Die neuen Energie Informationen aus Berlin

News über Photovoltaik und Solarstrom

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen)

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon energyturnaround » 05.01.2012, 20:23

eggis hat geschrieben:[...]
Teil 2: "Das wird am Ende der Markt entscheiden"
Kauch hat geschrieben:Durch das EEG werden erst einmal keine Emissionen eingespart. Es werden vielmehr Emissionsrechte frei für andere Emittenten.


Recht hat er (mit diesem Satz). Das EEG erfüllt seinen Zweck, um EEs zu fördern und marktfähig zu machen, aber das Öl das wir hier sparen wird in China oder Indien verbrannt.
energyturnaround
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 711
Registriert: 02.09.2011, 18:11
Info: Interessent

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon stromjaeger » 06.01.2012, 13:23

Die FDP ist doch dabei sich selbst abzuschaffen / abzuschalten !!!
stromjaeger
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 31
Registriert: 21.11.2011, 10:01
Info: Interessent

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon open source energy » 06.01.2012, 14:01

energyturnaround hat geschrieben:
eggis hat geschrieben:[...]
Teil 2: "Das wird am Ende der Markt entscheiden"
Kauch hat geschrieben:Durch das EEG werden erst einmal keine Emissionen eingespart. Es werden vielmehr Emissionsrechte frei für andere Emittenten.


Recht hat er (mit diesem Satz). Das EEG erfüllt seinen Zweck, um EEs zu fördern und marktfähig zu machen, aber das Öl das wir hier sparen wird in China oder Indien verbrannt.


Ja und was ist daran so schlimm? Wenn wir das Öl noch obendrein verbrennen würden, dann hätten wir ein großes Problem. Ich denke gemessen an den Mengen die wir verbrannt haben (pro Kopf) da können andere Länder noch eine Weile Öl verbrennen. Wir sollten froh sein, wenn die nicht den gleichen Anspruch erheben wie wir!
Orange Solar GmbH - Ihr TÜV zertifizierter Anbieter von schlüsselfertigen Solaranlagen - die hier wiedergegeben Aussagen sind nur eine persönliche Meinung.

elektrisch Mobil - TESLA Model S85 und Roadster 2.5 - BMW i3 seit 13.12.13 - seit 09.09.14 ZOE
Benutzeravatar
open source energy
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 17371
Registriert: 09.08.2010, 11:01
PV-Anlage [kWp]: 1023
Info: Händler

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon energyturnaround » 06.01.2012, 14:31

Ich wollte nur den oft herumgeisternden Irrtum (aus meinem Verständis) betonen, dass wir mit EEs in Deutschland "CO2 sparen". Weniger Verbrauch hier führt zu niedrigeren Kosten, zu denen dann anderswo "unser" Öl verbraucht wird. Der Effekt mit dem CO2 Handel kommt ja noch hinzu.

Aber das macht ja nichts. Das EEG erfüllt auch so seinen Zweck und ist alles in allem eine gute Sache: EE-Technologien zu testen, weiterzuentwickeln, eine funktionierende Industrie aufbauen und EEs konkurrenzfähig machen. Und das ist doch schon eine ganze Menge!
CO2 Einsparung gehört nicht dazu. Das wird eingespart, wenn EEs sich durchgesetzt haben.
energyturnaround
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 711
Registriert: 02.09.2011, 18:11
Info: Interessent

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon hadl » 09.01.2012, 22:54

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Der hohe Zubau von Solaranlagen zum Jahreswechsel wird zu einer weiteren deutlichen Vergütungsabsenkung zur Jahresmitte führen. Statt 6,5 Gigawatt, wie von den Übertragungsnetzbetreibern noch im Oktober angenommen, betrug der Zubau 2011 vermutlich 7,5 Gigawatt. Die Solarvergütungen werden damit bereits zum ersten Juli um weitere 15% abgesenkt werden. Das ist so bereits im Mechanismus des vorhandenen Erneuerbare-Energien-Gesetzes angelegt. Das ist dann bereits die zweite Absenkung in Höhe von 15% innerhalb von sechs Monaten, bzw. insgesamt 27,75%. All diejenigen, die jetzt drastische Kürzungen bei der Solarvergütung fordern, sollten sich vor Augen halten, dass diese innerhalb von sechs Monaten bereits auf Basis des bestehenden Gesetzes um mehr als ein Viertel gekürzt wird.

Die Vergütungsätze für Freiflächenanlagen betragen zum 1. Juli dann 15,25 bis 15,95 Cent und die für Dachanlagen zwischen 18,68 und 20,77 Cent. Die nächste gesetzliche Absenkung folgt dann bereits zum 1. Januar 2013.

Sämtliche Angaben sind vorbehaltlich möglicher gesetzlicher Änderungen. Bekanntlich fordern Bundeswirtschaftsminister Rösler, der FDP-Fraktionsvorsitzende Brüderle sowie die Hardliner in der Unionsfraktion weitere Einschnitte bis hin zur Deckelung des Zubaus von Photovoltaikanlagen.

Eine Deckelung würde die Solarwirtschaft genau zu dem Augenblick treffen, in dem sie ihre Kostensenkungsankündigungen wahr macht und Solarstrom immer günstiger wird. Bei einer Deckelung würde die Solarwirtschaft zerstört werden. Damit wären auch die hohen Anfangsinvestitionen für die Katz, die der Ausbau der Solarenergie in Deutschland mit sich gebracht hat. Jetzt, kommt die Zeit, die Ernte einzufahren. Das Dümmste, was man jetzt tun könnte, wäre beim Traktor den Motor abstellen, um Sprit einzusparen.

Übrigens hätten die Vergütungskosten des Jahres 2011 deutlich niedriger ausfallen können, hätte man - wie von uns vorgeschlagen – die Vergütung in mehreren kleinen Schritten bereits im Laufe des Jahres 2011 gesenkt. Es war 2011 bereits zu Jahresanfang absehbar, dass die Solarmodulpreise sinken werden und Spielräume zur Vergütungssenkung bereits vor dem Jahreswechsel gegeben sein werden. Ebenso war absehbar, dass der für Juli 2011 von Schwarz-Gelb gewählte Degressionsmechanismus nicht funktionieren würde. Bekanntlich fiel die Degression dann auch aus. Dies führte dazu, dass es Ende 2011 sehr lukrativ war, Photovoltaikanlagen zu bauen. Zugleich heizte Schwarz-Gelb mit der Diskussion über eine Deckelung des Photovoltaikzubaus die Situation drastisch an. Wer auf Nummer sicher gehen wollte, baute noch im Dezember. Die Diskussion um den Deckel hat sich mit dem starken Zubau jetzt selbst weiter angefacht.

Auch 2012 ist zu erwarten, dass die Solarstromvergütung weiter von schwarz-gelber Verunsicherung und Fehlentscheidungen geprägt sein wird. Den Schaden hat dabei nicht nur die Solarwirtschaft sondern auch der Stromkunde.

Überflüssige Stromkosten

Apropos Stromkunde. Dieser zahlt dieses Jahr über die EEG-Umlage für eine zusätzlichen Liquidätspuffer, obwohl das EEG-Konto im letzten Jahr mit 80,4 Mio. Euro im Plus abgeschnitten hatte. Mehr noch: Das EEG-Konto lag Ende 2011 sogar um 1375 Mio. Euro höher als Ende 2011. (http://www.eeg-kwk.net) Ende 2010 hatte das EEG-Konto noch deutlich im negativen Bereich gelegen, was durch einen Zuschlag 2011 ausgeglichen wurde. Der überflüssige Liquidiätspuffer freut die Übertragunsnetzbetreiber. Den Schaden haben die Stromkunden, der zu hohe Strompreise zahlt.

Der Stromkunde wird zugleich mit der EEG-Umlage dieses Jahr auch hunderte Millionen Euro für die sog. Marktprämie zusätzlich bezahlen, die nicht einmal die Erneuerbare-Energien-Verbände wollten. Die sog. Marktprämie führt zu reinen Mitnahmeeffekten vor allem bei Altanlagen. Die Bundesregierung sollte diesen Fehler schnellstmöglich korrigieren. Für eine schnelle Korrektur steht das Mittel der Rechtsverordnung zur Verfügung.

Brachliegende Kapazitäten

Aber nicht nur hier könnte man die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Auch bei der Diskussion über den Strombezug aus alten österreichischen Kraftwerken kann man nur fassungslos zuschauen. Bekanntlich stehen in Deutschland einige hundert Megawatt Pflanzenöl-BHWK still, die von heute auf morgen über passende Rahmenbedingungen aktiviert werden könnten. Stattdessen werden in Österreich alte Ölkraftwerke reaktiviert. Mehr noch, in den Medien wird über die fehlenden Stromleitungen lamentiert, um Strom aus Norddeutschland nach Süddeutschland zu leiten, während zugleich Strom aus Süddeutschland nach Italien transportiert wird.

Berlin, den 9.1.2012

Hans-Josef Fell MdB
hadl
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3769
Registriert: 05.05.2008, 18:13

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon hadl » 27.01.2012, 14:08

Aus dem Ifo. Brief des MdB.



Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Inhalt:

- Windenergie wieder auf gutem Weg

- Energiewende macht Steinkohlekraftwerke unrentabel

- Energiewende macht neue Atomkraftwerke unrentabel

- Japan und das Atom

Windenergie wieder auf gutem Weg

Die Windenergie ist wieder zurück auf dem Wachstumspfad. Letztes Jahr wurden 895 neue Windräder mit einer installierten Leistung von 2.007 Megawatt aufgebaut. Nach der Flaute im Jahr 2010, in dem nur 1551 Megawatt zugebaut wurden, ist der Markt nun wieder um 30 Prozent gewachsen. Dabei werden die Windräder im Schnitt immer leistungsstärker. Während 2010 noch über die Hälfte der installierten Anlagen der 2-Megawatt-Klasse angehörten, wurden im letzten Jahr mit einem Anteil von 54 Prozent vornehmlich Anlagen zwischen 2,1 und 2,9 Megawatt aufgestellt.

Für das laufende Jahr erwartet der Bundesverband Windenergie einen Zubau von 2.200 Megawatt. Dazu werden dann auch Baden-Württemberg und Bayern immer stärker beitragen, in denen die politischen Entwicklungen des letzten Jahres wegen der komplexen Genehmigungsverfahren sich erst langsam in höheren Ausbauzahlen niederschlagen werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich dadurch die Ausbauzahlen in den nächsten Jahren auch wieder dem Rekordjahr 2003 annähern, als etwa 3.200 Megawatt neuinstalliert  wurden.

Beim Repowering wurden ebenfalls Erfolge erzielt. Im Jahr 2011 wurden 170 alte Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 123 Megawatt durch 95 neue Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 238 Megawatt ersetzt. So konnte mit 40 Prozent weniger Anlagen die installierte Leistung nahezu verdoppelt werden.

Der Ausbau der Offshore-Windenergie verläuft dagegen weiterhin schleppend. Letztes Jahr wurden 33 Anlagen mit einer Leistung von 108 Megawatt ans Netz angeschlossen, wodurch sich die installierte Offshore-Leistung  Ende Dezember auf rund 200 Megawatt summierte.  Allerdings waren 27 dieser Anlagen schon 2010 errichtet worden, konnten jedoch erst 2011 an das Netz angebunden werden. Hier wird die Unfähigkeit der Bundesregierung deutlich, zügig für die Grundanlagen der Netzanbindung von Offshore-Windparks zu sorgen. Es muss endlich mehr geschehen, denn zum Ende diesen Jahres werden 10 Offshore-Windparks mit einer Leistung von mehr als 2.000 Megawatt im Bau sein. Diese Parks können nur ein Erfolg werden, wenn Sie auch schnell ans Netz angebunden werden und nicht monate- oder gar jahrelang unnütz im Meer stehen.

In der internationalen Perspektive liegt der Ausbau der Windenergie in Deutschland übrigens im Trend des Weltmarktes. In 2011 könnten die prognostizierten 40.000 Megawatt um rund 2.000 Megawatt überschritten worden sein. Mit etwa 20.000 Megawatt Zubau steht China, wie schon im Vorjahr, an der Spitze der Ausbaurangliste.

Energiewende macht Steinkohlekraftwerke unrentabel

Wind- und Solarstrom rauben den Besitzern von Steinkohlekraftwerken den Schlaf. Lacht die Sonne oder weht der Wind, dann verdrängt der grüne Strom die Steinkohlekraftwerke aus dem Markt. Und wenn die Steinkohlekraftwerke bei großer Stromnachfrage auch Strom liefern können, dann drücken die Erneuerbaren-Energien meist immer noch die Preise an der Strompreise. Das macht sich mittlerweile auch an den Zukunftsmärkten (Futures) an der Börse bemerkbar. Hinzu kommt, dass Kohlekraftewerke nie dafür gebaut wurden, schnell rauf und runter zu fahren, je nachdem wie die Sonne scheint oder der Wind weht. Der Energiekonzern Steag hat die Tage bereits eingestanden, dass die Steinkohlekraftwerke schon bald nur noch die Hälfte der Zeit im Jahr laufen werden wie noch vor kurzem. Daher sollen die ältesten Kraftwerke bald abgeschaltet werden. Absurd ist, dass es immer noch einige wenige Neubaupläne für Steinkohlekraftwerke gibt. Noch absurder ist der Plan von Bundeswirtschaftsminister Rösler, den Neubau von Steinkohlekraftwerken mit hunderten Millionen Euro aus Klimaschutzgeldern zu finanzieren.

Energiewende macht neue Atomkraftwerke unrentabel

Deutschland steigt aus der Atomenergie aus, also liefern wir den Deutschen Atomstrom, so dachten sich das einige Atommanager in den Nachbarstaaten. Jetzt drücken Wind- und Solarstrom in Deutschland aber die Börsenpreise nach unten und es ist zu erwarten, dass der Trend weitergeht. Da neue Atomkraftwerke aber sehr teuer sind, sind sie auf hohe Strompreise angewiesen. Diese sind an den Börsen nicht mehr zu erzielen, auch in Holland und Tschechien nicht. In Holland wurde daher der Bau eines neuen Atomkraftwerkes auf unbestimmte Zeit abgesagt. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland verhindert damit bereits den Neubau von Atomkraftwerken im benachbarten Ausland. Die atomfreundliche Regierung in Tschechien hingegen würde am liebsten ein Atom-EEG einführen. Vorbild ist die britische Regierung, die schon geraume Zeit daran bastelt. Gegen die britischen Pläne wurde allerdings bereits eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Links:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/tech ... 10,00.html

http://www.euractiv.com/energy/campaign ... ews-510325

http://www.energyfair.org.uk/

http://www.ceskapozice.cz/en/business/e ... rt-temelin

Japan und das Atom

Der vormalige Ministerpräsident Japans, Herr Naoto Kan, der vor wenigen Monaten zurücktreten musste, sagte im Wall Street Journal: "I would like to tell the world that we should aim for a society that can function without nuclear energy," frei übersetzt: Ich möchte der Welt mitteilen, dass wir eine Gesellschaft anstreben sollten, die ohne Atomenergie auskommt.

Derweil wird damit gerechnet, dass in Japan bis zur Jahresmitte sämtliche Atomkraftwerke still stehen. Hintergrund ist, dass die Atomkraftwerke nach ihrer Revision eine regionale Genehmigung zum Wiederanfahren benötigen. Offenbar traut sich kein Politiker in Japan derzeit, eine solche Genehmigung zu erteilen. Mittlerweile ist in Japan auch bekannt geworden, dass die Regierung überlegt hatte, Tokio zu evakuieren. Die Pläne waren lange geheim gehalten worden. Gut möglich, dass die Angst, Tokio evakuieren zu müssen, den damaligen Premier Kan dazu bewogen hat, zum Atomkraftgegner zu werden.

Schon jetzt stehen 50 der vormals 54 Atomkraftwerke still, ohne dass es übrigens zu einem Blackout gekommen ist. Im Sommer wird die Nachfrage nach Strom wieder steigen, da dann die Klimaanlagen laufen. Japan hätte eine sehr einfache Chance, das Problem zu lösen : Bis zum Sommer könnten in Japan 10 Gigawatt Photovoltaikanlagen installiert werden, wenn dies politisch unterstüzt würde. Bekanntlich war es in Deutschland möglich, alleine im Dezember 3 GW Photovoltaik zu installieren. Teuer wäre das für Japan auch nicht, da die Solarmodulpreise im letzten Jahr stark gefallen sind. Dafür wären nicht einmal Energiespeicher erforderlich, da die Photovoltaik-Module den Strom gerade dann erzeugen, wenn er besonders benötigt wird.

Links:

http://online.wsj.com/article/SB1000142 ... 6286..html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 96,00.html

http://www.nytimes.com/2012/01/26/world ... .html?_r=2


Berlin, den 27.Januar 2012

Ihr Hans-Josef Fell MdB
hadl
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3769
Registriert: 05.05.2008, 18:13

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon hadl » 06.02.2012, 20:37

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

- Frankreich in der Atomstromfalle
- Europa in der Erdgasfalle
- Röslers Begründung zum Solarausstiegsgesetz
- neue Zahlen zum Erneuerbare-Energien-Ausbau

Frankreich in der Atomstromfalle

Wie man sich selbst eine Falle stellt, zeigt die französische Energiepolitik. Zunächst hat man dutzende Atomkraftwerke gebaut, dann gemerkt, dass überhaupt nicht genügend Strombedarf vorhanden ist. Dann wurden über massenweise Stromheizungen in schlecht gedämmten Häusern der Stromverbrauch im Winter nach oben getrieben.
Für heute sind 97,9 GW Spitzenlast in Frankreich prognostiziert, was fast der gesamten installierten Leistung des französischen Kraftwerksparks entspricht. Folglich importiert Frankreich aktuell an Strom, was das Zeug hält, bzw. seit heute morgen 7 Uhr je nach Stunde zwischen 6 und über 7 GW.
Die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko Morizet hat heute früh im Radio zum Stromsparen zur Abendzeit aufgerufen.

Keine Sorge machen sich aktuell die deutschen Netzbetreiber wie die Nachrichtenagentur dapd vermeldet. Netzunterstützend wirkt aktuell auch die Photovoltaik, die zur Mittagsspitze heute über neun – möglicherweise sogar zehn - GW Strom produziert haben dürfte, was der Leistung von rund neun Atomkraftwerken entspricht. Davon dürften auch unsere Freunde in Frankreich etwas abbekommen haben.In diesen kalten Tagen sind die Franzosen froh, wenn sie von ihren Nachbarn Unterstützung erhalten.

Dennoch treibt die gigantische Stromnachfrage aus Frankreich die Preise hoch. Morgen wird der Börsenstrompreis in Frankreich zwischen 18 und 19 Uhr sage und schreibe 34,3 Cent/kWh betragen. Der Strombezug Frankreichs zieht auch die Preise in den Nachbarländern mit nach oben. In Deutschland liegt der Strompreis derzeit ebenfalls deutlich über dem Normalwert aber sehr deutlich unter den aktuellen französischen Preisen.


Link zur französischen RTE mit sehr aktuellen Übersichten aus Frankreich. Leider gibt es eine solch gelungene Aufarbeitung noch nicht in Deutschland. Da hat Deutschland Nachholbedarf!
http://www.rte-france.com/fr/developpem ... nergetique

Link zur Homepage der EEX mit den Photovoltaik-Ist-Zahlen
http://www.transparency.eex.com/de/date ... tion-solar

Link zur Homepage von SMA mit den Photovoltaik-Ist-Zahlen (allerdings noch auf den veralteten Wert von rund 21 GW bezogen)
http://www.sma.de/de/news-infos/pv-leis ... hland.html

Link zur Homepage von Entsoe. Wer sich die Mühe macht und sich registrieren lässt, erhält zum Dank einen Überblick über die Stromflüsse zwischen den Staaten
http://www.entsoe.net/

Link mit dem Vergleich der Strompreise in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz.
http://www.epexspot.com/en/

Link zu den Strompreisen in Frankreich
http://www.epexspot.com/en/market-data/ ... 2-02-05/FR
Europa in der Erdgasfalle

Seit Jahr und Tag dreht Russland den Erdgashahn zu, wenn es mal wieder kälter wird. Daran ändern auch die neuen Erdgaspipelines nichts. Schließlich kann man nicht mehr Gas durch Leitungen leiten, als verfügbar ist. Die einzige Reaktion der Bundesregierung auf die Gefährdung der Versorgungssicherheit ist Schulterzucken.
Zur Kürzung der Gaslieferungen aus Russland, hatte ich gestern, folgende Pressemitteilung verschickt.

Link zur gestrigen Pressemitteilung:
http://www.gruene-bundestag.de/cms/pres ... efern.html

Röslers Begründung zum Solarausstiegsgesetz

Für all diejenigen, die sich schwer taten, die Formulierungen des röslerschen Solarausstiegsgesetzes (Entwurfsfassung) zu verstehen, habe ich jetzt auch dessen Begründungstext auf meine Hompage gestellt. Vorsicht. Da stellen sich einem die Haare zu Berge. So bezieht sich Rösler in der Begründung auf die Kosten der alten Photovoltaikanlagen, um den weiteren Zubau auf wenige verbleibende Gigawatt zu begrenzen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat sich bislang geweigert, dazu Stellung zu nehmen. Eine Anfrage der Zeitschrift „Photovoltaik“ blieb unbeantwortet

Link zu Röslers Gesetzesbegründung
http://www.hans-josef-fell.de/content/i ... &Itemid=77

Link zu dem Artikel der Zeitschrift Photovoltaik
http://www.photovoltaik.eu/nachrichten/ ... 100007101/

Neue Zahlen zum Erneuerbare-Energien-Ausbau

Folgender Link ist vor allem Herrn Rösler und dessen Beamten empfohlen:

http://www.bee-ev.de/3:890/Meldungen/20 ... essig.html

Erneuerbare Energien sparen Deutschland bereits jetzt Brennstoffe in Höhe von 11 Milliarden ein und vermeiden externe Kosten in Höhe von weiteren 9 Milliarden Euro. Das sind die neuen Zahlen, die der Bundesverband Erneuerbare Energien heute in seiner Statistik für 2011 heraus gegeben hat. Zudem ersparen sie 127 Millionen Tonnen CO2, ein Wert von dem der Emissionshandel nur träumen kann, von dem gar nicht mal bekannt ist, wie viel CO2 er überhaupt einspart, falls überhaupt. Nichtsdestotrotz hat heute der Ökonom Werner Sinn mal wieder die Abschaffung des EEGs gefordert und sich auf den Emissionshandel berufen. Wie ein Professor auf die Ideen kommen kann, den Ersatz eines funktionierenden Instrumentes durch ein nicht-funktionierendes Instrument zu verlangen, bleibt seiner Elfenbeinlogik verborgen.
Mehr als bedauerlich sind die Ausbauwerte der Erneuerbaren-Energien im Wärmebereich und im Verkehrssektor. Die Kürzungspolitik der Bundesregierung zeigt im Wärmebereich erste „Früchte“. Der Anteil der Erneuerbaren Energien ist im Wärmebereich 2011 sogar gefallen, von 9,6 auf 9,4 Prozent. Der Anteil der Biokraftstoffe ist bereits seit Jahren rückläufig, zur Freude der Mineralölkonzerne.


Berlin, den 6. Februar 2012

Ihr Hans-Josef Fell MdB
hadl
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3769
Registriert: 05.05.2008, 18:13

Re: Die neuen Energie Informationen aus Berlin

Beitragvon hadl » 10.02.2012, 21:42

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

- Deutschland exportiert Strom, Knappheit beim Erdgas
- BDEW wieder offiziell gegen Erneuerbare Energien
- Kartellamtspräsident Mundt lässt die Katze aus dem Sack
- Zahlen zur Entwicklung der EEG-Umlage
- Peakoil – Das Plateau ist erreicht

Deutschland exportiert Strom, Knappheit beim Erdgas

Trotz der Kälte exportiert Deutschland weiter Strom. In der Medienberichterstattung wird zum Teil der Eindruck erweckt, dass in Deutschland der Strom knapp werde und deshalb auf „eiserne Reserven“ zurück gegriffen werden müsse. Tatsächlich ist es so, dass weiterhin kräftig exportiert wird. Am Mittwoch und Donnerstag exportierte Deutschland insgesamt über 100 Gigawattstunden, was im Schnitt der Erzeugung von vier großen Kraftwerken à 1000 MW entspricht (Quelle: eigene Berechnungen auf Grundlage von Entsoe-Daten) Strom war in Deutschland also genügend vorhanden. Allerdings waren die Strompreise im benachbarten Ausland so hoch, dass es für die Energieversorgungsunternehmen sehr lukrativ war, zu exportieren. Zeitweise wurden in Frankreich gestern Strompreise von weit über einem Euro je Kilowattstunde gezahlt. Der Stromverbrauch Frankreichs war diese Tage fast doppelt so hoch wie der Deutschlands.
Damit spielt Deutschland auch Lückenbüßer für Frankreich, dessen Energiestrategie jahrzehntelang auf Atomkraftwerke und Stromheizungen in schlecht gedämmten Häusern setzte, die den oft überflüssigen Atomstrom verbrauchen sollten. Diese Schönwetterstrategie ist jetzt schief gegangen.
Die Stromknappheit in den vergangenen Tagen in anderen Ländern lässt sich vor allem auf deren Energieverschwendung zurück führen. Immer deutlicher wird, dass eine europaweite Energiewende erforderlich ist. Es wäre gut, wenn sich der EU-Energiekommissar für eine europäische Energiewende statt immer nur für RWE und E.ON einsetzen würde.

Die Folgen der europaweiten Energieverschwendung machen sich mittlerweile auch im Erdgasbereich bemerkbar. Russland kann den gigantischen Erdgasverbrauch nicht mehr abdecken. In Süddeutschland wird das Erdgas knapp. Europa heizt das Erdgas sprichwörtlich durch dünne Fenster und dünne Wände. Deutschland und die anderen europäischen Ländern müssen in den nächsten Jahren auch beim Erdgas auf eine Einsparstrategie setzen. Energieverschwendung ist keine Zukunftsstrategie. Umso bedauerlicher ist es, dass Wirtschaftsminister Rösler weiterhin die Energieeffizienzrichtlinie blockiert und die Finanzminister des Bundes und der Länder der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung blockieren.

Link zu Entsoe: http://www.entsoe.net/

Link zur Exportüberschuss-Berechnung auf Entsoe-Grundlage: http://www.hans-josef-fell.de/content/i ... &Itemid=77

Link zu den französischen Strompreisen (auf „France“ klicken):
http://www.eex.com/de/Marktdaten/Handel ... nkontrakte

BDEW wieder offiziell gegen Erneuerbare Energien

Der BDEW als Lobbyverband der herkömmlichen Energiewirtschaft setzt wieder auf knallharte Betonpolitik und Besitzstandswahrung. Diese Woche setzte sich die BDEW-Geschäftsführerin, Müller, für eine Deckelung der Photovoltaik ein. Dass es den Energiekonzernen nicht passt, wenn die Bürger sich ihren Strom selbst erzeugen, liegt auf der Hand. In den letzten Jahren hatte der BDEW immerhin so getan, als sei er für den Ausbau Erneuerbarer Energien. Dieser Rückfall zeigt, dass der BDEW noch immer verkrustet ist. Der BDEW steht damit wieder in der Tradition des Vorgängerverbandes VDEW, der den Ausbau der Erneuerbaren Energien stets blockiert hatte. Es würde nicht wundern, wenn der BDEW sich demnächst für ein Quotenmodell einsetzen würde, das schon der VDEW gegen das EEG in Stellung gebracht hatte. Der von Wirtschaftsminister Rösler und Teilen der Union versuchte Roll-Back in der Energiepolitik wird jetzt auch wieder vom stärksten Energieverband getragen. Wenigstens ist damit die Zeit der Heuchelei mit Greenwashing vorbei.

Kartellamtspräsident Mundt lässt die Katze aus dem Sack
Frühere Kartellamtspräsidenten machten sich einen Namen, indem sie gegen Monopole und Kartelle vorgingen. Der aktuelle Kartellamtspräsident scheint sich hingegen um seine Energiekonzerne zu sorgen. Eine Million Photovoltaikanbieter machen ihm mehr Sorgen als die Energieoligopolisiten. Mundt forderte diese Woche Energiemesse E-world in Essen erneut ein Quotenmodell. Quotenmodell haben bekanntlich in anderen Ländern dazu geführt, dass die Erneuerbaren Energien, dort unter den Energiekonzernen aufgeteilt werden. Auch hierzulande hat man Erfahrungen mit Quotenmodell sammeln können, und zwar im Bereich der Biokraftstoffe. Nach der Einführung des Quotenmodells an Stelle der Steuerbefreiung zogen sich die meisten Mittelständler aus dem Markt zurück oder gingen gleich ganz Pleite. Heute herrschen hier die Mineralölkonzerne. Damit hat dann auch für das Kartellamt alles wieder seine Ordnung, weil es dann auch wieder eine Existenzberechtigung hat… Man stelle sich jetzt einmal vor, dass Millionen Betreiber von Solaranlagen klammheimlich ein Kartell bilden… da muss das Kartellamt schon mal vorab präventiv wirken, hat sich Herr Mundt wohl gesagt. Und was passiert, wenn das Quotenmodell kommt, hat er dann auch gleich betont. „Dann ist die Fotovoltaik halt tot." Jetzt fehlt nur noch, dass Herr Mundt den Morgentauplan für Deutschland vorschlägt.

Zahlen zur Entwicklung der EEG-Umlage

Im Januar ist das EEG-Konto trotz stark gefallener Börsenstrompreise weiter deutlich ins Plus gegangen und lag Ende Januar bei fast 200 Millionen Euro.
Im Februar dürfte sich der Trend beschleunigen, da die Börsenstrompreise aufgrund der Extremwettersituation deutlich höher als normal liegen.
Im Trend werden die Börsenstrompreise allerdings weit fallen, was sich entsprechend negativ auf die EEG-Umlage auswirken dürfte. Hauptursache für die fallenden Börsenstrompreise sind die Entwicklung des Wirtschaftswachstums sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Daraus ergibt sich das EEG-Umlagen-Paradoxon, wonach die EEG-Umlage umso mehr steigt, desto mehr die Erneuerbaren Energien die Börsenpreise drücken. Hauptgewinner dieses Paradoxons ist die stromverbrauchende Industrie, die sich um die EEG-Umlage weitgehend drückt, die fallenden Börsenpreise aber gerne mitnimmt.

Die Abhängigkeit der EEG-Umlage von der Börsenpreisentwicklung zeigt auf, dass die EEG-Umlage überhaupt kein passendes Kriterium für die Kosten der Erneuerbaren Energien ist. Umso absurder ist der diese Woche in den Bundestag eingebrachte Antrag der Regierungsfraktionen, die EEG-Umlage auf 3,5 Cent festzuschreiben.

Link zum aktuellen Stand des EEG-Kontos
http://www.eeg-kwk.net/de/file/UeNB_EEG ... -01-31.pdf

Link zum Antrag der Regierungsfraktionen, Drucksache 17/8585; siehe Seite 8
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708585.pdf

Peak Oil - Das Plateau ist erreicht

Die Geologen James Murray und David King bestätigen in der neuesten Ausgabe des renommierten Fachmagazin Nature , dass das Fördermaximum von Erdöl überschritten ist. Der Ölpreis lag zum Anfang des Jahres bei Rund $ 110, der höchste Preis der je in einem Januar zu bezahlen war (siehe Tecson Link). In der Vergangenheit wurde immer dann wenn der Preis hoch war, die Förderung ausgeweitet. Diese Elastizität in der Förderung ist nicht mehr gegeben, obwohl der Ölpreis seit 2005 im Durchschnitt um 15 Prozent jährlich gestiegen ist, konnte die Förderung nicht erhöht werden.
Zweifler sagen oft, wir haben doch noch genug Erdöl und die Teersande in Kanada können die wegfallende Produktion von konventionellem Erdöl ausgleichen. Bis 2030 müssten aber 65 Millionen Barrel pro Tag durch unkonventionelle Quellen gedeckt werden, was nicht nur gefährlich ist, und die Umwelt zerstört, Stichwort Deep Water Horizont, sondern nach Murray und King auch einfach nicht erreichbar ist. Peak Oil bedeutet eben nicht, dass wir morgen vor leeren Zapfsäulen stehen, wie es sich viele Leute vorstellen, sondern, dass die Preistafeln der Tankstellen ungeahnt hohe und immer steigende Werte aufzeigen werden. Ein verringertes Angebot von Erdöl wird zwangsläufig zu einem geringeren Verbrauch führen, da zunehmend ärmere Gesellschaftsschichten sich das Erdöl nicht mehr leisten können. So bringen Murray und King auch die Schuldenkrise in Südeuropa und die Finanzkrise 2008 mit dem Ölpreis zusammen, der als wichtiger Faktor diese Krisen mit auslöste.
Um die - in der Bundeswehr Studie zu Peak Oil - dargestellten verheerenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen zu vermeiden, müssen nun schnelle Maßnahmen zur Lösung auf den Weg gebracht werden. Wir brauchen jetzt Energieeinsparung, Energieeffizienz und eine Umstellung auf Erneuerbare Energien (Biokraftstoffe). Doch die Bundesregierung macht genau das Gegenteil. Sie blockiert die Effizienzrichtlinie in Brüssel, setzt den Solarausbau unter Druck, wird ab 2013 Biokraftstoffe mit der vollen Mineralölsteuer belegen und kürzt die Mittel für die Erneuerbaren Energien im Wärmebereich und der Gebäudesanierung.

Zum Artikel in der Nature:
http://www.nature.com/nature/journal/v4 ... 81433a.pdf

Zum aktuellen Ölpreis:
http://www.tecson.de/oelweltmarkt.html

Zur Peak Oil Studie der Bundeswehr:
http://www.hans-josef-fell.de/content/i ... &Itemid=77


Berlin, den 10. Februar 2012

Ihr Hans-Josef Fell MdB
hadl
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3769
Registriert: 05.05.2008, 18:13

Vorherige

Zurück zu Photovoltaik News



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste