News über Photovoltaik und Solarstrom
Moderator: Mod-Team
von PeterQ » 04.02.2011, 18:05
In der Mitteldeutschen Zeitung steht heute ein recht moderater Artikel und Kommentar zur Netzsituation, auch wenn die Überschrift reißerisch klingen mag: "Öko-Strom sprengt die Netze". Und das muss ja auch keine Negativ-Aussage sein. Die Stromnetze im südlichen Sachsen-Anhalt sind stellenweise überlastet. "Der schnelle Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen bringt die Leitungen an ihre Grenzen", sagte Wolfgang Gallas, Chef der Eniva Netz.
Im weiteren Artikel ist aber nur von der Windleistung die Rede (verständlich, da Solar in Sachsen-Anhalt bei weitem noch nicht die bayrische Konzentration hat) Weiter im Text heißt es Nach Ansicht des Bundesverbandes Windenergie verläuft der Ausbau zu langsam. "Jahrelang wurden erforderliche Investitionen nicht getätigt", sagt Verbandssprecher Ulf Gerder. Der jetzige Engpass habe sich abgezeichnet. Enivia-Netz-Chef Gallas räumt ein: "Wir haben die Entwicklung unterschätzt."
Der Kommentar dazu ist dann auch deutlich: Die großen Stromnetz-Betreiber in Ostdeutschland warnen wegen des rasanten Ausbaus der erneuerbaren Energien vor einer Überlastung der Stromnetze. Damit räumen sie unfreiwillig ein, dass sie in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Jahrelang wurde das Potenzial von Wind- und Solarenergie kleingeredet. Nun reichen die Kapazitäten nicht aus.
Und das, was wir hier im Forum diskutieren findet sich auch in der Aufforderung wieder: Neue Konzepte muss aber auch die grüne Branche präsentieren. Bisher schwankt die Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom erheblich. So lässt sich auf Dauer keine Industrienation versorgen. Nötig sind kontinuierliche Energielieferungen. Sogenannte Kombi-Kraftwerke von Wind- und Biogasanlagen, die sich ergänzen, sind ein Weg. Bisher gibt es nur Pilotprojekte. Auch die Ökostrom-Firmen müssen Investitionen in eine stabile Versorgung tätigen.
Im Wirtschaftsteil wurde noch mal auf das Netzmanagement eingegangen. Dort heißt es, dass im vergangenen Jahr die Windparks 20 mal gedrosselt wurden, um das Netz nicht zu überlasten. Sonnige Grüße Peter Quelle: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1296726499753&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1296726500118&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1296641404995&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546
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von solarlux » 04.02.2011, 20:39
Nein das kann man bestimmt nicht personalisieren, nach dem Motto:
"böse faule Netzbetreiber....hätten diese nicht so lange auf dem Sofa gelegen, dann hätten wir doch bestimmt jetzt viel mehr Netze und könnten schon heute viel mehr überschüssigen EEG-Strom an's Ausland verscherbeln."
Das Problem ist doch, das die Netzbetreiber (Volks)-wirtschaftliche Netze wünschen, wartungsfreundlich, überschaubar, kostengünstig und die's letzten Endes FÜR den Stromverbraucher/Kunden.
Es ist eben nicht kostengünstig und sinnvoll, für ein paar Sturmtage (fast alle WKA's würden auf Nennleistung laufen) denn Netzbau so zu gestalten, das praktisch jede kWh beim Verbraucher ankommen kann, auch wenn der Verbraucher am Rande von Europa sein würde.
Denn wenn wir HIERZULANDE Sturmtage haben und WIR nicht mehr wissen wohin mit dem ganzen Windstrom, dann haben auch die Nachbarländer mit viel Windleistung zunehmend Energieüberschüsse....
Also sollte man z.B. künftige Nord/-Ostseewindparks per neuen Stromtrassen besser an mittel-und dem Rand Europa anbinden?
Man beachte, wenn große Teile der Binnenland-Windkraftanlagen um die max-Leistung laufen, dann arbeiten die Küsten/Offshoreanlagen erst recht auf max-Leistung.
Offshore-Energieüberschüsse kann man also wohl nur ganz, ganz ganz weit verbreitet verscherbeln, mit neuen weitläufigen Stromtrassen...
Aber nun ist doch auch das Problem beim Netz(aus)bau, das möglichst auch immer GENÜGEND VERBRAUCHER dem EEG-Stomangebot gegenüberstehen müssen.
Das ist eben das nächste Problem, selbst heute haben wir immer wieder mal soviel EEG-Strom im Netz, das nicht genügend Verbraucher dafür gleichzeitig vorhanden sind, es entstehen dadurch kurzfristig (bis tageweise) massive potentielle Energieüberschüsse, die zunehmend Anlagenabschaltungen/Drosselungen zur folge haben (werden)
Oder sollen wir den Netzausbau für die paar Sturmtage von Mittelrussland bis Süd-Spanien aufbauen, Hauptsache möglichst viel EEG-Strom verkaufen, fast egal was der Netzausbau dem Volk (Stromkunden) kosten würde?
Achja, es soll sogar wohl "ganz pöse pöse Menschen" geben, die keine neuen Stromtrassen auf und über ihren Grundstücken haben wollen!
Zuletzt geändert von solarlux am 04.02.2011, 21:09, insgesamt 1-mal geändert.
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von solder » 04.02.2011, 20:50
Solange wir konventionelle Kraftwerke weiterlaufen lassen und Windkraft abschalten müssen, sind die Netze zu schwach und müssen ausgebaut werden!!! Sinn der EE ist ja gerade, die alten Kraftwerke zu ersetzen. Da es aber gerade bei Windkraft bevorzugte Standorte gibt, bei denen aber nicht die Großverbraucher sitzen müssen halt Leitungen zu diesen gebaut werden. Bei Solar sehe ich das Problem höchstens lokal, dass ggf. Ortsnetze und vielleicht etwas Mittelspannung ausgebaut werden müssen. Da es sich hier um viele kleinere, verstreutere Anlagen handelt, gibt es in der Umgebung meist auch genug Abnehmer, spätestens in der nächsten größeren Stadt.
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von solarlux » 04.02.2011, 20:57
solder hat geschrieben:Solange wir konventionelle Kraftwerke weiterlaufen lassen und Windkraft abschalten müssen, sind die Netze zu schwach und müssen ausgebaut werden!!!
Ok, wenn DU das so deutlich sagst, dann kann das doch nur wohl richtig sein. Also stellen wir bei EEG-Stromüberschuss alle AKW's und Kohlekraftwerke aus, und hoffen das diese EEG'ler wenigstens dann von alleine weiter das 50 HZ Netz regeln. Brechen die Netze dann aber doch zusammen, bezahlst DU die Entschädigungskosten aus der Wirtschaft für Dein bevorzugtes Experiment? Ok, dann könnte man das so machen bestimmt.
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von Farmjanny » 04.02.2011, 21:26
gäbe es einen landesweiten Totalausfall - wer bestimmt, welches Kraftwerk als erstes die Phasenlage bestimmt? Gibt es dafür Vorschriften? Gruß von der stürmischen Küste (Windkraft am Anschlag, wenn nicht schon abgeschaltet) Farmjanny
Grüße von der Küste Farmjanny
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von neuharlingerstrom » 04.02.2011, 21:27
solarlux hat geschrieben:solder hat geschrieben:Solange wir konventionelle Kraftwerke weiterlaufen lassen und Windkraft abschalten müssen, sind die Netze zu schwach und müssen ausgebaut werden!!!
Ok, wenn DU das so deutlich sagst, dann kann das doch nur wohl richtig sein. Also stellen wir bei EEG-Stromüberschuss alle AKW's und Kohlekraftwerke aus, und hoffen das diese EEG'ler wenigstens dann von alleine weiter das 50 HZ Netz regeln. Brechen die Netze dann aber doch zusammen, bezahlst DU die Entschädigungskosten aus der Wirtschaft für Dein bevorzugtes Experiment? Ok, dann könnte man das so machen bestimmt. Wetterabhängige Ertragsprognosenhttp://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 100004489/Also alle mal die Lirche im Dorf lassen, denn wie bei der Windkraft gibt es somit jetzt auch für unsere Sonnenkraftwerke Ertragsprognosen und damit eine zuverlässige Datenbasis zur Regelung der Stromnetze. Gut, es ist ein wenig komplexer geworden aber dafür gibt es ja entsprechende Leitstellen: Wind mischt das Stromnetz mächtig aufhttp://www.nwzonline.de/Region/Stadt/Ol ... g-auf.htmlAuch wenn das so manchen Journalisten überfordern wird mfg vom Deich
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von solarlux » 04.02.2011, 22:11
neuharlingerstrom hat geschrieben:...Ertragsprognosen... zur Regelung der Stromnetze. Gut, es ist ein wenig komplexer geworden...
Achso, mit Prognosen konkret Regeln. Ok,...achso, ja, könnte man ja mal im kleinen Inselsystem üben.... Mit Prognosen wird derzeit nur die Kraftwerks planung kalkuliert/GESCHÄTZT. In Wirklichkeit müssen aber immer so viele konventionelle Kraftwerke wenigstens passiv aktiv sein, das diese jederzeit genau richtig hoch/oder heruntergefahren werden können! neuharlingerstrom hat geschrieben:...Ertragsprognosen... zur Regelung der Stromnetze.
Wenn Du mit Ertragsprognosen die EEG-Kraftwerke ohne Atom/fossil-Energiebetriebene Kraftwerke auf 50 HZ ausregeln möchtest, na dann gute Nacht 
Zuletzt geändert von solarlux am 04.02.2011, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.
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von owi » 04.02.2011, 22:11
Wohin mit dem Strom? Probleme? Hoevel nickt. Durch die dezentrale Energieerzeugung wird beispielsweise von Windkraftanlagen oft mehr Strom erzeugt, als in ihrem Umfeld verbraucht werden kann Da bin ich richtig froh, dass die Netzbetreiber diese Probleme mit den AKWs und grossen Kohlekraftwerke nicht haben, da wird der ganze Strom bestimmt in der unmittelbaren Umgebung verbraucht. Gruß owi
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von solarlux » 04.02.2011, 22:16
owi hat geschrieben:... Netzbetreiber diese Probleme mit den AKWs und grossen Kohlekraftwerke nicht haben, da wird der ganze Strom bestimmt in der unmittelbaren Umgebung verbraucht.
Gruß owi
Richtig, diese hatten sonst keine Probleme, Ihre Energie zu verkaufen. Sonst hätten Sie die Kraftwerke nicht gebaut. Unglaublich aber wahr, viele Großkraftwerke liegen in der vom Strom gut erreichbaren Nähe zu Industriestandorten und oder auch Stadten. Hamburg, München, Berlin und viele andere haben größere Kraftwerke in der Nähe. Ich glaube auch bei Frankfurt, oder sogar das Kraftwerk in Ibbenbüren das wohl auch Osnabrück mitversorgt etc...
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von hadl » 04.02.2011, 22:30
solarlux hat geschrieben:Nein das kann man bestimmt nicht personalisieren, nach dem Motto:
"böse faule Netzbetreiber....hätten diese nicht so lange auf dem Sofa gelegen, dann hätten wir doch bestimmt jetzt viel mehr Netze und könnten schon heute viel mehr überschüssigen EEG-Strom an's Ausland verscherbeln."
Das Problem ist doch, das die Netzbetreiber (Volks)-wirtschaftliche Netze wünschen, wartungsfreundlich, überschaubar, kostengünstig und die's letzten Endes FÜR den Stromverbraucher/Kunden.
Es ist eben nicht kostengünstig und sinnvoll, für ein paar Sturmtage (fast alle WKA's würden auf Nennleistung laufen) denn Netzbau so zu gestalten, das praktisch jede kWh beim Verbraucher ankommen kann, auch wenn der Verbraucher am Rande von Europa sein würde.
Denn wenn wir HIERZULANDE Sturmtage haben und WIR nicht mehr wissen wohin mit dem ganzen Windstrom, dann haben auch die Nachbarländer mit viel Windleistung zunehmend Energieüberschüsse....
Also sollte man z.B. künftige Nord/-Ostseewindparks per neuen Stromtrassen besser an mittel-und dem Rand Europa anbinden?
Man beachte, wenn große Teile der Binnenland-Windkraftanlagen um die max-Leistung laufen, dann arbeiten die Küsten/Offshoreanlagen erst recht auf max-Leistung.
Offshore-Energieüberschüsse kann man also wohl nur ganz, ganz ganz weit verbreitet verscherbeln, mit neuen weitläufigen Stromtrassen...
Aber nun ist doch auch das Problem beim Netz(aus)bau, das möglichst auch immer GENÜGEND VERBRAUCHER dem EEG-Stomangebot gegenüberstehen müssen.
Das ist eben das nächste Problem, selbst heute haben wir immer wieder mal soviel EEG-Strom im Netz, das nicht genügend Verbraucher dafür gleichzeitig vorhanden sind, es entstehen dadurch kurzfristig (bis tageweise) massive potentielle Energieüberschüsse, die zunehmend Anlagenabschaltungen/Drosselungen zur folge haben (werden)
Oder sollen wir den Netzausbau für die paar Sturmtage von Mittelrussland bis Süd-Spanien aufbauen, Hauptsache möglichst viel EEG-Strom verkaufen, fast egal was der Netzausbau dem Volk (Stromkunden) kosten würde?
Achja, es soll sogar wohl "ganz pöse pöse Menschen" geben, die keine neuen Stromtrassen auf und über ihren Grundstücken haben wollen!
Na ja dann scheint das offensichtlich nichts zu werden mit der Energiewende. Müssen wir halt so weiter machen bis zum Ende der Fossilen. Hoffentlich bekommen dann unsere Nachkommen den Nachschub von Kerzen wenigstens geregelt. Hadl
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