phoenixx2007 hat geschrieben:Tag sunpower16,2!
........ bei Schnee usw. kommt nix. Darum heißt das Zauberwort hier Pufferspeicher! ...
Phoenixx
Naja, der Schnee wäre jetzt nicht das Problem. Hintergrund: Ich habe eigentlich ziemlich viele Ideen in der Hinsicht - und ein altes verschiefertes 3-Familien-Fachwerkhaus (3 Etagenwohnungen). Das ist derzeit ungefähr so gut gedämmt wie ein Windfang und wartet darauf, dass ich was draus mache. Das Haus steht so, dass die Ostseite ca. 10° nach Süden und die Südseite (logisch) 10° nach Westen gedreht ist. Jetzt habe ich an die Südseite eine (recht große) Garage mit ein paar Nebenräumen und der PV oben drauf gebaut. Der Südgiebel ist zu ca. 40m² noch frei und die Ostseite bietet theoretisch auch nochmal ca. 50 m². Das Dach kannste aufgrund von Ausrichtung und Gaupen für sowas voll vergessen.
Der Plan: Die alten Schiefer runter und 'ne Wärmedämmung dran, darauf eine Hinterlüftung und in Eigenbau Kupferrohre und anstelle von Schieferplatten schwarz lackierte Kupferplatten. Ggf. mit Glasplatten oben drauf oder so, will mal in den nächsten Jahren Experimente machen, was besser geht. Und damit hätte ich eine riesige Solarthermie-Fläche, die fast senkrecht (geringe Neigung aus der Senkrechten durch die Überlappung der Platten) hängt. Ich denke mal, dass im Sommer eh genug Wärme bei rum kommt und ich die Anlage nur mit 1/4 Fläche laufen lassen brauch. Doch im Winter bei tief stehender Sonne - denke ich - wird jeder kleine Sonnenstrahl maximal ausgenutzt.
Und der Clou ist: Anstatt teure Schieferplatten und davor dann teure Solarthermiemodule zu kaufen, lande ich auf diese Weise preislich irgendwo dazwischen. Kupfer ist halt teuer, hat aber IMHO mit Abstand den besten Wärmeleitkoeffizient. Mal sehen, vielleicht kann ich die Mengen irgendwo günstig beziehen.
Nur bei so einer grauen Wolkendecke ist jetzt natürlich die hochspannende Frage, ob da irgendwas noch warm wird, oder ob da gar nix geht. In meiner Teil-Unterkellerung habe ich natürlich nicht unendlich viel Platz, um einen riesigen Pufferspeicher im Sommer aufzuladen, damit er den Winter 3 Wohnungen und Warmwasser beheizt.
Doch in einer Hinsicht verstehe ich Dich - Phoenixx - nicht wirklich. Ein Pufferspeicher mag das Sonnendefizit vielleicht im Winter wettmachen. Doch was soll an der Idee falsch sein, mit Windenergie eine Erdwärmepumpe anzutreiben? Wind ist im Herbst, Winter und Frühling ausreichend vorhanden und der Wirkungsgrad der WP ist doch nun wirklich an kalten wolkenverhangenen Wintertagen besser, als Solarthermie. Von der Nacht will ich gar nicht sprechen. Oder anders: Die Erde ist doch ein riesiger Pufferspeicher. Brauchst die Wärme doch nur rausholen.
Ich finde es auch durchaus richtig, dass der Gesetzgeber eben mehrere Ansätze zum klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft fördert - und das auch unterschiedlich stark. Damit werden doch mehrere Technologien in Wettbewerb zu einander gestellt. Und gerade durch den entstehenden Mix wird in Zukunft der gesammte Öko-Energie-Ansatz punkten:
* PV liefert erfüllt eben den Spitzenstrombedarf in der Mittagszeit
* Wind liefert eher zufällig den Strom auch zu anderen Zeiten
* Wasserkraft erfüllt die Grundlast rund um die Uhr
* Pumpspeicher schaffen zusätzlichen Ausgleich zwischen Spitzenangeboten und Spitzennachfragen
* Wärmepumpen senken den Bedarf an Strom bei gleicher Ausbeute gleichmäßig
* Lüftungsanlagen mit Wärmetauschern senken weiter den Energiebedarf
* Dämmungen senken ebenfalls den Bedarf an Wärmeenergie
* Solarthermie liefert Wärme (unter Zugabe von wenig Pumpenstrom) direkt, wenn Sonne da ist
Usw. So leistet jede Technologie ihren Beitrag zu allen Zeiten des Tages. IMHO wird man die Energiewende nur so schaffen.
Und übrigens Holz - natürlich ist es egal, ob es verfault oder ob es verbrennt. Nur: Das Holz muss irgendwie aus dem Wald in die Öfen kommen. Und da kommen mit Benzin betriebene Motorsägen und mit Diesel betriebene Transportfahrzeuge zum Einsatz. Daher ist es eben nur weitgehend klimaneutral, es zu verbrennen. UND ein Baum, der noch da steht und in voller Größe grünt und blüht, bindet bestimmt mehr CO2, als ein frisch gepflanzter Baum. Vor allem verfault er aber noch nicht.
Und nicht jeder Mensch hat die Zeit wie manche Rentner bei mir in der Gegend. Die laufen mit Handwagen und Fuchsschwanz bewaffnet in den Wald und holen das Holz, was lose auf dem Boden liegt. Das hat natürlich eine Top-Umweltbilanz, wenn man mal den Feinstaub durch den Reifen- und Schuhsolenabrieb vernachlässigt.
Grüße, sunpower16,2