Was tun bei Netzschwankungen ?

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Was tun bei Netzschwankungen ?

Beitragvon filou » 23.11.2007, 21:56

Hallo

Wir liegen im "Außenbereich"am Ende des Stromnetzes .Seit einiger Zeit haben wir immer größere Stromschwankungen im Netz so das sich hauptsächlich unsere Halogenlampen zeitweise verabschieden(mehrere Sekunden). Besonders dann wenn z.B. viele Leuchten und der Wasserkocher gleichzeitig betrieben werden.Unser Elektriker hat die elektrische Anlage durchgemessen und konnte nichts finden.Er meinte es muß eine Netzverstärkung beantragt werden . :?
Wir haben auch ein Blockheizkraftwerk welches rund um die Uhr den nicht selbst verbrauchten ,überschüssigen Strom (ca.1-2 kw/h) ins Netz einspeist..Wie kann da der Strom zu schwach sein??
Liegt es evtl. auch an unserer und den zahlreichen weiteren Solaranlagen in der Umgebung :roll: ?
Muß das EVU nicht für eine vernünftige Stromqualität sorgen?
Gruß
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Beitragvon steve65 » 24.11.2007, 15:58

Hi

was heißt verabschieden? Gehen die Lampen wegen Unterspannung mit elektronischem Trafo aus, oder wegen Überspannung kaputt?
Bei Unterspannung ist deine Last zu groß, bzw. die Einspeisung zu klein. Bei Überspannung wird das EVU deine Einspeiseanlagen auf eine kleinere Überspannunggrenze einstellen wollen z.B 6 % statt 10 %, sprich deine Einspeisung wird eingeschränkt d.h. sie ist öfters mal aus, auch oder gerade wenn die Sonne scheint.

Gruß
Steve
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Beitragvon filou » 29.12.2007, 12:49

Wenn wir eine Phase mit ca. 4000 Watt belasten geht die Dunstabzugshaube auf halbe Drehzahl und die Halogenlampe aus (beide auf der selben Phase).
Am Zählerschrank sinkt die Spannung von 228 V auf 218 V :roll:
Gleiches Phänomen bei Zuschaltung eines 4 kw Motors...
Liegt es jetzt an dem schlechten Strom oder an der Dunstabzugshaube und der neuen Halogenlampe??
Gruß
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Beitragvon tiger16 » 29.12.2007, 13:09

wäre interessant zu wissen ob du das letzte haus bist an einer stichleitung ( ende der freileitung oder erdkabels ) und was dort alles dranhängt ( Pv-anlagen )?? wie weit ist die länge des ausläufers bis zur trafostation ? bei langen wegen treten solche phänomene gerne und häufig auf.
leider habe ich auf der arbeit solche probleme täglich.

gruß mathias
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Beitragvon Elektron » 29.12.2007, 14:35

Hallo,

von Wichtigkeit wäre, zu ermitteln ob dieser Einbruch der Phase nur innerhalb des Haus besteht oder schon im HAK (Hausanschlusskasten) bzw. am Verbrauchszähler existiert.

Sollte der Einbruch nur im eigenen Haus stattfinden, so kann es sich nur um eine schlechte Klemmstelle, schlechter Kontakt, beschädigte Leitung im Haus handeln.

Sollte der Einbruch der Spannung bereits am HAK bzw. Zähler vorhanden sein so stimmt etwas nicht am EVU-Netz und der Netzbetreiber sollte benachrichtigt werden.

Gruß Elektron
P.S. in Off-Topic verschoben, da es sich wenig um PV handelt.
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Re: Was tun bei Netzschwankungen ?

Beitragvon Elektron » 29.12.2007, 14:46

filou hat geschrieben:Muß das EVU nicht für eine vernünftige Stromqualität sorgen?


Ja, muss er!

Die Anforderungen an die elektrische Spannung sind in der EN 50160 vom März 2000 und der IEC 60038 vom Juli 2002 festgelegt.

http://www.vattenfall.de/www/dso/vf_dso ... /index.jsp

http://www.sfv.de/lokal/mails/wvf/ueberspa.htm

Gruß Elektron
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Re: Was tun bei Netzschwankungen ?

Beitragvon Straubinger » 29.12.2007, 15:22

Elektron hat geschrieben:
Ja, muss er!

Die Anforderungen an die elektrische Spannung sind in der EN 50160 vom März 2000 und der IEC 60038 vom Juli 2002 festgelegt.




Im Klartext heißt das, dass die Spannung am Hausanschluss zwischen 207 und 244 V betragen darf. Wie Filou schreibt, bricht die Spannung bei Belastung auf 218 V (im Zählerschrank) ein, das liegt innerhalb der gesetzlichen Toleranzen.
Sollte aber bei Sonnenschein die Spannung nach oben abhauen (> 244 V am Hausanschluss), so sollte das dem Netzbetreiber gemeldet werden. Der wird dann einen Spannungsschreiber in die Kundenanlage einbauen und eventuell nötige Maßnahmen ergreifen. Das gleiche gilt auch, falls die Spannung unter 207 V abfallen sollte.


Zum Phänomen von Filou:
Es kann durchaus auch sein, dass nach dem Zähler in der Hausinstallation ein Spannungsfall von 10V oder mehr vorkommt:
-Leitungslänge Zählerschrank-Küche 20m 3*1,5, macht hin und zurück 0,47 Ohm
-Belastung mit 4 kW (17,4 A), Leitung ist überlastet, aber B16-Automat löst bei kurzzeitiger Überlast noch nicht aus
-Dabei kommt auf der Leitung ein Spannungsfall von 8,3 V raus. Dabei sind die Ünergangswiderstände von Klemmen bzw Steckverbindungen noch nicht eingerechnet.

Im ungünstigsten Fall (keine Sonne, viel Stromverbrauch) hat er 207 V am HA, danach nochmals ein paar Volt Minus in der Hausinstallation, schon ist man unter 200 V. Da fängt so manche Elektronik schon mal zu spinnen an.


Viele Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!


Markus
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http://www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=1611
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Beitragvon jogi77 » 30.12.2007, 12:49

filou hat geschrieben:Wenn wir eine Phase mit ca. 4000 Watt belasten geht die Dunstabzugshaube auf halbe Drehzahl und die Halogenlampe aus (beide auf der selben Phase).
Am Zählerschrank sinkt die Spannung von 228 V auf 218 V :roll:
Gleiches Phänomen bei Zuschaltung eines 4 kw Motors...
Liegt es jetzt an dem schlechten Strom oder an der Dunstabzugshaube und der neuen Halogenlampe??
Gruß
filuo


218V ist ja noch kein Beinbruch..... wie sieht die Spannung an der Lampe aus ?
Wie alt ist die Elektroanlage im Haus ?

Wenn Du nen Motor zuschaltest braucht der erstmal nen vielfach höheren Einschaltstrom als den angegebenen Nennstrom, da kann das Licht schonmal flackern....
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Beitragvon filou » 06.01.2008, 21:53

tiger16 hat geschrieben:wäre interessant zu wissen ob du das letzte haus bist an einer stichleitung ( ende der freileitung oder erdkabels ) und was dort alles dranhängt ( Pv-anlagen )?? wie weit ist die länge des ausläufers bis zur trafostation ? bei langen wegen treten solche phänomene gerne und häufig auf.
leider habe ich auf der arbeit solche probleme täglich.

gruß mathias

Hallo Mathias
Wir sind das letzte Haus an der Stichleitung...Bis zum Transformator sind es ca.300 m...Wir haben eine 29,5 kwp PV Anlage und ein BHKW was konstant mit 5,3 kw einspeist und dessen Strom wir zu 80% selbst verbrauchen.
Vom Zählerkasten bis zum "Nebenhaus" in dem die Probleme auftreten liegt ein 45 m langes Kabel mit 16mm².Das Haus ist 9 Jahre alt.
Können die Störungen auch in dem Moment auftreten wo die eigene "Stromproduktion"nicht mehr ausreicht und der Strom quasi schlagartig in die entgegengesetzte Richtung fließen muß??

Gruß filou
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Beitragvon Friday » 08.01.2008, 10:43

Das Problem hört sich nach dem Zuschalten oder Abschalten von induktiven Lasten (Motor oder so) an. Das sind dann aber kurzzeitige Effekte, die nicht mehrere Sekunden sondern nur etwa 1 Sekunde dauern.

45m bei 16mm² hmmm das ist nicht gerade eine dicke Leitung. Da ist in jedem Fall nicht das EVU sondern der Kunde selbst verantwortlich.

Auszug aus der TAB2000: bis 100kVA: 0.5% zulässiger Spannungsfall im Hauptstromversorgungssystem. Dazu zählt auch das Erdkabel.
1,339 Ohm / km * 0,045m = 0,060 Ohm
Bei 50A (Auslegung?) ergibt sich ein Spannungsfall von 50A*0,06 Ohm=3V
Das ist allein schon deutlich mehr als 0,5%.

Wenn hier der Elektriker sagt, daß kein Fehler vorliegt, dann sollte man ihn mal darauf hinweisen, daß bei der Frage nach Fehlern auch Auslegungsfehler mit gemeint sind. Den sehe ich hier.
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