Alles über Photovoltaik Module...
Moderator: Mod-Team
von kmkce » 27.09.2011, 14:15
Hallo Experten,
Wir haben einen breiten Laubbaum vor dem Haus (Süddach) mit wandernden Schatten in den Monaten September - April, den wir nicht absegen können und wohlen.
Ich habe daher einige rein technischen Frage bezüglich Dünnschichtmodulen: Wie kommen diese mit Schatten zurecht? Was passiert mit einem Dünnschichtmodul, wenn er nur zum Teil verschattet ist? Erhitzt sich etwa die verschattete Fläche? Kann es so zu einem Hot Spot kommen? Was passiert auf einem teilverschatten String? Kann man die Dünnschichtmodulen etwas intelligenter anbinden, z.B. durch Modulwechselrichter oder Poweroptimierer - wenn es diese überhaupt für Dünnschicht Module gibt? Sind letztendlich Dünnschichtmodule technisch tatsächlich eine Alternative und bieten sie genug Sicherheit, wenn sie verschattet werden? Denn preislich ist das wohl nicht mehr der Fall.
Ich würde gerne eure Meinung hören PF
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von wurzel0011 » 27.09.2011, 15:00
auf einem süddach würde ich definitiv von dünnschichtmodulen abraten, da es eine verschwendung von dachfläche wäre.
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von kmkce » 27.09.2011, 16:16
Das ist (zum Teil) wahr, aber mich würde hier die technische Seite interessieren... Mir gefällt es nämlich nicht, dass die heutigen Kristallin-Modulen mir 3 Bypassdioden sich mehr oder weniger komplett abschalten, sobald alle 3 Reihen auch nur Teilweise verschattet sind. Damit wird in manchen Situationen ebenfalls Platz verschwendet.
Grüße PF
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von Fischkopp » 27.09.2011, 17:10
Moin,
Dünnschicht wird gerne als Problemlöser für Schattenanlagen gepriesen. Doch da wäre ich sehr vorsichtig.
Bei normalen DS-Modulen sind sehr viele Zellen senkrecht angeordnet. Die "Laserlinien" verlaufen senkrecht. Diese Laserlinien sind die Zellabgrenzungen. Durch den senkrechten Verlauf wird sichergestellt, daß Schmutzablagerungen am unteren Rand der Modules nicht sofort katastrophal auf die Leistung des Modules auswirken.
Also stehen die Zellen senkrecht.
Ein senkrechter Schatten über die gesamte Modulhöhe wird die Modulleistung massiv drosseln (nach der am stärksten verschatteten Zelle). Für DS-Module gibt es in der Regel eine oder keine Bypassdiode. Aber aufgrund der Parallelverstringung dürfte die Bypassdiode eher unwichtig sein und der bestoffene Substring dürfte nur einen geringen Beitrag zur Leistung des Gesamtstrings bringen. In der Regel dürfte den Zellen in den Modulen nichts passieren weil meist viele Zellen gleichzeitig betroffen sind und so die Verlustleistung sich auf viele Zellen verteilt. Was genau passiert hängt von der Verschaltung ab, insbesondere ob Strangdioden eingebaut sind.
Prinzipiell würde ich sagen dass Dünnschicht mit recht kleinen Schatten besser zurechtkommt (Blätter auf dem Modul, Vogelkot), da dann viele Zellen nur etwas verschattet sind statt wenige sehr stark. Wenn die Schatten Moduldimensionen annehmen dürften das gute alte kristalline mit 3-6 Bypassdioden der DS-Anlage überlegen sein.
Ein Anlage, die sich aufgrund von Schatten nicht rechnet dürfte sich mit Modulwechselrichtern auch nicht rechnen. Der Mehrertrag würde durch die zusätzlichen Investitionskosten wieder aufgezehrt.
Besser um den Schatten rumplanen (vielleicht 1 Reihe weniger?), eher kleine Module verwenden oder auch sehr kostengünstig bauen...
Gruß fischkopp
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von Solarm » 27.09.2011, 18:41
Da wird der Richtige WR wichtiger sein. Denn wenn ein paar Module im Schatten liegen muss die Spannung der restlichen trotzdem im Arbeitsbereich bleiben. z.B: Solarmax geht bis 100 Volt runter
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von rudis » 27.09.2011, 20:36
DS Module werden wegen der hohen Spannung zu deutlich kürzeren Strings verschaltet. DS Module sind zudem ziemlich klein. Wenn also eine kleine Stelle verschattet ist, ist flächenmäßig und leistungsmäsig nur ein kleiner Teil betroffen. Kleine Rechnung: 1FS Modul hat eine Fläche 0,72qm, ein String mit 4 Modulen hat also eine Fläche von 2,88qm. Kristalline Module werden zu langen Strings von z.B. 10 Modulen verbunden. 10 Module belegen eine Fläche von ~17qm. Wenn also ein Schatten den Generator trifft, kann deshalb ein viel größerer Leistungseinbruch stattfinden, je nach dem wie die Bypassdioden schalten. Kristalline PV Anlagen brechen bei Schatten manchmal schlagartig ein. Bei DS ist der Leistungsabfall fast so klein wie der anteilige Schatten auf den Gesamtgenerator. Bei wandernden Schatten über den Generator kann deshalb DS sinnvoll sein.
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von Sonnenmelker » 27.09.2011, 20:54
Hallo, Wir haben einen breiten Laubbaum vor dem Haus (Süddach) mit wandernden Schatten in den Monaten September - April
Hab mir jetzt nicht die ganzen Antworten durchgelesen. Vergess den Schatten, nehm einen WR mit möglichst vielen MPP Trackern und gut ist. Habe meine Module auch im Schattenbereich ( morgens + abends ) liegen. Der Anlagenteil mit Schatten ist bei 966kWh / kWp / 2011 bisher Der Anlagenbereich ohne Schatten bei 1007 kWh / kWp / 2011 bisher Ganz normale Poly, aber 3 MPP im Schattenbereich. Nehm auf keinen Fall Dünnschicht. Gruß Manfred
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von kosmonaut » 24.11.2011, 15:00
wurzel0011 hat geschrieben:auf einem süddach würde ich definitiv von dünnschichtmodulen abraten, da es eine verschwendung von dachfläche wäre.
das stimmt. und außerdem können ist der leistung kristalliner module hier noch befriedigend im preis-leistungs-vergleich
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von open source energy » 24.11.2011, 15:17
rudis hat geschrieben:DS Module werden wegen der hohen Spannung zu deutlich kürzeren Strings verschaltet. DS Module sind zudem ziemlich klein. Wenn also eine kleine Stelle verschattet ist, ist flächenmäßig und leistungsmäsig nur ein kleiner Teil betroffen. Kleine Rechnung: 1FS Modul hat eine Fläche 0,72qm, ein String mit 4 Modulen hat also eine Fläche von 2,88qm. Kristalline Module werden zu langen Strings von z.B. 10 Modulen verbunden. 10 Module belegen eine Fläche von ~17qm. Wenn also ein Schatten den Generator trifft, kann deshalb ein viel größerer Leistungseinbruch stattfinden, je nach dem wie die Bypassdioden schalten. Kristalline PV Anlagen brechen bei Schatten manchmal schlagartig ein. Bei DS ist der Leistungsabfall fast so klein wie der anteilige Schatten auf den Gesamtgenerator. Bei wandernden Schatten über den Generator kann deshalb DS sinnvoll sein.
Oh je.. da muss man also nochmals von ganz vorne Anfange... Im Grunde hat eine Zelle 0,5-0,6V und diese sind solange in Reihe geschalten bis die Stringspannung erreicht ist. Spielt doch keine Rolle wieviele Zellen auf einem Modul sind!
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von open source energy » 24.11.2011, 15:19
kmkce hat geschrieben:Das ist (zum Teil) wahr, aber mich würde hier die technische Seite interessieren... Mir gefällt es nämlich nicht, dass die heutigen Kristallin-Modulen mir 3 Bypassdioden sich mehr oder weniger komplett abschalten, sobald alle 3 Reihen auch nur Teilweise verschattet sind. Damit wird in manchen Situationen ebenfalls Platz verschwendet.
Grüße PF
Die By- Pass Dioden arbeiten bei normaler Verschattung eher nicht, da die Zelle auch im Schatten genügend Spannung produzieren sollte. Selbst unter einer dünnen Schneedecke wird schon genügend Spannung gebracht.
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