100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

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100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon eggis » 11.05.2012, 10:18

Moin!

Belectric baut südostlich von Schwerin eine PV-Anlage mit mehr als 100MWp. Das beeindruckende dabei ist, dass der erzeugt Strom nicht über das EEG vergütet wird, da die Anlage auf 230ha Ackerflächen errichtet wird.

Hier der Artikel: "Trammer Solarkraftwerk im Plan (svz.de)"

Die Firma Belec tric mit Hauptsitz in Kolitzheim hat ihr Großprojekt nahe Tramm von Beginn an ohne EEG geplant. "Auf diese Weise hätten wir hier ohnehin kein Geld bekommen", betont Ulrich Mertens. Belectric muss sich daher auf die Suche nach einem Partner in der Energiebranche machen, der den Sonnenstrom aus Tramm abnimmt und in sein Netz einspeist.

Meine Vermutung ist, dass es sich bei dem Partner um die WEMAG (Netzbetreiber und EVU) handelt, die schon seit Jahren auf Dächersuche ist un eigene eE-Anlagen betreibt.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon Theoden » 11.05.2012, 10:21

Und da ist sie nun, die grid parity in Deutschland!? Sei gegrüßt!

Sonnige Grüße,
Theoden
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon Spekulatius » 11.05.2012, 10:29

Langsam...

Da ist nun PV-Berlin gefragt, hier bitte zu erläutern, wie das ohne EEG darzustellen ist.

100MWp muss an 110kV und aufwärts angeschlossen werden, und konkurriert gegen Grosshandelspreise.

Ich vermute dass ist noch ein Monster aus der alten Pipeline, dass zu schade zum Einstampfen ist, und irgendwie am Leben erhalten werden soll. Wenn sich so was in Deutschland rechnet dann wären die Wüsten der Welt schon voller PV-Kraftwerke.

Wenn keine seriöse Planung und Wirtschaftlichkeitsaussichten hinter dem Projekt stecken, dann leistet Belectric der Branche hiermit einen gewaltigen Bärendienst, da die Politik eine Steilvorlage bekommt um die Förderung für PV gänzlich zu kippen.

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon Theoden » 11.05.2012, 11:05

Spekulatius hat geschrieben:Wenn sich so was in Deutschland rechnet dann wären die Wüsten der Welt schon voller PV-Kraftwerke.


Das aktuelle Preisniveau besteht ja erst seit wenigen Wochen. So schnell, quasi per Knopfdruck, lassen sich die Wüsten nun nicht zupflastern. ;)

Außerdem gibt es dort womöglich politische und finanzielle Probleme, die bei uns nicht gegeben sind. Abgesehen von den fehlenden Strukturen. Deutschland ist ein PV-Paradies! Zumindest bis jetzt noch. Insofern denke ich nicht, dass wir die Bedingungen aus Deutschland 1:1 in die Wüsten übertragen können.

Dazu kommt: die wenigsten haben doch überhaupt begriffen, wie tief bereits heute die Stromgestehungskosten bei der PV gefallen sind. Hier im Forum mag das einer kleinen Gruppe informierter Bürger bewusst sein. Dazu kommen ein paar Interessierte außerhalb des Forums, die meist aus der Branche kommen. Meiner Meinung nach wird es schlicht eine Weile dauern, bis sich das herumspricht.

Ich denke: Wir werden in Zukunft öfter von solchen Projekten hören/lesen!

Beste Grüße,
Theoden
Zuletzt geändert von Theoden am 11.05.2012, 11:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon PV-Berlin » 11.05.2012, 11:09

Tun wir mal so, als ob der 110 KV Anschluss besteht und die gar nix sonst investieren müssen, um den Strom aus dieser Anlage in ihrem eigenen Netz zu verkaufen. Gehen wir weiter davon aus, dass es einen oder zwei Kunden des Versorgers gibt, die zwar einen ordentlich hohen Verbrauch haben, aber eben nicht von der EEG Umlage befreit sind. Dann noch Leute, die sagen, ich brauche Strom aus EE, aus Gründen die sehr verschieden sein können.

Dann haben wir folgende Situation:

Netzkosten real für das EVU =Null (Netz bisher nicht ausgelastet) bedeutet man kann die Netzkosten anders darstellen.
Großhandelspreis Strom + EEG Vergütung ist ja schon mal Unterkante.
plus Bonus aus 100% EE Strom. (persönliche Sichtweise)
plus 100% Preisstabilität. (Eine kWh ist auch 2020 eine kWh, 1,- € ist bei gleicher Sicherheit 2020 < 1,-€ vor Steuern)

Eine 100 MWp Anlage kostet ja schon Geld. Die Frage ist natürlich auch, wie stellt man das finanziell da? Ich wäre auf das erste Projekt dieser Art in D. , niemals auf den tiefen Osten gekommen, aber möglich ist dies schon.

Wenn es Leute gibt, die für 250 Mill. € Wald kaufen und dazu nicht zur Bank rennen müssen, ist dies ein ähnlicher Ansatz. Zudem soll es Leute geben, denen die aktuelle Politik so gegen den Strich geh,t das sie diese nicht mal mehr ignorieren.

Im Grunde müssen sich nur zwei Menschen finden, die etwas anders denken und das auch umsetzen können und wollen. Dies ist der eigentliche Knackpunkt an diesem Projekt.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon PV-Berlin » 11.05.2012, 11:43

Ich gebe mal ein plastisches Beispiel:

Wenn die Übernahme des Stromnetzes in Berlin klappt und Vattenfall ist raus.

Dann wäre ich sofort dabei, eine PV Anlage zu errichten, die 100% mehr Strom (Menge) erzeugt als ich brauche. Wenn der Netzbetreiber bereit ist dafür meine Stromrechnung auf Null zu setzen, brauche ich weder das EEG noch anderen Zauber.
Meine Stromzähler befinden sich alle im Netzgebiet der Stadt. Das Dach beherbergt einen Mieter. 820 kWh je kWp bei 250 MWh Beim Bau ist darauf geachtet worden, dass AC passt und keine Kostenrelevanz haben wird.

Meine Überlegung dabei, ich meine dass "mein" Stromverbrauch so viel Sicherheit bietet, dass ich auf einen anfänglichen nominalen Zinssatz von 0,000 % setzen kann. Zudem könnte ich mit einer "schlagartigen" einmaligen Strompreiserhöhung insoweit leben, als das diese die letzte in meinem "Leben" wäre! Also wenn ich auf D. setze und die momentanen Preise ansetze.
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon diesonnelacht » 11.05.2012, 12:13

Spekulatius hat geschrieben:100MWp muss an 110kV und aufwärts angeschlossen werden und konkurriert gegen Grosshandelspreise.

Ich vermute, das ist noch ein Monster aus der alten Pipeline, das zu schade zum Einstampfen ist und irgendwie am Leben erhalten werden soll.

(schlimme Rechtschreibfehler entfernt)

PV-Berlin deutet es schon an: Da wird mit Stromgestehungskosten über ca. 25 Jahre gerechnet. Für 2013er Preise sollte das im einstelligen Centbereich darstellbar sein.
Dass dabei keine China-Module verbaut werden sollen und auf lokale Wertschöpfung geachtet wird, das gehört ja wohl dazu (und sei es erstmal als Lippenbekenntnisse - kann ja sein, dass im kommenden Jahr konkurrenzfähige Module für FF gar nicht verfügbar sind...).

Ansonsten ja, wenn Belectric das fallenlässt, haben sie einen grossen Batzen ihrer Pipeline aufgegeben. Erstmal planen und verhandeln und die fallenden Materialpreise beobachten :)

Wenn bei den Verhandlungen mit dem EVU allerdings z.B. 9 ct/kWh (ab 2013/2014) herauskommen, wird sich das auch herumsprechen. Dann aber ist die Vergütung Freifläche kaum höher, fast im gleichen Bereich. Da ohnehin nicht davon auszugehen ist, dass die 10-MW-Grenze noch verschoben oder gestrichen wird (zu unwichtig, vermute ich jedenfalls), werden sich besten-/schlimmstenfalls die "Schöpfer" der jetzigen EEG-Änderung in ihrem Tun bestätigt sehen.

Und wenn sogar über 30 Jahre gerechnet wird, ist die Grid Parity wohl wirklich da (zumindest für Fertigstellung 2013/2014). Es gibt ein Leben für Freifläche nach dem 30.9.2012!
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon PV-Berlin » 11.05.2012, 12:46

Nee, die rechnen nicht mit den Gestehungskosten, sondern mit den Preissteigerungen beim Bezug! Wenn es ganz blöd kommt, dann sind sie erst in 10 Jahren "Helden" wenn es normal läuft, dann in 5 Jahren. Man akzeptiert eben eine kleine Prämie im Sinne einer Versicherung. Das Thema könnte auch vor dem Hintergrund eines möglichen Eurodesasters aufgesetzt sein.

Zu viel spekulieren müssen wir aber nicht! Die Motive sind im einzelnen unwichtig! Wichtig ist, dass es PV Anlagen geben wird, die das Anti EEG nicht stoppen kann.
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon Spekulatius » 11.05.2012, 12:56

Ich glaube da nicht dran. Spätestens vor der Unterschrift wird sich einer in die Hose machen. Man kann auch Gutmensch sein ohne Geld zu verbraten!

Der Spekulatius :mrgreen:
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Re: 100 MWp-Anlage in Mecklenburg 'OHNE' EEG-Förderung

Beitragvon PV-Berlin » 11.05.2012, 13:12

Die zeitliche Begrenzung der Pacht und die absolute Leere des Umfeldes könnten für deine Annahme sprechen. Aber grundsätzlich muss man grade eben ein Räuber sein und kein Gutmensch sonst funkt das nicht!
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