Alles über Photovoltaik Module...
Moderator: Mod-Team
von Bremer PV » 01.12.2011, 16:01
Hallo zusammen!
In manchen Montageanweisungen von Modulherstellern wird auf die Erdung des Modulrahmens hingewiesen. Dieser ist durch eine mind. 6mm² dicke Erdungsleitung am gekennzeichneten hinteren Befestigungsloch des Rahmens herzustellen. Auf dem Typenschild des Moduls ist aber das Zeichen für Schutzklasse II "Doppelte oder verstärkte Isolierung" abgebildet.
Mir als Installateur ist laut DIN VDE 0100-410 der Anschluss eines Erders an Betriebsmittel mit der Schutzklasse II verboten. Was soll ich machen? Nach VDE 0100 handeln oder nach Herstellerangaben???
Gruß Bremer PV
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von Mühli » 01.12.2011, 17:23
Ich kenne keine einzige Anlage, bei der die Module über Kabelpeitschen und Kabelschuhe verbunden sind.
Wer meint, er müsse die Module explizit erden, soll die Schletter Erdungsklemmen/Bleche nehmen, die haben einen kleinen Dorn, der die Eloxalschicht durchdringt und eine sicher leitfähige Verbindung herstellt. Schletter meinte aber zu mir, unter 5% der verkauften Klemmen wären solche, also sind 95% der Module nicht geerdet und es gibt ja auch genügend Anlagen, die gar nicht geerdet sind, beispielsweise (noch) meine. Das wird im Frühjahr erledigt.
Gruß
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von SunFidelity » 01.12.2011, 18:43
In Deutschland ist das anbringen von Erdung/Potentialausgleich am Modul nicht notwendig/vorgeschrieben. Anders sieht es beim Untergestell aus, das muss geerdet werden (sofern möglich, z.B. Kunststoffwannen auf Flachdach natürlich nicht...). Die Kennzeichnung ist so gesehen falsch, zumindest für den europäischen Raum, wo die IEC gilt, da müsste wie du richtig erkannt hast, der Kreis rum weg, weil Schutzklasse 2. Die Installateure in den USA hingegen, oder besser gesagt, alle die an die UL glauben, müssen hingegen auch die Module selbst erden, und da braucht man auch den Kreis um das Zeichen. Da müsste wirklich jedes Modul selbst mit einer Leitung angefahren werden... Hoffe das Hilft bei der Aufklärung der Sachlage.... 
Wir brauchen keine Anglizismen, wir können uns auch mit adäquaten, äquivalenten Germanismen artikulieren.
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von Helios » 02.12.2011, 01:13
Mühli hat geschrieben:Ich kenne keine einzige Anlage, bei der die Module über Kabelpeitschen und Kabelschuhe verbunden sind.
.... kommst Du bei mir gucken, hab jedes einzelne Modul geerdet, war von BP so vorgeschrieben. (tat nicht weh, nur 2 Stunden Arbeit) Gruß Helios
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von Mühli » 02.12.2011, 01:18
Glaub ich dir...ich sage auch nicht, dass es sowas nicht gibt, sondern nur, dass ich keine kenne.
Und ich hab auch schon ein paar Anlagen gesehen/mit Betreibern gesprochen...auch meine beiden Solarteure (2008 und 11) hatten sowas beide noch nie gemacht und nur selten gesehen.
Wiegesagt, wer sichs einbildet, soll eben die Klemmen nehmen, kostet Geld, ist aber auch nicht mehr Arbeit. 1 Stück pro 2 Module reicht auch, dann ist jedes verbunden und so wahnsinnig teuer sind die auch nicht.
Muss ehrlich sagen, ich halte nix davon. Ich werde nächstes Frühjahr mal die neuen Anlagen an den PA anschließen, aber nur das Gestell. Werd bei 2 Anlagen (vermutlich) Aludraht mit den Schletter Blitzschutz-Klemmen anschließen, eine Anlage ist Kreuzschiene, da erübrigt sich das. Mit einzelnen Kabelpeitschen will ich auch nicht rummachen, wenn man dickes Kupferkabel nimmt kostet das auch nicht weniger als Blitzdraht. Mir kann auch keiner erzählen (auch Schletter nicht) dass das Eloxal auf Dauer vollständig isoliert. Sonst gäbe es kein einziges PVC-Ummanteltes Kabel, sondern nur eloxierte Alukabel. Was man sich da an Durchmesser sparen könnte...enorm, Geld auch.
Gruß
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von Bremer PV » 07.12.2011, 09:48
Hallo zusammen, danke für die Erfahrungen aus der Praxis. Im Normalfalle sehe ich das auch so, dass Modulrahmen nicht mit einem Erdungsdraht angeschlossen werden müssen, da Schutzklasse II. Rein theoretischer Fall: Module weisen eine TCO Korrosion oder den PID Effekt (spanungsinduzierte Degradation) auf und der Modulhersteller verlangt eine Erdung des Rahmens? Also nicht als Schutzerdung sondern als Funktionserdung. Meiner Meinung nach gibt es hier keinerlei Normen oder Regeln. Ist solch ein Fall irgendjemanden bekannt? Gruß Bremer PV
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von Mühli » 07.12.2011, 12:05
hmmm, also soweit ich weiß, muss man Module, die eine Erdung brauchen, an einem Pol erden und nicht am Rahmen. Also braucht man eine galvanische Trennung, Trafo-WR
Gruß
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von Taiwan » 07.12.2011, 12:10
Bei bestimmten Dünnschichtmodulen muß die Minusseite geerdet werden (natürlich muß der WR einen Trafo haben)!!! Außerdem muß jeder Modulrahmen geerdet werden um die TCO Korrision zu verhindern.
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von open source energy » 07.12.2011, 12:15
Bremer PV hat geschrieben:Hallo zusammen!
In manchen Montageanweisungen von Modulherstellern wird auf die Erdung des Modulrahmens hingewiesen. Dieser ist durch eine mind. 6mm² dicke Erdungsleitung am gekennzeichneten hinteren Befestigungsloch des Rahmens herzustellen. Auf dem Typenschild des Moduls ist aber das Zeichen für Schutzklasse II "Doppelte oder verstärkte Isolierung" abgebildet.
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Gruß Bremer PV
Ich hatte da schon einige Diskussionen auch mit dem TÜV und der VDE. Stand der Technik ist die Erdung über die Klemmung, es geht auch aber nach meiner Einschätzung kann man auch den Standpunkt vertreten, dass über die Befestigungsschrauben eine Erdung nicht zulässig ist!
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