>>> Mikrorisse in Solarzellen <<<

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>>> Mikrorisse in Solarzellen <<<

Beitragvon phoenixx2007 » 02.02.2012, 10:52

Guten Tag zusammen!

Nachdem ich unter anderem in diesem Thread:
pv-module-f2/silicium-qualitaet-gt-modul-qualitaet-t22989-s80.html
das Problem "Mikrorisse selbst mit eigenen Worten versucht habe anzusprechen,
habe ich nun
von der "Uni Konstanz"
eine "Dessertation", also eine Doktorarbeit für die die es "Tiefgründiger" haben wollen zum Thema :wink: !

Leider kann ich diese Pdf.Datei hier nicht hochladen weil diese Arbeit einfach zu Umfangreich ist :shock: :?: (knapp 4MB)

Zur Doktorarbeit geht's also hier:

http://kops.ub.uni-konstanz.de/bitstrea ... sequence=1

................ und dann..........Wünsche ich Euch viiiiiiiel Zeit und viel Spaß beim Lesen :P :!:

Der Phoenixx :D[b]
http://www.sonnenertrag.eu/de/unterreit ... /1210.htmw
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Re: >>> Mikrorisse in Solarzellen <<<

Beitragvon P.Voltologe » 02.02.2012, 11:50

Vielen Dank für diese Grundlagen-Quelle mit dem Erkenntnisstand 2004. Sehr verständlich geschrieben. Allerdings vermute ich, dass dies nur den ersten Teil der Rissentstehung im Herstellungsprozess der Zellen hinreichend detailliert erfasst und alle anderen Einflüsse an den Laminatoren und fertig produzierten Modulen (z.B. Prozesswärme, Verpackung, Lagerung, Transport, Hantierung, Montage, Vibrationen&Schwingungen am Bauwerk) eher den größeren Anteil der final festgestellten Mikro- und Makrorisse in den Zellen ausmacht. Diese Vermutung ist darauf begründet, dass die Sorgfalt und das Verständnis am Ende der Verarbeitungskette der Fertigprodukte doch eher abnimmt und der Aufwand für eine Diagnostik sehr selten vorbeugend betrieben wird.
Dennoch halte ich die Disseration für ein aus gezeichnetes Werk um das Grundlagenverständnis gerade auch bei automatisierten Risserkennungsmethoden zu fördern. Danke nochmals.

Grüße
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Re: >>> Mikrorisse in Solarzellen <<<

Beitragvon phoenixx2007 » 02.02.2012, 12:59

P.Voltologe hat geschrieben:Vielen Dank für diese Grundlagen-Quelle mit dem Erkenntnisstand 2004. Sehr verständlich geschrieben. Allerdings vermute ich, dass dies nur den ersten Teil der Rissentstehung im Herstellungsprozess der Zellen hinreichend detailliert erfasst und alle anderen Einflüsse an den Laminatoren und fertig produzierten Modulen (z.B. Prozesswärme, Verpackung, Lagerung, Transport, Hantierung, Montage, Vibrationen&Schwingungen am Bauwerk) eher den größeren Anteil der final festgestellten Mikro- und Makrorisse in den Zellen ausmacht. Diese Vermutung ist darauf begründet, dass die Sorgfalt und das Verständnis am Ende der Verarbeitungskette der Fertigprodukte doch eher abnimmt und der Aufwand für eine Diagnostik sehr selten vorbeugend betrieben wird.
Dennoch halte ich die Disseration für ein aus gezeichnetes Werk um das Grundlagenverständnis gerade auch bei automatisierten Risserkennungsmethoden zu fördern. Danke nochmals.

Grüße


Hallo P.Voltologe

Wie du schon erwähnt hast ist diese Dissertation ja schon von 2004 :!:
Viele Zell und Modulhersteller halten heute immer noch still und setzen darauf das Mikrorisse Normal seien!

Wie zu lesen ist hat der Ersteller dieser Dissertation seine Ergebniße in zusammenarbeit mit der Deutschen Q-Cells schon ab 2004 erarbeitet!
Q-Cell Deutschland ist in seinen erkenntnißen über Mikrorissen und Co. vielen anderen Herstellern annehmensweise also weit vorraus!
Auch nach dem was die Zeitschrift "Photon" in seiner Dez. Ausgabe 2011 schrieb, hat Q-Cell selber ein Testverfahren entwickelt um Mikrorissige Zellen auszusortieren den Q-Cell stellt für sich ja den Anspruch das keine Module/Zellen mit solchen Defekten zum Kunden gelangen dürfen :!: :!:
2010 räumt Q-Cells aber auch ein, einen Modultyp mit Mikrorissen/Schneckenspuren gehabt zu haben.
Wie konnte es dazu aber kommen!?
Nun könnte es doch sein dass .........?
........... wie viele Wissen, Q-Cells die eigene Zellproduktion in Thalheim seit 2009 nach angaben von Photon mehr als halbiert hat. Aus Wettbewerbs + Kostengründen hat Q-Cells im Juni 2009 eine große Zellproduktion in Malaysia eröffnet!
In 2010 hatte dann das Problem mit Schneckenspuren und Mikrorisse beim Modultyp QC-C05-4-230 ?!

Ist das nun ein Zufall, sind diese Zellen aus Asien gewesen und hatte man hier eben noch für kurze Zeit ein kl. Problem im Qualitätsmanagent, das sich aber schnell wieder erledigt hatte!?

Der Phoenixx
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Re: >>> Mikrorisse in Solarzellen <<<

Beitragvon phoenixx2007 » 02.02.2012, 18:54

Hallo zusammen.

Mikrorisse sind auch in der Solar-Branche also seit Jahren nichts unbekanntes.

Wie manche vieleicht noch wissen begannen die Solaren Anfänge mit Halbleiterwafer. Ausfallwafer aber waren für Solarzellen noch um vieles zu gut, das erkannte man schnell. Bruchabfälle aus der Halbleiterbranche wurden lange Zeit von der Photovoltaikindustrie aufgekauft um als Grundstoff für Solarsilicium zu dienen. Es waren die Zeiten des Siliciummangel, auch das gabs! In China entstanden dann jedoch schnell viele Ingots-Ziehanlagen für Monokristaline Solarzellen im sogenante Czochralski Verfahren.
Die tücken dieses "ziehens" werden in der "Disertation" auch beschrieben!
Silicium ist sehr Spröde und bricht schlagartig!.
Oft genug konnte ich das selber bei der Halbleiterpolitur feststellen. Die Wafer bogen sich ein wenig bis sie dann uhrplötzlich in Scherben zersprangen wenn man sie von der Polierträgerplatte abkittete. Ein solcher 8"Zoll Wafer war immerhin bis zu 0,775mm stark. Halbleiter-Wafer müßen die ersten 20-30µm (0,020-30mm) hochrein sein mit perfekter Politur. Solarwafer/zellen müßen in der ganzen stärke rein sein!
6"Zoll Halbl.-Wafer waren typischerweise 675µm stark, 5"Zöllige 525µm, also noch genug stärke um eine gewisse Stabilität für die weiteren Bearbeitungsschritte wie z.B. das Polieren zu haben.
Solarzellen werden nicht poliert sondern ihre Oberfläche wird nur geätzt! Das Raue vom Sägen in Wafern wird hier abgeätzt. Den durch das Sägen kommt es ja sogar zu einer "Rissebildung" im spröden Siliciumwafer! Wird dieser Bereich nicht vollständig abgeätzt bleiben Riefen und Mikrofeine Rissansätze über, da sagt man dann die Zelle/der Wafer hat ne Veranlagung zu Mikrorissen! Dieses Material ist durch die geringe stärke dann sehr Mikrorissanfällig!
Weil Solarzellen nicht mechanisch wie Halbleiterwafer Poliert werden müßen, und man außerdem Siliciummaterial sparen wollte, machte man sie auch immer dünner! 6"Zoll Wafer sind hier Typischerweise 200µm, also 0,20mm stark, also weniger als 1/3 eines Halbleiterwafers!
Durch immer weniger Dicke wurden diese Solarwafer auch immer empfindlicher und anfälliger für Rissbildung/Mikrorisse wenn mit den Materialien nicht immer behutsamer umgegangen wurde.
Zudem änderten sich auch die Elektrischen eigenschaften mit abnehmender Stärke.

Die Dissertation ist sehr ausführlich, hier noch was leichter Verdauliches:

http://www.solarenergie.com/content/view/136/66/
http://www.indego.de/de/node/38

Grüße, Phoenixx
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Re: >>> Mikrorisse in Solarzellen <<<

Beitragvon phoenixx2007 » 03.02.2012, 12:07

Hallo zusammen!

Ich Denke, jeder der sich hier nun etwas eingelesen hat in die Thematik der Wafer/Zell-Herstellung kann auch selber erkennen das in der Branche "Mikrorisse" als Mangel, ja als auszusortierender Defekt gesehen werden.
Zumindest sieht man es in Deutschland so was man hier lesen kann!
Werden nach dem Sägen diese Rauhigkeiten des Sägedrahtes nicht ganz beseitigt, sind dies die Grundlage für Mikrorisse und Zellbrüche bei Belastungen. Diese Spuren des Drahtsägens erleiden die Wafer/Zellen nicht nur in der Fläche beim Sägen in Scheiben, sondern auch an der Kanten wenn der Runde "Ingot" Quatratisch gesägt wir. Diese Riefen an den Zellkanten sind für Zellen am gefährichsten und führen bei belastung am leichtesten zu Zellbrüchen.
Solar-Wafer/Zellen 100% ohne Riefen und Microrisse herzustellen ist eben auch eine Kostenfrage. Es muß mehr aussortiert werden um so höher die Ansprüche sind!

Nun noch ein schöner Link zu einer pdf.datei über die Wafer/Zell-Fertigung:

http://www.technologie-thueringen.de/nc ... ent/21778/

Schöne Grüße vom Phoenixx :)
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