Hallo zusammen,
ich habe 1996-1997 meine Facharbeit über die 2 achsige Nachführung von Solarmodulen geschriebent und auch eine sehr kleine Versuchsanlage gebaut (1x nachgeführt, 1x 30° Neigung und süden).
Allerdings habe ich nur den Amperestunden (Kurzschlussstrom über Zeit integriert) verglichen, eine Energiemessung war mir damals nicht möglich.
Auch konnte ich kein ganzes Jahr messen (jaja, man verschiebt solche Sachen halt immer nach hinten *g*), von daher kann und will ich auch keine "genauen" Zahlen veröffentlichen, aber ich schätze den Mehrertrag in unseren Breiten bei zweiachsiger Nachführung auf ca. 30%.
Damals habe es dazu auch so gut wie keine Informationen aus der Praxis gefunden (und keine Informationen zu solchen Anlagen in unseren Breiten), mag sein, dass sich da die letzten 10 Jahre einiges getan hat.
Bei der Nachführung spielen sicherlich in der Praxis auch noch einige andere Effekte eine Rolle, wie z.B. dass solche Module besser hinterlüftet werden, schneefrei bleiben, usw, usf...
Das größte Problem sehe ich persönlich in der Statik und dass solche Anlagen nicht wartungsfrei sind. Und dadurch werden solche Anlagen normalerweise zu teuer.
Ich würde davon abraten, für Bastler mit Spaß und Freude am Tüfteln und an Technik ist das aber natürlich ein sehr interessantes Themengebiet. da ist die Arbeitszeit ja das Hobby und wenn es sich nicht "rechnet", dann war es das Experiment eben wert.
In Klimagebieten, bei denen der Anteil der direkten Sonneneinstrahlung an der Gesamtstrahlung deutlich größer ist als bei uns und in denen Arbeitskraft weniger kostet, Module dafür umso mehr, mag sich so etwas aber durchaus rechnen.
mfg
PS: Ich persönlich würde eine Nachführung (wenn überhaupt) vermutlich einachsig bauen, falls genügend Fläche zur Verfügung steht.
Exakt nach Süden geneigte Achsen (Neigungswinkel idealerweise je nach Jahreszeit manuell variabel, reicht ja, wenn man da einmal pro Monat nachstellt) und die Module dann um diese geneigte(!) Achse drehen.
Das erscheint mir statisch deutlich einfacher zu lösen, da man mehr als einen Fixpunkt hat und man muss per Motor nur eine Achse drehen und hat dennoch eine sehr gute Ausrichtung.
Man braucht aber sehr viel Fläche, um Schattenwurf nebeneinader liegender Stränge morgens und abends zu vermeiden.







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