5 €Ct. in 2015 ?

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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon dornfelder10 » 08.02.2012, 22:17

Servus zusammen,

Danke für die detaillierte Aufdröselung der Wirkungsgrad- und Kostenstruktur.

Die drohende Materialverknappung bei Tellur, Indium, Selen... sehe ich bei allen Dünnschichtverfahren außer Si-Dünnschicht als größten Einflussfaktor für die zukünftigen Kosten an. Wenn der PV-Markt mal so richtig am laufen ist, wird das Zeug in riesigen Mengen verbraucht (30 - 100 t/GWp). Keines der Materialien ist häufiger als Silber.
Silizium wird langfristig nie knapp werden. Das es zu kurzfristigen Engpässen mit entsprechenden Preisspitzen kommt ist klar, aber auf Dauer wird sich der Preis an den reinen Produktionskosten orientieren.
Mein Vorhersage: langfristig macht reines Silizium das Rennen - egal ob Dünnschicht oder kristallin

Gruß

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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon Spekulatius » 09.02.2012, 09:32

Weidemann hat geschrieben:Hast du da einen Vergleich, was diese 35% Margin bedeuten? Müssen daraus noch Kapitalkosten usw bedient werden?


Das ist mit Sicherheit die Bruttomarge, die auf den Produktionskosten vom Modul durch den Hersteller noch draufgepackt wird, um die restlichen Kosten abzudecken und noch einen Gewinn einzufahren (SG&A, R%D, Zinsen, Steuern, Nettomarge).

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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon PV-Berlin » 09.02.2012, 10:09

Die Qualität der Arbeit ist Spitze. es mag ja gut sein, dass man die Technologien nicht so ohne weiteres vergleichen kann, aber selbst wenn man da einen Faktor "Z" reinpackt, ändert sich ja kaum etwas zur Bewertungsstruktur eines möglichen Investments.

Aus der Sicht eines Bankers reicht das voll und ganz, da muss man sich nicht weiter in die Tiefen der Technologie begeben, oder Betrachtungen zu den Märkten (Vorprodukte) machen.

Die Löhne kann man sicherlich hinbekommen, aber die 100% Auslastung sind total utopisch.

Ich finde Leute gut, die technisches Wissen in die reale Welt übertragen können, normal zahle ich dafür gutes Geld.
Danke Spekulatius

Man darf eines nie außer acht lassen. Investoren sind meist älter und technisch dümmer, deshalb begreifen sie eine simple SI Produktion viel eher, als eine Backstube. Das schaut schon anfällig und kompliziert aus, das mag man nicht.

Im übrigen sind die Si Zellen Hersteller durchaus in der Lage schon "Morgen" relativ dicht an die 100% zu kommen (Serie) Dazu braucht es nur eben neue Linien und die kommen wann? Also ich mach mir da keine allzu großen Sorgen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon Spekulatius » 09.02.2012, 10:18

energyturnaround hat geschrieben:Auch wenn ich nicht sage, dass Oerlikon/ThinFab eine große Zukunft haben wird, möchte ich doch ein paar Sachen ergänzen (auch wenn der Beitrag von Spekulatius schon sehr ausführlich ist):

- wenn es nicht irgendwelche Gummiparagraphen gibt, ist es ziemlich unerheblich was Oerlikon bis heute gezeigt hat. Wenn sie den Wirkungsgrad garantieren und nicht erreichen, werden sie einen ordentlichen Abschlag auf ihre Fabrik hinnehmen.
Bei FS wir auch immer recht blauäugig den 14,X % geglaubt, die FS schon für 2015 voraussagt, obwohl das nur möglich wäre wenn das Wirkungsgradsteigerungstempo verdoppelt werden müsste, um das zu erreichen.


Ja, da nimmt sich FS wahrlich sehr viel vor. Aber ich sag Dir wieso mir die Schweizer gewagter vorkommen: In der Roadmap von Oerlikon zeigen sie, dass der Durchschnittliche Modul-WG bis 2015 auf das Niveau des (Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung) Laborrekords (11,9%) gebracht werden soll. FS positioniert sein Ziel noch deutlich unter des gegenwärtigen Laborrekords (14,5-15% im Modul in 2015 vs. gegenwärtiger Laborrekord von 17,3%).

energyturnaround hat geschrieben:- Es sind doch völlig verschiedene Technologien (micromorph-Si, kristallin-Si, CdTe, CI(G)S). Deswegen finde ich das nicht sehr schlüssig zu argumentieren, wie viel Potential eine Technologie hat anhand ihres Abstandes zum Laborrekord. Es ist doch die Frage warum die anderen Technologien so weit sind von ihren Rekordwerten. Vielleicht weil die Rekorde noch viel theoretischer und unerreichbarer sind als bei uSi? Alleine Prozentzahlen zu verrechnen ist bestenfalls ein schwacher Fingerzeig.


Eine Annäherung der Modulwirkungsgrades zum Laborrekord ist in den verschiedenen Technologien unterschiedlich komplex. Es gibt aber eine empirische Feststellung, die u.A. auch von FS genuzt wird, wonach der Wirkungsgrad des effizientesten Moduls in einer Technologie in etwa nur 80% des momentanen Zellrekords betragen kann / wird. Meine Vermutung ist dass hier vorwiegend der Flächenunterschied zwischen Rekordzelle (wenige Quadratzentimeter) und dem Modul (>7000 Quadartzentimeter) reinschlägt. Im Technologievergleich lässt sich schliessen dass Oerlikon mit Sicherheit auf Fortschritte in der Zelleffizienz angewiesen ist (Module liegen schon relativ nah an Rekordzelle), während es bei anderen playern in anderen Technologien nicht so sein muss. Eine Calyxo z.B. wird mit Sicherheit den Modulwirkungsgrad verbessern können, ohne dass es eines neuen Zellrekords für die Technologie bedarf.

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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon Stromkunde » 23.03.2012, 22:08

Hallo,

kann das was werden mit Photovoltaik der III. Generation?

http://www.heliatek.com/?p=1727


MfG
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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon diesonnelacht » 24.03.2012, 12:06

Ob es mit z.B. Heliatek etwas wird, weiss man noch nicht. "Vielversprechend", könnte man sagen - In die Kostensenkungen am Massenmarkt greifen die ja noch gar nicht ein.

Aber kurz und konkret zu den 5€ct/kWh: Selbst First Solar peilen nicht weniger als 1,20-1,30$/kWp Systemkosten für 2015 an.
Damit wären 7$ct/kWh machbar an den besten Standorten in den USA.

Hat jemand eine Ahnung, welches Potential (Flächen) da ist über 1800 kWh/m2a in den USA?
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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon irgendwer » 24.03.2012, 12:43

Wenn man diesen Karten glauben schenken darf, müsste es sicherlich mehr als 1/4 sein:
http://www.entecsolar.com/Images/SolarI ... States.jpg
http://www.joewein.net/img/blog/insolation-kwh-us.jpg
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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon FrankTorsten » 24.03.2012, 12:44

Die Ausgangsfrage des Threads lässt sich ja auch "umdrehen":
Welche Anlagenpreise werden benötigt, um auf 5 cent "Stromherstellungskosten" zu kommen.

Unter Auslassung irgendwelcher Rendite/Inflationsmodelle wären das bei einer Anlage in einer 950er Gegend (inklusive Betriebskosten und Leistungsabfall) und 20 Jahren Laufzeit ... Taraaaa ... 821 Euro :D

Bei 25 Jahren Laufzeit: 990 Euro
Bei 30 Jahren Laufzeit: 1.146 Euro

diesonnelacht hat geschrieben:Ob es mit z.B. Heliatek etwas wird, weiss man noch nicht. "Vielversprechend", könnte man sagen - In die Kostensenkungen am Massenmarkt greifen die ja noch gar nicht ein.?


Sogar sehr vielversprechend - denke ich zumindestens.
Denn diese "Techniken" greifen genau an der Stelle ein, wo inzwischen rund 1/3 der Kosten entsteht - bei der "Montage" inklusive dem dort benötigten Zubehör.

Ist ja doch ein erheblicher finanzieller und personeller Unterschied im Aufwand, ob ich jetzt ne Wand mit Fliesen vollmontiere, oder da einfach ein paar Bahnen Tapete raufklebe.
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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon diesonnelacht » 24.03.2012, 13:55

FrankTorsten hat geschrieben:Die Ausgangsfrage des Threads lässt sich ja auch "umdrehen":
Welche Anlagenpreise werden benötigt, um auf 5 cent "Stromherstellungskosten" zu kommen.

Unter Auslassung irgendwelcher Rendite/Inflationsmodelle wären das bei einer Anlage in einer 950er Gegend (inklusive Betriebskosten und Leistungsabfall) und 20 Jahren Laufzeit ... Taraaaa ... 821 Euro :D

Bei 25 Jahren Laufzeit: 990 Euro
Bei 30 Jahren Laufzeit: 1.146 Euro

Ich fürchte, Du rechnest da zu optimistisch. Bei der Wikipedia gibt es eine brauchbare Abschätzung (von einem Forumsmitglied erstellt?) für 25 Jahre Nutzungsdauer:
http://de.wikipedia.org/wiki/Photovolta ... ungskosten
Demnach dürften es bei uns nur 600€/kWp Systemkosten sein, bei 1000€/kWp Systemkosten braucht es 1500 kWh/m2a Einstrahlung.
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Re: 5 €Ct. in 2015 ?

Beitragvon FrankTorsten » 24.03.2012, 14:28

Dürfte daran liegen:
"Der zugrunde gelegte Kapitalkostensatz beträgt 4 %, die jährlichen Betriebskosten 1 % der Investitionssumme und die jährliche Minderung des Ertrags 0,5 %"

Das mit den Kapitalkostensatz von 4% hab ich - wie geschrieben - komplett rausgelassen.
(Ich hoffe ja immer noch darauf, wenn die Solarenergie mal richtig billig ist, dass sich "unser Land" dann mal ein Herz fasst, und sich auf dem freien Mark für 0,2 oder 0,3% Zinsen 100 Mrd. Euro für die Energiewende leiht - bei anderen Sachen funktioniert das im Moment ja auch problemlos :wink: )

Bei dem ganzen Thema gilt allerdings eh:
Kleine Änderung hier oder da - große Auswirkung durch die Länge der Laufzeit.

Bei mir in der Tabelle rechne ich z.B. bisher immer mit 0,5% Betriebskosten und 0,5% Leistungsverlust.

Wenn ich da jetzt die Betriebskosten auf 1% erhöhe, werden aus 990 Euro für eine Anlage mit 25 Jahren Laufzeit dann mal ganz schnell 890 Euro, die die nur noch kosten darf, um den Strom für 5cent je kWh zu erzeugen. Und wenn ich dann noch auf 900 Volllaststunden ändere, sinkt der Preis auf nur noch 844 Euro. :mrgreen:
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