meine PV-Anlage 3 kWh. 2,9 kWh würde ich somit an das EVU verschenken, ihm sogar noch 4-6 Cent/kWh als Netzentgelt hierfür zahlen und die verkaufen diesen Strom an meinen Nachbarn, kassieren hierfür rund 0,16 €/kWh netto + meine 0,04 €/kWh --> 0,2 €/kWh geschenkt. Ja hier in Spanien sind wir in der Wirtschaftskrise und die Politik hat anscheinend richtig erkannt, dass wir eine größere Umverteilung des Geldes vom Mittelstand zu den armen EVUs brauchen  , der Unternehmenszweig, dem es am besten geht und jedes Jahr Rekordgewinne einfährt. Überall wird gespart, aber wem kriecht man mit Säcken voller Kohle in den Arsch? Also Wulff und Phipsi Rösler sind nichts in Punkto Korruption im Vergleich zu ihren südwestlich angesiedelten Meistern...
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von Spekulatius » 06.04.2012, 14:50
PV-Insel hat geschrieben:Interessant hierbei: die wollen auf einachsige Tracker setzen. Für PV 3.0 und extrem hohem Direktstrahlungsanteil, wie eben in Südspanien, evtl. wieder ein Revival des Trackings?
Ich verstehe noch nicht wieso das einachsige Tracking in Plätzen wie Kalifornien z.T. aus den Augen geraten ist. Wenn ich das durchsimuliere scheint sich das gut zu lohnen in Plätzen mit hohem Anteil an direkter Einstrahlung. Hast Du eine Hausnummer für den Aufpreis für 1-Achsiges (Nord-Süd-Achse) Tracking relativ zu festem Gerüst? PV-Insel hat geschrieben:PV 2.0 ist übrigens noch in der Warteschleife in Spanien und zuletzt gab es eine Stellungnahme der nationalen Energiekomission (CNE - comisión nacional de energía), die alles andere als ermutigend ist. Demnach soll das "net metering" auf stündlicher Basis erfolgen, somit würden Überscghüsse schon auf stündlicher Basis an den Netzbetreiber geschenkt - und damit nicht genug - hierfür soll sogar Netznutzungsentgelt gezahlt werden (selbst auf die verschenkten Überschüsse). Sollte das wirklich so kommen, dann würde PV 2.0 erstmal eine Randerscheinung in Spanien bleiben bis Speichertechnologien und Energiemanagement ausgereifter und günstiger sind. Gleichzeitig schaufeln sich die EVUs in Spanien hiermit ihr eigenes Grab, da es somit immer interessanter wird auch ohne diese zu planen. Der Entwurf der CNE ist an Frechheit und KOruuption nicht mehr zu überbieten, im Klartext: Ich bin außer Haus und außer Kühlschrank und ein bisschen standby nicht viel los: sagen wir mal Verbrauch in einer Stunde 0,1 kWh, zur gleichen Zeit produziert meine PV-Anlage 3 kWh. 2,9 kWh würde ich somit an das EVU verschenken, ihm sogar noch 4-6 Cent/kWh als Netzentgelt hierfür zahlen und die verkaufen diesen Strom an meinen Nachbarn, kassieren hierfür rund 0,16 €/kWh netto + meine 0,04 €/kWh --> 0,2 €/kWh geschenkt. Ja hier in Spanien sind wir in der Wirtschaftskrise und die Politik hat anscheinend richtig erkannt, dass wir eine größere Umverteilung des Geldes vom Mittelstand zu den armen EVUs brauchen  , der Unternehmenszweig, dem es am besten geht und jedes Jahr Rekordgewinne einfährt. Überall wird gespart, aber wem kriecht man mit Säcken voller Kohle in den Arsch? Also Wulff und Phipsi Rösler sind nichts in Punkto Korruption im Vergleich zu ihren südwestlich angesiedelten Meistern...
Ekelhaft. Wenn man so einen Schwachsinn verzapft kann man es gleich sein lassen. Der etablierte Energiesektor scheint überall auf der Welt in Korruption zu schwimmen. Wenn selbst in den "Hochburgen" der Zivilisation Deutschland, Japan, USA schamlose Volksverdummung in Energiefragen betrieben wird kann man sich ehrlicherweise für kein anderes Land bessere Zustände vorstellen. Mit Ausnahme vielleicht von China, wo die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat. Der Spekulatius 
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