Denkanstoß - Das Geheimnis der Plus Toleranz bei PV Modulen
Nach Prüfung der R** Angebote und dem Vergleich mit anderen Anbietern komme ich zu der Erkenntnis, die Plus Toleranz Strategie verstanden zu haben.
Meinen Überlegungen zufolge müsste sie wie folgt funktionieren:
Die Lieferfirma kauft Module mit 250 Watt peak (Wp) ein, wo auch immer, Qualität unbekannt bzw. selbst zertifiziert, Hersteller und Herkunftsland werden nicht genannt.
TÜV Zertifizierungen u.a. sind keine Garantie für die Qualität sondern nur die Funktionalität - es wird zertifiziert, dass gewisse (Mindest-) Standards eingehalten werden.
Die Module werden vom Anbieter mit 230 Wp deklariert und so ergibt sich automatisch eine Plus Toleranz und vor allem – keine Minus Toleranz. Sehr verkaufsfördernd!
Der Preis wird bei dem für Module der 250 Wp Klasse belassen, denn die Module rechnen sich ja nach Aussagen des Anbieters aufgrund der Plus Toleranz (raffiniertes Argument).
Die Hersteller Garantie bezieht der Lieferant natürlich nur auf 230 Wp und die ohnehin fragwürdige Leistungsgarantie (bitte genau nachlesen, was wie garantiert wird) natürlich auch nur auf 230 Wp.
Wichtiger aber noch als über die Hersteller Garantie zu reden, ist sich deren Bedingungen genau anzusehen und wer die Garantie gibt. Fast immer entscheidet der Hersteller, ob ein Garantiefall vorliegt.
Bei Modulen aus China darf man sich m.E. darauf einrichten, vor dem Tor des Herstellers mit Plakaten für die Erfüllung der Verträge zu demonstrieren. Wie das ausgehen dürfte, kann man sich ausmalen.
Viele Hersteller verlangen für den Garantiefall Gutachten, die man selbst bezahlen und selbst übersetzen lassen muss und dann entscheidet der Hersteller nach Gutdünken, ob ein Garantiefall vorliegt.
Zum Thema Herstellergarantie gibt es mindestens zwei sehr klar formulierte Artikel aus der Fachzeitschrift „neue energie“ und in vielen anderen Presseorganen.
Die Leistungsgarantie ist m. E. ein schönes Versprechen von Leistung, mehr nicht. Denn wer legt sich schon einige Module in den Keller, um später überhaupt den Leistungsabfall gegenüber einem neuen Modul beweisen zu können.
Rechnet doch mal die Investition mit den garantierten Werten der Leistungsgarantie durch, dann geht der Schuss sofort nach hinten los.
Das Geld, was bei einem KfW Kredit in der tilgungsfreien Zeit übrig bleibt, ist kein Gewinn, dafür sind später die Tilgungen höher und holen sich die anfänglichen Überschüsse Monat für Monat und Jahr für Jahr wieder.
Bitte nachrechnen und nicht alles glauben, was so vom Verkäufer erzählt wird.
Und ganz wichtig: die Ertragszahlen in Frage stellen und selbst überprüfen und mit Sicherheitsabschlägen rechnen, denn es gibt Jahre mit guten und Jahre mit schlechten Erträgen. Empfehlung:
http://www.pv-ertraege.de/.
Bei Mietshäusern wird oft der Direktverbrauch als Einnahmequelle berechnet. Gerne vergessen werden die Kosten für zusätzliche Zähler und sehr teure Speicherbatterien und Netzumbau, denn nachts wird kein Strom erzeugt, wenn das Flurlicht brennt.
Bei jedem Auto, jedem Herd und jedem Kühlschrank gucken die Verbraucher mehr in die Garantiebedingungen als in die von Modulen, die 20 Jahre halten müssen, um den Kredit zurück zu zahlen.
Bitte Augen auf, das gilt für alle Module aller Hersteller.