Schneckenspuren am Modul

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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon eggis » 29.11.2011, 00:05

Moin P.Voltologe,

danke für deine Darstellung.
Leider zeigt es sich, dass es PV-Module doch (noch) kein Low-Tech sind, wie es viel so gern sehen würden.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon PEE Photovoltaics » 29.11.2011, 09:02

http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... witterfeed

Microrisse ist klar.. jedoch die Verlaufsform sind immer noch offen ...
Theoretisch muessten die Schneckenspuren bei Polykristalienen Modulen oefter auftreten als auf Monozellen...
da die Polystrucktur ja schon Micorrisse beinhalltet (vom Herstellungsprozess)

Gruesse Ron
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon brick » 29.11.2011, 09:14

P.Voltologe hat geschrieben:Das Verständnis muss sein, dass die Schneckenspuren sich verstärkt und mit Vorliebe an Mikrorissen ausbildet. Also die Risse haben ein "günstiges Klima" für die Vorgänge, die auf eine Art Korrosion (chemische Verbindung unter Einfluss einer Substanz, die sich im Riss besser auswirken kann) beruhen könnte. Ob es eine Ausgasung der Kunststoffe oder andere Substanz im Riss als Katalysator wirkt, ist nicht bekannt.
Jedoch: Die Mehrzahl aller festgestellten Mikrorisse (EL-Messung) in Zellen bilden in den ersten 4-5 Jahren bei meinen Untersuchungen keinerlei ähnliche Spuren aus.
Ob dies ertragsbeeinflussend ist, wenn Schneckenspuren sichtbar werden, kann man eher wieder über den Verlauf des Mikrorisses erklären. Es gibt Verlaufsformen, die die Ableitung der Ladungsunterschiede behindert oder auch Bereiche der Zelle deaktiviert. Dann dürfte eine gewisse Ertragsbeeinträchtigung messtechniss nachweisbar sein. Zu Beginn solcher Effekte gehem die ertragsmindernde Auswirkungen eher in der Messungenaugigkeit unter.

Mehr praktische Erfahrung, als hier wiedergegeben, habe ich bislang nicht.
Kannst Du durch Deine Erfahrungen beurteilen, ob diese Spuren nur an behindernden, oder nur an völlig trennenden Cracks entstehen? Also dort, wo noch Ladungsträgerbewegung stattfindet, oder vollkommen unterbunden ist.

PEE Photovoltaics hat geschrieben:[...]Theoretisch muessten die Schneckenspuren bei Polykristalienen Modulen oefter auftreten als auf Monozellen...
da die Polystrucktur ja schon Micorrisse beinhalltet (vom Herstellungsprozess)

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Das verstehe ich nicht, sind für Dich Korngrenzen gleichzusetzen mit Microcracks?
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon PEE Photovoltaics » 29.11.2011, 09:27

@ brick,

hi... also aus meiner Sicht ja, warum:

wenn das Kristallgitter keine einheitliche Ausrichtung hat, sehe ich dies als wenn wir microcracks haben (nur halt ein wenig kleiner ....)

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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon brick » 29.11.2011, 10:09

Ich denke nicht, dass man Korngrenzen mit Mikrocracks vergleichen kann. Allein dadurch, dass sie so klein sind, müssten diese ja im Falle des Auftretens von Spuren, ein viel großflächigeres Bild abgeben. Des Weiteren ist ja der Teil der Zelle, auf denen diese Spuren zu erkennen sind, aufgedampft und somit amorph. Wobei ich gar nicht weiß, ob das bei allen Zellen gleich ist.

Des Weiteren habe ich aber auch noch kein Mono-Modul mit den sogenannten Schneckenspuren hier im Forum gesehen. In echt habe ich diese Spuren tatsächlich noch nie gesehen.
Zuletzt geändert von brick am 29.11.2011, 10:35, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon eggis » 29.11.2011, 10:23

Moin brick,
brick hat geschrieben:Ich denke nicht, dass man Korngrenzen mit Mikrocracks vergleichen kann.

ich sehe das auch so.
brick hat geschrieben:Desweiteren habe ich aber auch noch kein Mono-Modul mit den sogenannten Schneckenspuren hier im Forum gesehen.

Schau mal Monos hier an.
flecken-auf-solar-modul-p598080.html#p598080
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon brick » 29.11.2011, 10:31

Alles klar, danke. Schon wieder vergessen gehabt.
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon P.Voltologe » 29.11.2011, 14:41

brick hat geschrieben:....Kannst Du durch Deine Erfahrungen beurteilen, ob diese Spuren nur an behindernden, oder nur an völlig trennenden Cracks entstehen? Also dort, wo noch Ladungsträgerbewegung stattfindet, oder vollkommen unterbunden ist.

...


Nein, nicht wirklich belegt, aber ich bilde mir ein, mehr Microrisse mit diesen Spuren auf der Oberfläche gesehen zu haben, bei denen noch Ladungsträger ihr Potenzial über Fingeranschlüsse abführen können; also dort, wo noch elektrische Aktivität gegeben ist. Dabei ist aber weder die Probe noch die EL-Messungen an den Modulen als repräsentativ einzustufen.
Grüße
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon PEE Photovoltaics » 30.11.2011, 08:51

@ eggis, brick

ich habe nicht behauptet, dass es bei Monos keine Microcracks gibt...

Jedoch denke ich (beweise hab ich nicht) dass dies bei Polys haeufiger vorkommt wie bei Monos.

Wodurch ich dass ableite:
In den letzetn Jahren habe ich verstaerkt die Hotspots innerhalb von Polyzellen festgestellt.
Auch Polymodule die ca. 10 - 15 Jahre alt sind, weisen ein staerkeren Hotspotgrad (haeufigkeitsverteilung) auf als Monos.
(Viel an der Herrstellung hat sich bis heute auch nichts veraendert)

Fuer mich sind die Kongrenzen, nichts anderes als Mirorisse, da sich wie gesagt keine einheitliche Zellstrucktur bilden kann.

Jedoch finde ich von der Optik die Polys 1000 mal schoener....
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Re: Schneckenspuren am Modul

Beitragvon eggis » 24.12.2011, 10:32

Moin!

Ich mach´s mit mal einfach und kopiere mal einfach einen Beitrag hier hinein, da Phoenixx schon an anderer Stelle über den aktuellen Photonartikel zum Thema "Schneckenspuren" berichtet hat.
phoenixx2007 hat geschrieben:Hallo zusammen!

Nun wird es von der Zeitschrift Photon in der aktuellen Ausgabe unter die Lupe genommen.
"Schneckenspuren" und dehren Ursachen!

Eine Aussage im letzten Absatz des Berichtes: Sie sind (Schneckenspuren) ein Indikator für gut oder weniger gut verarbeitete Solarzellen und erleichtern es somit Installateuren wie Betreibern auf faule Module in einer Anlage aufmerksam zu werden!

Von Schneckenspuren betroffene Hersteller sind nach Photon:

Canadien Solar Inst. 2007 und 2010, CEEG Solar Inst. 2010, Chaori Solar Inst. 2010, Germansolar Inst. 2009, Hongchen Photovoltaic Energy Inst. 2010, Jinko Solar Inst.2010, Solpower Inst. 2009, Trina Solar Inst. 2011!, Schüko machte keine Angaben!? und Upsolar mit Inst. in 2010. Nach meinem Wissen sind all diese Hersteller aus China.

Unter Microrisse oder Schneckenspuren in der Forums-Suche scheinen auch noch weitere Hersteller betroffen zu sein.
Außerdem wird Mitsubishi mit Installationsjahr 2006 aus Japan genannt, Q-Cells aus Deutschland mit Installationen 2010 und Silken Spanien Inst. 2009 + 2010.

Als häufige Ursache dieser "Schneckenspuren" wird Zellbruch - also "MICRORISSE" genannt. Ursächlich soll auch schlechtere "Rückseitenfolien" sein durch die Wasser in Molekularen Mengen dringen kann.
Im Grunde kommt es zu mehreren Chemischen Reaktionen die sich Wechselwirken und die Microrisse sind dann die Eingangstür auf die Moduloberseite wo es zu weiteren Reaktionen kommt.
Es muß also einiges an Ungünstigen Dingen zusammen kommen.
Diese Verfärbungen entstehen nach etwa nen 1/2Jahr.
Das Problem tritt in 3 Verschiedenen Varianten auf:
Typ1: Verfärbungen die Kreuz und Quer entlang der Microrisse verlaufen -
Typ2: die zudem noch Verfärbungen am Zellrand aufweisen.
Typ3: und jene die zusätzlich noch einen Kranz besitzen.

Der Phoenixx

Aber immerhin sind alle betroffenen Hersteller der Meinung, dass die Schneckenspuren keine oder nur minimale Auswirkungen auf das Degradationsverhalten der Module haben und sie somit keinen Anlass haben hier nachzubessern. Ein Austausch ganzer Produktionsserien würde wohl auch zu teuer sein. :roll: Da kann man nur hoffen, dass sich die guten Testergebnisse mit von Schneckenspuren betroffenen Modulen auch im realen Einsatz zeigen.

Besonders interessant war noch, dass der Effekt der Schneckenspuren bei Dunkelheit reversibel ist, denn bei einem Klimakammertest bemerkte man eine Rückbildung dieses Effektes. (Da stellt sich mir die Frage, warum werden die Module in der Klimakammer nicht betrieben? :? )
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