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Moderator: Mod-Team
von eweri » 30.08.2010, 18:20
Hallo Leute!
Nachdem nun das ganze Dach mit PV voll ist, denke ich über Wärmekollektoren für Warmwasser und Heizung nach.
Jetzt ist ja der Modulvergleich bei PV relativ leicht (dank der Moduldatenbank hier im Forum), aber wo kann man Solarkollektoren vergleichen?
Was ich bis jetzt gefunden habe - Foren, Hersteller und Installateur-Seiten war eher Verkäufergewäsch als "harte" technische Fakten.
Gibt es einen Seite wo man sich intensiv mit den unterscheidlichen Kollektor-Typen beschäftigt und - ganz wichtig - Vor- und Nachteile des jeweiligen Typen auflistet? Auf was beziehen sich die Ertragsangaben? Kennt jemand eine Tabelle aus der hervor geht um wie viel der Ertrag abnimmt wenn der Kollektor nicht optimal ausgerichtet ist? (z.B. wie die Sonnenscheibe aus der Photon) - ich denke darüber nach Kollektoren senkrecht an die SSO-Wand zu hängen - ich hoffe damit im Frühjahr und Herbst besser den Wärmebedarf abdecken zu können. Ich möchte möglichst genau abschätzen können, mit was für einem Ertrag ich an meinem Standort je nach Typ und Ausrichtung rechnen kann.
Fragen über Fragen und konnte noch nichts vernünftiges im Internet finden, das so gut ist für Solarkollektoren, wie dieses Forum für PV.
Für Links wäre ich sehr dankbar, mfG eweri
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von Cruso » 30.08.2010, 22:33
Da ich mich mit Solarthermie und Photovoltaik beschäftige, lässt sich klar sagen verbindliche, aussagekräftige Informationen zu bekommen ist bei Photovoltaik wesentlich leichter als bei Solarthermie.
Speicher, Wärmeträger, Steuerung unbd Kollektor können eine Anlage bei Solarthermie sehr unterschiedlich beeinflussen und zum Ausfall führen. z.B. ein normaler Wärmespeicher welcher von einer zu großen Solaranlage immer Nahe des Siedepunkte bzw. über 60°C erwärmt wird kann bei hartem Wasser sehr schnell verkalken und die Anlage bereitet je nach Typ mit Wärmetauscher durch die Verkalkung nur Probleme.
Oder ein anderer Fall, eine Röhrenkollektoranlage schaltet sich aufgrund zu heißen Wassers ab, die Zirkulation steht still, es bildet sich eine Dampfblase. Hat die Anlage einen hohen Wirkungsgrad und erreicht im Stillstand sehr hohe Temperaturen kann sich der Wärmeträger (Glykol+ Wassser) zu Teerklumpen zersetzen. Wurden die Kupferleitungen großflächig sehr heiß verlötet und es entstand viel Zunder, bildet sich noch viel schneller Teer und die Anlage verstopft.
Ich kann deshalb nur zwei DInge raten --> unbedingt mit der Materie auseinandersetzen Absoluten Fachmann zur Beratung heranziehen --> dies ist leider nicht jeder Heizungsbauer (auch bei 1000 erstellten Anlagen)
Solarthermie lohnt sich nicht, eine abgeschriebene alte Heizungsanlage aber auch zum Teil elektrische Durchlauferhitzer oder Boiler mit Nachtstrom können WESENTLICH kostengünstiger sein!
Solarthermie lohnt sich nur bei einem Schwimmingpool.
Von senkrechten Kollektoren halte ich persönlich nichts,
-weil insbesonders im Winter speziell morgens und abends oft Nebel herrscht. -bei flachen Winkel die Sonnenstrahlen einen weiten, tiefen Weg durch die Atmosphäre hat und die Strahlen stark gedämpft werden. - im Winter, wann die Energie gebraucht wird, sind die Tage kurz und die Sonne verliert durch den Einstrahlungswinkel (Atmosphäre) viel an Energie. - durch den Cosinussatz (Einstrahlungswinkel) können die senkrechten Kollektoren nur sehr schlecht von höheren Sonnenständen profitieren.
Dennoch ich habe auch eine Solaranlage und es ist sehr erfreulich, dass die Heizung zur Wassererwärmung von April bis Oktober ausbleiben kann!
Die billigen Flachkollektoren haben im Winter - sofern eh wenig von der Sonne kommt - leider nur einen schlechten Ertrag, da die Kollektoren größere Wärmeverluste bei niedriger Umgebungstemperatur haben.
Röhrenkollektoren (Vakuum) sind wesentlich teurer, bringen - bei einem gutem System - im Winter und in der Übergangszeit mehr Ertrag. Sie sind jedoch aufgrund des Vakuums wesentlich anfälliger für Hagel (da bezahlt jedoch auch die Versicherung). Übertemperaturen sollten bei Röhrenkollektoren unbedingt vermieden werden, da sich der Wärmeträger (Glykol + Wasser) zu Teer zersetzen. Mancher Hersteller umgeht dies, indem er die Anlage mit Wasser betreibt und im WInter heizt damit die Anlage nicht eingefriert. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Speicher genügend groß oder die Kollektorfläche im Verhältnis zum Speicher klein ausgelegt wird.
Eigenersteller bauen oft Wärmetauscher zur Kühlung im Sommer bzw. Urlaub ein, und haben ein sehr großes Kollektorfeld.
Bei Röhrenkollektoren finde ich die Firma Paradigma sehr gut, allerdings auch sehr teuer. Die Röhren lassen sich leicht wechseln. Es ist kein Headpipesystem welches undicht werden kann. Der Wirkungsgrad insbesondere im Winter ist sehr gut. Sehr gute Dokumentation. Allerdings halte ich persönlich von dem mit Wasser betrieben System nichts.
Bei Flachkollektoren finde ich die Firma Wagner sehr gut. Leider auch sehr teuer. Bei Ebay gibt es schon Kollektoren für 1/4 des Preises. Allerdings sind die Wagnerkollektoren sehr langlebig und haben einen guten Wirkungsgrad.
Übrigens benötigst du nicht unbedingt gleich einen neuen Speicher etc. du kannst auch einfach einen Wärmetauscher in deinen Boiler/Speicher einschleifen und daran die Solaranlage mit Frostschutz betreiben.
Gute Regler sind die von Deltasol, jedoch müssen sie richtig konfiguriert sein.
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von eweri » 31.08.2010, 12:41
Hallo Cruso! Ich bin schwer beeindruckt  , das war mehr wissen als ich in den letzten drei Monaten im Internet finden konnte. Cruso hat geschrieben:... z.B. ein normaler Wärmespeicher welcher von einer zu großen Solaranlage immer Nahe des Siedepunkte bzw. über 60°C erwärmt wird kann bei hartem Wasser sehr schnell verkalken und die Anlage bereitet je nach Typ mit Wärmetauscher durch die Verkalkung nur Probleme.
Oder ein anderer Fall, eine Röhrenkollektoranlage schaltet sich aufgrund zu heißen Wassers ab, die Zirkulation steht still, es bildet sich eine Dampfblase. Hat die Anlage einen hohen Wirkungsgrad und erreicht im Stillstand sehr hohe Temperaturen kann sich der Wärmeträger (Glykol+ Wassser) zu Teerklumpen zersetzen. Wurden die Kupferleitungen großflächig sehr heiß verlötet und es entstand viel Zunder, bildet sich noch viel schneller Teer und die Anlage verstopft.
Ich hatte mal etwas von Übertemperatur gehört und deswegen bin ich darauf gekommen die Kollektoren an die Wand zu hängen. Im Sommer wenn der Wärmebedarf gering ist, ist dann auch der Ertrag geringer und die Temperatur im Kollektor nicht so hoch. Cruso hat geschrieben:Ich kann deshalb nur zwei DInge raten --> unbedingt mit der Materie auseinandersetzen Absoluten Fachmann zur Beratung heranziehen --> dies ist leider nicht jeder Heizungsbauer (auch bei 1000 erstellten Anlagen)
Wie erkennt man einen Fachmann? Dummschwätzer erkennt man sehr leicht, aber ein Fachmann kann auch "betriebsblind" sein. Der empfiehlt halt nur was er die letzten 10 Jahre schon immer empfohlen hat. Wenn ich so einem sage ich will die Dinger senkrecht hängen, winkt der gleich ab. Cruso hat geschrieben:Solarthermie lohnt sich nicht, eine abgeschriebene alte Heizungsanlage aber auch zum Teil elektrische Durchlauferhitzer oder Boiler mit Nachtstrom können WESENTLICH kostengünstiger sein!
Mir geht es da auch um den Öko-Effekt und die geringere Abhängigkeit von Gaspreiserhöhungen Cruso hat geschrieben:Von senkrechten Kollektoren halte ich persönlich nichts, -weil insbesonders im Winter speziell morgens und abends oft Nebel herrscht. -bei flachen Winkel die Sonnenstrahlen einen weiten, tiefen Weg durch die Atmosphäre hat und die Strahlen stark gedämpft werden. - im Winter, wann die Energie gebraucht wird, sind die Tage kurz und die Sonne verliert durch den Einstrahlungswinkel (Atmosphäre) viel an Energie. - durch den Cosinussatz (Einstrahlungswinkel) können die senkrechten Kollektoren nur sehr schlecht von höheren Sonnenständen profitieren.
Okay- aber was hilft mir ein maximierter Wärmeertrag, wenn der Ertrag dann anfällt, wenn ich den gar nicht brauche? Wenn die Kollektoren nicht optimal ausgerichtet sind - also z.B. senkrecht hängen, hat das aber auch Vorteile: - im Winter bleibt kein Schnee auf den Kollektoren liegen - Überhitzung im Sommer ist fast ausgeschlossen (macht vielleicht sogar die Steuerung einfacher?) - im Winter ist der Ertrag grösser als bei auf maximalen Ertrag ausgerichteten Kollektoren - Ich könnte mir sogar vorstellen die Kollektoren so aufzuhängen, dass es eine optimierte Winterstellung gibt, ca. 70° und im Sommer die Kollektoren auf 90°, also senkrecht eingestellt werden. Cruso hat geschrieben:Röhrenkollektoren (Vakuum) sind wesentlich teurer, bringen - bei einem gutem System - im Winter und in der Übergangszeit mehr Ertrag. Sie sind jedoch aufgrund des Vakuums wesentlich anfälliger für Hagel (da bezahlt jedoch auch die Versicherung). Übertemperaturen sollten bei Röhrenkollektoren unbedingt vermieden werden, da sich der Wärmeträger (Glykol + Wasser) zu Teer zersetzen. Mancher Hersteller umgeht dies, indem er die Anlage mit Wasser betreibt und im WInter heizt damit die Anlage nicht eingefriert. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Speicher genügend groß oder die Kollektorfläche im Verhältnis zum Speicher klein ausgelegt wird.
Verschmutzung, Hagel und Teer dürfte kein Problem bei senkrechter Anbringung sein - zu mal ich die Kollektoren unter den Dachunterstand montieren will (Verschattung durch den Dachüberstand ab 16 Uhr - im Winter ist die Sonne dann sowieso schon weg) Cruso hat geschrieben:Eigenersteller bauen oft Wärmetauscher zur Kühlung im Sommer bzw. Urlaub ein, und haben ein sehr großes Kollektorfeld.
Grösse ist auch so ein Problem - wieviel kann ich mit ca. 8-9qm Kollektorfläche überhaupt erreichen? Es muss doch Berechnungsgrundlagen und Erfahrungen geben wie bei PV, so dass man einen Mindestertrag abschätzen kann. Cruso hat geschrieben:Bei Röhrenkollektoren finde ich die Firma Paradigma sehr gut, allerdings auch sehr teuer. Die Röhren lassen sich leicht wechseln. Es ist kein Headpipesystem welches undicht werden kann. Der Wirkungsgrad insbesondere im Winter ist sehr gut. Sehr gute Dokumentation. Allerdings halte ich persönlich von dem mit Wasser betrieben System nichts.
Genau den Typ habe ich mir auch schon angesehen. Und da ich senkrecht aufhängen will, bleiben so wie so nur Röhrenkollektoren übrig. Cruso hat geschrieben:Bei Flachkollektoren finde ich die Firma Wagner sehr gut. Leider auch sehr teuer. Bei Ebay gibt es schon Kollektoren für 1/4 des Preises. Allerdings sind die Wagnerkollektoren sehr langlebig und haben einen guten Wirkungsgrad.
Übrigens benötigst du nicht unbedingt gleich einen neuen Speicher etc. du kannst auch einfach einen Wärmetauscher in deinen Boiler/Speicher einschleifen und daran die Solaranlage mit Frostschutz betreiben.
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Ich habe mal von einem System gelesen, bei dem die Kollektoren nur dann mit Flüssigkeit gefüllt waren wenn man auch Wärme benötigte - ein Überhitzen sollte so nicht auftreten. Wie schon geschrieben ich denke halt über Wärme nach - nur ohne Fakten kann ich keine Entscheidung finden. Ich habe sogar schon über einen selbstgebauten Luftkollektor nach gedacht - da muss man alles selber machen  Aber schon einmal vielen Dank für deine Hilfe, eweri
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von a.ritter » 31.08.2010, 18:02
Ich habe mal von einem System gelesen, bei dem die Kollektoren nur dann mit Flüssigkeit gefüllt waren wenn man auch Wärme benötigte - ein Überhitzen sollte so nicht auftreten.
Drain-Back System -> suche mal nach einen "braun kollektor" Genial, aber die Leitungsverlegung ist trickreich. Ich habe sogar schon über einen selbstgebauten Luftkollektor nach gedacht - da muss man alles selber machen
Den kann man auch kaufen. Gruß A. Ritter
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von Cruso » 31.08.2010, 21:22
Vieles auf einmal. Mit darin back System oder entleerenden Systemen kenne ich mich nicht aus, ich weiß jedoch eines, das Frostschutzmittel altert schneller, sofern Zunder von der Kupferlötung oder Sauerstoff/Luft anwesend sind. Ebenso altert (und zersetzt) sich die Frostschutztflüssigkeit -wie geschrieben - bei Übertemperatur. Der Ertrag lässt sich simulieren - ähnlich pvgis -, wobei so mancher Röhrenkollektor weniger winkelabhängig als Photovoltaikmodule sind. Ich würde jedoch für eine Anlage, je nach Dachneigung nicht mehr als +-40° von Süd akzeptieren! Leider werden auch die unmöglichsten Anlagen (Nord,Verschattung) gebaut. Selbst habe ich auch eine Anlage, die Rentabilität ist jedoch fragwürdig, wie gesagt, ich möchte nicht und kann nicht genaue Preise nennen. Wassererärmung mit gut eingestelltem Nachtstromboiler 7 cent/KWH, alte abgeschrieben Ölheizung 10 Cent pro kwh, Solaranlage oft bei 20 Cent pro kwh . Bekannt sind mir allerdings auch Leute mit Röhrenanlage, welche bei 70er Jahre Haus mit einer 15m² Anlage 2000 Liter Heizöl sparen (nach deren Angabe). Den Winkel würde ich auf den Sonnenstand April optimieren. Wie dieses Jahr, kommt im Januar, Februar einfach nichts verwertbares. Es ist klar und auch bei einigen Installationsanleitungen beschrieben, für Heizungsunterstützung steile Winkel. Die Hersteller sprechen in ihren Anleitungen dann oft von Nutzungszeitraum April bis Okotber  . Woran erkennt man einen Fachmann. Entschuldige die Antwort, dies wird leider immer schwieriger, oft sind die Handwerker experte auf einem Feld (Brennereinstellung, saubere Verlegung), versagen aber bei anderen Dinge. Jeder hat halt seine Schwerpunkte. Bei Verarbeitung von Kupferlötstellen sauber auszuführen. Sehr wichtig ist es schnell und mit dem richtigen Brenner zu arbeiten. Bei uns wurden Kupferheizkörperrohre vollkommen falsch installiert, sie wurden großfläch erhitzt und es bildete sich viel Zunder, dies kostete drei Viessmann Pumpen (je 220 Euro). Nach langem Impulsspülen war der ganze Dreck weg. Deshalb Solaranlage sofern Kupferrohr, erst mal richtig lange, evtl. mit Impulsspüler (sofern einer herumsteht) spülen. Natürlich ist dies bei Schraub-/Pressverbindungen oder Edelstahl nicht notwendig. Privat fülle ich die Kuperröhren mit Schweißgas (Argon/WIG), da gibt es dann gleich mal weniger oder fast keinen Zunder. Der Anlagentyp und -auslegung ist auch meist schwierig. Große Pufferspeicher lohnen meist nicht, da sie eine Wärmemenge gerade ausreichend für zwei Tage heizen speichern können und meist zu wenig da ist. Meine Anlage (Sommerbetrieb 15 qm), momentan im Umbau, späterer Ausbaustand: 350 Liter Wasserspeicher eine Heizschlange vom Ölbrenner. Solaranlage eingekoppelt über einen externen Plattenwärmetauscher in den Wasserspeicher. Bei zuviel Wärmemenge bzw. warmen Wasser springt Pumpe von Ölheizung an, und nimmt Wärme vom Wasserspeicher zur nicht laufenden Ölheizung. Immer noch zuviel Wärme, Heizungsumwälzpumpe springt an und gibt Wärme über einen Heizkörper ab. Winterbetrieb, Wasser wird auf max. 44 im Speicher erwärmt, ab dann Einschaltung der Pumpe zum Kessel. Unsere Heizung hat nur 39°C Vorlauf (obwohl Altbau). Die Anlage ist ein absolutes Billigkonzept. Es gibt natürlich teurere Anlage einfach mal nach IVT Latino Speicher bzw. Rotexspeicher suchen, da steht auch viel in den Foren. Ich würde es nur machen, sofern eine noch akzeptable Südausrichtung da ist. Im Sommer würde ich, sofern es Röhrenkollektoren sind, die Wäre irgendwie (Kühler, Wärmetauscher Pool etc.) abführen. Die Flachkollektoren würde ich mit der Röhrenkollektor Wärmeträgerflüssigkeit füllen, da diese wesentlich höhere Temperaturen aushält. Sofern man ein wenig selber gerne bastelt und schweißt, aus einem Bierfaß und einer Lowara Pumpe läßt sich ein billiges und leistungsfähiges Spülgerät basteln. Stelle gerne ein Bild ein.
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von eweri » 31.08.2010, 22:32
Man - das wird ja immer besser  Also - unser Wärmebedarf ist ungefähr 12000kWh/a für Heizung und Warmwasser. Da ich nicht mehr wie 8-9qm senkrechte Fläche die in Richtung 155° (SSO) schaut habe ist halt meine Überlegung kann man damit etwas sinnvolles tun? Bisherige Idee war ein selbstgebauter Luftkollektor - alles was der Markt bietet ist wohl nicht wirklich toll. Selbstbau ist aber sehr zeitaufwendig - das kann ich kaum schaffen. Deswegen die Idee, ob man nicht 8-9qm Wasserkollektoren vor die Wand hängt und so die Therme unterstützen kann. Wie kann ich denn ausrechnen mit was für einem Ertrag ich bei der Ausrichtung und je nach Kollektor-Typ rechnen kann? MfG eweri
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von hundertprosolar » 31.08.2010, 23:04
Moin, möchte mal zu "einigen" Punkten Stellung beziehen... Die schon gegebenen Links zum HTD, SPF und "GetSolar" sind sicher die besten. GetSolar bag es mal in Freeware-Form (anscheinend wohl nicht mehr?). Kannst ja mal im HTD jemanden fragen, ob er Dir die letzte Freeware-Version zukommen lässt. Allerdings hat das Prg. seine Grenzen Cruso hat geschrieben:1.Da ich mich mit Solarthermie und Photovoltaik beschäftige, lässt sich klar sagen verbindliche, aussagekräftige Informationen zu bekommen ist bei Photovoltaik wesentlich leichter als bei Solarthermie.
2. z.B. ein normaler Wärmespeicher welcher von einer zu großen Solaranlage immer Nahe des Siedepunkte bzw. über 60°C erwärmt wird kann bei hartem Wasser sehr schnell verkalken und die Anlage bereitet je nach Typ mit Wärmetauscher durch die Verkalkung nur Probleme.
3. Oder ein anderer Fall, eine Röhrenkollektoranlage schaltet sich aufgrund zu heißen Wassers ab, die Zirkulation steht still, es bildet sich eine Dampfblase. Hat die Anlage einen hohen Wirkungsgrad und erreicht im Stillstand sehr hohe Temperaturen kann sich der Wärmeträger (Glykol+ Wassser) zu Teerklumpen zersetzen.
4. Wurden die Kupferleitungen großflächig sehr heiß verlötet und es entstand viel Zunder, bildet sich noch viel schneller Teer und die Anlage verstopft.
Ich kann deshalb nur zwei DInge raten --> unbedingt mit der Materie auseinandersetzen Absoluten Fachmann zur Beratung heranziehen --> dies ist leider nicht jeder Heizungsbauer (auch bei 1000 erstellten Anlagen)
5. Solarthermie lohnt sich nicht, eine abgeschriebene alte Heizungsanlage aber auch zum Teil elektrische Durchlauferhitzer oder Boiler mit Nachtstrom können WESENTLICH kostengünstiger sein! Solarthermie lohnt sich nur bei einem Schwimmingpool.
6. Von senkrechten Kollektoren halte ich persönlich nichts,....
7. Die billigen Flachkollektoren .... ......Röhrenkollektoren (Vakuum) sind .....
8. Übertemperaturen sollten bei Röhrenkollektoren unbedingt vermieden werden, da sich der Wärmeträger (Glykol + Wasser) zu Teer zersetzen.....
9. Eigenersteller bauen oft Wärmetauscher zur Kühlung im Sommer bzw. Urlaub ein, und haben ein sehr großes Kollektorfeld.
10. Gute Regler sind die von Deltasol, jedoch müssen sie richtig konfiguriert sein.
11.Ebenso altert (und zersetzt) sich die Frostschutztflüssigkeit ....
12.Privat fülle ich die Kuperröhren mit Schweißgas (Argon/WIG)...
13.Große Pufferspeicher lohnen meist nicht, da sie....
1. Kein Wunder, da eine ST-Anlage wesentlich komplexer aufgebaut ist. 2. Große Speicher werden in den wenigsten Fällen kalkhaltiges Trinkwasser enthalten, sondern Heizungswasser. Also keine Kalkproblematik und deren Folgen. 3.Hohe Temperaturen, mit "Stillstand" können in jeder ST-Anlage entstehen. a) Ein Ziel der Planung/Projektierung ist, Stillstände so weit möglich auszuschließen. b) Bei Einsatz von VRK = VakuumRöhrenKollektoren wird ein besonderer Wärmeträger (z.B. Tyfocor LS) verwendet, der den Temperatur-Belastungen (höhere Stillstandstemp.) gerecht wird. Natürlich hat auch dieser W-Träger seine Grenzen. 4. Fachgerechte Montage MUSS man voraussetzen. JEDE hydraulische Anlage im Wohnhaus muss nach Fertigstellung bzw. VOR Inbetriebnahme gespült werden, damit fertigungsbedingte Reststoffe (Entgratungsrückstande, Zunder, allgemeiner Schmutz) entfernt wird. Alles andere ist nicht fachgerecht. 5. Du widerlegst Dich in Deinem Satz schon selbst: .. .können... a) Ökologisch lohnt sich ST immer. b) Wirtschaftlich hängt es sehr von Art, Konstruktion und diversen anderen Randbedingungen ab, ob eine St-Anlage wenig oder viel eines anderen E-Trägers einspart. ST ausschließlich für WW: Im Bestandsbau liegt der E-Bedarf für WW bei ca. 12% vom gesamten W-Bedarf. Davon ca. 60% durch ST ersetzt ergäbe ca. 7% Substitution durch die WW-ST. Wird ein Zuschuss-Spiel  Im Neubau oder bei sehr hohem WW-Anteil sieht das etwas besser bis sogar gut aus. ST für WW mit HU = Heizungsunterrstützung: wiederum abhängig von Randbedingungen wie: System-Temperatur der Heizung (also benötigte Vorlauftemperatur und tatsächliche Rücklauftmep., Art der "Heizflächen" -Heizkörper oder FBH/Wandheizung), grundsätzlicher Heizwärmebedarf des Gebäudes. Dazu: Ein Bestandsbau, der bereits bei 17°C AT deutlichen Bedarf hat, kann sicher mehr solare Energie/a verwerten als ein Niedrigstenergiehaus moderner Bauart, was erst bei AT unter 15°C deutlich Heizleistung verlangt. Man kann -je nach Voraussetzungen/Randbedingungen- u.U. mehrere zig% Solar-Anteil erreichen. Nachweislich und auch live im Netz. 6. Persönliche Meinungen helfen leider nicht viel. Wenn man sich die Testdaten (SPF) von Kollektoren ansieht, gibt es bei den sogenannten "longitudinalen" Korrekturfaktoren eine Menge Exemplare, die auch bei größerer Abweichung vom idealen Einstrahlwinkel (90° zur Kolli-Ebene) nur wenige Prozentpunkte Verluste aufweisen. Einerseits also relativ wenig Ertragsminderung durch hohe Sonnenstände (im Hochsommer wegen Stillstandsgefahr sogar gewünscht), in der Übergangszeit vernachlässigbar und um so optimaler, wenn der Kollektor recht steil steht. 7. Beide, Flachmann wie Röhre, haben ihre Vor- und Nachteile. Auch mit (allgemein preiswerteren) Flachkollis kann man in der kalten Jahreshälfte gute Ergebnisse erzielen. Entscheidend ist die gesamte Planung mit allen Einflüssen/Parametern. Besonderheit VRK: sogenannte Sydney-Kollektoren haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Heatpipe-Systemen: Sie besitzen keinen Übergang/Durchgang Glas/Metall, der allmählichen Vakuumverlust bedeuten kann. Das Medium durchfließt ein U-förmiges Rohr, das von einer (für das Vakuum) allseits geschlossenen "Thermoskanne" umgeben ist. Wesentlich besser und sicherer. Welche schießlich besser sind: Es gibt mindestens so viele Standpunkte wie Kollektorbauarten PLUS eins Reine Wasser-System (Paradigma Aqua) oder DrainBack sind was für Spezialisten. Es gibt davon in D nur ganz wenige, die sowas wirklich draufhaben. Soweit ich weiß, hat P. da auch so seine Probleme  Für Hobby-Installateure einfach vergessen, wenn nicht überragendesl Fachwissen vorhanden ist. 8. Besser: Das W-Trägermedium vercrackt unwiderruflich. Sehr schwer bis gar nicht zu entfernen. 9. a) Eine gut konstruierte Anlage mit sinnvollen Größenverhältnissen (Kollifläche/Speichervolumen) benötigt keine (aktive) Notkühlung. b) Das machen in besonderen Fällen auch die Profis 10. Gute Regelungen beziehen das komplette System incl. Heizungsanlage und andere Wärmeerzeuger mit ein. Am flexibelsten sind hier frei programmierbar Systeme (z.B. UVR 1611). 11. Deswegen ist eine ST-Anlage nicht ganz wartungsfrei. Das Solarfluid (Ausnahme Wasseranlagen) muss regelmäßig kontrolliert werden (ph-Wert, Frostschutz). 12. Hast du zuviel Geld? 13. Es kommt wesentlich darauf an, wie ein Solar-Puffer gedämmt ist und wie sinnvoll die Anschlüsse ausgeführt (Thermo-Siphon) sind. Standard-Weichschaumdämmungen der Hersteller (WLG >= ca. 055) taugen oft nur für die Altstoff-Entsorgung. Da gibt es einige schöne Hinweie im HTD. eweri hat geschrieben:14. ...bin ich darauf gekommen die Kollektoren an die Wand zu hängen....
14. Wenn der Hersteller das zulässt, OK. Manche schreiben einen max. Anstellwinkel vor.
Sonnige Grüße von 100% Solar (Michael)
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von Cruso » 31.08.2010, 23:58
Alles fast gleicher Meinung.
Aber auch vercrackten Anlagen kann man noch helfen, die Firma Tyco hat oder hatte selbst eine Mittel im Sortiment mit welchem man Vercrackungen entfernen kann. Sofern man an den Kollektor leicht hinkommt bzw. im Vorlauf- und Rücklauf keine Gummidichtungen/ Plastik etc. hat, gibt es ein paar Lösungsmittel zum Spülen. Da kommt dann fast alles heraus. In den Anfangszeiten der besseren Röhrenkollektoren wurde mit viel experimentiert (Bremsenreiniger, PU Schaum Entferner, Aceton, Nitroverdünnung). Sobald er Kollektor ganz dicht ist, geht natürlich nichts mehr. Dies passiert natürlich auch nur bei falsch eingestelltem Gefrierpunkt bzw. reinen Glykol.
Das Problem ist nicht das teure Argon (20l, 220 bar, 50 Euro), mit Korken am Ende muss garnicht viel hinein, ein Handwerker welcher damit sein Geld verdient, hat einfach nicht die Zeit (Flasche anschließen etc).
zu 4. habe ich leider schon bei Heizungen, Solarthermie etc. schon zu oft erlebt. Scheinbar denken viele, dass verkraftet die Anlage. Es gab sogar Unterschiede bei der gleichen Firma. Sind alles Meisterbetriebe mit zum Teil mehreren Meistern. . zu Punkt 6. Aufgrund des Weges durch die Atmosphäre und des Einstrahlungswinkels (Cosinussatz) sieht es doch bei manchen Winkeln hoffnungslos aus. Im hochgelegenen Allgäu fangen die Thermieanlagen im Winter viel ein, am Bodensee oder diversen Flusstälern oder größeren Städten wie Ulm herrscht dann Nebel. Leider ist dies bei so manchem Programm nicht hinterlegt. Mit einem Solarimeter/ Globalstrahlungsmessgerät lässt sich einfach messen, wie viel Energie pro qm noch kommt. Einfach mal bei Abendsonne an den Standort stellen und das Gerät im richtigen Winkel halten. Das Gerät zeigt dann an, welcher Energie eine Kollektorfläche (pro m²) x Wirkunggrad bringt. Ein einfaches, günstiges Gerät wäre der Mac Solar für je nach Anbiet ca. 230 Euro.
zu 7. Ohne Heatpiperöhren, z.B. reinen Glasröhren lässt sich auch die Röhre schneller bzw. leichter wechseln
zu 9. Mit Notkühlung kein Problem, es gibt jedoch zig zu groß ausgelegte Anlagen. Dann hat man immer die gleiche Problematik, Kalk oder Teer. Die Foren sind leider voll damit.
9b gibt sogar ein paar Anlagen von Heizungsbauern, Vertrieb etc. bei welchen die Kühlung mit drin ist, die Deltasol Steuerungen und ein paar andere, werden bei Nacht Wärme über das Kollektorfeld los.
zu 13. In 1000 Liter Wasser (Wärmeenergie) bekommt man bei gängigen Temperaturunterschieden gerade die Energie von 5 Liter Heizöl. Mag sich mal rechnen mal nicht, der Speicher hat ja auch seinen Preis (ökologisch sicher).
Zuletzt, es gibt mittlerweile sogar zig Studien von Betreibern, Universitäten zu der Lebensdauer und Effizienz von Solaranlagen. Habe erst ein älteres Papier einer Behörde gelesen, welche größere Anlagen von Bundeswehr und anderen Behörden betreut. Das Fazit viel positiv aus, sogar die uralten Anlagen von langer Vorzeit funktionieren noch.
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von westdach » 02.09.2010, 06:55
kann mir jemand behilflich sein ich hätte ne Frage: Darf man die Solarleitungen "weich" löten? wo könnte ich das rausfinden?
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