Sonnenaktivität 2010

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Re: Sonnenaktivität 2010

Beitragvon nautica » 01.02.2012, 21:21

Südostdach hat geschrieben:Schade, meine Mutter ist vorletztes Jahr gestorben. Hätte ich das gewußt, hätte ich ihr sagen können, daß sie damals völlig unnötig die Kartoffelkäfer als Schulkinder auflesen mußten, da die von ihr gesehenen Flugzeuge, und damit die Käfer, imaginär waren. Vermutlich auch, daß die Kugeln, die ein Jagdflugzeug auf sie dabei abgeschossen hat, ebenso imaginär waren, wie die Phosphorbomben auf die beinahe erntereifen Weizenfelder.

Flugzeuge und Käfer ... das war ziemlich sicher eine Scheinkorellation siehe Piraten und Klimawandel gestützt von Propaganda
Kartoffelkäfer gab es schon vor dem Kriegsbeginn in Deutschland. Deine Mutter musste Sammeln, da es keine natürlichen
Fressfeinde gibt und keine Spritzmittel. Außerdem war Absammeln sehr erfolgreich.
Es finden sich keine Belege von (gleichzeitig) beiden Seiten über einen Einsatz - insbesondere weil es schon vorher oft "lokale" Kartoffelkäferplagen plötzlich gab - siehe auch: googlebooks - siehe insbes. die Verbreitungskarte dort (nachweise in DE bereits vor Kriegsbeginn)



Südostdach hat geschrieben:Diese, von Dir angegebene Kälte- bzw. Hitzewellentotenstatistik nützt leider gar nichts, da nicht angegeben wurde, unter welchen Bedingungen jemand da eingestuft wird.

Hitzewelle 2003 liefert wissenschaftliche Quellen, Influenza zeigt mit der RKI Quelle eine Sommerspitze 2003 - Notfallmedizin zitiert:
Der durch hohe Umgebungstemperaturen ausgelöste Hitzschlag ohne Anstrengung betrifft v. a. ältere Per-
sonen in Hitzeperioden [260]. So konnte im Rahmen der Hitzewelle in Frankreich 2003 eine deutlich erhöhte Inzidenz für
Kreislaufstillstände bei über 60-Jährigen beobachtet werden [261].

und "linkt" auf: weitere Quelle
Hitzestress, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag haben Symptome und sind behandelbar - eine Häufung von >10.000 "mehr" Toten kann man deutlich schneller auf Hitze zurückführen (da Auswirkungen auf Körper erforscht sind).

Ich kenne niemand, der an einer Hitzewelle starb, aber vom Sehen einen Bettler, der letzten Winter erfror.

Man braucht keinen "kennen" - Hitzestress, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag/multiples Organversagen sind wohl übliche Diagnosen (siehe Notfalldokument) mit Gegenmaßnahmen (zB Kühlung, Flüssigkeitsaufnahme) die bei bestimmten Risikofaktoren (Alter, Kreislaufbelastung, Umgebungstemperatur,-feuchtigkeit) auftreten können.
Man "stirbt" nicht, weil der Mensch wegen der Hitze "durchgart", sondern weil bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper nicht mehr bei 40°C stattfinden (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Denaturie ... ochemie%29 ).
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Re: Sonnenaktivität 2010

Beitragvon Südostdach » 02.02.2012, 07:36

Stellt sich dann nur noch die Frage, warum bei uns aber seltsamer Weise mehr Leute im Winterhalbjahr sterben, als im Sommerhalbjahr, trotz dieser vielen Hitzetoten. Nach Deiner Argumentation ist das völlig unlogisch. Die nächste Frage wäre dann, wenn dem so ist, weshalb die Leute sich dann in Lebensgefahr begeben, und selbst im Sommer zum Urlaub in den Süden fahren.
Die Bevölkerungsexplosion findet auch vor allem in den südlichen Ländern statt, wo Temperaturen über 40°, im Gegensatz zu D, regelmäßig auftreten "weil bestimmte Stoffwechselvorgänge im Körper nicht mehr bei 40°C stattfinden "
Dann kenne ich jede Menge Rentner, die in den Süden umgezogen sind, aber keinen Einzigen, der zur Schonung seiner Gesundheit in den Norden zog. Selbst in Thailand (und da herrscht außer hohen Temperaturen während der Regenzeit im Sommer eine gnadenlose Luftfeuchtigkeit) gibt es richtige deutsche Rentnerkolonien, sind das alles Selbstmörder?
Eine weitere Frage wäre, weshalb die von Dir genannten "(Alter, Kreislaufbelastung, Umgebungstemperatur,-feuchtigkeit)" Faktoren dazu führen, daß ausgerechnet angeblich die Alten in Frankreich, Italien, Griechenland besonders gesund und alt werden sollen. Schlimmer noch, die Japaner in den wärmeren Gebieten Japans leben statistisch besonders lang (höchste Lebenserwartung der Erde). die müßten doch alle im Sommer wie die Fliegen sterben.
Bei uns ist die Zeitung gerade heute voll mit Todeanzeigen, an °Hitzestress, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag", dürfte es, so mein Eindruck, als ich gestern zu Fuß unterwegs war, nicht liegen. Muß nachher wieder den ganzen Tag raus, es friert mich schon wenn ich auf die zweistellige Außenthermometeranzeige schaue.

Grüße
Südostdach
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Re: Sonnenaktivität 2010

Beitragvon nautica » 02.02.2012, 12:17

Südostdach hat geschrieben:Stellt sich dann nur noch die Frage, warum bei uns aber seltsamer Weise mehr Leute im Winterhalbjahr sterben, als im Sommerhalbjahr, trotz dieser vielen Hitzetoten. Nach Deiner Argumentation ist das völlig unlogisch.

Ich habe im Kontext der Auswirkungen einer Klimaerwärmung für Europa(du sprachst von "segensreich") auf Hitzewellen hingewiesen. Diese sind bisher selten, können aber zunehmen. Ich habe dann darauf hingewiesen, das in der einen Statistik
die Anzahl in der Hitzetoten größer als zuletzt die Anzahl in einer Kältewelle war. Hitzewelle und normaler Sommer sind etwas anderes.

Die saisonale Mortalität als Phänomen gibt es wohl schon länger (siehe Link voriger Beitrag), obwohl es einen leicht sinkenden Gesamttrend zu geben scheint.
Die saisonalen Abweichungen Sommer/Winter lassen sich vermutlich schwerer verhindern, als die Spitzen der Grippe (durch Impfung, natürliche Immunität) oder die Spitzen der Hitzewellen.
Wenn >10.000 Tote in Frankreich in 9 Tagen auftreten, dann ist es was anderes, als wenn die Sterblichkeit langsamer
im Winter ansteigt (aber mehr Tote insgesamt).

Die Ursachen der saisonalen Toten liefert google: Saisonale Schwankungen in der Mortalität in Baden-Württemberg 1999 - 2006 einen kurzen Text.
In dem dort weiter verlinkten Dokument (Einfluss Hitze und Kälte auf Sterblichkeit in der niederld. Bevölkerung) steht
eine Idealtemperatur von 16.5°C (mittlere Temperatur, Tag/Nacht Zyklus beachten) - Bei positiver Abweichung: 2.7% pro °C, bei negativer 1,4% pro °C.
Sommer/Winter und andere Temperaturen in DE - normale Sommer sind als eher ungefährlich, die Winter waren schon immer problematisch (aber das ist schlecht änderbar, da reine Temperaturerhöhung offensichtlich nicht funktioniert)


Südostdach hat geschrieben: Die nächste Frage wäre dann, wenn dem so ist, weshalb die Leute sich dann in Lebensgefahr begeben, und selbst im Sommer zum Urlaub in den Süden fahren.

Urlaub ist kein längerer Aufenthalt, das Verhalten ist vlt anders, andere Faktoren die Hitzestress beeinflussen sind
anders (Feuchtigkeit) - in Italien ist es im Sommer wohl trockener, als zB in Frankreich - das zeigen zB tendenziell Klimadiagramme.
Es gibt im Süden doch eine Siesta die den Hitzestress mildert. Außerdem wird in manchen Ländern alles Klimatisiert.


Südostdach hat geschrieben: Selbst in Thailand (und da herrscht außer hohen Temperaturen während der Regenzeit im Sommer eine gnadenlose Luftfeuchtigkeit) gibt es richtige deutsche Rentnerkolonien, sind das alles Selbstmörder?

In Sri Lanka ist die Feuchtigkeit für eine erhöhte Sterblichkeit verantwortlich (quelle). In den Tropen ist die Temperatur ja relativ konstant.
Die Rentner müssen doch nicht rational entscheiden. "Raucher" gehen auch höhere Risiken ein - einer kann "wahrscheinlich" Glück haben. Statistisch hat man es aber im Mittel nicht mehr.

Südostdach hat geschrieben:Die müßten doch alle im Sommer wie die Fliegen sterben.

Ein Sommer ist immernoch keine Hitzewelle.
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Re: Sonnenaktivität 2010

Beitragvon Südostdach » 03.02.2012, 01:55

nautica hat geschrieben:Ein Sommer ist immernoch keine Hitzewelle.

Wenn Du das glaubst, solltest Du dort einmal einen Sommer verbringen.
Empfehlen kann ich Dir auch eine Stelle nahe Krabi im März, da erlebte ich in einer Woche mal jeden Tag Temperaturen, und dazu noch bei einer Luftfeuchtigkeit, wie ich das in Frankreich, schon gar nicht in D, je erlebt habe. Von einem Todesfall habe ich jedoch nichts mitbekommen, mir war es dann aber zu viel und bin dann unter Aufbietung meines ganzen Willens weitergezogen, wenn ich nicht einmal mehr die 30 m bis zum Meer schaffe, ist bei mir der Spaß irgendwann vorbei.

Wir sind nun aber schon ziemlich lange, selbst für Off Topic, extrem OT, einigen wir uns doch einfach darauf, daß wir unterschiedliche Erfahrungen, und damit Meinungen, haben. Hier habe ich selten Temperaturen über 40 ° erlebt, also weit weg von einer Hitzewelle, und dabei auch noch bei einer Luft"feuchtigkeit" von deutlich unter 100 %, somit also noch sehr ausbaufähig.
Was nicht heißt, daß es mich letztes Jahr, wo ich 2 Monate auf einem dunklen Blechdach arbeitete, bei Sonnenschein im Juni, Juli, sonderlich gefroren hat :)

Grüße
Südostdach
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