Überraschend hohe Zubauzahlen

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Re: Überraschend hohe Zubauzahlen

Beitragvon Estomil » 14.01.2012, 17:06

Ich red ja auch nicht von Variabler Blindleistungslieferung sonder einfach nem Fix eingestellten cos phi 0,9. Oder 0,8 oder wegen meiner auch 0,95. 0,9 ist ja zb keine Problem wenn die Auslegung etwas größer geplant wurde wie bei mir. Da geht dann kaum wirkleistung verloren. Wenn das ausgewählte Anlagen permanent machen also zb auch Nachts, dass sollten die Übertragungsnetzbetreiber erstens geringere Leistungsverluste haben und müßten dann nurnoch den Rest Variabel liefern. Ich hab schonmal gehört, dass bei hohen PV Leistungen ganze Kraftwerke nurnoch als Schattenkraftwerke laufen und Blindleistung liefern obwohl garkeine Wirkleistung benötigt wird. Da wirds dann wohl teuer für die Netzbetreiber.
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Re: Überraschend hohe Zubauzahlen

Beitragvon Weidemann » 14.01.2012, 19:50

da nützt die standardmäßige cos(phi)-Einstellung aber nichts, die liefert ja nur Blindleistung als festes Verhältnis zur Nennleistung. Stattdessen müsste man eine fixe Blindleistung einstellen, also z.B. 10% der WR-Nennleistung als Blindleistung, das kann man jetzt noch nicht einstellen.

Der Grund: Blindleistung nützt nicht einfach so was, das kommt ganz auf die Netzsituation an, ob der WR induktive Blindleistung liefern soll (wenn das stark belastete Netz induktive verbraucht) oder ob er kapazitive liefern soll (weil das schwach belastete Netz als Kapazität wirkt).
Die Standard-Kurve geht einfach davon aus, dass die Leitung bei Sonnenschein gut ausgelastet ist und folglich induktive Blindleistung benötigt wird, aber nachts kann man das nicht vorhersagen.
sonnige Grüße,
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Re: Überraschend hohe Zubauzahlen

Beitragvon darwin » 15.01.2012, 10:32

Weidemann hat geschrieben:
darwin hat geschrieben:Eine PV-Anlage müsste dann übrigens geregelt Blindleistung bereitstellen, was sie bei der Wirkleistung auch nicht schafft.
Das EVU würde als trotzdem Anlagen bereithalten müssen, um Morgens oder in den Abendstunden Blindleistung zuliefern

PV-Wechselrichter könnten prinzipiell problemlos rund um die Uhr Blindleistung liefern, zu beachten ist nur, dass die Blindleistung von der Wirkleistung (Einspeisung) abgeht, also man bei Vollast nur wenig Blindleistung einspeisen kann.
Nachts könnte ein 10kVA-WR 10kVar Blindeistung einspeisen (wenn er so gebaut ist, aber das sollten nur unwesentliche Änderungen sein. Es gibt eine Anlage, die läuft bereits so, ich weiß aber nicht mit welchen WR.)

Aber da scheint es seitens der Netzbetreiber 1. keinen Bedarf zu geben und 2. müsste man Blindleistung ferngesteuert anfordern, das ist heutzutage noch unmöglich wenn man sich anschaut, welchen Zirkus allein die Rundsteuerempfänger verursachen...


Dann würde der Wechselrichter in der Nacht aber Wirkleistung aufnehmen, um seine eigene Verluste zudecken und daraus Blindleistung erzeugen. Bei 1 ct Vergütung und 20 ct Einspeisung für Wirkleistung sind das Schon ein Faktor 20. Sprich Der Wechselrichter alleine muss schon über 95 % Wirkungsgrad haben. Dazu kommen dann die Übertragungsverluste.
Zum anderen muss der Wechelrichter dann 24h in Betrieb sein, anstatt über nacht in Standby zu gehen.

Dazu kommt die eine dynamische Regelung. Rundsteuerempfänger sind keine Regelung. Die Arbeiten mit *Takt*raten im Sekunden bis Minutenbereich und das auch, noch nur in eine Richtung.

Kleiner Kraftwerke (Beispiel am Wasserkraft am Main) über tragen ihre Fernwartung/Bedienungsbefehle per Glasfaser im eigene Komunikationsnetz.

Was man also machen kann, ist den eigenen Blindleistungsbedarf zu decken und sich beispielsweise die Kompensation zusparen.

Sobald du Strom zum Nachbarn schickst, Kostet das Netzentgelte (Wärmeverluste) und ähnliches.

Blindleistung ist in erster Linie ein _Kundenproblem_.
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Re: Überraschend hohe Zubauzahlen

Beitragvon Weidemann » 15.01.2012, 11:11

darwin hat geschrieben:Dann würde der Wechselrichter in der Nacht aber Wirkleistung aufnehmen, um seine eigene Verluste zudecken und daraus Blindleistung erzeugen. Bei 1 ct Vergütung und 20 ct Einspeisung für Wirkleistung sind das Schon ein Faktor 20. Sprich Der Wechselrichter alleine muss schon über 95 % Wirkungsgrad haben. Dazu kommen dann die Übertragungsverluste.

95% sollten kein Problem sein, das bisschen Wirkleistungsaufnahme halte ich für vernachlässigbar.
Übertragungsverlste halten sich eh in Grenzen, weil die Blindleistung "nicht weit kommt".

Blindleistung ist in erster Linie ein _Kundenproblem_.

Das denke ich auch... sonst wäre das ja inzwischen in den neuen VDE-Regeln vorgesehen.
sonnige Grüße,
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Re: Überraschend hohe Zubauzahlen

Beitragvon darwin » 15.01.2012, 19:38

Wo bleibt dann der Nutzen ? Für den VNB würde es keine Vorteil bringen, der PV-Anlagenbetreiber verdient nix dran und der Staat nimmt seinen Teil trotzdem ...

Macht vieleicht Sinn wenn PV-Anlagenbetreiber und Endkunde indentisch sind. Aber dann ist eben kein Problem mehr des VNB.
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Re: Überraschend hohe Zubauzahlen

Beitragvon superhaase » 16.01.2012, 14:36

Es ist nun einmal so, dass immer eine gewisse Menge induktiver Blindleistung im Netz "verbraucht" wird. Statt diese über weite Strecken aus einem Großkraftwerk heranzutransportieren, kann man einen Teil davon (aber nur einen Teil, denn es ist aus technischen Gründen jedenfalls zu vermeiden, dass in einem Netzbereich in Summe eine kapazitive Last hängt) direkt "vor Ort" mittels PV-Wechselrichtern liefern lassen, die z.B. auf cos phi = 0,95 oder sowas eingestellt sind. Das entlastet die Netze und die Umspannstationen von einem Teil des Blindstroms.

Der Netzbetreiber hat jedenfalls einen Vorteil davon. Er muss dann nur noch den Rest an Blindleistung liefern und ausregeln.
10.08 kWp mit 48 Sanyo HIP210, 1 Sunways NT6000 und 1 Sunways NT5000. Flachdachgestell mit 20°. Inbetriebnahme 13.7.2006.
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