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von Cruso » 15.03.2011, 14:19
Japan hat jetzt schon mit massiven Energieengpässen zu kämpfen. Das Problem wird sich nach dem Wiederaufbau und dem hochfahren der Fabriken noch verschärfen.
Welcher Kraftwerkspark ist am schnellsten verfügbar?
Ich würde behaupten Gaskraftwerke und Photovoltaik (sofern Flächen vorhanden)?
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von Aktien_Hai » 15.03.2011, 14:31
Ich würde wenn dann zu Gas tendieren. Aber sie können ja aus dem Ausland importieren erstmal
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von Montio » 15.03.2011, 15:11
Cruso hat geschrieben:Japan hat jetzt schon mit massiven Energieengpässen zu kämpfen. Das Problem wird sich nach dem Wiederaufbau und dem hochfahren der Fabriken noch verschärfen. Welcher Kraftwerkspark ist am schnellsten verfügbar? Ich würde behaupten Gaskraftwerke und Photovoltaik (sofern Flächen vorhanden)?
Um die fehlende Strommenge zu ersetzen bräuchten wir das rund das 3-fache an Photovoltaikleistung in D, das bekäme man in 2-3 Jahren sicher hin. An Gaskraftwerken der 500 MW-Klasse wären so an die 10-12 notwendig. Die Genehmigung bekäme man ja vermutlich außerplanmässig schnell hin. Was das für die Strompreise bedeutet? Außerdem: wenn der Atomaustieg doch wieder kommt, müsste das 3-fache der oben genannten Kapazität in den nächsten 10 Jahren noch mal zugebaut werden müssen. Ob das nur noch PV, Gas und Wind gemacht wird? Wahrscheinlich werden jetzt wieder alte Kohle-Pläne aus der Schublade gezogen... Gruß Montio
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von rudis » 15.03.2011, 16:22
Keine Ahnung ob das geht aber evtl. könnte man es so machen (falls überhaupt Knappheit entsteht): Der AKW-Reaktor außer Betrieb nehmen; Die Turbinenhalle weiter verwenden (falls die nicht verstrahlt ist). Die Hitze mit Gasbrennern erzeugen. Die KWh Gas ist für Großabnehmer für deutlich unter 3 Cent zu haben, d.h man könnte die kWh Strom für weniger als 6 Cent Brennstoffkosten erzeugen. Für eine Übergangzeit bis zur vollständigen Umstellung auf Regenerativ halte ich das für eine vernünftige Lösung. Die Industrie ist zufrieden und die Russen würden sich auch sehr freuen.
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von solder » 16.03.2011, 16:09
Bei Siedewasserreaktoren wie Fukushima läuft das radioaktive Kühlwasser aus dem Reaktor direkt durch die Turbine. Deshalb und auch wegen der starken Zerstörungen ist diese nicht mehr für ein Gaskraftwerk verwendbar. Man müsste das komplett neue Kraftwerk woanders bauen. Solder
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von GAST » 28.03.2011, 21:17
Wenn sdchon, dann baut man heute GuD Kraftwerke, die vereinen die schnelle Regelbarkeit der Gasturbine in Verbindung mit einem nachgeschaltetem Dampferzeuger der die Abwärme der Gasturbine nutzt und nur noch zufeuert um die Parameter einzuhalten. Meist werden dazu 2 Gasturbinen mit einem nachgeschaltetem Dampferzeuger betrieben... Leistung in Summe ~900MW Bauzeit..ich meine 1,5-2Jahre...müsste aber mal danch suchen. Platzbedarf...überschaubar, lässt sich in einem "kleinen" Randindustriegebiet bauen wird ja praktisch keine Fläche rundherum benötigt. Lärm..."überschaubar" möchte eine Gasturbine nicht im Vorgarten stehen haben (passt glücklicherweise auch nicht;) ) aber in einem Industriegebiet ist das meiner Meinung nach zu verkraften. Wirkungsgrad bis etwa 60%...wenn man jetzt noch Kraftwärmekopplung betreiben kann sollte sich noch einiges mehr rausholen lassen.
Ich denke das einzige was man mit dem "Sperrgebiet" rund ums AKW Fukushima Daiichi machen kann ist dort WKA oder PV zu installieren, wenn denn die Technik mit der Strahlenbelastung zurechtkommt??!!
Gruß Jörg
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von cephalotus » 29.03.2011, 08:57
Siemens hat ja schon öffentlich publiziert, in nur einem Jahr in Japan 2-3GW an Gasturbinen ans Netz bringen zu können.
Wenn man jetzt keine "Notkraftwerke" baut sondern zukunftsfähige (da spielt nicht nur ein hoher Wirkungsgard eine Rolle sonmder auch eine gute Regelbarkeit möglichst tief hinab, beides Eigenschaften, die sich teilweise widersprechen), dann sollte man in 5-10 Jahren schon 10GW neue Gaskraftwerke bauen können, behaupte ich mal. Dann würde mich noch 2-3GW neue NaS Akkukapazität freuen (in Mexiko wird gerade ein 1GW Akku gebaut) und dann eben noch wie geplant 3-5GW Photovoltaik pro Jahr (v.a. in Städten und weiter nördlich, die NS/MS Netze in Bayern und BW sind teilweise schon dicht) und 2-3GW Windkraft pro Jahr (da müsste allerdings dann auch einiges im Süden passieren).
Die Wechselrichter der Solaranlagen müssen Netzdienstleistungen erbringen können, zumindest die größeren PV-Anlagen müssen auch nachträglich fernsteuerbar und abschaltbar gemacht werden.
Gleichzeitig sollte man noch über weitere Pumpspeicher nachdenken, die Netze verstärken und mal über ein Druckluft-Demonstrationskraftwerk nachdenken, das ist dann aber alles eher was für die Inbetreibnahme nach 2020.
Im Gebäudebereich Öl und Gasheizungen durch regelbare Wärmepumpen mit thermischen Speicher ersetzen und smart demand Systeme einführen, z.B. bei der Aufladung von Elektromobilen. Auch das wird bis 2020 noch nicht so relevant sein, wird daber darüber hinaus gebraucht.
mfg
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von GAST » 29.03.2011, 10:50
cephalotus hat geschrieben:Siemens hat ja schon öffentlich publiziert, in nur einem Jahr in Japan 2-3GW an Gasturbinen ans Netz bringen zu können.
Wenn man jetzt keine "Notkraftwerke" baut sondern zukunftsfähige (da spielt nicht nur ein hoher Wirkungsgard eine Rolle sonmder auch eine gute Regelbarkeit möglichst tief hinab, beides Eigenschaften, die sich teilweise widersprechen), dann sollte man in 5-10 Jahren schon 10GW neue Gaskraftwerke bauen können, behaupte ich mal. Dann würde mich noch 2-3GW neue NaS Akkukapazität freuen (in Mexiko wird gerade ein 1GW Akku gebaut) und dann eben noch wie geplant 3-5GW Photovoltaik pro Jahr (v.a. in Städten und weiter nördlich, die NS/MS Netze in Bayern und BW sind teilweise schon dicht) und 2-3GW Windkraft pro Jahr (da müsste allerdings dann auch einiges im Süden passieren).
Die Wechselrichter der Solaranlagen müssen Netzdienstleistungen erbringen können, zumindest die größeren PV-Anlagen müssen auch nachträglich fernsteuerbar und abschaltbar gemacht werden.
Gleichzeitig sollte man noch über weitere Pumpspeicher nachdenken, die Netze verstärken und mal über ein Druckluft-Demonstrationskraftwerk nachdenken, das ist dann aber alles eher was für die Inbetreibnahme nach 2020.
Im Gebäudebereich Öl und Gasheizungen durch regelbare Wärmepumpen mit thermischen Speicher ersetzen und smart demand Systeme einführen, z.B. bei der Aufladung von Elektromobilen. Auch das wird bis 2020 noch nicht so relevant sein, wird daber darüber hinaus gebraucht.
mfg
Wenn Siemens sagt das sie 2-3GW GT in diesem Jahr ans Netz bringen können, dann ist nur die Frage reine GT oder GuD?? Das wären dann als GuD in etwa 6Gasturbinen mit 3 nachgeschalteten Dampferzeugern. Die von dir gedachten 10GW Gaskraftwerke stehen (als GuD) wenn die Anlagenbauer mitspielen in spätestens 4-5Jahren bereit zum Netzbetrieb...vorrausgesetzt sie werden auch behördlich genehmigt und es findet sich keine Bürgerinitiative die aus irgendeinem Grund gegen das Kraftwerk ist!! Zu der Regelbarkeit, mir ist im Moment kein fossilbefeuerter Kraftwerkstyp bekannt der sich so schnell regeln lässt wie eine reine Gasturbine... Allerdings baut man heutzutage idr. keine reinen Gasturbinen mehr, sondern immer als Gas und Dampfturbinen Kraftwerk. Dazu nutzt man die heißen Abgase der Gasturbine als Verbrennungsluft für den nachgeschalteten Dampferzeuger um so den relativ schlechten Solowirkungsgrad der GT wesentlich zu erhöhen. Eine GT dürfte einen Solowirkungsgrad el. von etwa 30-35% haben, während sie im koppelbetrieb als GuD auf fast 60% el.Wirkungsgrad kommt. Die Lastwechsel sind bei einer GuD nicht mehr ganz so extrem wie bei einer reinen GT, aber immer noch wesentlich schneller als bei einem AKW, Braunkohle, oder Steinkohlekraftwerk. Reine Gaskessel baut man meines Wissens nach heute kaum noch/nicht mehr, da ein GuD wesentlich wirtschaftlicher zu betreiben ist. Am sinnigsten ist es natürlich die GuD in Industrieparks zu bauen wo man den Dampf noch als Prozeßdampf auskoppeln kann und somit der Brennstoffwirkungsgrad weiter steigt! Gruß Jörg
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von solder » 29.03.2011, 10:51
mal über ein Druckluft-Demonstrationskraftwerk nachdenken
wäre das nicht eher etwas für alte Bergwerksstollen als die Idee, diese mit Wasser vollaufen zu lassen (Pumpspeicher). Auf jeden Fall ließe sich das doch schnell realisieren, schneller als bis 2020. Solder
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von cephalotus » 30.03.2011, 00:30
GAST hat geschrieben: Wenn Siemens sagt das sie 2-3GW GT in diesem Jahr ans Netz bringen können, dann ist nur die Frage reine GT oder GuD?? Das wären dann als GuD in etwa 6Gasturbinen mit 3 nachgeschalteten Dampferzeugern.
Damit werden wohl GT gemeint sein. Die von dir gedachten 10GW Gaskraftwerke stehen (als GuD) wenn die Anlagenbauer mitspielen in spätestens 4-5Jahren bereit zum Netzbetrieb...vorrausgesetzt sie werden auch behördlich genehmigt und es findet sich keine Bürgerinitiative die aus irgendeinem Grund gegen das Kraftwerk ist!!
GuD rechnen sich eigentlich nur dann, wenn diese auch viele Volllaststunden haben. In Zukunft werden aber auch Krfatwerke gebraucht, die nur 1.000 Stunden im Jahr laufen und auch schnell und in einem weiten Bereich geregelt werden können, das ist eher nicht die Domäne der GuD. Eine GT dürfte einen Solowirkungsgrad el. von etwa 30-35% haben, während sie im koppelbetrieb als GuD auf fast 60% el.Wirkungsgrad kommt.
Bis 40% sollten drin sein. Die 60% bei GuD hat bisher auch nur eine einzige Siemens Turbine und die ist meines Wissens nicht gut regelbar. (ohne Gewähr) Reine Gaskessel baut man meines Wissens nach heute kaum noch/nicht mehr, da ein GuD wesentlich wirtschaftlicher zu betreiben ist.
Kommt auf die Volllaststunden an. Wenn ich mir die Gutachten z.B des SRU so ansehe, dann kann man heute eiegntlich kein neues GuD mehr wirtscahftlich betreiben, wenn man davon ausgeht, dass die erneuerbaren weiter stark wachsen. Das was hier als merit order so bejubelt wird sorgt dafür, dass vor allem die Gaskraftwerke an Konkurrenzfähigkeit verlieren. Am sinnigsten ist es natürlich die GuD in Industrieparks zu bauen wo man den Dampf noch als Prozeßdampf auskoppeln kann und somit der Brennstoffwirkungsgrad weiter steigt!
Dann wird es aber mühsam mit der Regelung. Entweder fluktuierende EE wie Wind und Sonne oder KWK, beides passt nicht wirklich gut zusammen. Wenn man schon jetzt die Chance hat, dass einige unflexible AKW das Netz frei machen, dann sollte man die nicht durch weitere unflexible Einspeisung ersetzen. mfg
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