Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon automatix » 24.01.2011, 13:46

Ich hab jetzt mal bei der Gemeinde angefragt, jetzt wird heute abend die Meinung vom Gemeinderat eingeholt - dann seh ich schon, wie der Wind in der Gemeinde weht....
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon JschulzeP » 04.03.2011, 09:57

Was sagt die Gemeinde???

MfG Jochen
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon Modulknecht » 04.03.2011, 14:48

Unsere WKA sind nun vom Ortschaftsrat und Gemeinderat abgewiesen worden.

Aber es ist schon wie oben geschrieben: Alle Eigentümer haben die Verträge unterzeichnet auf 3 Jahre ohne Nachbarschaftsregelung, weil jeder denkt, wenn er nicht unterzeichnet, bekommt er nix vom großen kuchen ab...
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon JschulzeP » 05.03.2011, 10:45

Wie wird es weitergehen wenn der neue Winderlass in NRW kommt ?
Wird es bei euch (Bayern?) Auswirkungen haben?
In Nrw muß die Gemeinde dann eine Begründung abgeben warum sie die Projekte versagt.
Desweiteren wird eine Schiedsstelle geschaffen für denke ich viele Probleme die kommen werden!
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon Eckerhart » 28.07.2011, 16:37

Hallo,
nach einigen PV-Projekten hat sich nun unsere GbR entschlossen in Windkarft zu investieren.
Und wir sind fündig geworden.
Bei uns in der Gegend gibt es einen Stahlrohrturm einer alten WKA (ca. 30 m hoch und 15 Jahre alt).
Da der alte Besitzer insolvent gegangen ist, wurde Generator anscheinend abgebaut. Nun wird der Turm nurnoch als Sendemast benutzt.
Der neue Besitzer möchte an uns verpachten oder sich beteiligen.
Die Infrastruktur, Trafo, Wege, Leitungen sind ja schon da.
Und jetzt die fragen:
- Kann man auf den alten Turm eine neue Anlage bauen?
- Kann man den Turm weiter als Sendemast benutzen?
- Gibt es neue oder auch gebrauchte Anlagen?
- Was muss man hier bei Nutzung der gesamten Altanlage als Pacht zahlen?
- Muss man alles neu genehmigen lassen?
Ich finde das Thema sehr spannend!
Viele Grüße
Eckerhart
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon Bongatz » 02.08.2011, 10:40

Windkraftanlagen werden für eine bestimmte Betriebsdauer geplant und gebaut. Für gewöhnlich sind das 20 oder 25 Jahre. Danach muss der Turm abgebaut werden! Die Finanzierung des Abbaus sollte schon seit dem Bau durch eine Bankrücklage abgesichert sein, so dass selbst wenn der Erbauer pleite geht, der Rückbau stattfinden kann. Du könntest im Prinzip schon für die restlichen 5 Jahre einen 100 KW Generator auf den Turm bauen lassen, aber das wird sich Finanziell wohl kaum lohnen! Ich glaube nicht, dass ein Doppelbetrieb von Sendemast und WKA möglich sind, da es zu Funkstörungen durch die Rotorblätter kommen kann.
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon JschulzeP » 02.08.2011, 12:50

Das halte ich für ein Gerücht !
Die Einspeisevergütung wird für 20 Jahre gezahlt, aber der Rückbau muß nicht nach 20 Jahren Stattfinden!
Es kann eine Nachnutzung durch Repowering geben oder man läßt das Windrad für einen ausgehandelten Preis mit dem EVU weiterlaufen!
MfJ Jochen
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon Kleinstromer » 02.08.2011, 15:28

Bleibt mal alle auf dem Teppich - ist ja hanebüchen, was hier verzapft wird!

1) in den 90er Jahren war das noch einfacher, da konnte ein Bauer tatsächlich mal eben eine Mühle auf seinen Acker stellen. Heute ist das Genehmigungsverfahren ein Albtraum und dauert 2 + x Jahre, x ist abhängig von Naturschutzgebieten, Anwohnereinsprüchen, Nabu-Aktivisten, die gerne jede Fledermaus gezählt haben möchten.... also auf die Schnelle geht da gar nix und 50.000 € sind da fix ausgegeben ohne Garantie auf Erfolg.

Und das der schnellste baut und die anderen in die Röhre schauen, ist auch fast immer Unsinn (es sei denn, er hat eine riesige Einzelfläche), denn es müssen Baulasten auf den Nachbargrundstücken eingetragen werden, Kabelverlegungsrechte, Zuwegung etc. Wenn sich da einer mit seinen nachbarn überwirft, geht schnell gar nix mehr, weil die müssen zustimmen.


also, zuerst muß die gemeinde mal eine Vorrangfläche ausweisen - tut sie das lange nicht, obwohl bisher noch keine oder wenige Anlagen errichtet sind, könnte man sie darauf verklagen. Dann muß man schauen, wie gut ist der Standort wirklich, wieviele Räder passen da hin und wo ist ein passender Einspeisepunkt - im Windkraftbereich muß man nämlich oft etliche km Kabel ziehen und evtl. ein eigenes Umspannwerk errichten, des lohnt für 2-3 Mühlen dann eher nicht.
Dann formiert sich meistens schnell eine Protestgruppe dagegen, die man am ehesten umstimmen kann, wenn zumindest ein Teil der Anlagen als Bürgerwindpark konzipiert werden, damit die Gemeinde und die einzelnen Bürger auch was davon haben.
Als Pacht würde ich immer das Flächenmodell bevorzugen, bei dem alle Landbesitzer in der Vorrangfläche einen Teil der Pacht bekommen und dann diejenigen, bei denen die Anlagen oder Zuwegung konkret stehen, etwas mehr. Das erfordert natürlich Verhandlngen unter allen Beteiligten im Vorfeld.
Das Standortmodell, wo über 90 % der Pacht nur die Leute kriegen, wo die Mühle konkret steht, schafft dagegen natürlich Neid und spaltet mitunter ganze Dörfer - und die müssen die nächsten 20-25 Jahre ja noch miteinander auskommen... Obendrein werden die Mühlen dann oft suboptimal verteilt, weil sie ja möglichst auf den Flächen von Müller oder Meier stehen sollen, anstatt under berücksichtigung von Hindernissen, gegenseitiger Abschattung etc. strömungstechnisch optimal auf der Fläche verteilt werden.

Im übrigen - für eine 2-3 MW Anlage mit > 100 m Nabenhöhe sprechen wir locker über 3,5-4 Mill € Invest, und wer mehr als 70 % fremdfinanziert haben will, muß einen verdammt tollen Standort (gleich hinterm Deich...) haben, weil ansonsten die Banken Dir nach mehreren 70-80 % Windjahren, wie wir sie gerade erleben, einen Vogel zeigen. Leider ist Wind nicht so ertragsstabil wie PV, wo man evtl. sogar eine 100 % Finanzierung hinbekommt.

Rückbau kostet 100 -200.000 € je Anlage, oft kriegt man die Baugenehmigung nur, wenn eine Bankbürgschaft gestellt wird (die dann später sinnvollerweise durch ein entsprechend angespartes Rücklagenkonto abgelöst wird) Ob die Mühle in der Praxis dann vielleicht auch 25 jahre läuft, ist in der Betrachtung erstmal egal. Und der Abriß wird natürlich billiger, wenn man sich später mit dem Grundeigentümer einigt, das das Fundament drinbleiben kann.

Ich hab etwa ein Dutzend Beteiligungen im Windbereich, meine Projekte liegen über dem Durchschnitt, weil ich schon im Vorfeld kritisch die Spreu vom Weizen getrennt habe. Ich bin auch immer nach der Suche für neue Beteiligungen (trotz mieser Windjahre ist mir die Lust noch nicht ganz vergangen), aber es ist wenig auf dem Markt und über die meisten Projekte, die jetzt in neuer Euphorie durch die Landschaft geistern, kann man nur den Kopf schütteln, wenn man mal den Taschenrechner gezückt und das ganze nüchtern angeschaut hat.

An alle Landbesitzer in Vorrangflächen: Alles über 6 % Pacht ist höchst unseriös - und lieber ein solides projekt mitmachen, das 3-4 % bietet und dann auch zahlen kann, als große Versprechungen, die evtl. nie realisiert werden.

Für einiges Basiswissen über Windkraft empfehle ich die Seiten des Bundesverband Windenergie. Dort gibt es Statistiken, das denen etwa ein Drittel aller Windparks insolvenzgefährdet sind - Ertragsgutachten zu optimistisch, Wartungskosten zu niedrig angesetzt, zu teure Pacht, Planungskosten zu hoch....selbst ein guter Standort lohnt sich nicht, wenn der Rahm schon vorher abgeschöpft wird. Das zweite Drittel kommt mit Sparbuchrendite daher und nur ein Drittel verdient ganz ordentlich Geld.

Gruß!

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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon JschulzeP » 02.08.2011, 18:31

Hallo Kleinstromer
Du magst ja Ahnung haben aber ich habe nur die Frage beantwortet die hier gestellt wurde.
Hier wurde nichts verzapft :-(
Wenn dzu mit einer Aussage nicht zufrieden bist kannst du die Zitier funktion anwenden!!!

Und deine Aussage an die Landbesitzer ist sehr sehr sehr kritisch zu sehen!!!!!!!!!!
Ich sage nur selber bauen hat die höchste Rendite!!!
Alle Planer die überlandfliegen und sich flächen sichern für 6% sind nur auf euer Kapital aus und das ist die Fläche.
Dann kommen die Ortsfremden und holen sich ihre Anleihen!
Das Gekd muß im Ort bleiben! Eine Finanzierung mit ortsansässigen Banken ist kein Problem wenn man sich z.B.mit 3 bis 4 Landwirten einig ist !
DANKE

MfG Jochen
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Re: Windkraft Anlage auf dem Acker: Fragen dazu

Beitragvon Kleinstromer » 02.08.2011, 19:06

Hallo!

ich hatte die Antwort nicht direkt auf Dich gemünzt sondern auf ein Großteil dessen, was in dem Thread bisher gepostet wurde - hab ihn vorhin erst entdeckt.

Der Hauptunterschied von Windkraft zu PV sind die krassen Unterschiede in der Standortqualität - in der PV sind es zwischen Norddeutschland und Süden (bei natürlich gleicher Dachausrichtung) vieleicht 20 %, bei Wind zwischen geht gar nicht und Gelddruckmaschine (direkt hinterm Deich).

Für Top Standorte kann man natürlich bequem 10 % Pacht zahlen (sind aber schon alle bebaut), für einen mäßigen Standort auf der Alb mit 5,3 m/s in hundert m Höhe sind dagegen 3 % absolutes Ende der Fahnenstange. Natürlich schwärmen die Planer aus wie hungrige Fliegen, weil besonders die überregionalen Planer einen Wasserkopf aufgebaut haben und jetzt 50 bis mehrere hundert Leute mit Arbeit versorgen müssen. Dann bieten die auf Durchschnittsstandorten standardmäßig 6-7 %, kost ja erstmal nix (als ein bißchen Arbeit). Wenn man hunderte Verträge gebunkert hat, guckt man dann genauer und realisiert was - aber garantiert nicht auf allen Vertragsflächen! Und die grenzwertigen Sachen, wo kein lokaler Investor mit etwas Verstand sein Geld reinpacken würde, wird dann an Großinvestoren verscherbelt, für die sich das mit Steuerabschreibung und anderen Sachen evtl. noch rechnet. Das sind dann die ortfremden Leute - die Dinger werden zum teil gebündelt und in englische Pensionsfonds etc. gepackt.

Das zum Thema Bürgerbeteiligung...

Natürlich sind Landwirte stark in der Liga der Einzelbetreiber vertreten, wenn man die Kohle hat oder sich leihen kann - aber oft ist ein Park, der sich die Infrastrukturkosten teilen kann und wo der Bauer dann Pacht kriegt und vielleicht ein paar % Anteile hält, die bessere Alternative.

Übrigens, die Sache mit dem ausrangiertem Turm ein paar Beiträge vorher - funktioniert nie, weil man für die Konstruktion eine Typenprüfung braucht, die viel zu aufwendig ist. Allzuweit braucht man da übrigens gar nicht zu gehen, selbst alte Anlagen, die an der Küste standen und jetzt aus Repowering günstig zu haben wären, kann man meist in Deutschland nicht wieder aufbauen, da die Altanlagen Bestandsschutz am Standort haben, aber nach dem Umsetzen eine neue Typenprüfung bräuchten. Das lohnt für Einzelanlagen nicht, der WKA-hersteller könnte natürlich für seine alten Modellreihen das prozedere exemplarisch durchziehen, will er aber nicht, da er im Deutschland Neuanlagen verkaufen will. Deshalb enden repowerte Anlagen in Polen, Rumänien, Indien... oder als Ersatzteilspender im Depot.

Gruß!

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