Module der Fa. Aton AG

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Module der Fa. Aton AG

Beitragvon Jester » 15.03.2008, 16:31

Hallo zusammen,

ich spiele schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken eine PV Anlage auf mein Dach zu bauen.
Nun habe ich einen Brief von der Aton AG bekommen. Die haben hier in der Nähe eine Beratung/Vorführung ihrer Module gemacht und dabei gleichzeitig ein Angebot für PV Module inkl. Warmwasser Aufbereitung unterbreitet.

Nun habe ich hier im Forum schon 4 Threads über diese Firma gefunden, aber igendwie konnte keiner eine richtige Aussage darüber treffen, ob die Module nun was sind oder nicht.

Hat sich da nun was geändert? Hat einer die Module auf dem Dach und kann was über deren Leistung schreiben? Ich stelle hier mal den Flyer rein, den die dort verteilt haben.

Bild

Den Preis finde ich schon recht happig. Auch wenn man bedenkt, dass die Warmwasser Aufbereitung inkl. ist. Das wären dann folgende Daten:

1 Modul mit 230Wp
18 x 230Wp = 4,140 kWp
Gesamt 29750 EUR = 7186 EUR/kWp

Inkl. wäre dann noch ein 300L Warmwasser Speicher, aber der kann ja auch nicht die Welt kosten.

Also ich weiß nicht was ich von dem Angebot halten soll. Wie seht ihr das?

Gruß
Jester
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Beitragvon Jester » 15.03.2008, 17:39

hmm, irgendwie kann ich meinen Beitrag nicht mehr editieren

Ich habe gerade gesehen, dass sich die technischen Daten der Module gegenüber dem Beitrag http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?t=3597 geändert haben. Deshalb hier mal eine Aktualisierung:

Bild
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Beitragvon Alexander Haelbich » 16.03.2008, 08:16

Hallo Jester,

du schneidest ein Thema an das irgendwie nicht tot zu kriegen ist.

Sehe ich mir das Datenblatt von Aton an fällt auf das alle wichtigen Angaben fehlen, sowohl elektrische Kennwerte wie auch thermische!
Die grundsätzliche Probleme von kombinierten thermischen/photovoltaischen Anlagen werden hier offensichtlich nicht gelöst:

- PV-Module verlieren an Leistung mit jedem Kelvin Temperaturerhöhung. Will man die Module kühlen erfordert das eine Wärmesenke mit dauerhaft nierdrigem Temperaturniveau, sprich ein Kühlturm oder einen "Wärmeverbraucher" der mit 30 °C auskommt. Bei 4 kWp (geschätzte 35 m² Fläche) müsste eine Leistung von bis zu 28 kW Wärme abgeführt werden. Dein 300 Liter Speicher ist bei geforderten 30 °C Maximaltemperatur schon nach 15 Minuten voll, lässt du 90 °C zu, dann reicht der Speicher max. 1 Stunde. Danch hast du keinerlei Kühlung der Module mehr.
- Thermische Spannungen im Glas zwischen der warmen Oberseite und der gekühlten Unterseite (oder im kalten Randbereich bei Aton) können das Modul zerstören.

Einige Details wie die hydraulische Verschaltung der Module auf dem Dach, eingesetztes Solarfluid und die Systemtechnik währen interessant zu erfahren. Hier sind nicht unerhebliche versteckte Kosten und Probleme die zu lösen sind. Die Anlage besteht ja schließlich nicht nur aus den Modulen.

Mir ist der Mehraufwand für ein wenig zusätzliche Wärmeenergie zu hoch. Eine getrennt thermische Solaranlage bietet wesentlich mehr zu wahrscheinlich ähnlichen Kosten. Eine Ertragssteigerung der PV-Anlage erwarte ich nicht solange eine geeignete Wärmesenke fehlt.

Sonnige Grüße

Alex
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Beitragvon Jester » 16.03.2008, 10:19

Hallo Alex,

vielen Dank erst einmal für Deine Ausführungen.
Ich hatte gestern Abend Besuch von einem Vertreter der Firma Aton, der sich mein Dach angeschaut und berechnet hat, wieviele Module da drauf passen. Dabei habe ich ihm genau diese Fragen gestellt. Ich versuche mal das in Stichworten zusammenzufassen was ich behalten habe.
  • Die Module haben eine Betriebstemperatur von -60 bis +140°C
  • Es sind wohl hochwertige Module, da sie hochwertiges RFW Silizium aus Österreich enthalten, ich glaube aus Salzburg, bei dem die Zellen "doppelt gespresst" sind ohne Kunststoffanteil. Keine Ahnung ob das stimmt, allerdings habe ich nicht über RFW Silizium im Internet gefunden
  • Die Leistung der Thermie soll 1:4 der normalen Thermie Module sein. Die normalen Module sind allerdings auf die Wärme der Sonne angewiesen, somit produzieren die keine Wärme, wenn die Sonne nicht da ist. Die Aton Module produzieren auch schon Wärme, wenn nur Licht da ist (durch PV) und somit soll sich das dann wieder ausgleichen. Die Module sollen auch bei einer normalen Straßenlaterne schon Strom produzieren.
  • Die Kühlung erfolgt durch die Thermie und duch die Luftzirkulation unter den Modulen. Natürlich habe ich gesagt, dass die Maximaltemperatur im Kessel irgendwann erreicht ist. Er meinte, dass durch die Luftzirkulation eine konstante Temperatur erreicht werden würde und dadurch eine nicht nur ausreichende, sondern auch eine bessere Kühlung stattfindet als bei herkömmlichen PV Modulen.
  • Er hat dazu ein Beispiel aus der Praxis gebracht. Ein Bauer hat eine Scheune mit 30kWp PV Modulen. Auf seinem Haus hat er die Kombimodule mit 10kWp. An einem heißen Augusttag hat der Bauer verglichen, welche Leistung seine PV Module auf dem Haus und welche Leistung die PV Module auf der Scheune habe. Die auf dem Haus haben nahezu die volle Leistung gebracht, wähend die auf der Scheune 1/3 der Leistung einbüßen mussten.
  • Dadurch, dass halt schon bei Licht Wärme produziert wird, ist es auch im Winter einfacher die Module schneefrei zu halten.
  • Die Firma hat seit 2 Jahren ein Patent auf diese Technologie. Die Firma Systaic http://www.systaic.de hat zufällig gerade veröffentlicht, dass auch sie nun diese Kombimodule herstellen, siehe http://www.solaranlagen-portal.de/wordp ... und-waerme . Darauf angesprochen meinte er, dass Aton schon eine Klage wegen Patentverletzung gegen Systaic eingereicht hätte. Systaic wird diese Module wohl in Landsberg am Lech produzieren. Dieses Werk haben sie gerade erst gebaut.

Also der Vertreter war jetzt nicht sonderlich aufdringlich, dass er mir nun mit aller Gewalt die Anlage verkaufen wollte. Er hat mir auch eine Ertragsberechnung gemacht, die sehr realistisch erscheint. Auch mit 900 kWp hat er nicht zu hoch gegriffen, da ich hier ganz im Süden Deutschlands wohne. Er meinte sogar, wenn ich bedenken hätte, dann soll ich mir halt bedenkzeit nehmen. Hier mal das Rechenbeispiel:

Kosten: 33093,- EUR
Leistung: 24 Module x 230Wp = 5,520 kWp
Kosten pro kWp: 5995,11 EUR
Produktion: 5,52 kW * 900kW = 4968 kWh
Ertrag: 4968 kWh * 0,4675 EUR = 2322,54 EUR/Jahr
Gesamtertrag: 2322,54 EUR/Jahr * 20,75 Jahre = 48192,71 EUR

Das würde bedeuten, dass die Anlage nach etwa 15 Jahren abbezahlt wäre. Bei einer Produktion 900kWp.
Nun ist aber noch nicht die Warmwasserunterstützung eingerechnet. Mal angenommen ich hätte 2000 EUR im Jahr an Heizölkosten und würde durch die Thermie 40% einsparen, dann wären das noch einmal 800 EUR im Jahr, die man dazurechnen müsste.

Also von der Berechnung her ist das durchaus attraktiv. Wenn das alles so funktioniert, wie er das beschrieben hat. Ist das nun totaler Nonsens oder kann das so stimmen?

Gruß
Jester
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Beitragvon Alexander Haelbich » 16.03.2008, 16:07

Hallo jester,

ein paar Punkte will ich mal herauspiken:


Die Leistung der Thermie soll 1:4 der normalen Thermie Module sein. Die normalen Module sind allerdings auf die Wärme der Sonne angewiesen, somit produzieren die keine Wärme, wenn die Sonne nicht da ist. Die Aton Module produzieren auch schon Wärme, wenn nur Licht da ist (durch PV) und somit soll sich das dann wieder ausgleichen. Die Module sollen auch bei einer normalen Straßenlaterne schon Strom produzieren


Das die Leistung 1/4 von Solarkollektoren hat kommt wohl hin. Der Grund ist die schlecht Umwandlung von Licht in Wärme und die hohen Wärmeverluste nach aussen.
Jeder Kollektor hat auch bei schwacher Einstrahlung eine höhere effizienz als ungedeämmte PV-Module mit hoher Oberflächenemmission.
Mit normalen Straßenlaternen kann man keine PV-Module antreiben, auch keine von Aton.

Die Kühlung erfolgt durch die Thermie und duch die Luftzirkulation unter den Modulen. Natürlich habe ich gesagt, dass die Maximaltemperatur im Kessel irgendwann erreicht ist. Er meinte, dass durch die Luftzirkulation eine konstante Temperatur erreicht werden würde und dadurch eine nicht nur ausreichende, sondern auch eine bessere Kühlung stattfindet als bei herkömmlichen PV Modulen.


Es gibt keinen Grund warum die Luftzirkulation bei Aton-Modulen besser sein sollte. Eine Bergründung währe sehr interessant.

Er hat dazu ein Beispiel aus der Praxis gebracht. Ein Bauer hat eine Scheune mit 30kWp PV Modulen. Auf seinem Haus hat er die Kombimodule mit 10kWp. An einem heißen Augusttag hat der Bauer verglichen, welche Leistung seine PV Module auf dem Haus und welche Leistung die PV Module auf der Scheune habe. Die auf dem Haus haben nahezu die volle Leistung gebracht, wähend die auf der Scheune 1/3 der Leistung einbüßen mussten.


Wichtig ist nicht die Momentanleistung sondern der Jahresertrag.
Würde gerne die Anlage besichtigen, ausserdem interessieren mich Messwerte über mind. einen zusammenhängenden Monat ermittelt. Kann er das beibringen?


Dadurch, dass halt schon bei Licht Wärme produziert wird, ist es auch im Winter einfacher die Module schneefrei zu halten.


Bei jedem PV-Modul wird bei Lichteinfall auch Wärme produziert. Da ist Aton sicherlich nicht besser als andere. Es sei den es wird Warmwasser durch die Anlage zum abtauen gepumpt.


Die Firma hat seit 2 Jahren ein Patent auf diese Technologie. Die Firma Systaic http://www.systaic.de hat zufällig gerade veröffentlicht, dass auch sie nun diese Kombimodule herstellen, siehe http://www.solaranlagen-portal.de/wordp ... und-waerme . Darauf angesprochen meinte er, dass Aton schon eine Klage wegen Patentverletzung gegen Systaic eingereicht hätte. Systaic wird diese Module wohl in Landsberg am Lech produzieren. Dieses Werk haben sie gerade erst gebaut.


Patentverletzung, obwohl das Systaic-Modul anders aufgebaut ist?
Kombimodule sind nichts neues, gab es vor 25 Jahren schon und sind immer wieder bei verschiedenen Herstellern, Tüftlern, etc. aufgetaucht und in der Versenkung verschwunden.

Mal angenommen ich hätte 2000 EUR im Jahr an Heizölkosten und würde durch die Thermie 40% einsparen, dann wären das noch einmal 800 EUR im Jahr, die man dazurechnen müsste.


Sehr, sehr hoch gegriffen. Mit einem 300 Liter Trinwarmwasserspeicher lässt sich nicht viel einsparen.


Trotz aller Kritik interessiert mich immer wenn neues auf dem Markt auftaucht. Gerne lasse ich mich davon überzeugen wen ich falsch liegen sollte. Nähere Informationen (die HP ist leider nichts sagend) sind immer willkommen, vor allem Referenzen die man besichtigen darf sind gefragt.


Sonnige Grüße

Alex
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Beitragvon lcmbt » 16.03.2008, 16:28

Hallo ,

Er hat dazu ein Beispiel aus der Praxis gebracht. Ein Bauer hat eine Scheune mit 30kWp PV Modulen. Auf seinem Haus hat er die Kombimodule mit 10kWp. An einem heißen Augusttag hat der Bauer verglichen, welche Leistung seine PV Module auf dem Haus und welche Leistung die PV Module auf der Scheune habe. Die auf dem Haus haben nahezu die volle Leistung gebracht, wähend die auf der Scheune 1/3 der Leistung einbüßen mussten.


Das kann er dir bestimmt anhand einer Datenaufzeichnung(z.b Solarlog) beweisen.

Gruss
Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
jeder denkt er hätte genug davon!


http://www.sonnenertrag.eu/de/hochheim/ ... /1776.html
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Beitragvon mario ds » 07.03.2009, 19:06

hallo zusammen ,
habe eure unterhaltung mit großem interesse gelesen ,
jester, schau mal bitte auf deine abbildung = vergütungssätze ... solarstrom ... " zum Vergleich bis 31.07.2004 hä 2004 ??????? :!: . ich denke mal, wer schon seid so langer Zeit auf dem Markt ist von dem hat man schon mehr gehört ,
OK aber das ist nicht alles .
rein Theoretisch :
ich isoliere ein PV modul komplett und hinterführe ein medium ( z.B. wasser ) das die wärme aufnimmt , also hinterkühlt oder so , ich nehme also die wärme auf , bringe diese vom modul weg und speichere diese seperat und erreiche dadurch eine "gleichbleibende" temperatur des PVmodul , also kein ertragsverlust durch temperaturschwankungen oder überhitzen, diese gespeicherte wärmemenge ist so groß das ich sie noch im winter nutzen kann ( ok mit 300 l oder wieviel war es , hole ich keine oma vor den ofen ) aber 3000 oder mehr ??
ich denke mal das ist der grundgedanke von ATON . wobei die umsetzung ...
OK auch ich habe mir ein angebot von ATON machen lassen es war 2006 und da hätte die anlage 24,999.- plus gekostet auch "messeangebot" und auch mit werbegeschenk 300 l tank, aber ich habe die finger weg gelassen . zumal bei genauer betrachtung des modules und des techn. aufbaues . kann man sagen, es steckt nicht nur noch in den kinderschuhen ( 2004 ) die versprochenen werte können nicht eingehalten werden .
aber der Grundgedanke ist durchaus OK
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Re: Module der Fa. Aton AG

Beitragvon golfina19 » 27.12.2011, 12:28

Hallo, ich habe mit großem Interesse alles gelesen. Leider haben wir uns Anfang 2008 auf diese Firma eingelassen und viel zu schnell einen Vertrag unterschrieben. Wir sind 3 Tage später von dem Vertrag zurückgetreten, da viel zu viele Fragen ungeklärt waren und wir obendrein nicht damit einverstanden waren, den gesamten Preis bei Anlieferung der Module zu bezahlen, bevor wir überhaupt wissen, ob die Anlage funktioniert. Die Firma hat auf Vertragserfüllung in ihrem Sinn bestanden und sich auf nichts eingelassen, sondern unsere Fragen und Angebote obendrein einfach unbeantwortet gelassen. Jetzt nach drei - fast vier Jahren kommt sie und verlangt 25% der Vertragssumme als Abstandszahlung.
Frage? Wer hat einen Vertragsformular dieser Firma?
Steht da was von 25% bei nicht Erfüllung des Vertrages?
Mit Gruß Golfina
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