Frankreich braucht Strom aus Deutschland

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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon Boelckmoeller3 » 08.02.2012, 21:15

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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon bskf » 08.02.2012, 21:20

Weidemann hat geschrieben:Beim Haushaltskunden wirken keine Marktmechanismen, weil der einen durchschnittpreis zahlt. Selbst bei stundenaktuellen Preisen wären die Stromkunden jetzt in einer Zwangslage, sie können ja schlecht erfrieren.

Das ist böser Systemfehler und gehört dringend -auch bei uns- geändert. Die Technik dafür haben wir längst.

Weidemann hat geschrieben:Selbst bei stundenaktuellen Preisen wären die Stromkunden jetzt in einer Zwangslage, sie können ja schlecht erfrieren.

Ich halte ebenfalls nichts davon, Verbote für bestimmte Heiztechniken auszusprechen. Ein Wechsel von heute auf morgen ginge vielleicht nicht. Ich bin allerdings sicher, dass von einem auf den nächsten Winter verdammt viele umstellen würden, müssten sie realistische Stundenpreise zahlen.

Grüße

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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon GAST » 08.02.2012, 21:36

solarlux hat geschrieben:
GAST hat geschrieben:Demnach braucht man in den nächsten Jahren (zumindest solange eine AKW freundliche Regierung an der Macht ist) nicht damit zu rechnen das zumindest bei Neubauten und Renovierungen einfachste E-Heizungen verboten werden...


Solange Du nichts besseres zu tun hast, als solche aussagen..... oh man...

Ok sachlich, warum soll denn nicht mit Strom geheizt werden?

Bei PV-Strom/Windstrom kann man faktisch 1:1 die kWh zum Heizen verwenden, wenn der Strom zeitgleich ortsnah eingespeißt wird.

Und auch sonst ist es falsch, den Stromkunden vorzuschreiben, ob er mit den Strom heizen, kochen, braten, darf, oder ob er das Licht an machen darf oder nicht.


In der Industrie wurde der Bedarf bzw. die Nachfrage über den zeitlichen Strompreis z.T. gesteuert.

Die Alu-Industrie benötgt doch auch viel Strom. Aber der "dumme" Haushaltskunde soll für den teuren Strom also NICHT selbst entscheiden dürfen, was er mitm Strom macht?


Hallo solarlux!
Wieso habe ich nichts besseres zu tun als solche Aussagen??
Was ist daran so falsch??
Strom zum direkten heizen zu nehmen ist so ziemlich das dümmste was man machen kann, ein AKW hat einen Wirkungsgrad von etwas über 30%, auch wenn die weit über 2/3 der Energie die weggeworfen werden nicht direkt durch CO2 Ausstoß verursacht wurden, so wird sie aber verschwendet und sorgt für weitere Radioaktive belastungen!!

Die Vorschläge das man doch besser BHKW zumindest in großen Wohnblöcken und Büros einsetzen könnte ist gut und richtig, aber die Umsetzung wird an den Kosten scheitern solange es nicht verboten wird normale E-Heizungen zu nehmen (das warme Wasser fliest halt nicht durchs Stromkabel :shock: ).
Oftmals würde es ja reichen wenn man zumindest Speicherheizungen nehmen würde um die Strombelastungen fürs Netz zu reduzieren...vor allem wenn wir in weiten teilen Europas nachts einen gewissen Stromüberschuß haben.

Ansonsten hast du natürlich recht, der Kunde (entverbraucher) darf natürlich selber entscheiden (ausser die EU nimmt ihm die Entscheidung "Glühlampe") was er mit dem Strom macht, aber man darf nicht vergessen das man in Frankreich einen etwa doppelt so hohen Stromverbrauch pro Kopf wie Deutschland...
Das liegt bestimmt nicht daran weil dort fossile Energie unbezahlbar ist, sondern daran das der AKW Strom künstlich billig gehalten wird und die Kosten für ne E-Heizung beim Bau wesentlich günstiger und wartungsärmer ist wie für ne Gas/Öl/Holz(Frankreich hat riesige Wälder z.b. am Atlantik) usw. Heizung mit Wasserkreislauf!!

Ob sich überall ne Wärmepumpe lohnen würde wage ich zu bezweifeln, in Gegenden wo es nur selten einen Wärmebedarf gibt kann es OK sein mal nen Heizlüfter aufzustellen, aber in Regionen die ähnliches Klima haben wie wir verstehe ich sowas garnicht.

Ich verlange ja auch garnicht das sofort alle Stromheizungen dort verboten werden, das wäre auch schwachsinn, denn dafür fehlt schon die notwendige Infrastruktur (Klempner, Lieferanten usw.) Aber für Neubauten und Sanierungen könnte man vorschreiben das nicht mehr mit Strom direkt geheizt werden darf...

Gruß
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon Mühli » 08.02.2012, 23:54

Ahja, sehr aufschlussreich, die Franzosen haben also Billigstrom.
Naja, irgendwann werdens die doch auch lernen, dass AKW nicht die Endlösung sind.
Hoffentlich dauerts nicht mehr ewig.
Ich hab immer das Gefühl, die Deutschen müssen die ganze Ökokiste allein durchziehen...

Gruß
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon GAST » 09.02.2012, 00:02

Mühli hat geschrieben:Ahja, sehr aufschlussreich, die Franzosen haben also Billigstrom.

Ich hab immer das Gefühl, die Deutschen müssen die ganze Ökokiste allein durchziehen...

Gruß


Hallo Mühli,
ja scheint leider (oder glücklicherweise) so zu sein das der deutsche in Umweltsachen oftmals Vorreiter in Europa ist...ob die anderes es dann später nachmachen???

In gewisser Weise haben die Franzosen "Billigstrom", die wahren Kosten werden sie später tragen müssen....oder vielleicht auch wir über den EFSF oder wie der €-Rettungsschirm auch immer heissen wird :shock:

Gruß
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon Mühli » 09.02.2012, 00:14

Ja, hoffentlich können wir mal stolz in 20 Jahren sagen, dass wir die PV überhaupt marktfähig gemacht haben und Windkraft sind wir auch vorne dran.
Klar werden uns irgendwann die "großen" Länder überholen (hoffentlich bald....) aber wir waren die ersten. Punkt. Aus.

Is nur lächerlich, dass so ein Mini-Landstrich mehr PV-Leistung als die ganze USA installiert hat.
Oder auch mehr WKA bei uns stehen als in viel windigeren Gegenden, die geradezu ein Paradies für WKA sind.

Was solls, ich fühl mich mit den Modulen aufm Dach wirklich gut. Hab gestern extra Schnee geräumt, damits die Franzosen heute auch schön warm haben und ordentlich produziert wird.
Hat mit den 2,35kWp dann aber doch nur für uns gereicht, viel hab ich nicht exportiert...

Gruß
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon energyturnaround » 09.02.2012, 00:41

Warum macht man denn aus dieser Situation einen Generalangriff gegen AKWs? Die AKWs in Frankreich laufen doch, oder nicht?

Die Franzosen haben zur Zeit einfach einen zu hohen Stromverbrauch infolge der großen Anzahl von Elektroheizungen. Wenn Frankreich mit 100% EEs ausgestattet wäre, dann wäre das Problem genauso vorhanden.
Wenn man so will kann man auch sagen die Franzosen haben zu wenige AKWs :wink:

Ich finde die Häme unangebracht und wenn wir statt in PV in Kohle investiert hätten, könnten wir genauso Strom nach Frankreich exportieren. Dann würde sich hier keiner freuen, oder?

Die guten Gründe (und die gibt es natürlich) für EEs sind andere und man macht sich unglaubwürdig gerade gegenüber Kritikern. Und wenn ich eine gewisse Genugtuung verspüre, ist das ein subjektives und unbegründetes Gefühl.
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon Mühli » 09.02.2012, 00:47

Wieso unbegründet?

Die AKW-Konvenz-Mafia ist seit Jahrzehnten hinter uns Ökospinnern her. Uns werden alle Sünden vorgeworfen, dass wir zuviel Geld kosten, zuviele wertvolle Äcker kaputtmachen. Überhaupt sind Module hochgiftig, produzieren Krebs, belasten die Netze, bringen nix in der Nacht und im Winter schon dreimal nicht. Ergo, wären wir nur beim guten alten AKW geblieben oder alternativ ein paar Kohlemeilern.

So, und jetzt stehts in den Zeitungen, dass wir jetzt, im gefürchteten Worst-Case-Szenario die Situation retten.
In der Zeitung steht, "Eon" hat jetzt 200 000 Anlagen in Bayern.
Super, aber Eon hat evtl. 1000 Stück oder ähnlich. Der Rest gehört Investoren, Landwirten, Hauslebesitzern und Normalos.
Also diejenigen, denen genannter Konzern und seine Klassenkameraden seit Jahren das Leben schwer machen und alles schlechte auf sie abwälzen! Strom zu teuer? Ihr Nachbar hat doch ne PV, sagens sies dem doch.

Und diejenigen Nachbarn, auf die wir ruhig stolz sein dürfen und können, sind WIR

Meine Meinung

Gruß

P.S. Ich bin nicht generell gegen Kohle und Atom bzw. Stromindustrie. Aber "die" sind generell gegen PV...deshalb der Gegenhass. Sowas wie Ipod-laden ginge nicht, ja, das macht sauer auf den Großmann. Und jetzt gehts eben doch, nachgewiesenermaßen. Und es reicht auch noch für ein paar Ipods im europäischen Ausland. Wenn das kein Erfolg ist, weiß ich auch nicht.
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon nautica » 09.02.2012, 00:58

Ohne die Franzosen und ihre Elektroheizungen wäre unser Netz doch nahe am Blackout!
Zitat Bericht der Monopolkommission:
Den beschlossenen Ausstieg aus der Stromspeicherheizung erachtet die Monopolkommission insbesondere
mit Blick auf die steigende volatile Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien als zumindest fraglich, weil es
sich hierbei um eine Stromspeichertechnologie zur Entlastung des Stromnetzbetriebs handelt.
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Re: Frankreich braucht Strom aus Deutschland

Beitragvon energyturnaround » 09.02.2012, 01:22

nautica hat geschrieben:Ohne die Franzosen und ihre Elektroheizungen wäre unser Netz doch nahe am Blackout!
Zitat Bericht der Monopolkommission:
Den beschlossenen Ausstieg aus der Stromspeicherheizung erachtet die Monopolkommission insbesondere
mit Blick auf die steigende volatile Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien als zumindest fraglich, weil es
sich hierbei um eine Stromspeichertechnologie zur Entlastung des Stromnetzbetriebs handelt.


Das wäre vielleicht so, wenn die Last auf wenig gefragte Bereiche zu verschieben wäre, aber zur Zeit gibt es doch round the clock zu wenig Strom, da hilft auch das speichern nicht.

Außerdem: Mal eine Frage an die Speicherheizungsexperten: Werden die einfach immer nachts (automatisch) eingeschaltet (früher war ja der Nachtstrom immer billiger, wegen der hohen Grundlastkapazität) oder haben die eine Steuerung über die man die remote steuern kann. Nur dann würden sie vielleicht ein wenig zur "Entlastung des Stromnetzbetriebs" beitragen. und selbst das ist schon eine gewagte These.
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