Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon Mühli » 17.11.2011, 13:10

Oh Mann, da fragt jemand nach einer "Dampfmaschine" und ihr kommt mit den Vor-Wattschen 1% daher, sry lest mal zwischen den Zeilen.
Dass ein Dieselmotor 40% hat weiß ich auch, aber vermutlich würden die Reisspelzen nicht durch die Einspritzdüse passen, gell

Übrigen schafften Dampfmaschinen um 1910 bereits ~18% Wirkungsgrad. Wikipedia sagt 0,5 Kilo Steinkohle pro Ps-Stunde.
Also ca. 4kWh für 0,74kWh.

Warum sollte das ganze nicht gehen? Gibt schon ein paar Biomasse-Kraftwerke, auch bei uns in der Gegend. Die verheizen Holzreste und sonstiges Zeug.
Und Reisspelzen zu verheizen (jaaaa, die fallen in einer Fabrik an, wenn der Reis geschält wird), muss man eben einen richtigen Brenner haben und sowas kann man nicht einfach mal selber ausprobieren (in der Größenordnung)

Die Spelze vom Reis heißt auch Strohhülse und wie der Name schon sagt....Strohig, Lignozellulose.
Lässt sich nur mit modernsten Anlagen (kompliziert) zu Biogas umwaldeln.
Auch für die Ethanolgewinnung kaum geeignet, weil das kommerziell noch kaum geht (Enzyme etc. nötig...)

Also bleibt nur verbrennen/vergasen und die Wärme nutzen, mit einem herkömmlichen Dampfkraftwerk, eben "bisschen" kleiner.
Ob das rentabel ist, weiß ich nicht, kenne die Bedingungen nicht (Strompreise, Technische Anforderungen...)

Selten so viele sinnlose Beiträge gelesen, bin ich gar nicht gewöhnt...

Gruß
Zuletzt geändert von Mühli am 17.11.2011, 13:20, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon The Wall » 17.11.2011, 13:12

keine Ahnung, ich schätze die werfen es weg oder pflügen es unter

mag sein, das will er ja ermitteln
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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon Kleinstromer » 18.11.2011, 14:37

Hallo zusammen!

sooo groß ist eine Reisverarbeitung mit 40 Mio kg net, weil das nur 40.000 t (und nicht 400.000) sind - da kann jede mittelgroße Raiffeisen-Landhandelsstelle in Germany auch mithalten (natürlich mit Getreide, net mit Reis...)
Rechnet man mit 20 % Abrieb und Spelzen (was wohl schon viel wäre, denn Bruchkorn etc. wird ja anderweitig als Futtermittel verwertet), bleiben 8000 Jahrestonnen übrig. Läuft der Laden ganzjährig, sind es etwa 300 Arbeitstage, also 26,5 t "Abfall" am Tag. 1 MW Feuerungswärmeleistung wäre da schon eine realistische Größenordnung.


Sind 2 Fragenkomplexe zu klären:

a) Kesselart und feuerungstechnische Eigenschaften der Abfälle
kann man hier lange spekulieren, aber vernünftige Aussagen gehen nur über Versuche bei den Kesselherstellern - mit einer repräsentativen Großprobe (1 Container voll)

b) Verstromung

1) Kolbenmaschinen
der einzige Hersteller von modernen Dampfmotoren (Spilling) hatte mit diversen Problemen zu kämpfen, ansonsten hilft nur der Erwerb und Umbau von "Oldtimer-Material" wie alten Dampfmaschinen oder Dampfloks - niedriger Wirkungsgrad, aber evtl. für ein südamerikanisches Schwellenland eine durchaus machbare und preislich attraktive Lösung!
2) Turbine
der Wirkungsgrad und die Preise für Dampfturbineneinheiten unter 10 MW sind nicht wettbewerbsfähig
3) ORC
diese Anlagen starten ab etwa 60 kW el., Wirkungsgrade ab 15 % (verbessert sich natürlich mit der Größe). Die Anzahl der Anbieter ist noch sehr überschaubar, wie kompliziert die Wartung ist (und ob sie damit in einem Schwellenland überhaupt darstellbar ist), weiß ich nicht.
Bei uns in der Nachbarschaft steht ein Holzpelletswerk, die kriegen Heizwärme von einem ORC-Kraftwerk mit etwa 5 MW Feuerungsleistung und 1 MW el., das läuft wohl ganz gut (mit Hackschnitzeln) . In Deutschland bei 20 Cent Einspeisetarif rechnet sich das, aber sonst...?
4) Holzvergasung mit BHKW
die Geschichte ist - trotz Werbesprüchen diverser Hersteller - noch arg im Experimentierstadium und funktioniert vernünftig bisher nur mit 1 a Hackschnitzeln im Festbettvergaser. Die Reisspelzen bräuchten da eher eine Wirbelschichtvergasung - viel Spaß beim Experimentieren...
5) Biogasanlage
schöner Traum, der Kohlehydratanteil aus dem Gemisch ist wohl zu gering und effektive celluloseabbauende Methanbakterien gibt´s leider noch nicht - wer die als erster entdeckt und züchtet, ist ruck-zuck Multimillionär!!

Gruß!

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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon PV-Berlin » 19.11.2011, 12:46

Ich würde z.Z. keinen Strom produzieren wollen, den ich nicht selbst verbrauchen kann. Da die Zinsen in solchen Ländern fast astronomisch hoch sind und es zudem unendlich viele Investitionsmöglichkeiten gibt, die sich hundert mal besser rechnen, ist es vertane Liebesmühe sich über Anlagen Gedanken zu machen, die aus dem Abfall Strom machen.

Man kann es viel einfacher machen: Pressen und verkaufen. Kostet nur einige tausend Euro und gut ist. Logisch sollte man sich vorher kundig machen, ob es Abnehmer gibt und welchen Preis die zahlen wollen. Wenn es ganz schlimm kommt, dann exportiert man das Zeug. Jeden Tag einen Container voll Zeug (26 t) da geht schon was. Wenn es sich lohnt Stroh zu verpressen und um die halbe Welt zu schiffen, sollte man da ansetzen.

Ein Teil des Zeugs kann man zur Trocknung verwenden, den Rest verkaufen. Es wäre ja nicht so, dass es keinen Wärmebedarf auf dem Kontinent gibt, auch wenn der etwas weiter von ihnen weg sein sollte. Ich habe auf Äquatorhöhe mehr als eine MWh Wärmebedarf am Tag, ich meine, dass es solche Betriebe auch in ihrer Nähe geben muss. Ob diese die CO2 Neutralität ihres Produktes aktivieren können, kann ich nicht sagen, aber das könnte auch ganz hübsch sein.

Vorab würde ich prüfen lassen, wie viel kWh je Kg Material der Abfall hat. Das sollte ja nicht so schwierig sein. Dampf wird nicht nur für die Stromerzeugung benötigt, sondern ist Grundlage z.B. sehr vieler Lebensmittelbetriebe.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon Mühli » 19.11.2011, 14:26

Der Gedanke ist nicht verkehrt, Reisspelzen lassen sich zu Briketts pressen und verkaufen.
Produzieren leider recht viel Asche und sind deshalb fürs EFH evtl. nicht so gut geeignet.
Aber das bestimmt der Preis. Und Brikettieranlagen/Pelletieranlagen sind recht günstig.

Vorher würd ich mich aber um die Genehmigungen kümmern, zumindest in der EU darf man nicht einfach alles verbrennen.
Gibt auch nicht viele, die Stroh freiwillig verheizen, weil es sehr aggressive Abgase hinterlässt.
Ist aber in Dänemark sehr beliebt. Sind eher größere Heizkessel von Heizgemeinschaften, also Nahwärmenetze mit entsprechenden Anlagen, die ganze Ballen verbrennen.

Gruß
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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon Wassermueller » 09.12.2011, 08:50

@ The Wall

Auch wenn diverse Vorschreiber es nicht verstehen, Deine Frage macht Sinn! Ich kann Dir ein Beispiel in Deutschland nennen, wo man ein Kraftwerk mit Dampfmotor neu gebaut hat und betreibt.
Elektrische Leistung ca. 650 kW. Natürlich mit Kraft-Wärmekopplung.
Mit einem Spilling Dampfmotor.
Der Kessel und die Feuerung sind ziemlich tricky, weil verschiedene Hölzer in verschiedenen nicht wirklich gleichen Trocknungsgraden automatisch verbrannt werden sollen.
Wenn genügend Leute vor Ort sind, kann man die Feuerung wesentlich vereinfachen und verbilligen.
Ich kenne noch Kraftwerke mit Spillingmotoren in der 300 bis 400 kW-Klasse, die in Sägewerken in den deutschen Mittelgebirgen betrieben wurden, da wurden die Sägespäne teilweise per Schubkarre in die Feuerung geschüttet. Will sagen, es geht auch einfach.
Ja, Spilling hat/hatte Probleme. Aktuell ist mir das unklar.
In Deutschland mag das auch an den Gesetzen liegen. Der Dampfkreislauf ist nicht ölfrei und dann der FEINSTAUB erstmal!
Vermutlich ist das bei Deinem Projekt kein Thema.
Es gibt immer wieder mal Gebrauchtmaschinen und es muß in D Servicefirmen geben.
In England gibt es auch Firmen, die mit echten Dampfmaschinen handeln! Die brauchen dann "etwas" Platz. Ein Spilling Dampfmotor ist ja völlig unspektakulär klein.
Wenn Du auf ne echte Dampfmaschine willst, die wenig Platz benötigt, so gibt es gebrauchte Marinemaschinen, die sind vertikal und haben immer durch Verbundzylinder einen guten Wirkungsgrad. Wenn Du viel Strom haben willst....
Dampfmaschinen haben 100 Jahre auf dem Buckel und mit Pflege machen die nochmal 100 Jahre.
Sägewerke im Siegerland haben das alles schon durch....
Wenns kleiner sein soll: es gibt auch gebrauchte Lokomobile mit guten Kesseln...

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Re: Suche Hersteller von Dampfmaschinen zur Stromerzeugung

Beitragvon wieso » 09.12.2011, 10:41

Hallo

Vor ca 7 Jahren hat diese Firma aus Indien mir ein Angebot gemacht für ein Vergaser- Stromerzeuger für unsere Inselanlage
Da hat man hier in Europa , vergeblich nach vergleichbaren gesucht ....

http://www.ankurscientific.com/saving.htm

Die Verpressung zu Pellets/Brikettes ist aber auch eine gute Idee , man kann ja beides in Erwägung ziehen

Gruss Lars
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Irland ;
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