Deutsche Module am Ende?

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Deutsche Module am Ende?

Beitragvon photovoltaik-Magazin » 09.05.2012, 16:14

Chinesische Solarzellen und -module haben qualitativ zu deutschen Produkten aufgeholt. In der Regel sind sie auch noch preisgünstiger zu produzieren. Gibt es überhaupt noch objektive Gründe Zellen und Module aus einheimischer Produktion zu kaufen?

Wir freuen uns über Ihre Meinung. Die wertvollsten Beiträge veröffentlichen wir zusammen mit einem entsprechenden Artikel in der kommenden Ausgabe des Magazins photovoltaik.
http://www.photovoltaik.eu/heftarchiv/
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon sonnentau » 09.05.2012, 16:23

Es kommt darauf wie sich der Bürger entscheiden wird.Nach verschiedenen Fehlertypen wird sich zeigen wer auf Quallität gesetzt hat.Es wird die eine oder andere Firma überleben.Es werden aber nicht viel sein. (Meine Prognose Solarworld,Sovello,Centrosolar,Bosch)
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon cephalotus » 09.05.2012, 16:27

Der deutsche Markt steckt gerade jetzt im Wandel zwischen PV als Anlageobjekt und PV als Stromerzeuger. Bei ersterer war eine Lebensdauer von 20 Jahren ausreichend, danach endete der EEG Vergütungszeitraum und man hat typischerweise mit Restwert = 0 kalkuliert. Selbst bei nur 10-15 Jahren Lebensdauer könnte man ein Optimum in Bezug auf Eigenkapitalrendite erzielen, wenn die Anlage nur billig genug war.

Zunehmend emanzipieren sich PV Anlagenerträge von den EEG Vergütungssätzen und es zählt der Wert des Stroms, idR Substituation von Strombezug aus dem Netz, evtl. aber auch Substitution von anderen Energieträgern z.B. für Warmwasser oder den (e)PKW.

Der Preis konventioneller Energieträger inkl. Netzstrom steigt vermutlich weiter an, meinetwegen mit 3%/a, die Degradation einer typischen PV Anlage liegt aber bei deutlich unter 1% pro Jahr, solange die PV Anlage also brauchbar funktioniert steigt der Restwert von Jahr zu Jahr.

Das ist neu im Gegensatz zu den reinen EEG Anlagen der letzten Jahre.

Keiner würde ein Kohlekraftwrek oder Wasserkraftwerk bauen, das nach 20 Jahren wertlos geworden ist.
Warum sich also jetzt bei PV Anlagen auf 20 Jahre beschränken?

Dazu braucht es aber hochwertige Module mit geringer Degradation und hoher Lebensdauer. Ob das ein Grund ist, deutsche Module zu bevorzugen (wie sind die definiert, zählt da das Zusammenkleben oder muss auch der Wafer ein deutscher sein und die Tedlar Folie?) ist aus heutiger Sicht schwer abzuschätzen, aber für mich wäre es ein Grund, auf Anbieter zu achten, die Qualitätssicherung betreiben, Erfahrung aufweisen und (demnächst?) auch lange Lebensdauern plausibel bewerben können, die man für PV Anlagen braucht, wenn man sie als Kraftwerk betrachtet und nicht als reines Anlagenprodukt der nächstbesten Bank.

mfg

(dieser Beitrag dient der Diskussion hier im Forum, er ist nicht für eine anderweitige Verwertung frei gegeben)
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon cephalotus » 09.05.2012, 16:41

En weiterer Markt könnte sich im Bereich der gebäudeintegrierten Photovoltaik entwickeln, wo nicht die Stromerzeugung der Hauptmotivator für die Investition ist sondern die Substituation eines Standardfassadenbauteils durch ein photovoltaisch aktives mit ansonsten ähnlicher Funktion.

Dort braucht es keine spottbilligen Module mit Standardmaß von der Stange, sondern Maßanfertigung mit Beratung vor Ort und hochflexibler Fertigung inkl. Fertigung von Dummyelementen an ungünstigen Stellen.

Wie groß dieser Markt tatsächlich ist, ist schwer abzuschätzen.

Schlussendlich denke ich, ist gerade der deutsche Markt ein ganz besonders preissensibler (das Land mit "Geiz ist geil"-Werbung). Der "typische Deutsche" ist möglicherweise weniger bereit, mehr für ein Modul made in Germany zu bezahlen als ein Käufer aus dem Ausland.

Das Siegel steht in vielen Ländern noch für Qualität, evtl. ist man dort bereit, Aufpreise zu bezahlen. Ich nenne mal Saudi Arabien als Beispiel.

mfg


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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon GRP » 09.05.2012, 16:51

Hey,

wer produziert den überhaupt noch in D ?
Schott produziert in CZ / man hat sogar schon was aus CN gehört )
Bosch produziert teilweise in POR
Solar First ist ja bekannt... was die machen...
Also auch diese Hersteller sind nicht auf den Kopf gefallen.

Also bei CN bin ich immer noch vorsichtig ! Weil dort kann man niemand erreichen, wenn mal was ist.
Da sind andere Länder vllt etwas besser.... weil auch die Mentaliät etwas anders ist, und die vllt. selber entwickeln.
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27x REC 235PE Module, 2x Delta Soliva 3.0; Ausr. 230° DN 28° PLZ 72 / 1104 kWh/kWp
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon Solarteur aus Leidenschaft » 09.05.2012, 17:07

Als ich angefangen habe PV zu vertreiben kostete das kWp ca. 4200€ wovon alleine ca. 3000€ das Modul einnahm. Mittlerweile kostet das kWp nur noch 2000€ wovon ca. 1000€ das Modul einnimmt. Das heißt ein kostengünstiges Modul Fällt mittlerweile bei der Gesamtinvestition nicht mehr so stark in Gewicht wie es noch vor 2-3 Jahren war. Und ich glaube das dies noch weiter sinken wird. Ein Deutsches Modul kostet ca. 10-15 % mehr als ein China Modul Mit dem Unterschied das ich mir relativ sicher sein kann das dieses Modul unter Fairen und Umwelttechnisch guten Bedingungen gefertigt wurde und das eine gute Qualitätsprüfung vorhanden ist (das ist das wahre made in Germany). Bei einem Kleidungsstück würde ich sofort zugreifen wenn ich für 10-15% made in Germany bekommen würde. Also empfehle ich meinen Kunden dies auch bei einem Produkt zu tun welches min 25 Jahre auf dem Dach bleiben sollte. Die meisten Kunden geben mir recht, doch leider kommt mittlerweile nur noch in den Medien welche Deutschen Modulherstelle alle Pleite sind. Es sollte mal geschrieben werden das die meisten Deutschen Modulhersteller Pleite sind weil sie es selber verschuldet haben und nicht weil sie in Deutschland Produzieren. Genaue sollte auch mal Recherchiert werden wie viel Chinesische Unternehmen in den letzet 12 Monaten kaputt gegangen sind. Es macht meiner Meinung nach immer sinn in ein Markenprodukt zu Investieren weil selbst wenn der Hersteller in die Insolvenz geht findet sich meisten ein Investor der die Marke mit allem drum und dran haben will. Wer will schon ein Insolventen Noname kaufen???

PS: z.B. Sovello Produziert noch Komplett in Deutschland (Zelle Wafer Modul)
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon Cristian_G_aus_P » 09.05.2012, 17:13

Bosch auch man ist ja nicht gezwungen aus Portugal Module zu nehmen und auch hier kommt alles aus einer Fertigung aus Arnstadt

Hab mich überigens genau aus den Gründen wie mein Vorredner geschrieben für die Bosch entschieden.

Obwohl LG und oder Yingli usw als Bsp 200 euro pro kwp günstiger gewesen wäre.
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon Theoden » 09.05.2012, 17:16

GRP hat geschrieben:wer produziert den überhaupt noch in D ?


Solarworld und Sovello.

Beste Grüße,
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon open source energy » 09.05.2012, 17:18

Viele dt. Hersteller haben dem dt. Markt viel zu lange den Rücken gekehrt und sich dann im Geldrausch bis 2007 in vielerlei Hinsicht übernommen. Viel zu kurz ist dabei F&E gekommen. Vor allem der Blick fürs Ganze hat n.m.E. gefehlt.

Ich erwarte von einem dt. Hersteller entweder hohe Wirkungsgrade oder aber ein Produkt, welches mir auf der Baustelle einen BOS Vorteil verschafft. Nur 60zellen zusammen zu backen ist in der heutigen Zeit wohl etwas wenig.

Von dem Produkt von Sovello bin ich überzeugt, weil es einfach ein neues Design ist, von der Firmenführung aus persönlichen Gründen nicht ganz.
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Re: Deutsche Module am Ende?

Beitragvon dornfelder10 » 09.05.2012, 17:52

open source energy hat geschrieben:Von dem Produkt von Sovello bin ich überzeugt, weil es einfach ein neues Design


Meinst Du mit Design jetzt das aussehen?? Wenn Du das konstruktive Design meinst, welche Vorteile siehst Du da?

open source energy hat geschrieben:Ich erwarte von einem dt. Hersteller entweder hohe Wirkungsgrade oder aber ein Produkt, welches mir auf der Baustelle einen BOS Vorteil verschafft.


Welchen der beiden Punkte bietet Sovello und warum?

Gruß

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